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RE: Warum ich "Klimaskeptiker" (geworden) bin

in #deutsch3 years ago (edited)

Ein paar Punkte deines Posts lassen sich einfach beantworten, andere brauchen längere Analysen, die in der Kommentarseite keine Chance auf Vollständigkeit haben.

aber alle Angesprochenen haben trotz hundertfacher Unterstützung durch Kommentatoren die Offerte abgelehnt.

Vollstes Verständnis dafür, würde ich genauso ablehnen. Wer ständig auf mich schimpft und mir übles unterstellt, der ist offensichtlich nicht in der Lage, eine sachliche Diskussion zu führen, und den werde ich nicht auch noch durch mein Erscheinen den Anschein geben, ein gleichwertiger Diskussionspartner zu sein. Daher verweigere ich, dann kann er sich zwar als Opfer stilisieren, aber bleibt ein Troll.

Zunächst müssten sich beide Seiten auf eine Zählmethode einigen.

Genau so funktioniert Wissenschaft sicher nicht. Man wählt seine Methodik so aus, dass sie den zu untersuchenden Hypothesen objektiv möglichst gut entspricht, und nicht danach, ob der letzte Andersdenkende dann auch noch damit einverstanden ist. Hätte man die Kirche gefragt, welche Beweise denn für das heliozentrische Weltbild nötig wären, würde die Sonne sich heute noch um die Erde drehen.

Wer hat den Wert "97%" festgestellt und mit welcher Methode?

Wie @noobsin (und in Teilen auch du) richtig schreibt, ist dieser Wert ein rein quantitativer, und wissenschaftlich belangloser. Weniger belanglos sind mathematische Annäherungen an Meta-Analysen des vorliegenden wissenschaftlichen Materials, die zu noch wesentlich höheren Sicherheiten kommen. 2 Beispiele: Kokic et al. berechnen die Wahrscheinlichkeit, dass Treibhausgase für die aktuelle Erderwärmung verantwortlich sind, mit über 99,999%. Und S. Lovejoy kommt für die Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch für den Temperaturanstieg verantwortlich ist, auf über 99%. Und die beiden sind jetzt auch schon wieder 6-7 Jahre alt, die neueste Temperaturexplosion ist da noch gar nicht mit drin.
Die Antwort der meisten "Klimaskeptiker" auf solche Analysen: Ad Hominem. Wie du richtig schreibst, entlarvend.

Und dann gibt es noch sehr viel mehr, was wie gesagt das Kommentar sprengen würde. Lass mich vielleicht abschließend sagen, dass ich deine Herangehensweise schätze. Wenn du die Wissenschaft betrachtest, hast du jedes Recht, skeptisch zu sein. Wissenschaft verlangt keinen bedingungslosen Glauben, sondern verlangt es, hinterfragt zu werden. Wenn du das aber tust, wirst du nicht umhin kommen, der Möglichkeit, dass der Mensch sehr wohl für die Erderwärmung verantwortlich ist, eine gewisse - und gar nicht so kleine - Wahrscheinlichkeit einzuräumen.

Und jetzt schlussfolgere selbst: Du hast "Der Schwarze Schwan" von Taleb gelesen. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der Mensch mit seinem Verhalten ein "black swan event" im Klima auslöst und sich selbst auslöscht.
Wofür brauchen wir dann noch den Streit um Wahrscheinlichkeiten???

Es ist eigentlich klar was hier greifen muss:

Das Vorsorgeprinzip.

Sort:  

... würde die Erde sich heute noch um die Sonne drehen.

Und ich Depp dachte, das täte sie tatsächlich. :-)))

looool, dammit, was für ein Fehler. Da rufe ich doch schnell Tante Edit an.

97% aller Gelehrten lagen damals falsch.

Haha. Nur dass diese 97% Gelehrten damals nicht die wissenschaftliche Methode verwendeten, sondern Theologen waren.


->
!BEER

Die positiven Nebeneffekte sehe ich durchaus auch. Vielen Dank für diesen bebilderten Hinweis.

So ein dummer Cartoon - typisch. Als ob alles eitel Wonne wird und es KEINE Verlierer gäbe.

Manni das mürrische Mammut.
Muss schlimm sein, wenn man sich immer als Verlierer sieht.

