Ist der Straßenverkehr ein Spiegelbild unserer Gesellschaft?!

in deutsch •  2 months ago

Leider muss man finde ich sagen, dass man den Verkehr auf unseren Straßen leider sehr oft mit dem generellen Verhalten und der Selbstbezogenheit vieler Bürger unseres Landes vergleichen kann. Und das leider überwiegend eher zu einem negativ, als zu einem positiv behafteten Teil.

photo-1531579234-a0a99da45460.jpeg

So schön wie hier bei Unsplash ist der Verkehr am Abend leider nicht immer!

Ein Beispiel wo ich mir sehr oft denke, wie rücksichtslos und unachtsam viele Menschen in ihren Wagen durch die Gegend fahren ist meine Garagenausfahrt. Etwa zwanzig Meter von dieser entfernt ist eine Ampel rein für Fußgeher, sprich keine Kreuzung. Es passiert mir sicher mehrmals die Woche, dass ich aus der Garageneinfahrt auf die Straße abbiegen wollen würde, Autos aber nicht bereit sind mich in die Hauptstraße einordnen zu lassen, obwohl die Ampel gerade rot ist und sie sowieso in 20 Metern stehen müssten und so nicht mal wirklich Zeit verlieren würden. Die Folge ist dann, dass sich so viele Autos bei der Ampel anstellen, dass ich nicht mehr nach links abbiegen kann, einfach weil kein Platz mehr ist für mich. Wenn die Ampel dann auf grün schaltet, kommt dann in 99% der Fälle eine Lawine von Autos auf der Gegenfahrbahn, weswegen ich dann wieder nicht abbiegen kann. So warte ich oft auch einmal eine Minute, einfach weil ein rücksichtsloser Verkehrsteilnehmer nicht im Stande dazu war, mich einfach einordnen zu lassen.

Hier eine Skizze der Situation, die mich so aufregt:

dumm.png

Es ist natürlich nur ein kleines unwichtiges Beispiel, symbolisiert aber in meinen Augen dennoch ganz gut, wie wenig sehr viele Menschen bereit sind, einem fremden Menschen minimal auszuhelfen, obwohl es für einen selbst keinen wirklichen Nachteil hätte.

Noch dreister wird es, wenn man selbst solchen Leuten das Herausfahren ermöglicht und dafür heftigste Kritik, geäußert in Form von wilder Herumhuperei und Gestikuliererei, einfährt. Auf einer gewissen Bundesstraße, auf welcher es gerade im Abendverkehr extremst zugeht, fahre ich relativ oft und lasse regelmäßig Leute heraus, wenn die Gegenfahrbahn frei ist, da ich weiß, wie schwierig man von einer Zufahrtsstraße auf diese kommt. Mein negatives Highligt an Fahrerin hinter mir war eine Dame die gemeinsam mit ihrer pubertierenden Tochter unterwegs war und, wie ich zuvor minutenlang im Rückspiegel beobachten konnte, während dem Fahren fleißig Selfies mit der Tochter machte. Als ich dann ganz normal abbremste, um eben jemanden auf die Straße zu lassen, musste sie natürlich auch bremsen. Und das mochte sie ganz und gar nicht. Von der Reaktion der Dame muss man leider mutmaßen, dass ich ihr mit meiner Aktion das perfekte Selfie zerstört habe - Mea culpa!

