Ⓓ - Das grosse ABC der Dominikanischen Republik 🏝️ Ⓓ wie direkt oder Diskriminierung

in #deutsch2 years ago (edited)

Hola mis Steemians

Die Dominikanische Republik - kurz und bündig erklärt - zu jedem Buchstaben im ABC eine Kurzgeschichte


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Ⓓ wie direkt oder Diskriminierung


Ⓓ wie direkt

Zu Beginn meiner Auswanderung, geprägt von meiner schweizerischen, äusserst indirekten Art wie „Ich hätte gerne/Danke vielmals/Wäre es vielleicht möglich, dass ich...“-Mentalität, wurde ich von der rauen und sehr direkten Tonart der Hauptstädter hier richtiggehend überfahren. So musste quasi mein Konjunktiv, auch zwecks der Integration dem stärkeren Imperativ weichen; und anstatt „Quería un helado de chocolate por favor“(Könnte ich bitte ein Eis haben) hiess es nun „Dame un helado de chocolate!“(Gib mir ein Schokoladeneis).

Das wirkte auf mich zu Beginn sehr unfreundlich und fordernd. Doch schon nach den ersten sprachlichen Gehversuchen(mit Unterstützung meiner Familie) merkte ich, dass ich meine Gesprächspartner mit meinem europäischen Konjunktiv einfach überforderte und total verwirrte. So gewöhnte ich mir sowohl den Imperativ sowie den dazu passenden fordernden Gesichtsausdruck, die Lautstärke, den ungeduldigen Unterton und die schnelle Sprechgeschwindigkeit an.

Ohne diese sprachlich und stimmliches „Ellbögelen“ geht’s in Santo Domingo nicht – das ganz im Gegenteil zu ländlichen Regionen: hier wird viel langsamer, in „normaler“ Lautstärke, freundlicher und geduldiger kommuniziert. Dies erinnert mich auch stark an die sprachlichen Unterschiede zwischen Land und Stadt in der Schweiz.


Ⓓ wie Diskriminierung

Diskriminiert wird hier in der Dominikanischen Republik lautstarkt, offen und ohne schlechtes Gewissen. Jegliche kleinere und auch grössere Minderheiten sind betroffen, seien es:

  • illegale aber auch legale Einwanderer aus Haiti oder Venezuela
  • Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transexuelle
  • körperlich oder psychisch beeinträchtige oder erkrankte Menschen
  • Dunkelhäutige, Arme, Alleinstehende, Unverheiratete, Dicke

die Liste lässt sich beliebig verlängern.


Graffiti: Keine Haitianer = mehr Arbeit + weniger Delikte; das habe ich gefunden an einem Brückenpfeiler in der grossen Hauptstrasse 27 de Febrero in der Hauptstadt Santo Domingo.


Die Diskriminierung kennt hier unterschiedliche Farben und Formen: so werden beispielsweise:

  • Haitianer zu Billigstlöhnen auf dem Arbeitsmarkt ausgenutzt
  • sind oftmals Opfer von körperlichen Übergriffen
  • erhalten nicht die ihnen zustehenden Rechte
  • Schwule wiederum werden ab und an einfach so von der Polizei abgeführt
  • Psychisch erkrankten Menschen wird kaum geholfen, sodass diese oft einfach unbehandelt auf der Strasse leben müssen.
  • und Dunkelhäutige müssen bei jedem Militärcheckpoint in der Nähe zur dominikanisch-haitianischen Grenze ihren Ausweis zeigen


Übergriffe auf Haitianer nach dem Mord an einem jungen, 18-jährigen Dominikaner. Die Familie des Getöteten Dominikaners klagt zwei Haitianer des Mordes an, daraufhin bildet sich schnell ein Mob aus Dominikanern. Dieser Mob geht danach auf jegliche Haitianer los und misshandelt diese massiv.


Morgen gehts mit E wie Einheimischer weiter. Also wieder vorbeischauen

Hier geht's zu den weiteren Buchstaben des ABC der Dominikanischen Republik:

Hasta luego.
mikeCee aka Captain Mike Sparrow the steemian of the caribbean


@limesoda



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