Angesichts der vielen Dummheit kann man schon mürrisch werden. Keine Ahnung, wie man sich als Verlierer fühlt aber für viele werden die Steuererhöhungen schmerzhaft sein. Oder glaubst Du, dass es das alles umsonst gibt?

...aber für viele werden die Steuererhöhungen schmerzhaft sein

Am Anfang wahrscheinlich ja und dann auch für die falschen. Wenn ich aber sehe was so an Steuergelder für unsinnige Sachen "verbrannt" wird, darf der "Schutz der Zukunft" schon etwas kosten.
Es liegt jetzt allerdings daran etwas taugliches auszuarbeiten. Miesepetrig alles schlecht zu machen führt leider zu gar nichts und macht es am Ende nur teurer.

Oder glaubst Du, dass es das alles umsonst gibt?

Natürlich nicht, aber grad wenn man Kinder hat, sollte einem die Zukunft derer schon etwas wert sein. Meinst du nicht? Diese Weitsicht setze ich bei jemandem mit deinen Qualifikationen eigentlich schon voraus.

Für sinnvolle, durchdachte Aktionen bin ich natürlich zu haben, aber nicht für das, was da derzeit im Fokus ist (Stichwort E-Autos, um nur ein Beispiel zu nennen).

E-Mobilität sehe ich auch eher etwas skeptisch. Sollte jetzt jeder dazu "gezwungen" werden ein E-Auto zu kaufen, wäre die Nachhaltigkeit auch dahin. Noch gute Fahrtüchtige Autos würden gegen E-Autos ausgetauscht werden, deren Herstellung weit mehr Emissionen verursachen als die alten Autos in den nächsten Jahren noch ausstoßen würden. Da ist allerdings der Lobbyismus mit der Automobil Branche schuld.

Vielen Dank für deine ausführliche, fundierte Antwort. Ich stimme in vielen Punkten zu mit einer Ausnahme:

Vollstes Verständnis dafür, würde ich genauso ablehnen.

Oliver Janich macht meiner Wahrnehmung nach keine Angriffe ad hominem. Um ihm zu widersprechen, wird irgendjemand, der kompetent ist, mit ihm diskutieren müssen. Ausgrenzung bringt ihn in eine Opferrolle und stärkt seine Position.

Hast du vielleicht doch Zeit für eine Life-Diskussion mit ihm? Für mich wäre das sehr spannend.

Ich kein Experte auf dem Gebiet. Ich kann die Wissenschaft lesen und verstehen, ja. Aber ich bin nicht umfassend gebildet genug auf dem Gebiet, um jede Aussage sofort im Kopf auf Wahrheitsgehalt überprüfen und entsprechend antworten zu können. Zum diskutieren über das Thema brauche ich meine Recherchetools und Zeit zum Lesen. Und das geht live leider nicht.

Insgesamt habe ich eine doch recht fruchtbare Diskussion ins Rollen gebracht.
Mit Sicherheit entscheiden kann die Frage wohl niemand. Aber ein öffentliches Streitgespäch von wem auch immer mit Oliver wäre für mich höchst interessant.

Vielen Dank nochmals für deine Beiträge.

Auch ich schätze eine fruchtbare Diskussion weit mehr als das gegenseitige Beflegeln, das man sonst oft findet. Also Danke auch dir.

Ja, das hast Du. Und ich finde es auch gut, daß hier "hart aber fair" in der Sache diskutiert wird. Auf Facebook wäre das kaum möglich. Auf Steemit geht es also doch noch. Toll.

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Hey @sco, here is a bit BEER for you. Enjoy it!

"Wissenschaft verlangt keinen bedingungslosen Glauben, sondern verlangt es, hinterfragt zu werden. Wenn du das aber tust, wirst du nicht umhin kommen, der Möglichkeit, dass der Mensch sehr wohl für die Erderwärmung verantwortlich ist, eine gewisse - und gar nicht so kleine - Wahrscheinlichkeit einzuräumen."

Diesen Satz finde ich sehr gut. Ich würde auch sagen, daß der Mensch einen gewissen Einfluss auf die Temperatur bestimmter Regionen hat. Besonders herausheben möchte ich, daß Wissenschaft keinen bedingungslosen Glauben verlangt. Da bin ich 1000% bei Dir.

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