Projekt #Fotolern - 2. Motive

in fotolern •  8 months ago

In Teil 2 des Projektes #Fotolern von @altobee geht es um die Motivwahl. Ein ansprechender Bildaufbau trägt dazu bei, ein harmonisches aber ebenso spannendes Bild zu erzeugen.

Motive

Als Motive kann man eigentlich alles hernehmen - Menschen, Tiere, Landschaft, Streetlife, Gebäude, die Natur allgemein aber auch so simple Dinge wie z.B. Schilder. Man muss einfach nur die Augen offen halten und schon entdeckt man viele interessante Motive. Mit der Zeit entwickelt auch jeder seine Vorlieben. So fotografiere ich sehr gerne Landschaften, Stadtbilder, die Natur wie Pflanzen (gerne als Makro) und Tiere. Portraits bspw. liegen mir hingegen weniger.


Bildaufbau

Wenn ich etwas gefunden habe, was ich gern fotografisch festhalten möchte, stelle ich mir zunächst immer die Frage, was mein Hauptmotiv sein soll. Anschließend schaue ich mir die Umgebung an und überlege, welche Elemente ich ebenfalls wie mit einbeziehen kann (Nebenmotive). In der Regel neigt man ja dazu das Hauptmotiv mittig zu platzieren. Dies wirkt aber schnell langweilig.

@erniegreenhill hat hier ja bereits etwas über den Goldenen Schnitt geschrieben, ein wichtiges Element des Bildaufbaus.

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Mein Hauptmotiv bei diesem Bild ist die Elbphilharmonie, das Nebenmotiv die Gebäude rechts daneben, die sich etwas weiter im Hintergrund befinden. Ich habe die Elbphilharmonie im linken Drittel positioniert, um die rechten Gebäude vollständig abbilden zu können. Hätte ich die Elbphilharmonie mittig platziert, wären die rechten Gebäude abgeschnitten worden und links wären weitere Gebäude (unvollständig) im Bild oder ich hätte weiter rauszoomen müssen, um die Nebenmotive vollständig auf dem Bild zu haben.


Perspektive

Oftmals mache ich Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven, um zu schauen, wie das Motiv am besten wirkt. Wenn möglich, erhöhe ich meinen Standpunkt oder ich gehe in die Knie, lege mich (oder die Kamera) auf den Boden - je nachdem, wo sich das Objekt befindet. Oder ich gehe ein paar Schritte zur Seite, um einen etwas anderen Blickwinkel auf das Motiv zu haben. Gerade bei kleinen Motiven ist die richtige Wahl der Perspektive besonders entscheidend für die Wirkung des Bildes.

Ich zeige euch einmal anhand einer Muschel, welche unterschiedlichen Wirkungen es haben kann, wenn man die Position der Kamera ein wenig verändert.

_DSC3305.JPG

Bei diesem Bild habe ich die Kamera zwar bodennah gehalten aber denoch von leicht oben auf die Muschel fotografiert.

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Die gleiche Muschel aber hier habe ich die Kamera auf dem Boden abgelegt, so dass ich frontal auf die Muschel schaue.


Führungslinien

Ein weiteres Werkzeug der Bildkomposition ist das Arbeiten mit Führungslinien, welche die Aufmerksamkeit des Betrachters in eine bestimmte Richtung lenken. Wege, Bäume, Zäune, Brücken usw... können als Führungslinien dienen. Man findet überall Linien, man muss nur danach Ausschau halten und sie anschließend passend ins Bild einbauen.

20170521_144903.jpg

Bei diesem Bild dienen mir in erster Linie die Bäume als Führungslinie aber auch die Straße und der Radweg. Ich finde, dass Bild wirkt durch diesen Aufbau viel spannender und dynamischer als ein frontaler Blick auf die Bäume und der sich dahinter befindende Himmel und das Rapsfeld.


Rahmen und Vordergrund

Um mehr Tiefe in ein Bild zu bekommen, kann man die Umgebung geschickt versuchen mit einzubinden, z.B. indem man einen Rahmen erzeugt oder Nebenmotive mit im Vordergrund erscheinen lässt. So erhält der Betrachter des Bildes einen besseren räumlichen Eindruck.

Um ein wenig besser verdeutlichen zu können, was ich meine, habe ich eben 2 Fotos gemacht (daher bitte nicht auf die Qualität achten!)

