VieAnna Calling #15 : Wiener Stephansdom – Teil 1 (Vienna/Austria)

3 months ago

Eine Außenansicht.


Die Domkirche St. Stephan zu Wien ist das charakteristische Wahrzeichen der Bundeshauptstadt.

Aufgrund der langen Baugeschichte (12. Jh. – 16. Jh.) vereinigt der Stephansdom Elemente der Romanik, Gotik und Renaissance.

Der Grundstein für den Stephansdom wurde im Jahr 1147 mit der Einweihung der ersten romanischen Kirche gelegt.

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Westansicht mit den beiden ca. 65 m hohen Heidentürmen im romanischen Baustil

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Hauptportal - das sogenannte "Riesentor"

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Uhr an der Westfassade mit Vanitassymbolen

Die gotische Bauphase begann im 14. Jahrhundert unter der Herrschaft der Habsburger. 1359 wurde mit dem Bau des Südturmes begonnen, der 74 Jahre später vollendet wurde. Mit 136 m ist der Südturm der höchste der vier Türme des Stepansdoms.

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Südturm - im Vordergrund das mit den typisch bunten Ziegeln gedeckte Dach

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Südturm - zum Teil wegen Restaurieungsarbeiten eingerüstet

Im ehemaligen Mesnerhaus auf der Südseite des Doms befindet sich der Eingang zur Türmerstube, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

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7 x 7 x 7 Stufen ...

Mit dem Bau des Nordturms, geplant vom sagenumwobenen Meister Puchsbaum, wurde im Jahr 1467 begonnen. Wirschaftliche Schwierigkeiten zu Ende des Mittelalters, die nahende Türkengefahr und vor allem die Reformation verzögerten den Bau bis schlussendlich rund 50 Jahre später auf den gotischen Torso die sogenannte "Welsche Haube", ein kleines achteckiges Glockentürmchen im Renaissance-Stil, aufgesetzt wurde.

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Heute beherbergt der unvollendete Nordturm des Stephansdomes die neue Pummerin, die mit knapp 21.400 kg schwerste und größte Glocke Österreichs.

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Der Unvollendete ...

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges brennt die Kathedrale. Funkenflug von umliegenden lodernden Gebäuden greift auf den Dom über. Der gotische Dachstuhl brennt ab, die Gewölbe des Mittelchores und des südlichen Seitenchores stürzen ein. Die Pummerin zerschellt in der Tiefe.

Dass der Stephansdom in den Kriegswirren nicht völlig zerstört wurde , ist dem deutschen Wehrmachtsoffizier Gehard Klinkicht zu verdanken. Er verweigerte aus moralischen Gründen den Befehl, den " ... Dom zunächst mit 100 Granaten in Schutt und Asche zu legen. Sollte das nicht ausreichen, ist bis zu seiner völligen Zerstörung weiterzuschießen."

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Brand im April 1945 (Quelle)

Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, der sich über 15 Jahre erstreckte. Seit 1960 werden laufend Restaurierungsarbeiten durchgeführt.

Heute präsentiert sich der Stephansdom in seiner ganzen Pracht, umgeben von Alt und Neu.

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Bisherige Teile der Serie VieAnna Calling:
#00 : VieAnna calling - eine Vorschau

#01 : Karlskirche

#02 : "Das Ohr" von Johann Garber

#03 : Belvedere
#04 : Lipizzaner auf Sommerfrische in Wien
#05 : Otto Wagner Pavillon am Karlsplatz
#06 : Paternoster - Relikt aus vergangenen Zeiten
#07 : Wiener Rathaus
#08 : Fat House - Erwin Wurm
#09 : Arsenal
#10 : K. u. K. Hofzuckerbäckerei Demel
#11 : Wiener Pestsäule
#12 : Hollein-Haus am Stephansplatz
#13 : Hrdlicka Mahnmal am Helmut-Zilk-Platz
#14 : Mozart Denkmal im Wiener Burggarten

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Toller Post!
Ich hab' ihn mir jetzt mal in Ruhe angeschaut und gelesen.
Das schöne bunte Dach hatte ich noch nie gesehen.

Und man kann auch sagen, es ging doch damals mit dem Bauen echt zügig im Vergleich zum Berliner Flughafen ;-)

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Danke @double-u! Ich entdecke auch immer wieder etwas Neues, obwohl ich den Dom schon so oft gesehen habe. Und was die Bauzeit betrifft: du weißt ja, gut Ding braucht Weile ;-)

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... das stimmt!
Ich bin ein Mensch der Langsamkeit. Meine eine Schwester hat mir mal ein Buch geschenkt "Die Entdeckung der Langsamkeit", weil ich ihr beim Lesen ständig eingefallen war.

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Ich lass es auch lieber gemütlich angehen. Die Hektik überlasse ich inzwischen der Jugend ;)

Liebe @vieanna,
weißt du, wie sie die Farbe auf die Ziegel bekommen haben?
Glasiert vielleicht?

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Hallo @double-u,
ja, du hast recht, es handelt sich um glasierte Ziegel. Einen guten Artikel über das Dach vom Stephansdom findest du hier.
Schönen Abend!

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Das war 'ne Arbeit mit dem Glasieren. Mein lieber Mann!
Die wünsch' ich auch einen schönen Abend! Vielleicht mit einem Glaserl ... oder net.

Super, endlich mal etwas das man kennt :P Wie viele Teile werden es voraussichtlich werden?

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Hi @brickster,
danke dir für's Resteemen der "Wochenseite"!
Schönen Abend!

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Selbstverständlich! Ich bin selbst noch beim ausformulieren einiger Fragen.

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Super!

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:D Ja, am Stephansdom kommen weder Einheimische noch Touristen vorbei. Geplant habe ich noch drei weitere Teile zum Steffl. Mal sehen.

Awesome pics

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Thank you very much!