Zivilschutz oder 'Prepping'? [Zivilschutz – Teil 1]

in deutsch •  11 days ago

Liebe Steemians,

dies ist der erste Teil einer recht zwanglosen Folge von Beiträgen, die ich zum Thema Zivilschutz veröffentlichen möchte. Dabei möchte ich gerne Erlebnisse teilen, die mir bisher passiert sind oder die ich aus welchen Gründen auch immer diesbezüglich für relevant erachte und mit euch diskutieren möchte.

Warum das Ganze?
Nun, einerseits beschäftige ich mich nun doch seit vielen Jahren ganz bewußt mit dem Thema und zwar zunächst als Privatperson, Familienvater und – wie ich meine – aufmerksamer Bürger. Ich bin selbst aber an keine Verbände gebunden, die typische Aufgaben des Zivilschutzes betreuen, wie der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz. Ich folge viel eher einem inneren Drang, besser vor zu sorgen, als die Nachsicht zu haben, und zugleich erhöre ich hier (ausnahmsweise) die explizite Aufforderung des Staates an alle Bürger, mich selbst um mich und meine Nächsten zu kümmern. (Das wird von Land zu Land ein bisschen unterschiedlich gehandhabt; das soll aber erst später ein Thema hier sein.)

Der zweite Punkt hat damit zu tun, dass das beinahe uralte Thema 'Zivilschutz' durch ein vermeintlich neues, nämlich 'Prepping', zunehmend auch im deutschsprachigen Raum in Zusammenhang gebracht wird. Das ist zwar aus inhaltlicher Sicht verständlich, dennoch ist das, was man bisher unter diesem besonders angloamerikanischen Konzept verstanden hat, unter ganz anderen zivilgesellschaftlichen und rechtlichen Umständen entstanden. Das beste Beispiel hier betrifft in meinen Augen der ganz selbstverständliche Umgang mit Waffen zur Selbstverteidigung in sehr vielen US-Staaten. Dass Selbstverteidigung eigentlich auch zum Zivilschutz gehört, artikuliert aber bspw. der Östereichische Zivilschutzverband eben nicht, während es in den USA eben selbstverständlich ist. Die Waffengesetze in Österreich, Deutschland und der Schweiz sind aber dermaßen unterschiedlich, dass hier gar kein 'typisches' Selbstschutz-Konzept beschrieben werden kann. Eigene Überlegungen sind hier also notwendig, wenn man diesen typischen Aspekt, der zumeist beim US-amerikanischen 'Prepping' irgendwie eine Rolle spielt, berücksichtigen will.

Aber das nur als Beispiel. Das Thema 'Prepping' ist aber auch einfach ein großer Markt, der von vielen einzelnen Personen, Gruppen und Medien dementsprechend aufgesogen und ev. wiedergekäut wird. Ich meine nicht, dass es grundsätzlich 'schlecht' ist, sich auch mit diesen anderen Zugängen zum Thema Zivilschutz auseinandezusetzen; ganz im Gegenteil, es gibt erstklassige Informationen aus der 'Prepper-Community', die besonders aus den USA kommen.
Aber wovon der (Hipster-)Markt und die Marke 'Prepping' eben auch ganz leicht ablenkt, ist, in meinen Augen, dass es eben nicht nur um Zeug ('Gear') geht, sondern vor allem um körperliche und mentale Fähigkeiten und Einstellungen. Das kann man nicht kaufen, nicht 'liken' und sich nicht tätowieren lassen.

Das heißt also:
Zivilschutz hat damit zu tun, sich selbst und seine allernächste Umgebung auf Umstände vorzubereiten, die regelmäßig und möglicherweise eintreffen können. Sei es ein paar Kerzen, ein paar Dosen Ravioli und einen Campingkocher für den kurzen Stromausfall oder ein paar Sandsäcke, weil man in einem Hochwassergebiet lebt.

Aber:
Dass es tatsächlich nicht bei den paar Dosen bleiben wird (und schon gar nicht (nur) Ravioli :) ) und dass einem ein paar Sandsäcke nicht das Haus und die Wertsachen retten können, ist wohl auch nachvollziehbar.