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Bei diesem Bild geben das Ufer und die ins Bild hineinhängenden Äste dem Ganzen einen Rahmen.

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Hier hingegen empfinde ich die Äste und die kleine Ecke Ufer eher als störend.


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Ein Beispiel für ein Nebenmotiv im Vordergrund ist diese Möwe.


Das soll mein Beitrag zum 2. Teil des Projekts #fotolern gewesen sein. Ich hoffe, ich konnte vor allem den Anfängern ein paar hilfreiche Tipps geben.

Die Fotos sind alle von mir selbst gemacht.
Mein Wissen habe ich aufgefrischt, indem ich das Buch "Digitale Fotografie - Das Handbuch für bessere Fotos" von Christian Haasz (2008, FranzisVerlag GmbH) zur Hand genommen habe.


Projekt Fotolern Teil 1 meine Vorstellung

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Hey Super 😀 na das ist doch ein schöner Beitrag geworden 👍 Super auch ein Tip mit dem Buch - ich bin auch schon am Überlegen ob ich mir noch Unterstützung in Form eines Buches hole, denke da an das von Benjamin Jaworskyj - muss ich aber noch Rezessionen wälzen.

Ja, was soll man sagen - man sieht, der Bildaufbau klappt schon bei Dir 😉 Das Muschelbild ist toll - also das rechte natürlich.

Vielen Dank für Deinen Beitrag

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Danke Danke 😊
Das Buch hatte ich mir vor fast 10 Jahren gekauft, weil ich natürlich auch mehr über die Fotografie lernen wollte. Und ich glaube, so richtig viele YouTube Videos gab es da noch nicht. Ich war viel auf fotocommunity unterwegs und hab mir Bilder angeschaut und versucht, daraus zu lernen 🙂

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Manchmal ist es ja besser was vor sich liegen zu haben indem man Blättert. Obwohl man über Youtube auch viel lernen kann...

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Das stimmt. Ich kaufe mir auch heute immer noch lieber ein Buch, in dem ich immer wieder blättern und nachlesen kann, statt Videos anzuschauen oder im Internet zu lesen. Wobei ich die beiden letzteren Dinge auch oft mache, wenn's mal schnell gehen muss oder ich etwas sofort wissen will.

super Fotos , und wertvolle Tips

raufaser klein.png

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Vielen Dank! 😊

Sehr schön, ist doch noch was übrig gebliebenen an Info-Themen ;) super erklärt und vor allem mit guten Bildbeispielen von Dir selbst

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Auch dir vielen Dank 😊
Ich habe sogar noch Themen übrig gelassen (Farbe, Bildformat) 😁

Schön geschrieben alles, finde es gut wie du dein Bildaufbau gestaltetes und die Perspektiven wechselst. Und auch das du überlegst was zu deinem Hauptmotiv noch mit ins Bild soll. Gerade auch wenn die Kamera auf den Boden liegt kommen interessante Ansichten zum Vorschein.

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Vielen Dank für das Lob! :)

Jetzt hab ich es doch endlich bis hier her geschafft ;-) Dein Beitrag gefällt mir wirklich super, also kein Grund zur Sorge^^ Genial, dass du für alles eigene Beispielbilder geliefert hast und hierbei die Unterschiede jeweils so gut deutlich gemacht hast. Auch den Text hast du so leicht verständlich gehalten, dass sogar ich als absoluter Anfänger alles gut verstanden habe. Liebe Grüße

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Das freut mich, dass gerade du als Anfängerin mit meinem Text etwas anfangen kannst :) Ein Motiv richtig in Szene setzen, muss man echt auch üben und einen Blick dafür entwickeln. Viele meiner Bilder sind ganz gut... aber irgendwas fehlt meiner Meinung nach meist doch, ok ich bin auch sehr selbstkritisch und schon leicht perfektionistisch veranlagt lach Daher probiere ich halt auch viel rum - wenn man die Perspektive ein wenig verändert, kann z.B. auch das Licht ganz anders auf ein Motiv fallen usw.

Ein weiteres Werkzeug der Bildkomposition ist das Arbeiten mit Führungslinien, welche die Aufmerksamkeit des Betrachters in eine bestimmte Richtung lenken.

Der Ansatz bringt mich voran!
Habe ich vermutlich immer mal unbewußt eingebaut, aber das gleich bei der Bildkomposition zu verfeinern, ist schlau. Dein Beispiel zeigt das hervorragend auf.