Die richtige Frage?
Endlich geht es hier Mal so richtig ab! Danke Ty-Ty. Das ist ein wunderbarer Text. Niemand kann dagegen, noch dafür wettern. Der Text ist ein unangreifbarer Solitär. So klar, wie die Erkenntnis des Descartes. Oder doch nicht?
Ich meine, hier ist schon ein bisschen mehr los, als die Frage nach dem Sein, das leicht angezweifelt werden kann, so fragil und vergänglich wie es sich auf der Keimbahn zeigt. Das Sein selbst könnte eine Täuschung sein. Das hat Descartes so arg gestunken, dass er trotzig auf seinem Sein bestand, um es nicht final infrage stellen zu müssen. Erkenntnistechnisch führt uns der Trotz aber nicht sehr weit. Er hält unser Denken im Kreis, wie eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Trotz führt nirgendwo hin, als in den Untergang. Wir brauchen zum Überleben als selbstbewusste Art schon etwas mehr Erkenntnis als die Feststellung, zu sein.
Bewusstsein
Du schilderst uns ein Minimum und gleichzeitig das Maximum dessen, das wir an unserer Existenz erkenntnistheoretisch feststellen können. Gäbe es nicht unsere Fähigkeit Sprache, also das besagte Denken zu tradieren würde ich behaupten, dass es Gott ist was durch uns denkt und ich es gar nicht bin, dem diese Zeilen entspringen, weil Gott all das ist, was ich bin. Ohne mich würde er nicht existieren.
Zu meinem großen Bedauern kann der Mensch, aufgrund des der Art gegebenen Bewusstseins feststellen, dass es ein großer Haufen Scheiße ist, den er mittels des geschenkten Bewusstseins im Laufe seiner Geschichte angehäuft hat. Was ziemlich armselig ist angesichts des unglaublich großartigen Potentials einer Art, die sich in ihrer Welt selbst bewusst sein kann.
Materie
Gott ist in dem Setup eine sowohl willkürliche, als auch leicht zu vernachlässigende Größe, da ich selbst rein gar nichts für meine Existenz kann und es für meine Illusion von Realität vollkommen Wurst ist, ob Gott existiert, mehrere Götter oder gar keiner.
Die naheliegendere Frage für Descartes wäre gewesen: Es denkt, also was ist es? Die Frage nach dem Sein ist nicht zielführend. Weil etwas das nicht ist, sich nicht selbst denken kann. Descartes ist dem typisch menschlichen Größenwahn aufgesessen, die Fäden seiner Existenz in der Hand zu haben. Er kann eben nur behaupten, dass er selbst es ist, der da denkt und in Folge also handelt. Ich habe ganz andere Erfahrungen mit dem Souffleur in meinem Kopf. Der hält nur dann sein Maul, wenn ich seine Stories aktiv zurück weise, die unabblässig in meinem Hirn produziert werden. Ich behaupte also: Würde das Bewusstsein nicht existieren, gäbe es auch kein Sein. Es ist das Bewusstsein das uns überhaupt feststellen lässt, zu sein.
So lautete also die wesentlich interessantere Frage für Descartes: Was war zuerst da? Das Bewusstsein, oder die Materie? Weil Bewusstsein und ganz offensichtlich die Materie Dipole sind.
Sicher besteht allgemein Konsens darüber, dass es Materie ohne Bewusstsein nicht geben kann und umgekehrt. Und Ja: Mehr als Glauben ist nicht drin für uns. Mehr gibt selbst die maximal determinierende Wissenschaft nicht her, außer der Tatsache, dass eine Keimbahn ohne Bewusstsein nicht funktionieren kann. Das Bewusstsein ist das einzige, was hier denkt. Verschmolzene, Eier und Spermien wuchern zu einem Wesen, das glaubt, zu denken. Unter der Verschmelzung zweier Keimzellen entstehen Lebensformen mit höherem Bewusstsein. Ich gehe darüber hinaus und behaupte, dass jeder Materie ein Hauch von Bewusstsein innewohnt.
Bewusstsein existiert nicht ohne Materie und Materie nicht ohne Bewusstsein. Wir glauben an oben und unten. Obwohl wir ganz genau wissen, dass es kein oben und unten gibt. Unser Denken ist ein Hilfsposten im beliebig chaotischen Bezugssystem. Genau so verhält es sich mit Gott. Diese allmächtige Entität in einem nur scheinbar zu beherrschenden Chaos ist noch willkürlicher, als das Konzept von oben und unten.
Wow!
Jetzt traue ich mich nicht mehr zu antworten... 😂
So ein Quatsch - das ist doch kein Scrabble, in dem jemand das bestmögliche bereits gelegt hätte!
;-))
Wenn unser guter @afrog schreibt:
Dann zeigt er, dass er die Reichweite noch nicht wirklich erfasst hat. Er stellt Behauptungen auf und macht dabei Glaubens-Voraussetzungen, und damit habe ich ihn auch als Nihilisten erwischt.
Im übrigen hatte ich weder der Religion noch der Existenz Gottes das Wort geredet, und das Wort Allmacht war schon gar nicht meine Pointe.
