Thaistories 2 : Mit dem Motorrad durch Süd Thailand 2 Tsunami, viele Särge und Polizei verzögert Abfahrt

in #deutsch4 years ago (edited)

Weihnachten 2004, in 5 Wochen soll es los gehen.

Am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 waren die Nachrichten plötzlich voll, von den Tsunami Meldungen. Die Reisebüros berichteten von Stornierungen für Urlaubsreisen nach Thailand. Natürlich überlegten auch wir, ob wir die Reise abbrechen sollten. Jedoch kamen wir sehr schnell zu dem Entschluss, das es das schlimmste für die Region sei, wenn jetzt auch noch die Touristen ausbleiben würden. Wir beschlossen also trotzdem zu fliegen und bei Bedarf vor Ort zu helfen, falls dies erforderlich sein sollte.

Bild: Strand von Kata Beach

Ankunft in Phuket mit einem Schock

Als wir dann 5 Wochen später in Phuket landeten und aus dem Flughafen traten, war die anfangs noch sehr gute Stimmung plötzlich wie weggeblasen. Wir blickten auf riesige Berge von weißen Metallsärgen, die vor dem Flughafen gestapelt wurden. Wir riefen uns schnell ein Taxi um nach Kata Beach zu fahren, von wo aus unsere Tour eigentlich starten sollte. Auf der Fahrt erzählte uns der Fahrer schon, das eigentlich der größte Teil schon wieder aufgeräumt sei, jedoch noch fast täglich Leichen an den Strand gespült werden. Das jetzt größte Problem seien jedoch die ausbleibenden Touristen. Auf der Fahrt bedankte er sich unzählige mal, das wir dennoch nach Thailand gekommen seien. Als wir im Zuge der Fahrt dann an den Strandpromenaden in den verschiedenen Orten vorbei fuhren, sahen wir was er gemeint hatte. Sauber aufgeräumte menschenleere Strände. Die Geschäfte an den Promenaden waren größtenteils schon wieder eröffnet. Dazwischen aber immer wieder einige, die mit Holzplatten vernagelt waren oder einfach weggespült wurden. 

In Kata angekommen, ließen wir uns erst einmal zu unserer ehemaligen Stammbar bringen, wo wir uns nach einem Zimmer für die erste Nacht erkundigten und unser Gepäck für den anschließenden Badeurlaub unterstellen wollten. Dies war auch sehr schnell erledigt. Dann ging es ans ausleihen der Motorräder. Da Thorsten ( Torte ) keinen Motorradführerschein hatte und auch nicht viel Erfahrung im fahren, entschieden wir uns für die kleinen in Thailand allgegenwärtigen 125 ccm  Mopeds, welche auch sehr leicht zu handhaben sind. Den Hinweis des Verleihers, das man mit den Mopeds nur auf der Insel fahren dürfe und der Versicherungsschutz auf dem Festland erlischt, überhörten wir bewusst. 

Bild : Etwas zurückgelegen des Strandes konnte man an diesem Pavillon gut erkennen wie hoch das Wasser hier stand. In Kata gab es laut Auskunft der Thais nur einen Toten zu beklagen.

Bild: Leere Strände. Ganz rechts im Bild war zuvor das Restaurant in den Hang gebaut.

Bild: Ein einfaches Zimmer für die erste Nacht

Der Urlaub beginnt

Da wir mit der eigentlichen Tour erst am nächsten morgen beginnen wollten, machten wir erst einmal einen kleinen Abstecher an den Strand, wo wir in unserem Stammlokal, welches eher einer kleinen, in den Hang gebauten Bretterbude am nördlichen Ende des Strandes glich, auch etwas essen wollten. Dort fanden wir jedoch nur den Betreiber, der damit beschäftigt war, Reste seines ehemaligen Restaurants zusammen zu sammeln. Er erzählte uns, das er auch keine Töpfe und kein Geschirr mehr habe um den Betrieb schnell wieder aufnehmen zu können. Wir gaben ihm darauf hin 200 € aus unserer Kasse, die aus Spendengelder unseres Freundeskreises stammte um vor Ort ein wenig helfen zu können und wünschten ihm erst einmal alles gute. Nach einem kurzen Strandspaziergang und einem Restaurantbesuch gingen wir noch für ein Bierchen in eine Bar.

