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RE: Klimawandel, Fleischkonsum und die Ernährung der Zukunft.

in #klimawandel7 years ago

Um mal grob darzustellen woher die Idee stammt:

Das Prinzip, lokal zu überweiden und dann weiterzuziehen wird in der Permakultur simuliert indem man die Tiere auf der Weide eng pfercht, aber täglich bewegt.

Weidetiere brauchen übrigens kein Antibiotika.

Die Rinder erhalten (hoffentlich) sauberes Wasser, das nicht aus dem Boden stammt, auf dem sie weiden,

Ist das so ? Auf den Höfen auf denen ich war, standen große Pumpen.

Nitrat und Phosphor sind 2 der 3 wichtigsten Düngemittel.
Eine (gute) Weide hat einen hohen Kompostanteil (Kohlenstoff) und kann auch mal ne Urinpfütze abpuffern. Die Lebewesen im Weideboden brauchen den Stickstoff um die kohlenstoffhaltigen Kompostteile zu zerlegen.

Problematisch wird es doch erst, wenn die Phosphate und Nitrate ausgeschwemmt werden und ins Grundwasser und irgendwann in die Meere gelangen. Wenn sie kleckerweise und über lange Zeiträume und in Kuhfladen gebunden auf eine Wiese fallen und dort vom Bodenleben verarbeitet werden (Kleinstlebewesen und Pilze, die es auf den Maisäckern garnicht gibt), dann spülen die sich auch nicht aus.

Eine gute Weide ist übrigens 10 - 30% von Bäumen überdeckt.

In Sibirien geht es vielmehr darum, dass der menschengemachte Kiefernwald dort den Boden im Winter so gut isoliert (Im Vergleich zu kahlem Grasland), dass er nichtmehr zufriert.
Wald ist halt nicht immer gut.

Die Kompostschicht in einem Wald ist dünner als die auf einer Weide. Die Biomasse von Wald und Weide unterscheiden sich weniger, als du denkst - leider kann ich dazu nichts verlinken. Entsprechende youtube Kanäle voll mit Anekdoten könnte ich allerdings anbieten.

Ich finde keine Studien, weil sich das ganze nicht quantifizieren lässt und es keine Permakultur Lobby gibt, die die entsprechenden Studien finanzieren würde.

Leichter geht das natürlich, wenn man alles mit Giften abspritzt und der Mais unter Laborbedingungen wachsen kann.

Die Experten sind sich doch hauptsächlich einig, dass der Klimawandel menschengemacht ist und dassTreibhausgase der Hauptgrund sind. Daraus direkt abzuleiten, dass alle auch für eine vegetarische Ernährung sind und dies für die Lösung halten ist genauso flach wie Trumps unwissenschaftliche Herangehensweise.

Ich möchte eigentlich nur darstellen, wie aus der simplen Erkenntnis, dass Massentierhaltung in Ställen umweltschädlich ist und es besser wär mal eine Kartoffel zu essen, statt Chicken Nuggets, nun ein Dogma gesponnen wird, dass Nutztierhaltung grundsätzlich umweltschädlich ist.

Das ist auch total umwissenschaftlich und nicht nuanziert und ja: in den meisten Fällen spielen da finanzielle Interessen eine Rolle auch oder gerade bei den Wissenschaftlern.

Skeptisch werde ich immer dann, wenn die Lösungen ein schönes Etikett mit Barcode enthalten, so wie bei dir oben. Noch mehr von irgendetwas anderem kaufen wird das Problem nicht lösen.

Meiner Meinung nach ist das grundsätzliche Problem, dass die Tiere nichtmehr auf die Weide kacken, von der sie fressen. Historisch war das in riesigen Teilen der Welt zumindest phasenweise so. (Büffel, Wisente, Hirsche etc.) und keineswegs war der Planet mit Bäumen bedeckt.

Ich wünsche noch viel Spaß bei der Gewinnung neuen Trinkwassers aus Rinderurin. :)

Dass das ein Witz war ist mir klar, aber witzig wär auch zu visualisieren durch wieviele verschiedene Körper ein beliebiges Trinkwassermolekül schon gegangen ist.

Sort:  

Also, wenn irgendwo in den Schweizer Alpen oberhalb der Baumgrenze oder in Sibirien, nördlich dessen, wo natürlicherweise Bäume wachsen, Rinder gehalten werden, ist das ohnehin etwas anderes, als wenn Urwald (nicht nur in den Tropen) gerodet wird, um dort Farmwirtschaft zu betreiben.
Ich gehe aber einfach mal davon aus, dass der Anteil 'sibirischen Rinds', wenn ich weltweit irgendwo ein Steak bestelle, eher niedrig sein dürfte. :)
In Brasilien dagegen gibt es mehr Rinder (215 Millionen) als Menschen (210 Millionen)! Und das ist ein Problem. Auch Deutschland importierte 2016 10058 t Rindfleisch und 21000 t Geflügel aus Brasilien.

Ist das so ? Auf den Höfen auf denen ich war, standen große Pumpen.

Wenn es Pumpen sind, dürfte es sich um sauberes Grundwasser handeln. Insbesondere in Ländern mit Wasserknappheit stellt sich die Frage, wofür dieses wertvolle Gut verwendet werden sollte ... für Menschen oder Rinder? In beiden Fällen ist es danach nicht mehr sauber ...

Die Kompostschicht in einem Wald ist dünner als die auf einer Weide.

Quelle? Das kann man pauschal so ganz sicher nicht sagen. Nimm eine Wiese in den Schweizer Bergen ... wo ist da die dicke "Kompostschicht"?

Problematisch wird es doch erst, wenn die Phosphate und Nitrate ausgeschwemmt werden und ins Grundwasser und irgendwann in die Meere gelangen. Wenn sie kleckerweise ...

Bei den riesigen Rinderherden, die es heutzutage gibt, welche eine gewaltige Menge an Fäkalien produzieren, und deren Weideflächen aufgrund des hohen Pflanzenverbrauchs oft zusätzlich gedüngt werden müssen, ist "kleckerweise" ein ziemlicher Euphemismus. Ich habe den Eindruck, du hast eine ziemlich idyllisch-naive Vorstellung davon, was unter 'Weiderindern' oft tatsächlich zu verstehen ist (Brasilien liegt übrigens hinsichtlich Antibiotika-Einsatzes, trotz 'Wiederindern', sogar noch vor Deutschland).
Nicht nur in Brasilien, sondern auch hier in Deutschland stellt durch Gülle und Kunstdünger belastetes Grundwasser ein Problem dar.

Daraus direkt abzuleiten, dass alle auch für eine vegetarische Ernährung sind und dies für die Lösung halten ...

Ich hielte es aus vielerlei Gründen für vernünftig, in Industrieländern durchschnittlich pro Kopf weniger und dafür besseres Fleisch zu essen. Mir geht es dabei nicht nur um den CO2-Ausstoß, sondern auch um die Fleischqualität (Stichwort Massentierhaltung) und das Tierwohl. Ich habe in meinem, bewusst etwas provokant verfassten Artikel (hat offenbar wunderbar funktioniert) übrigens geschrieben, gerne selbst ab und zu Fleisch zu essen. :)

Skeptisch werde ich immer dann, wenn die Lösungen ein schönes Etikett mit Barcode enthalten, so wie bei dir oben.

Ich glaube, du überinterpretierst da was. Es handelt sich bei meinen "Lösungen" ganz offensichtlich um eine Ideensammlung, die zum Nachdenken anregen soll. Ich halte alle von mir aufgelisteten Punkte tatsächlich für sehr interessante Ansätze, aber nicht für Patentlösungen.

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