Whisky Sammeln und Genießen: Handelsstrategien – Core Range

in #deutsch3 years ago

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Beim Whisky geht es in erster Linie um den Genuss! Wer ihn aber dennoch, zumindest Teilweise, als Investment betrachtet, der hat bewusst oder unbewusst schon die ein oder andere Handelsstrategie angewendet. Mit einer Handelsstrategie meine ich nicht eine technische Strategie wie Beispielsweise bei Aktien oder Kryptos, obwohl die Trendfolge Strategie wohl auch zu Whisky passen würde, sondern vielmehr ein vorgehen, wie man kurz oder Langfristig durch geplantes Einkaufen den Wert seiner Sammlung steigern und diese Wertsteigerung auch Realisieren kann.

Nachfolgend möchte ich euch meine Strategien kurz vorstellen, wobei diese lediglich auf Gedankengängen bzw. Erfahrungen von mir beruhen und keine genormten Begriffe-/Strategien aus dem Whiskyhandel und auch keine Handelsempfehlungen darstellen.

Core Range Strategie

Findet man eine namhafte Abfüllung im Supermarkt zu einem günstigen Angebotspreis, so könnte man auf die Idee kommen diese zu einem günstigen Preis zu erstehen und für einen etwas höheren Preis wieder über eine Auktionsseite zu veräußern. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass man die Kosten für die Veräußerung nicht unterschätzen darf. Hier können Beispielsweise Kosten für die Nutzung der Auktionsseite oder der Verpackung entstehen, welche den Verkaufserlös verringern. Auch muss natürlich ein entsprechender Käufer gefunden werden und bei Standardabfüllungen geht dies meist über den Preis.

Baut man die Core Range Strategie jedoch noch etwas aus, so wird diese aus meiner Sicht ein wenig interessanter. Hierzu brauch man nichts anderes als Zeit. Kauft man günstig einen Standardwhisky und lagert ihn ein, so besteht zum einen die Chance, dass dieser aus der Core Range fällt, was zu einer Preissteigerung führt, dieser ein Re-Design erhält, was zu einer Preissteigerung führt, oder dieser aus irgendeinem anderen Grund eine Preissteigerung erfährt.


Quelle: https://www.heise.de/preisvergleich/?phist=1291090

Betrachten wir hierzu einmal den Ardbeg 10. Dieser hatte im Jahr 2017 einen Preiseinbruch und man konnte ihn Zeitweise für ca. 25€ erstehen. Hätte man zu diesem Zeitpunkt gekauft und ihn bis heute gelagert, so wäre dies im besten Fall eine unrealisierte Wertsteigerung von ca. 40%, was sich schon recht ordentlich anhört. Realistisch denke ich, dass man ihn bei einer Auktionsplattform für 32€ verkauft bekommt. Nach Abzug vom Einstandspreis, Gebühren und sonstigen Kosten wie Verpackung (Lagerkosten nicht eingerechnet) bleiben ca. 2,50€ erlös, was 10% entspricht. Dies ist schon eine ordentliche Rendite gegenüber einem Sparbuch, aber halt auch immer noch ein Schätzwert.

Wenn man jedoch den Aufwand für das Durchführen der Strategie berücksichtigt, so empfinde ich diese Rendite doch recht mager. Man müsste folglich mit einer ordentliche Anzahl Flaschen handeln und da ist man dann doch recht fix bei einem Gewerbe. Natürlich kann man hier auch noch bei den Kosten optimieren, jedoch empfinde ich auch ein Gewinn von 5€ pro Flasche, also prozentual 20% nicht angemessen für den Aufwand.

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Strategie auf den ersten Blick recht vielversprechend aussieht, jedoch aufgrund des Aufwands eher unpraktikabel ist. Natürlich schließt dies nicht aus eine interessante Core Range Abfüllung zu erstehen und seiner Sammlung hinzuzufügen. Evtl. erfährt sie ja doch eine unerwartet hohe Preissteigerung, wie der bereits in vorherigen Artikeln erwähnte Longmorn 16 Jahre. Falls nicht bleibt ja auch immer noch Plan B, die Elimination der Flasche durch Genuss!

Cheers!


Haftungsausschluss / Disclaimer: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und spiegelt lediglich meine Gedanken und Erfahrungen wieder. Ich selber bin begeisterter Whisky-Genießer und der Beitrag soll zeigen, dass man immer wieder das schöne mit dem nützlichen verbinden kann.

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Lieber @spongechris, wir teilen die Leidenschaft für das Wasser des Lebens, in dem von Dir angesprochenen Punkt folge ich Dir allerdings nicht:

Ich trinke jeden Whisky, den ich kaufen, auch aus.

Sammeln im Regal oder gar Spekulation mit dem Stoff kommt bei mir nicht in Frage. Aus Prinzip nicht. Niiiemals!
Ich kann ein entsetzlicher Prinzipienreiter sein...

Gilt beim Anwenden der Core Range Strategie eigentlich auch die 1jährige Spekulationsfrist, oder muß man dauerhaft die Radargrenze des F.amt unterfliegen?

Lieber @argalf,

schön das du meinen Artikel gelsen hast :). Du bist ein willkommener verknapper meines Spekulationsgutes :D .. ne Spaß beiseite. Schön das du die guten Tropfen wirklich genießt. Da ich Sammler und Genißer bin kann ich deine Entscheidung durchaus nachvollziehen denn zum Trinken wurden Sie gemacht.

Diese Strategien sind wie beschrieben Gedankengängen bzw. Erfahrungen. Da ich diese Strategien nicht excessiv Betreibe bin ich in einem Hobbybereich, welcher wohl ganz Weit entfernt von der Radargrenze des Fiskus ist ... Daher kann ich dir bei der Frage zur Spekulationsfrist nicht wirklich rat geben.

In diesem Sinne

Cheers

Ohne Angabe auf Korrektheit: Sofern keine Gewerbeaktivität vorliegt, sollte es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft handeln. Dieses ist nach einem Jahr steuerfrei, ansonsten entfällt eine Steuer auf die Differenz zwischen Einkauf und Verkauf.

@gammastern, danke für den Hinweis.

Ich trinke nur Sekt und Wein, doch ich kann deine Begeisterung nachvollziehen:)
Genieß
Schönen Sonntag noch

Danke dir auch :) ... Da du das süsse wohl magst wär evtl. Ein Whiskyliquer was für dich ...

In diesem Sinne
Cheers

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