Primary Perception: Cleve Backster der Pflanzenflüsterer

in #deutsch8 years ago

Grover Cleveland "Cleve" Backster, Jr.

geboren am 27. Februar 1924 in Lafayette, New Jersey gestorben am 24. Juni 2013 in San Diego, Kalifornien


Eine Woche nach seinem Todestag am 24. Juni kommt also etwas verspätet der Nachruf und für viele die erste Bekanntschaft mit einem ganz Großen der großen Männer, der zu Lebzeiten eine kleine, begeisterte Anhängerschar gefunden hat, aber wie viele der großen Männer vor ihm vom Großteil vor allem der Wissenschaft belächelt bis verspottet worden ist. Trotzdem blieb er bis zu seinem Ende überzeugt davon, daß seine Entdeckung in absehbarer Zukunft unsere ganze Sicht- und Denkweise von der Natur, der Physik und der Metaphysik völlig und für immer verändern wird. 


Begonnen hat alles in den Aufbruchsjahren der 60er, als die Jugend die Röcke kürzte und die Haare wachsen ließ, die ersten Astronauten und Kosmonauten die Erde verließen, die Mondlandung kurz bevorstand, die ersten Computer, groß wie Schlafzimmer, mit Lochkarten und als neueste Modelle mit Magnetstreifen ausgerüstet bei 18 Grad konstanter Raumtemperatur in die Bürohäuser einzogen, als ein unbekannter langhaariger Musiker namens Barry McGuire mit einem in 30 Minuten eingespielten Protestsong "Eve of Destruction" die großen Protestbewegungen gegen den Vietnamkrieg auslöste, als das verregnete Woodstock als Ersatzort zum Symbol für Musik und freie Liebe wurde und Mädchen reihenweise bei Konzerten oder auf Flughäfen in Ohnmacht fielen, wenn die Beatles auftauchten .. in diesen späten 60er Jahren stand ein junger Wissenschafter in Diensten der CIA in seinem Büro vor dem von ihm mitentwickelten Lügendetektor und war dabei, seine geliebten Zimmerpflanzen zu gießen. Allen voran einen mannshohen, üppigen Drachenbaum. 


Während er also mit der Gießkanne in der Hand zwischen seinen Pflanzen herumlief und endlich bei seinem Drachenbaum ankam, überlegte er, ob es meßbar wäre, wie lange das Wasser von den Wurzeln brauchen würde, um bis zur Krone des Baumes aufzusteigen. Immerhin waren die Nevenbahnen denen des Menschen nicht unähnlich, die Weitergabe von Impulsen nahezu ident und der Lügendetektor, der die Oberflächenspannung der menschlichen Haut messen sollte, mußte doch auch geeignet sein, die Spannung in den Nervenbahnen einer Pflanze zu messen .. 


Backster baute also einen Spannungsmesser für seinen Drachenbaum. Was dann folgte, wird nicht nur seiner Meinung nach das Bewußtsein der westlichen Welt in absehbarer Zeit für immer verändern. Im Osten des Planeten, in den buddhistischen und taoistischen Ländern wie Thailand oder China dagegen lächelte man mild darüber: Was soll daran so neu sein, das war doch immer schon selbstverständlich ... 


Der Backster Effekt:


Kurz und bündig einmal die wissenschaftliche Beschreibung des als Backster Effekt bekannten Phänomens (im offiziell übersetzten Bericht steht als Pflanze "Philodendron", tatsächlich war es ein Drachenbaum. Philodendron bedeutet übersetzt  Baum-Freund und Drachen-Baum war wohl für den Übersetzer kein so großer Unterschied. Die Philos, die Drachis und die Pflanzenfreunde mögen ihm vergeben, denn im Endeffekt kann man jede Pflanze für diese Experimente heranziehen, wie man bald lesen können wird ;-)




Das anschließende Experiment, so quasi der Gegenbeweis, die Blindstudie, bei der man Pflanzen einen von ihnen beobachteten Pflanzenmörder identifizieren ließ, hat in den wilden 60ern und immer noch wilden 70ern einige Filmemacher inspiriert: 

"Nur die Pflanze war Zeuge" (The Kirlian Witness) 

 https://gomovies.cd/movie/nur-die-pflanze-war-zeuge-xy5m894

war ein auf dem Backster-Effekt basierender Krimi, in dem eine Amaryllis einen Mörder entlarvte. Obwohl Ende der 70er Jahre, als dieser Krimi gedreht wurde, Backster schon nicht mehr erwähnt wurde, da hieß es allerdings irreführend "Kuleschow-Effekt" und hat mit den Pflanzenexperimenten von Backster absolut nichts zu tun, sondern mit einer Art des überlappenden Filmschnittes - siehe dazu den Anhang an diesen Beitrag