Zum Fahren unter Alkoholeinfluss und Handykonsum möchte ich hier eigtl. nichts weiter sagen, da es einfach offensichtlich ist, wie dumm und rücksichtslos dies ist. Manchen Leuten scheint einfach die Insta-Story von einer Person, die man seit einem Jahr nicht persönlich gesehen hat, wichtiger als das eigene oder fremde Leben. Alkohol ist fast noch schlimmer, ich kenne Leute die bereits einen Unfall unter Alkoholeinfluss hatten (mit verletzten Dritten), für diesen wahrscheinlich immer noch bezahlen und dennoch nach 3-4 Bier ohne zu überlegen ins Auto steigen. Leider scheint es hier auch von Polizei akzeptierte Orte für diese Vergehen zu geben, anders kann ich mir nicht erklären, wieso bei Fußballspielen/Zeltfesten/etc. so wenig kontrolliert wird. Aber gibt ja wesentlich schlimmere Dinge, wie Fußgeher die eine einspurige Straße bei roter Ampel und keinem Auto weit und breit überqueren oder Dingen wie diesen:

Bitte nicht falsch verstehen, ich halte sehr wenig von getunten Autos - Ob man die Beamten von diesem Video aber nicht sinnvoller einsetzen könnte, bezweifle ich doch stark.

Was haltet ihr von dieser Problematik? Mehr (sinnvolle) Alkoholkontrollen und härtere Strafen bei Vergehen sinnvoll?


Warum rege ich mich eigentlich auf?

Dieser Post sollte eigentlich eine Teilnahme zur Homo-Sapiens-Challenge von @theodora.austria sein, wo es darum geht, menschliche Geschichten aus dem Alltag zu präsentieren und zu teilen.

Ich glaube die Autorin hätte sich zwar eher positive Geschichten gewünscht, leider gehört zum Spektrum des menschlichen Wesens halt aber auch viel negatives. Und vielleicht öffnet dieser Post ja dem einen oder anderen ein bisschen die Augen, der solche Situationen bisher nur aus seiner eigenen Perspektive gesehen hat.

Denn mit einem hat die Autorin sicherlich recht - Es sollte in vielen Bereichen unserer Welt, sein es auf Steemit, im Internet generell oder auf der Straße, wieder menschlicher zugehen!

Und wie ihr seht, müssen es keine großen Dinge sein, die das Leben von Mitmenschen besser machen können. Es musst nicht jeder via Ärzte ohne Grenzen herumreisen und helfen. Manchmal (ich würde sogar sagen meistens) sind es gerade die kleinen Gesten im Alltag, die das Leben für viele deutlich angenehmer, stressfreier und schöner machen würden.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende,
Martin

Authors get paid when people like you upvote their post.
If you enjoyed what you read here, create your account today and start earning FREE STEEM!
Sort Order:  

Straßenverkehr ist ja nun wirklich ein leidiges Thema. So oft muss man für andere mitdenken. Leute, die die Konzepte "Vorfahrtstraße" und "Vorfahrt achten" nicht verstehen (nicht, dass ich nicht mal jemand rauslassen würde, aber wenn man schon mit 90 um die 60er-Kurve kommt und sich dann in jede noch so kleine Lücke presst, obwohl man eigentlich auch erstmal gucken könnte, wie die Situation ist...).
Leute, die rechts überholen und für gefährliche Situationen sorgen. Nicht blinken (ich glaube ja, viele Menschen denken, dass der Blinker kaputt ist und einen Wackelkontakt hat). Die Liste lässt sich glaube ich unendlich weiterführen.

Aber gerade erst gestern auf dem Heimweg hatte ich wieder ein solch "schönes" Erlebnis der dritten Art:
Ich biege rechts ab, vor mir ein Auto, das kurz nach dem Abbiegen anhält, links blinkt (!) und zum Linksabbiegen durch den Gegenverkehr muss. Dort ist die Ampel rot und es bildet sich langsam eine Schlange, wodurch das Abbiegen für meinen Vordermann unmöglich ist. Gut, soweit kann es ja vorkommen.
Einer der anderen checkt, was Sache ist, und versucht noch etwas vorzurollen, um eine Lücke zu schaffen. Scheint auch erst zu klappen, bis die gute Frau hintendran denkt "oh, es geht weiter" und wieder press dran fährt. Um dann wieder an der immer noch roten Ampel zu stehen. Immerhin hat sie dann vorsichtshalber mal krampfhaft geradeaus geguckt.
Hintendran der hat es dann aber hinbekommen, ist etwas zurückgerollt und mein Vordermann konnte (mit kleinem Schlenker und Umweg) letztlich doch abbiegen. Hinter mir waren dann zu dem Zeitpunkt sicherlich auch schon weitere 4 Autos, die teilweise noch um die Kurve herumstanden...

