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RE: Klimawandel, Fleischkonsum und die Ernährung der Zukunft.

in #klimawandel7 years ago

In Sibirien standen deshab keine geschlossenen Wälder, weil dort riesige Herden durchkamen, die alles kurzhielten. Ähnlich wie auf ähnlicher Höhe auf dem amerikanischen Kontinent.
Das waren natürlich keine Bunten Holsteiner Kühe, sondern Rentiere oder Büffel oder was. Das wird gerade sehr erfolgreich wiederbelebt und produziert tatsächlich große Mengen Nahrung.

An einer Kuh hängen locker 500kg Exportfleisch. 10000 t sind also 20000 Kühe. Das sind vielleicht 10 Container voll. Das ist nicht viel.
Das könnte man locker aus Sibirien importieren.

In Neuseeland gibt es 10 oder 20 mal soviele Schafe, wie Menschen, oder so ...
Dank der Erkenntnis, dass Schafsweiden CO2 Senken sind, nennt sich Neuseeland nun 'klimaneutral'. (DIE Studie suche ich noch raus für meinen root post)

Die Diskussion, ob ein Wald oder eine Wiese mehr Kompost haben, ist eigentlich müssig, denn ein Wald produziert wenig Essen.
Ich müsste Ackerbau und Weidewirtschaft direkt vergleichen stattdessen (und wer da besser abschneidet ist wohl klar), wollte aber soweit gehen zu sagen, dass manche Wiesen sogar einen Wald überbieten könnten - kann das alles natürlich überhaupt nicht belegen.

Ich habe den Eindruck, du hast eine ziemlich idyllisch-naive Vorstellung davon, was unter 'Weiderindern' oft tatsächlich zu verstehen ist

Tatsächlich, habe ich mehrere Jahre als farmhand in Neuseeland und Australien, Spanien und Deutschland gearbeitet und dort alles von intensiver Schweinemast im Stall bis zu hare krishna Gärtnern erlebt, die nichtmal Kartoffeln anbauen, weil man dazu den Boden aufreissen müsste.

Nach langem überlegen und verschiedenen Stadien der Erkenntnis, in denen ich mich auch vegetarisch ernährt habe (Schwein konnte ich eine Weile einfach nicht ansehen nach meinen Erlebnissen) und nachdem ich nun selbst Tiere halte, sind mir so einige Dinge klarer geworden.

Ich habe eher das Gefühl, dass du ein verklärtes Bild vom Getreide und Gemüseanbau hast und welche riesigen Mengen an merkwürdigen Substanzen dafür auf einen völlig zerstörten Boden gekippt werden, durch den das Ganze einfach durchläuft.

Klar ist, dass man mit Kunstdüngern und starkem Gülleeintrag hauptsächlich Schaden anrichtet. Das meine ich auch nicht mit 'guter Weidewirtschaft'.
Aber auch Tomaten wachsen halt nicht am Baum und alleine der Torf der für die Gemüseproduktion unerlässlich ist, bedeutet einen riesigen Umweltschaden. Moore sind ja auch CO2 Senken und werden großflächig vernichtet für die Gemüseanzucht.

Am Ende ist dein vegetarischer Brotaufstrich auch nicht besser als ein Lamm direkt von der Wiese - je nach Kontext ist das sogar weniger umweltschädlich und definitv gesünder.

Antibiotika habe ich übrigens nirgends gespritz (das muss allerdings nix heissen - vielleicht war es auch im Essen- soviel wird einem als Knecht nicht erklärt). Sonst nur Impfungen und die alle 6 Monate. Aber Tonnen von roundup in die Landschaft.


so ...

Angenommen (ich neige zuweilen unvernünftigerweise zur Annahme höchst unwahrscheinlicher Ereignisse), die 'Fleischfraktion' und 'Antigutmenschenkoalition' gestünde mir jetzt zähneknirschend zu, dass der Mensch tatsächlich zur Erwärmung der Atmosphäre beitrüge

Ja das erkenne ich als bewusst provokant.

Leider verknüpft ihr Gutmenschen immer sachliche Studien mit nonsense wie diesem hier:

dazu kommen die während der Fleischverarbeitung und seines Transports anfallenden Emissionen.

... als ob die spanischen Tomaten dir direkt in den Mund wachsen würden ...
Im Winter wächst hier nichts und man kann das Gemüse halt nur begrenzt lange lagern. Meistens ist doch dein Lieblingsgemüse gerade nicht in der passenden Saison.

Fleisch kann man immer schlachten.

Dass die o.g. Studien nicht von der Fleischlobby bezahlt wurden, sondern von anderen Interessenverbänden ist dir auch klar, oder :) ?

Nun genug der Provokation - bringt ja nix.
Eigentlich wollte ich Dir nur den (medial bewusst herbeigeführten?) Denkfehler der Getreidelobby aufzeigen.

Ich schreibe dazu vielleicht etwas langes und würde danach gerne noch weiterdebatieren, aber hauptsächlich wollte ich dich aufklären.
'Gut gemeint' ist halt leider das Gegenteil von 'gut'.

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