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RE: Klimawandel, Fleischkonsum und die Ernährung der Zukunft.

in #klimawandel7 years ago (edited)

Also, wenn irgendwo in den Schweizer Alpen oberhalb der Baumgrenze oder in Sibirien, nördlich dessen, wo natürlicherweise Bäume wachsen, Rinder gehalten werden, ist das ohnehin etwas anderes, als wenn Urwald (nicht nur in den Tropen) gerodet wird, um dort Farmwirtschaft zu betreiben.
Ich gehe aber einfach mal davon aus, dass der Anteil 'sibirischen Rinds', wenn ich weltweit irgendwo ein Steak bestelle, eher niedrig sein dürfte. :)
In Brasilien dagegen gibt es mehr Rinder (215 Millionen) als Menschen (210 Millionen)! Und das ist ein Problem. Auch Deutschland importierte 2016 10058 t Rindfleisch und 21000 t Geflügel aus Brasilien.

Ist das so ? Auf den Höfen auf denen ich war, standen große Pumpen.

Wenn es Pumpen sind, dürfte es sich um sauberes Grundwasser handeln. Insbesondere in Ländern mit Wasserknappheit stellt sich die Frage, wofür dieses wertvolle Gut verwendet werden sollte ... für Menschen oder Rinder? In beiden Fällen ist es danach nicht mehr sauber ...

Die Kompostschicht in einem Wald ist dünner als die auf einer Weide.

Quelle? Das kann man pauschal so ganz sicher nicht sagen. Nimm eine Wiese in den Schweizer Bergen ... wo ist da die dicke "Kompostschicht"?

Problematisch wird es doch erst, wenn die Phosphate und Nitrate ausgeschwemmt werden und ins Grundwasser und irgendwann in die Meere gelangen. Wenn sie kleckerweise ...

Bei den riesigen Rinderherden, die es heutzutage gibt, welche eine gewaltige Menge an Fäkalien produzieren, und deren Weideflächen aufgrund des hohen Pflanzenverbrauchs oft zusätzlich gedüngt werden müssen, ist "kleckerweise" ein ziemlicher Euphemismus. Ich habe den Eindruck, du hast eine ziemlich idyllisch-naive Vorstellung davon, was unter 'Weiderindern' oft tatsächlich zu verstehen ist (Brasilien liegt übrigens hinsichtlich Antibiotika-Einsatzes, trotz 'Wiederindern', sogar noch vor Deutschland).
Nicht nur in Brasilien, sondern auch hier in Deutschland stellt durch Gülle und Kunstdünger belastetes Grundwasser ein Problem dar.

Daraus direkt abzuleiten, dass alle auch für eine vegetarische Ernährung sind und dies für die Lösung halten ...

Ich hielte es aus vielerlei Gründen für vernünftig, in Industrieländern durchschnittlich pro Kopf weniger und dafür besseres Fleisch zu essen. Mir geht es dabei nicht nur um den CO2-Ausstoß, sondern auch um die Fleischqualität (Stichwort Massentierhaltung) und das Tierwohl. Ich habe in meinem, bewusst etwas provokant verfassten Artikel (hat offenbar wunderbar funktioniert) übrigens geschrieben, gerne selbst ab und zu Fleisch zu essen. :)

Skeptisch werde ich immer dann, wenn die Lösungen ein schönes Etikett mit Barcode enthalten, so wie bei dir oben.

Ich glaube, du überinterpretierst da was. Es handelt sich bei meinen "Lösungen" ganz offensichtlich um eine Ideensammlung, die zum Nachdenken anregen soll. Ich halte alle von mir aufgelisteten Punkte tatsächlich für sehr interessante Ansätze, aber nicht für Patentlösungen.

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