Manchmal hasse ich Menschen. :-D

·

Ja, das sind so die klassischen Beispiele, die ich meine 😂

Hallo Martin!

Das ist in der Tat ein überraschender / unerwarteter Zugang, aber einer, den ich nicht nur nachvollziehen, sondern absolut nachfühlen kann (mit einer ähnlichen Kreuzung lebe ich auch). Und eine gute Idee, hier auch sowas aufzugreifen!

Wenn jemand für Ärzte ohne Grenzen rumreisen möchte, finde ich das toll. Wenn jemand aber einfach nur einem alten Menschen Sachen tragen hilft oder statt Hass zu speien / Gerüchte unreflektiert weiterzuverbreiten einfach mal die Klappe hält oder wenn jemand andere zum Lachen oder Lächeln bringt ODER einfach mal ein bisserl Rücksicht nimmt ist das absolut gut genug, meiner Meinung nach. Wie du sagst: Manchmal sind es die kleinen Gesten.

Danke für's Mitmachen und für diese neue Perspektive, die du damit in die Challenge gebracht hast!

Schönes Wochenende
Theodora

Och Mensch: also eines vorab: Ich würde Dich rein lassen:-D. Spannend was Du so berichtest. Natürlich komme ich manchmal auch in so blöde Situationen beim Autofahren, ich denke die Hemmschwelle ist heruntergesetzt und es zeigt sich eben das, was vll vorher schon da war also Aggression, Wut etc. Mein Eindruck ist eher ein anderer: Ich werde viel reingelassen und mach eher auch positive Erfahrungen. Bin auch selbst jemand der sehr defensiv und freundlich fährt. Aber auch ich wünsche mir noch mehr Menschlichkeit. Hab ein schönes und stressfreies Wochenende!

·

Dann fährst du wahrscheinlich nicht in Wien :) - da ist Hupen die Regel (obwohl es verboten ist, das wissen viele scheinbar nicht), oder Spurwechsel ohne Blinken usw...

·
·

Ne stimmt in Wien fahr ich nicht - komme eher vom Land:-D und da ist es gewiss etwas anders;-) beste Grüße

·
·
·

Ich komm auch vom Land, vielleicht nehm ich es deshalb auch in Wien so arg wahr...Beste Grüße zurück :)

·

Vielleicht sind die Leute einer jungen Dame gegenüber freundlicher :P

·
·

:-P das kann gut sein - aber mit mitte 30 bin ich ja nicht mehr sooo jung:-)

Wohl wahr! Und ich schätze man hat uns dahingehend erzogen. Ganz im Sinne einer neoliberalen Atomisierung der Gesellschaft.
"Jeder ist sich selbst der Nächste", "Du bist Deines Glückes Schmied" und Jeder ist selbst verantwortlich für Glück und Unglück, für Arbeitslosigkeit usw.
War früher auch ein ziemlich dreister, unreflektierter "Raser" für viele Jahre. Ich hab es geliebt mal eben mit Handbremse die Karre um 90 Grad zu drehen und jemand den Parkplatz vor der Nase wegzuschnappen.
Aber man wird älter, reflektierter, reifer und versucht zu verstehen warum die Dinge so sind wie sie sind und vor allem auch wie man selbst ist, wie man sich selbst sieht, wie man auf seine Umwelt wirken möchte und wie man tatsächlich wahrgenommen wird.