Der Pflanzenmord 


Jahre oder besser Jahrzehnte später, als ich eine Weile in San Diego herumgejobbt habe, traf ich auch einen ehemaligen Studenten von Backster, der jetzt selbst zum Professor mutiert an seine eigenen Studenten weitergeben wollte, was ihn selbst einmal so begeistert und motiviert hatte. Da war der Aufbruchsgeist der 60er allerdings bereits verflogen und der Backster-Schüler hatte einen schweren Stand gegen die neue Dotcom-Generation. Backster selbst lebte und forschte auch in San Diego und oft habe ich mir vorgenommen, einmal bei ihm vorbeizuschauen. Aber wie das so ist, wenn man dahinlebt: Man verschiebt es auf nächste Woche, weil jetzt gerade ein wichtiges Projekt ansteht, weil man sich erst vorbereiten möchte, weil man erschöpft ist und ein paar Tage Ruhe braucht - und dann ist die Zeit und die Chance vorbei, man muß schnellstens in ein anders Land oder gar auf einen anderen Kontinent. So habe ich Backster nie persönlich kennengelernt, obwohl er sprichwörtlich um die Ecke gelebt und geforscht hat und ich habe keine andere Ausrede als meine eigene Unzulänglichkeit und - ja - Bequemlichkeit ... 


Allerdings saß ich öfter mit Backsters Schüler und nunmehrigem Professor zusammen und hörte mir dessen Geschichten an. Zum Beispiel die kurze Anekdote, die auch später den Weg ins Internet fand, als Backster sich ein kleines, tragbares Gerät baute, das er auch mit ins Flugzeug nehmen konnte (damals ging das noch, die bösen Grenzen und Grenzkontrollen haben doch tatsächlich Terroristen abgehalten, ohne daß man stundenlang am Flughafen examiniert werden mußte ...) 

Die Ohnmacht der Salatblätter

Wenn im Flieger der Salat verteilt wurde, holte Backster sein tragbares Meßgerät heraus und schloß das eine oder andere Salatblatt an. Die erstaunten Mitreisenden konnten miterleben, wie das Salatblatt zuerst Panikreaktionen zeigte und dann in Ohnmacht fiel, bevor es gegessen wurde. Wurde der Salat nicht gegessen, so erwachten die Blätter nach einiger Zeit wieder aus der Ohnmacht und gaben wieder zarte Signale von sich .. hallo ich lebe noch ...

Pflanzen haben Angst, sie erkennen, wann sie in Lebensgefahr sind. Spätere Experimente zeigten: Karotten bekommen Fieber, wenn ein Hase über das Feld hoppelt, Zimmerpflanzen zeigen Panikreaktionen und "Mitleid" mit jeder Zelle, die lebend gekocht wird, seien es die im Experiment gezeigten lebenden Krabben, Eier oder auch die angesammelten Keime, die man in der Spüle mit kochendem Wasser oder mit Chlorreinigern abtötet. 


Ein besonderes Experiment unternahm einmal ein Schüler Backsters, der selbst ein stolzer Besitzer und "Geistesfreund" eines riesigen Philodendrons war (daher vermutlich auch der offizielle Übersetzungsfehler im ersten Abschnitt, wo der Philo Backster zugeordnet wurde). Der gute Baumfreund-Freund baute also eine Vorrichtung, die seinen Philodendron mit der automatischen Öffnung seiner Garage verband und stellte die Pflanze ans Fenster. Jedesmal, wenn die Pflanze sah, daß ihr Mensch mit oder ohne Auto die Auffahrt heraufkam, freute sie sich so sehr, daß ihre Schwingungen das Garagentor öffneten. Dieser Vorgang erstreckte sich dann auch auf Freude des Pflanzen-Herrchens, je nachdem, wie sympathisch oder unsympathisch diese dem Philo so waren ...


Backster kam dann auf die Idee, zu messen, ob eine "geistige" Verbindung mit der Pflanze räumliche Nähe voraussetzte und fand in etlichen Experimenten heraus, daß eine mit ihrem Menschen "verbundene" Pflanze auch über große Strecken und Zeitunterschiede weg die gleichen Reaktionen von Freude, Angst oder Mitleid zeigte wie in unmittelbarer Nähe. Allerdings gelang dieses Experiment nicht jedem, denn nicht jede Pflanze war bereit, mit jedem Menschen zu sprechen .. was man ihr nachfühlen kann. Ich zumindest, ich rede auch nicht mit jedem und schon gar nicht, wenn mich der skeptisch und abfällig testen möchte ... 


Am Ende seines Lebens näherte sich Cleve Backster dann stark der in Asien vorherrschenden uralten Erkenntnis an, daß es nicht "DIE Pflanze" speziell ist, die Kontakt und Verbindung mit anderen Lebewesen aufnimmt und unterhält, sondern es sich um einen Effekt der Verbundenheit von Zelle zu Zelle handelt. Nicht nur in Asien ist man davon überzeugt, auch die Quantenphysik geht davon aus ... 