Bilder: In den Restaurants hingen noch überall Bilder von dem Tsunami

Bild : Die größe der Welle kann man erahnen, wenn man weiß das, daß kleine Boot unten rechts auf dem Bild ca. 8 - 10 meter lang ist.


Erwachen in fremden Zimmer mit sieben Mädels 

Als wir am Abend in der fast leeren Bar von unserem vorhaben erzählen, wurden wir mit entsetzten Augen angesehen und uns wurde eine aktuelle Zeitung mit sehr blutigen Bildern unter die Nase gehalten. Die Einheimischen rieten uns davon ab, in das Grenzgebiet zu Malaysien zu fahren, da es dort momentan sehr viele Terroranschläge der dort lebenden Muslime auch auf Touristen gäbe. Wir hatten auch im Vorfeld von vereinzelten übergriffen gehört, nahmen die Sache jedoch nicht sehr ernst, was sich später noch ändern sollte. Nach ein paar weiteren Bierchen beschlossen Torte und Mario sich ins Zimmer zu begeben. Ich wollte auch nur noch meinen Whisky, den ich gerade mit einem australischen Expad ( Zuwanderer ) bestellt hatte austrinken und dann auch das Bett aufsuchen. 

Das nächst woran ich mich dann erinnere, war das erwachen in einem kleinen Zimmer. In einem sehr großen Bett neben mir lagen noch zwei Thailänderinnen, die genau wie ich noch voll bekleidet waren. Auf dem Fußboden lagen noch 5 weitere Mädels auf Matten, welche auch gerade die Augen öffneten. Sie erklärten mir, das ich gestern Abend plötzlich KO gegangen bin und der Australier mir wahrscheinlich irgend etwas in den Drink gemixt habe. Darauf hin haben sie mir in ihr Zimmer geholfen, welches gleich hinter der Bar war und mich dort ins Bett gelegt. Ich durchsuchte kurz meine Taschen und stellte fest, das die Kamera und mein Portmonnaie samt Inhalt noch vorhanden waren. Darauf bedankte ich mich bei den Mädels und bezahlte noch schnell die Getränke des Abends mit einem anständigen Trinkgeld. 

Bild: Weitere Gäste im Zimmer

Wegfahrsperre am Moped verzögert die Abfahrt.

Jetzt hieß es schnell zu den Zimmern und abfahrt. Als ich jedoch mein Moped hohlen wollte, welches noch an der Straße vor unserer Unterkunft geparkt war, musste ich feststellen, das dies durch eine Wegfahrsperre am Hinterrad gesichert wurde. Ein Geschäftsinhaber erklärte mir, das habe die Polizei gemacht, da das Mopped heute auf der anderen Straßenseite geparkt werden müsse. Die Straßenseite auf der geparkt werden darf würde täglich wechseln. Darauf haben sich die Geschäftsinhaber dieser Straße geeinigt, damit der Publikumsverkehr zumindest auf einer Straßenseite ungehindert an den Geschäften passieren könne. Er sagte mir noch, das ich mit dem Strafzettel in das Polizeirevier im Nachbarort Chalong fahren müsse um dort die Strafe ( 500 Bath  ca. 10€ )zu bezahlen. Dann würde das Moped wieder entriegelt werden. Nachdem ich dies erledigt hatte und auf dem Rückweg einen Polizisten am Ortseingang von Kata traf, bat ich ihn doch mit zu kommen und die Sperre zu entfernen. Er versicherte mir, das er dies schon erledigt habe und nahm mir noch weitere 200 Bath für das fahren ohne Helm ab. Ich bedankte mich freundlich und fuhr weiter zu meinem Mopped, wo die anderen beiden schon warteten. Ohne lange zu zögern stiegen alle auf ihre Drahtesel. Die Reise begann, aber der erste Unfall sollte schon sehr schnell folgen

Bild : Die Straße in Kata mit den parkenden Mopeds welche täglich die Seite wechseln.

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@uwe69


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