Ich habe bereits ähnliche Erfahrungen machen dürfen. Von Menschlichkeit/Höflichkeit ist der Strassenverkehr mittlerweile so weit entfernt wie die Erde von der Sonne. Ein ebenso tragisches Beispiel ist das Einhalten des Sicherheitsabstandes (worüber ich hier bereits geschrieben habe: https://steemit.com/deutsch/@msicc/der-sicherheitsabstand-ist-es-wirklich-so-schwierig-wasmichaufregt).

Wenn Dein Post nur einen einzigen zum Umdenken anregt, hat sich die Mühe schon gelohnt.

·

Ob das wohl etwas mit der Pseudoanonymität hinter dem Lenkrad zu tun hat? Im Internet beobachten wir ja auch weniger Menschlichkeit bei einem gleichzeitigen hohen Anonymitätsgrad...

·
·

Das spielt sicherlich eine nicht unbedeutende Rolle dabei. Das Auto als psychologischer Schutzwall ist ja hinreichend bekannt. Das hat sich meiner Meinung nach in den Köpfen bereits manifestiert...

·
·
·

Wäre interessant warum das in vielen Ländern, in denen zum Teil eine höhere Verkehrsdichte herrscht, der Straßenverkehr aber kaum reguliert ist, am Ende viel besser funktioniert. Schaut man sich das Spiel von oben an, kommen einem Begriffe wie "Schwarmintelligenz" in den Kopf.
Davon sind wir vor allem in Deutschland meilenweit entfernt.

·
·
·
·

Das wäre mal ne Studie wert...

·
·
·

Merkt man ja auch, wenn man selber schneller sauer wird. Es gibt schon Tage (vor allem wenn ich in der großen Stadt unterwegs bin), da fluche ich schon viersprachig, wenn sie rücksichtslos sind...

·
·
·
·

Das kenn ich mir zu gut... Flüche zwar nur dreisprachig, aber es ist besser den Dampf verbal rauszulassen als es „denen“ gleich zu tun. Mittlerweile Flucht sogar meine Frau mit, wenn sie neben mir sitzt. Dabei war sie diejenige, die mich immer beruhigt hat...

·
·
·
·
·

...und da soll sich noch einer wundern, dass die Herzprobleme immer mehr zunehmen in der Bevölkerung, wenn sogar die Ruhepole unter uns schon explodieren :D

·

Am meisten hasse ich das Nicht-Einhalten des Sicherheitsabstandes als Beifahrer, kommr mir manchmal vor wie ein Fahrlehrer^^

·
·

Auch das kenn ich nur zu gut. Musste sogar schon mal aussteigen... 😁

39269543_1855178357937084_5182664996596744192_n.jpg

... nur als Vorschlag 😊

·

Haha, danke für den Tipp :D

Ich denke dieses Video sagt dazu alles ....

Das Video beschreibt es , Menschen ändern sich beim Autofahren würde ich nicht auf die Gesellschaft generell abwälzen.

·

Geniales Video!

Ohja da kann ich dir leider nur zustimmen. Ein Klassiker in Deutschland finde ich auch das Reißverschlussverfahren, also entweder die Leute blicken es wirklich nicht oder sie sind einfach ignorant.

Zu deinem ersten Fallbeispiel mit der Garagenausfahrt: Müssen die nicht sogar an einem Strich vor der Kreuzung stehen bleiben wenn die Ampel rot ist?

·

Glaube viele sind einfach zu dumm dafür :D
Nein, ein Strich für meine Ausfahrt geht sich ned aus.

Gut gewählter Titel, den ich mit einem absoluten JA bestätigen kann.
(ist natürlich nur meine Meinung)

Aber es fällt mir vermehrt auf, dass Menschen (natürlich nicht Alle) immer Rücksichtsloser verhalten, egal wo das ist. Das ICH ZUERST-Verhalten schreitet voran und findet man nicht nur im Strassenverkehr ;)

Ich habe mir abgewöhnt, mich darüber zu ärgern ...
... kostet nur Energie, die ich lieber für andere, positive Dinge gebrauche.
Cooler Post ;)