Was du aus meinen Aussagen drechselst, ist alleine deine Sache und tangiert mich nicht einmal peripher. Selbst dann nicht wenn du mir attestierst, die Reichweite deiner Gedanken nicht erfasst zu haben. Geschenkt! Du kannst mich auch gerne als dösbütteligen Dampfplauderer bezeichnen, denn ich weiß gar nicht, was an einem Nihilisten besonders Nachteiliges zu finden sein soll. Du deutest diese Schublade als zynisch. Auch geschenkt! Der Nihilist ist sicher nicht besser oder schlechter, als jedermann. Weil das der Evolution, die sich alleine auf der Keimbahn abspielt und die einzige Macht ist, die nachweislich nicht denkt sondern einfach ist, herzlich Wurst ist. Ich habe auch nicht auf deine angeblich nicht beredete Religion oder Existenz Gottes reagiert, obwohl das in deinem Text, nicht nur zwischen den Zeilen, recht prominent mitschwingt. Ich habe auf Descartes Dilemma reagiert und das auch nur, weil dir sonst niemand geantwortet hatte, als ich zu Schreiben anfing und das Dilemma als falsche Frage beschrieb.
Geschweige denn, dass du überhaupt auf ein Dilemma in Descartes Denken gekommen bist und hätte ich diese nicht vorhandene Pointe in deinem Text entdecken können, wäre ich schlicht wortlos dankbar gewesen. Du hast bis jetzt noch nichts vorgelegt, worüber es sich zu streiten lohnte. Das musst du jetzt aber nicht über Umwege herbei zaubern damit, dass du Chriddi erzählst, was ich für einer bin.
Haha, ein bisschen beeinträchtigt wohl (muss gleich noch gegen meinen Mann gewinnen...), aber ganz so polarisiert ist meine Wahrnehmung dann doch noch nicht... ;-)
Och, das glaube ich nicht. Aber ich glaube es nur, ich weiß es nicht. Dafür bedürfte es der mir nicht gänzlich bekannten Definition eines Nihilisten. Aber lass mall stecken. Dann müsste ich nur wieder Gedanken machen. Und ich finde, er gibt erfüllendere (ausfüllendere?) Gedanken als über das Nichts.
Macht das mal unter euch aus. Du kannst dir sicher sein, dass ich dieses "Pamphlet" und seine Auswirkungen im Kommentarbereich mit großem Interesse verfolge. Mehr "Zuwendung" wirst du von mir nicht erhalten - und das ist ja auch schon mehr, als angeblich unter Autovotern so üblich sei... ;-P
Ey Chriddi. Das sind nur Worte eines geschrumpelten Bewusstseins, dass sich dereinst, fast aus Versehen, durch Zuführung bewusstseinserweiternder Substanzen, jeglichen, tradierten Bodens entledigt hat. Viel Vorteile hat das aber nicht gebracht. Es wischte halt nur brutal viel überflüssige Fragen vom Tableau, die tatsächlich noch immer ernsthaft diskutiert werden. Wie eben auch die Frage von Gott und Glauben, was völlig Banane ist in einer Welt, die ganz ohne Glauben einfach nur existiert.
Das kannst du, mit deinem Standing locker toppen!
Wenn dir nur einmal im Leben deine Sinne deutlich gezeigt haben, dass alles an Realität ein reines Gaukelspiel deines tradierten Überbaus ist, hast du leichtes Spiel.
Ich denke schon so ähnlich wie du, obwohl ich mir nur ein einziges Mal den Verstand weggekifft habe. Das war eine Erfahrung, ein echter Horrortrip, den mir keiner abnimmt. Spannend war's wohl, dachte ich doch, ich sei tot. Habe mich jedenfalls ganz gut mit ein paar Geistern unterhalten. Das Zeug habe ich nie wieder angerührt.
Ich ziehe in meine philosophische und spirituelle Denke zusätzlich ganz stark das Unterbewusstsein mit ein und tummle mich in Sachen "Glauben" stark auf der energetischen Seelenebene herum. Ja, die nenne ich sogar Gott, aber die Bezeichnung ist egal: Gott ist alles, alles ist Gott.
Aber echt jetzt, hier hört es auf: Das kann ich nicht verschriftlichen.
Eins sollte klar sein: Mit dem eher harmlosen Kif bekommst du den Zustand nicht hin. Dafür braucht es Kaktus, Pilze oder eben LSD.
Danke, ich verzichte... :-))
Bedenkst du, dass Kaktus und Pilze seit Jahrtausenden erfolgreich im Schamanismus angewendet werden und das in der Wirkung sehr ähnliche LSD sogar in der Psychotherapie eine lösende Wirkung hat, ist dein Verzicht vielleicht etwas voreilig formuliert. Du solltest nicht die Erfahrung eines schief gelaufenen Experiments als prägende Erfahrung stehen lassen. Ich meine ja nur, rein im Interesse einer Erfahrung, die Schamanen gar bis zur Perfektion getrieben haben. Zumindest können sie ganz gut davon leben, die Materie der Drogen zu beherrschen und sich damit auch noch nebenbei die Welt zu erklären.
Wenn diese Übelstes erzeugenden Experimente nicht wären, wäre ich an Letzterem durchaus interessiert... ;-)
Letzteres:
Schamanin, die Drogen beherrscht?
Hududuh!