Alles was ich in den nächsten Beiträgen in dieser Reihe dazu sagen will, ist also nicht in einem reißerischen, 'trendigen' oder sonstwie blödsinnigen Sinne gemeint. Ich möchte eher meine geschätzten Leserinnen und Leser a) auf ganz konkrete Themen sensibilisieren, b) dem Zivilschutz wieder mehr öffentlichen Raum geben und c) – im Idealfall – rege Diskussionen anreizen.

Daher meine Frage an euch: Habt ihr Wünsche, Fragen oder Ideen? Ich würde mich über eure Meinung freuen.

Im nächsten Beitrag dieser Reihe möchte ich das eine oder andere Erlebnis aus meinem Leben teilen, die direkt mit Aspekten des Zivilschutzes zu tun hatten und aus dem Alltag gegriffen sind, und so oder so ähnlich also schon vielen anderen passiert sind bzw. passieren könnten.

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Interessantes Thema 👍

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Das freut mich sehr! Danke für die erfreuliche Rückmeldumg.

Sehr schön - da freue ich mich auch drauf...
Thema? Überlasse ich gern dir, da du ja richtig drin bist im Thema.
Lieben Gruß
Kadna

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Sehr schön, das freut mich zu hören! Danke für die Unterstützung!

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Super, danke für das Interesse! Wie erwähnt, ich bleibe dran, auch wenn's derzeit nicht so leicht ist, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und ausgedehnte Beiträge zu schreiben.

Deine Texte finde ich ganz ausgezeichnet! Gerade der Legalwaffengebrauch (bes. hier die Selbstverteidigung) wäre ein schönes Thema, weil es in der Öffentlichkeit nach wie vor ganz seltsame Meinungen dazu gibt, die wohl allesamt auf irgendwelche Actionfilme zurück zu führen sind, nicht aber auf tatsächliche Kentnisse des Waffengesetzes. Aber ich halte mich da aktuell zurück; jetzt müssen erst mal die EU-Vorgaben in nationales (Un)Recht verwandelt werden. Mal schaun, was uns dann noch bleibt...

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Ja, hoffen wir das beste...

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Sers! Das is aber nett von Dir :)

Hi sternsaat , guter Artikel . Abo ist raus . lG unsuwe

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Hallo unsuwe! Oh, das freut mich aber sehr! Danke! Ich bleibe dran, auch wenn's demnächst wieder stressig wird.

Beste Grüße!

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Leiwand! Haha

Habt ihr Wünsche, Fragen oder Ideen?

Gerne!

In meiner Wahrnehmung beginnt jede Ausprägung von Vorsorge mit der (individuellen) Klärung, für welche Szenarien man sich denn vorbereiten möchte.

Ohne einen klaren persönlichen Fokus an dieser Stelle kann das Thema im Beliebigen enden.

Ein paar Maßnahmen haben universellen Charakter, aber dann kommen schnell die speziellen Fragen.

Meteoriten und Zombies habe ich z.B. klar aussortiert. :)
Die verbleibende Liste ist mit Blackout, EMP, Hochwasser, (Bürger)Krieg, Pandemie, usw. lang genug.

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Ganz genau, danke für diese klaren Worte. Ich sehe das nämlich genau so. Es gibt so viele Gefahren, auf die man sich mehr oder weniger gut vorbereiten kann, dass man schnell überfordert ist – und über eine solche Überforderung zu schreiben, hat nicht viel Sinn (für mich) :)

Deswegen möchte ich es eher persönlich halten, da mir ein paar Sachen passiert oder aufgefallen sind, ohne in einem 'typischen Krisengebiet' zu leben. D.h.: Ich gehe inzwischen nur noch von der eigenen Lebenssituation aus und versuche da so viel wie möglich realitätsnah (!) zu optimieren. Andere Szenarien (wie aktuell in Japan) denke ich mit, auch wenn sie hier, wo ich wohne, nicht direkt in dieser Weise eintreffen können.