LG & schönes WE

Oh ja. Da hast Du recht, Martin.
Der Straßenverkehr ist ein Spiegelbild.
Das Spiegelbild des "Ellbogen raus" und "nach mir die Sinnflut".
Die Energie heißt Ignoranz und gefördert wird sie vom Ego, welches wiederrum überall in unser Gesellschaft getriggert wird.
Im Gegensatz zum HERZEN, welches bei den meisten
Menschen noch stärker werden sollte.
Herz Energie!
Einen schönen Tag für Dich und
Baba & urleiwand :)
aus Berlin.
Luca

Ein sehr sehr interessantes Thema.
Es heißt ja immer, es herrscht krieg auf den Straßen und ich glaube, da ist etwas dran.

Ich merke ja selbst, wenn ich schlechte Laune habe, dass ich dann deutlich aggressiver fahre.
Na ja in einer Perfekten Gesellschaft und Welt gäbe es wohl kein Auto so an sich höchstens als Carsharing. In dieser perfekten Welt würde aber auch der öffentliche Nahverkehr deutlich mehr ausgebaut sind und besser funktionieren. (Ich sage mal Stichwort: Bahn und Sylt.)

Der These, daß der Straßenverkehr ein "Spiegel der Gesellschaft" ist, stimme ich voll umfänglich zu. Der Straßenverkehr ist ja ein Teil des öffentlichen Lebens.

Als seltener Autofahrer und häufiger Fußgänger / ÖPNV-Nutzer ergänze ich Deine Wahrnehmung: im Bereich Öffis, Fahrrad, Fußgänger ist es nicht gravierend anders.

"Ich-Bezogenheit ist das Gebot der Stunde, das Drumherum mir doch egal" trieft auf jeder Pore der meisten Verkehrsteilnehmer.

Und ich desillosioniere auch gleich, daß sich irgendwas daran durch strengere Regeln oder mehr Durchsetzung ebendieser ändern würde. Dieser Gedanke würde bei den Wirkungen ansetzen, nicht bei den Ursachen. Und auf deren Ebene wird genau diese fatale Systematik nicht nur geduldet, sondern sogar als Ideal vorgelebt.
Der Fisch stinkt vom Kopf, da kann sich der Schwanz waschen und parfümieren, so oft er will...

Leider sehr wahr.
Ich versuche auch immer mit gutem Beispiel voran zu gehen. (Klappt nicht immer)
Bringt aber trotz Karma nicht immer was.

Da bin ich manchmal sehr froh, viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. Zwar gibt's da auch den ein oder anderen Haubentaucher... Aber in Summe ist das deutlich stressfreier.

·

Bei mir klappt es sicher auch nicht immer, weil man einfach auch Dinge übersieht, etc.

Bei manchen ist es aber leider wirklich komplette Sturheit oder Ignoranz! :/

Genau das wundert mich auch jedesmal. Rote Ampel, Straße von rechts mündet ein und die Autos bleiben direkt davor stehen. Keiner kann in die Straße abbiegen und keiner kann aus dieser Straße herausfahren. Ich kapier es nicht. Vielleicht ist es einfach auch bloß Unachtsamkeit? Gerade abgelenkt oder mit anderen Sachen beschäftigt? Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das jemand extra macht.

·

Ich glaub leider dass es manchen einfach egal ist :/

Menschen deuten beim dicht auffahren bei 100 oder so ja auch das überrollen und wegdrängen des anderen an. In ihrem sicheren Käfig können sie vom Honigtopf der Physischen Stärke probieren. Hier im Netz ist es nicht anders. Reputation, Steem "Power", Rankings, Flaggs alles Ego-Zeug

·

Naja.

Genauso wie es Sinn machen kann, ein auto zu überholen, so kann es auch Sinn machen jemanden zu flaggen. Hat mmn nichts mit „Stärke-Zeigen“ zu tun!