Warum Backsters Experimente nicht gezielt und forciert fortgesetzt werden? Es fehlt zuallererst an ernsthaften Interessenten: Heute braucht man keine aufwendigen Geräte mehr mit endlosen Papierschlangen, um  EEG-Effekte aufzuzeichnen, ein gut durchdachtes Computerprogramm würde da schon genügen. Es gab mehrere kleine Videos von  -angeblichen - Experimenten im Netz, aber wie ernsthaft die wirklich auf wissenschaftlich fundierter Basis gemacht wurden oder einfach Trickeffekt waren, kann man natürlich schwer nachweisen. Unter anderem gab es da ein Video einer blühenden Pflanze, die an einen Computer mit einem einfachen Zeichenprogramm angeschlossen war. Sie hat tatsächlich gezeichnet und es sah aus wie ein etwas verschwommenes Aquarell einer blühenden Pflanze - genau wie die angeschlossene Topfpflanze, die neben dem Computer zu sehen war. Leider ist das Video verschwunden bzw finde ich es nicht mehr - unter der alten, gespeicherten Adresse ist es jedenfalls nicht mehr vorhanden...


Es fehlt natürlich auch an Mitteln, denn ernsthafte Forschung nimmt eine Menge Zeit weg, vor allem braucht sie gut geschulte Gehirne und welcher studierte Wissenschafter und Forscher hat heute noch die privaten Mittel, ausschließlich seinen nicht-kommerziellen Interessen nachgehen zu können ?  Nach einem langen Studium muß er mal Geld verdienen ..


Dazu kommt natürlich auch der moralische Effekt. Ich habe schon Vegetarier vorwurfsvoll jammern gehört: Wieso hast du mir das jetzt gezeigt, jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr, was ich essen soll ... 


Allerdings hätte eine spezialisierte Forschung auch kommerzielle Vorteile: Pflanzenbewässerungssysteme könnten von der Pflanze selbst ein- und ausgeschaltet werden, wenn sie Durst hat oder Dünger möchte. Sie könnte die Temperatur in Glashäusern regeln oder (für uns hörbare) Hilfe rufen, wenn sie von Schädlingen befallen wird. Sie rufen ja, sie warnen sogar Artgenossen, wenn an einem Baum oder einer Baumgruppe Schädlinge auftreten. Man hat in etlichen nachweisbaren Versuchen gemessen, daß weit entfernt wachsende Bäume einen Abwehrstoff aktivierten, wenn verwandte Bäume außerhalb ihrer Reichweite von bestimmten Schädlingen befallen wurden ..


Was das bedeutet ist klar: Drastische Einbußen bei den Gift- und Chemieriesen wie Bayer, Monsanto und Artgenossen. Schon aus diesem Grund wird keiner besonders bestrebt sein, hier großartig in Forschung zu investieren, obwohl das natürlich für Mensch und Natur die beste Lösung wäre. Es wird also an den kleinen Idealistenlabors liegen, am Kabinett in Mutters Wohnung, wo der forschende Nachwuchs den Weihnachtskaktus an den Laptop anschließt und ihm übers Smartphone aus dem Klassenzimmer den geforderten Dünger zukommen läßt .. es ist eine Frage des Erweckens des Bewußtseins, um den Forscherdrang in Jungen und Alten dazu zu bringen, sich zusammenzutun und das - wieder - zu entdecken, was man in Asien schon seit Jahrtausenden weiß: Daß wir mit der Natur untrennbar verbunden sind und daß wir mit ihr zugrunde gehen werden, wenn wir sie zugrunde richten - und wir sind nur einen einzigen Schritt davor ! 


Literatur: 


http://magazine.tnn-online.net/blog/der-backster-effekt/


Und hier die HP eines Backster-Mitarbeiters, der mittlerweile auch verstorben ist: 

https://www.silvacourses.com/research/primary_perception_research.htm

You can read all about Cleve Backster's more than thirty years of research in the book that he did with Dr. Robert B. Stone: The Secret Life of Your Cells (Whitford Press, 1989). The author, Bob Stone, was another good friend - a Silva Instructor for twenty years, and coauthor of several books with Jose Silva.



Einen schönen Sonntag allen Pflanzenliebhabern und allen Pflanzen

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Noch ein kleiner Nachtrag zum Beitrag oben - warum ich ihn nicht direkt korrigiere? Weil jedesmal, aber wirklich jedesmal, wenn ich nachträglich einen Beitrag korrigiere, alle Bild-Links automatisch von steemit ganz nach Oben geschnalzt werden und ich sie dann wieder mühsam zuordnen muß ... also hier noch schnell der Zusatz mit den Interview von Cleve Backster und seinen eigenen Aussagen zu seinen Experimenten, der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit auch zB der Nichtlokalität ... http://magazine.tnn-online.net/blog/interview-mit-cleve-backster-uber-primary-perseption/
backsterinterview.png

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