Zombies sind tot, ja :) Die Gefahr von Meteoriten würde ich aber nicht so einfach abschreiben. Man stelle sich einen Einschlag in der Nähe einer Großstadt vor – von Stromversorgung bis sozialen (Un)Frieden in der nächsten Umgebung ist schnell alles dabei. Aber klar: ein Blackout ist wahrscheinlicher, das Magnetfeld der Erde nimmt ab, ein EMP kann jederzeit passieren und der nächste Krieg kommt bestimmt. Da bin ich ganz bei Dir.

Danke schon jetzt für die Unterstützung!

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Die Gefahr von Meteoriten würde ich aber nicht so einfach abschreiben.

Ich meinte damit eher den "Big Bang", wie im Golf von Mexiko.
Da gibt es dann nicht viel vorzubereiten... :)

Bei kleineren Einschlägen ist es letzlich egal, woher die Versorgungslücke resultiert; die Maßnahmen bleiben sich sehr ähnlich.

Da wir gerade einen Offgrid-Standort aufbauen, werden wir bestimmt interessante Dialoge führen können.

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Ah! Offgrid! Her damit! Aaalle Infos zu mir! :)

Nein ehrlich. Mich würde sehr interessieren, wie ihr da vorgeht. Besonders zur Wahl des Standortes (Umgebung, Konzept zum Raum, was er bringen soll usw.) und der Größe des Grundes usw. Das wäre wirklich sehr spannend!

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Ah! Offgrid! Her damit! Aaalle Infos zu mir! :)

Gerne.
Dabei ist allerdings ein möglicher Interessenkonflikt zu beachten, da die Stärke einer solchen Installation je nach Szenario auch von ihrer vertraulichen Abgeschiedenheit abhängt. :)

  • Standort "non EU" (Kanada). Moderates Klima, wasserreich.
  • Größe zweistellig [ha], damit Potenzial zur Selbstversorgung mit Energie (Holz) und Nahrungsmitteln
  • Quelle in Reichweite, Brunnen am Haus
  • Energiekonzept des Hauses wie ein Wohnwagen, also 12V DC. Regeneration der Akkubank via Solarpanele und Generator (solange Benzin verfügbar)
  • Wärme und Küche per Holzofen

Jeder dieser Punkte läßt sich beliebig vertiefen und letztlich sind das nur die materiellen Aspekte. Ein Gesamtkonzept hat noch viiiele weitere Facetten wie die Erreichbarkeit im Notfall, die wirtschaftliche Absicherung, die soziale Anbindung vor Ort, usw.
Da braucht's schon ein paar Jahre zur Planung und Umsetzung und wenn ich so in die Welt hinausschaue, sind wir wohl ziemlich punktgenau fertig geworden...

Die unspektakuläre Ausprägung ist unser Schutzraum im Haus. Bei dessen Anlage habe ich einige der oben beschriebenen technischen Ansätze bereits ausprobiert und gelernt.

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Klingt vernünftig und nachvollziehbar. Gerade, dass ihr auch das Umfeld und die alltägliche Lebenssituation berücksichtigt, finde ich schön. Ich meine, dass sich viele nämlich ihr 'geschütztes Häuschen im Grünen' als isolierte Zelle imaginieren, was sie auch werden kann, aber eben vielleicht nicht von Anfang an.

Na da hast du dir ja was vorgenommen, ich freue mich schon auf deine weiteren Beiträge.

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Das freut mich zu hören! Ja, das Thema ist recht groß, aber die eine oder andere Anekdote und – hoffentlich – auch Diskussion darüber sollte sich hin und wieder schon ausgehen. :)

Fang einfach an mit dem, was Du für wichtig hältst. Ich freu mich drauf!

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Super, das freut mich zu hören. Danke vielmals für die Unterstützung!

Habt ihr Wünsche, Fragen oder Ideen?

Gerade nicht, aber lese mit :).

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Freut mich sehr. Das ist ja auch schon viel wert. :)