·
·

ich schrieb: dicht auffahren um danach zu überholen, was bei uns in Deutschland Nötigung und eine Form der Gewallt ist. Ich wollte nicht die Kultur der Rechtschaffenden kritisieren :D. Naja egal. Klar macht die Existenz des Manövers an sich Sinn.

Man könnte ja einfach mal die Strafen auf das Niveau unserer Nachbarn anheben.

Und dann natürlich alle Geldstrafen - vom Falschpark-Knöllchen bis zu Rasen wenn besoffen - auf Tagessätze umstellen.

Dann stehen vielleicht weniger Protzkarren auf Feuerwehrzufahrten oder Fahrradwegen. Denn leider scheint's es so zu sein, dass Rücksicht umgekehrt proportional zur Motorisierung ist.

Auf dt. Autobahnen kannst Du unsere Gesellschaft auch sehr gut studieren. ;)

Ich weiß nicht recht. Auto- und Radfahren (im Straßenverkehr) ist ein bisschen wie Fußball: Da schimpfen alle auf den Schiedsrichter. Im Rugby oder meinetwegen Eishockey schimpft so gut wie niemand auf den Schiedsrichter.

·

Naja, Schiedsrichter wäre ja die Polizei oder? Die ist eher Nebenpunkt meiner Kritik, die meisten Polizisten selbst find ich absolut korrekt.

·
·

Es ist nur ein vages Verständnis meinerseits. (Wie JBP vielleicht sagen würde: Ich muss meine Gedanken erst aufschreiben, um sie zu verstehen^^.)
Auch Bitte nicht als direkte Analogie verstehen.

Beispiele wie ich das meine: Bei einem Fußballspiel oder Handballspiel kann ich mich als Zuschauer von der Stimmung anstecken lassen und agitiert oder wütend werden zum Schiedsrichter (oder mir dessen bewusst werden, locker und gelassen bleiben und nicht gegen den Schiri agitieren).
Als selber Mensch (also selber Bestandteil der Gesellschaft) beim Rugby oder American Football würde das nicht passieren. Da wäre es eher so: Ah, das haben die Schiedsrichter entschieden. So ist es. Geht weiter. Maximal Enttäuschung oder Unglück, ob des Umstands, nicht aber Gefühle in Richtung der Schiedsrichter.

Ich habe meine Probleme damit das als gesellschaftlichen Verfall zu betrachten, weil, was du beschreibst, überall auf der Welt schon so ist. Also die einzelnen Menschen spezifisch in Österreich sind nicht plötzlich marode geworden.

Mir ist auch eingefallen, womit es eher zu tun haben könnte.
Du kennst vermutlich diese Experimente, die sie in einer (oder zwei?) Kleinstädten Englands und - ich glaube; evtl. war es sonst Belgien - auch den Niederlanden gemacht haben, wo sie alle Schilder, Ampeln usw. abgebaut haben für einen längeren Zeitraum. (Was die Psychologen an dem Experiment beschreiben, ist im Allgemeinen Rücksichtnahme, organischerer und harmonischerer Verkehr.)

Jetzt kommt, worauf ich hinauswill.
Im Verkehr bzw. so wie der Verkehr strukturiert ist, kommt es nur aufs Recht haben an.
Bsp.: Wenn Jemand bei gelb über die Ampel fährt, sie schnell schaltet und ein anderer bei Grün sofort losfährt und es einen Unfall gibt, geht es nur um das Recht behalten, nicht um Rücksicht auf Situationen im Verkehr oder das Verhindern des Unfalls. Das Licht der Ampel, nicht der Mensch im Wagen (oder meinetwegen aufm Fahrrad) hat interessiert.
(Oder: Das Recht haben/Egoismus, nicht die anderen Menschen.)

Die Leute sind erfüllt von diesem Recht haben oder nicht haben. Egoismus hast du es genannt. Anderes spielt vordergründig keine Rolle, außer du hebst dein Bewusstsein/deine Aufmerksamkeit an.
Wir lassen die Struktur des Verkehrssystems auf unsere Haltung/Einstellung übertragen/uns davon anstecken. Es erfordert (hohes) Bewusstsein, um sich darüber zu erheben. (Bekanntlich kann man auch ziemlich unbewusst routiniert Auto fahren bei bekannten Strecken.)

Problem läge also in der Struktur und dem Bewusstheitsgrad der Menschen. Lösung wäre also a) Ampeln, Schilder usw. abbauen, b) das Bewusstsein heben.
Wegen a) vielleicht gibt es da doch mehr Länderunterschiede, wenn ich so drüber nachdenke.

Das alles bleibt natürlich trotzdem halbwegs vage, aber ich hoffe, es ist mir nun klarer geworden und ich konnte verständlich machen, an was ich dachte.

·
·
·

Gibt noch weit bessere Videos, wo die Psychologen, die am Experiment beteiligt sind, dann reden, aber das verschafft einen Eindruck (5min, braucht ein bisschen zum anlaufen, so erst ab 1min geht's richtig los.)
https://www.hooktube.com/watch?v=lwHfibl1AoI

Hi @theaustrianguy, als LKW-Fahrer bin ich 5 Tage die Woche, etwa 9 Stunden täglich auf den Straßen Europas unterwegs. Das sind in der Woche um die 2.000 Kilometer.
Das was du in diesem Beitrag geschrieben hast, erlebe ich mehrmals täglich.
Hier meine Meinung wie es eigentlich seien sollte:
Rücksichtsvolles, Vorausschauendes und den Verkehrsbedingungen angepasstes Fahrverhalten, mindert Unfälle und verhindert unnötig lange Staus.

Beispiel 10 Meter Regel(das sind in etwa eineinhalb PKW-Längen):
Man muss im Stau nicht bis auf einen halben Meter beim Vordermann auffahren. Wenn man ca 10 Meter zum Vordermann Abstand hält, können sich andere Verkehrsteilnehmer einordnen ohne das man selber anhalten muss, es ist doch egal ob der nun an alle links vorbei gefahren ist, im Stau steht man so oder so. ( in einigen Bundesländern wird dies an Autobahnauffahrten schon mit Ampeln geregelt)
Desweiteren sind die 10 Meter sehr Hilfreich beim bilden einer Rettungsgasse, dieser Abstand ermöglicht es sein Fahrzeug so schneller aus dem Weg zunehmen, damit die Einsatzfahrzeuge schneller Verletzte versorgen können.
Die 10 Meter können auch das eigene Leben retten, es kann passieren das ein 40 Tonnen schwerer LKW ungebremst aufs Stauende auffährt und alles solange zusammen schiebt bis er gestoppt ist.

·

Sehr schön, sowas von einem Kraftfahrer zu lesen. Aber leider gibt es auch bei euch einige frageürdige Vertreter, was wohl zu Unrecht auf euch alle fällt.

Mein negatives Highlight: Schwertransport mit Boot überholt Schwertransport mit Boot. Geschätzte Dauer, 15min. Glaub @weitblicker war an Board, war am Weg nach Salzburg zu einem Spiel von @modernpastor ;)

·
·

Ja da gebe ich dir recht, das gegenseitige Überholen von LKW ist sehr nervig. Aber das Problem wird durch die stätig steigende Verkehrsdichte auf kurz oder lang durch ein bundesweites LKW - Überholverbot auf zweispurigen Autobahnen aus der Welt geschafft werden. In Belgien ist dies schon seit einigen Jahren der Fall und es funktioniert sehr gut.

Ich verstehe dich sehr gut! Wir sind ja wirklich oft und in verschiedenen Ländern mit dem Van unterwegs. Dabei erlebt man so einiges im Strassenverkehr. Allerdings bemerke ich, je weiter nördlich wir kommen, umso gelassener fahren die Menschen und die Verkehrslage ist deutlich angenehmer. Hier in Norwegen z.Bsp. bedankt sich jeder, wenn man ihm die Vorfahrt lässt oder anhält, weil die Strasse zu eng ist um gleichzeitig zu passieren. Die Stimmung ist deutlich entspannter und das Fahren machen meist 'Touristen' zu nervigen Situationen...xD

Zu deiner frage bezüglich Alkohol am Steuer: Ich bin der Meinung es sollte eine Nulltoleranz herrschen. Hör sich vielleicht veraltet und intolerant an, doch bei jeder anderen Droge wird meist die Nulltoleranz angewendet, weshalb nicht bei Alkohol?
Wer trinkt, gehört meiner Meinung nach nicht hinters Steuer, egal wie 'wenig' getrunken wurde. Ich hätte nichts gegen einen Test, bei dem jeder bevor er das Auto starten könnte, den Nulltoleranz Test bestehen müsste :D

Beste Grüße
Sarah

Haha, I like the draft!

You got a 45.85% upvote from @ocdb courtesy of @theaustrianguy!

Tja als alter LKW und Taxifahrer kann ich Dir da nur beipflichten.
Es herrscht Krieg auf Deutschlands Strassen, jeder gegen jeden.
Freundlichkeit ist ein Fremdwort wenn man mit Scheuklappen und Handy am Ohr hinter dem Steuer sitzt.
Aber es ist nicht nur in Deutschland so, fahre mal im Ausland, egal wo. Überall das Gleiche .
Selbst hier in Uruguay wo ich nun zu Hause bin hat man die Freundlichkeit mit dem Schaumlöffel gefuttert. Obwohl, ausserhalb der Hauptstadt Montevideo geht es noch. Liegt aber daran, dass da nicht so viel los ist.
Viel Glück beim nächsten abbiegen :)

Servus,

du hast von mir ein Upvote erhalten! Ich bin ein Curation-Bot und meine Mission ist, hochwertigen Content unter #steemit-austria zu fördern. Hier kannst du mehr über mich und meine Funktionsweise erfahren. Wie du an meinen Curation-Rewards mitverdienen kannst, wird dort ebenfalls beschrieben.

Übrigens: Wenn du den Tag #steemit-austria verwendest, finde ich deine Posts noch leichter!

Auf dem dem Steemit-Austria Discord-Server kannst du nette Leute kennen lernen und deine Beiträge promoten.

Zum aktuellen Tagesreport

Ich will gar nicht sagen daß solche Situationen Alltag sind beim Autofahren. Aber auf gewissen strecken leider schon.
Es fahren ja auch gerne Mal immer die gleicheeute dran vorbei.

Ich kenne die "nicht rauslassen" Situationen. Täglich bei Nachhauseweg fahren aus dem Büro. Ich habe sogar Mal 3 Ampellängen gewartet bis man mich einordnen ließ!!!
Als ob man soviel schneller ans Ziel kommen würde! 😉

Leider gibt es zu Menschlichkeit nicht nur positive Situationen. Aber mehr Menschlichkeit wünschen sich vermuich alle. Ich auf jeden Fall und das nicht nur im Straßenverkehr. 😄

Dein Beitrag zeigt sehr gut, wie die kleine Dinge sich nahtlos auf die Großen projektieren lassen. Hier in Berlin kommt es schon mal zu einer Schlägerei (habe ich gefühlt 100x selbst gesehen), nur weil jemand hinter einem anderen gehupt hat. Das ist echt krass wie die Leute drauf sind. Aggressionen wegen Nichts. Man könnte wirklich denken, wir befinden uns am Vorabend des Untergang der Zivilisation.

Eine Minute, @theaustrianguy? Das Prekäre an einer Minute Warten, vermute ich als Teilursache des aufgezeigten Problems. Ansonsten bin ich natürlich voll bei dir, Martin.

So Cool boss

Posted using Partiko Android

Wahnsinn! Super Artikel!