Santorin – meine griechische Trauminsel!

in #travel4 years ago (edited)

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Heute möchte ich Euch von der für mich persönlich schönsten Insel der Kykladen erzählen – SANTORIN (griech.: Santorini). Sie ist die erste, der vielen von mir besuchten Inseln Griechenlands und seither mein Favorit geblieben. Kaum eine andere Insel der Ägäis ist so einzigartig wie Santorin! Die Postkartenfotos von Santorin sind auf der ganzen Welt ein Synonym für Griechenland geworden.

Die Inselgruppe ist der Überrest eines etwa 1600 Jahren v. Chr. ausgebrochenen Vulkans, der in sich zusammengestürzt ist. Nur der Kraterrand ist stehen geblieben, der Krater (Caldera) ist nun mit Wasser bedeckt.

Bereits der Anflug auf die Insel ist ein Erlebnis. Die Flugbahn ist sehr kurz und auch für geübte Piloten eine Herausforderung. Ist man gut gelandet bleibt die Qual der Wahl, wo man nun seine Unterkunft sucht. Ich möchte Euch kurz vier der Haupttouristenorte näherbringen. Die Insel lebt seit Jahren hauptsächlich vom Tourismus, was aber aufgrund der Einzigartigkeit nicht abschrecken sollte. Auf der einstigen Vulkaninsel ist nur wenig Landwirtschaft, hauptsächlich Weinanbau, möglich.

Hauptort direkt am Meer: KAMARI

Kamari wächst eigentlich seit ich es kenne. Es liegt direkt am Meer und am Fuße eines Felsen, mit dem "Profitis Ilias" (Berg und Kloster) als der höchsten Erhebung. Dieser Berg trennt die beiden Touristenorte Kamari und Perissa und ist der älteste Teil Santorins. Schön finde ich, dass es in Kamari eine alte Uferpromenade zum Flanieren gibt, an der sich Restaurants, Bars und Geschäfte aneinanderreihen.

Davor liegt einer der Hauptstrände der Insel, ein eher grober dunkler Kieselstrand. Er fällt schnell in tieferes Wasser ab. Am Strand gibt es mehrere Wassersportstationen (Wasserski, Surfen, eine Tauchschule etc.). In Kamari findet man alles was das Touristenherz begehrt. Beliebt sind natürlich die Hotels an der Strandpromenade und direkt dahinter.

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Eine Wanderung auf den Felsen/Berg ist schon aufgrund der tollen Aussicht empfehlenswert und auch für ungeübte Wanderer machbar, vor allem am Abend, wenn es abkühlt. Ob es inzwischen noch die Esel zu mieten gibt, auf denen Touristen hochreiten können, weiß ich nicht genau. Kamari ist auch verkehrstechnisch gut erschlossen, von hier erreicht man alle Orte auf der Insel. Der Ort liegt in der Nähe des Flughafens, was mich persönlich jedoch nie gestört hat.

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Die Inselhauptstadt: THIRA

Der westliche Teil der Insel fällt in einer 300 m hohen Steilküste ins Meer ab. Auf der Spitze thront Thira. Die Häuser sind in den Steilhang hinein gebaut und unzählige schmale Gässchen winden sich durch das weißblaue Häusermeer. Hier hatten wir uns einmal ein Appartement gemietet, mit einer Terrasse, auf der man den fast täglichen, kitschigen Sonnenuntergang genießen konnte. Strand gibt es hier keinen, aber unzählige Pools sind bei den Hotels und Appartements vorhanden.

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Wenn man abends durch die schmalen Gassen spaziert, kann man in den vielen griechischen Tavernen schmackhaft essen, oder in einer Bar mit Liegestühlen bei Sonnenuntergang den Tag ausklingen lassen. Manchmal kann man Hochzeiten beobachten, von Touristen, die auf den Terrassen von Thira den Bund fürs Leben schließen – natürlich bei Sonnenuntergang.

Am Fuße der Steilküste gibt es einen kleinen Hafen, der mit einer Seilbahn mit Thira verbunden ist. Dort legen die großen Kreuzfahrtschiffe an. Für die ganz Sportlichen führt auch ein Fußweg mit 566 Stufen nach oben.

Der allgemeine Hafen für Fähren liegt weiter südlich. Eine Anreise auf die Insel mit einer Fähre (z.B. von Piräus aus) ist in der Hauptsaison täglich möglich und auch eine schöne Erfahrung durch die Caldera zu schippern, ganz klein am Fuße der hohen Steilküste.

Die Grenzen zwischen Thira und den benachbarten Dörfern Firostefani und Imerovigli ist inzwischen fließend, sie sind über die Jahre fast zusammengewachsen.

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Der Ort am nördlichsten Ende der Insel: OIA

Der Ort Oia ist etwas beschaulicher. Viele Touristen kommen erst zum legendären Sonnenuntergang in den Ort, mit Mietautos und Bussen reisen sie am späten Nachmittag an. Der beste Platz um den Sonnenuntergang zu beobachten ist das Kastell. Besonders sehenswert sind die natürlichen Grotten in der Kraterwand die teilweise als Wohnungen dienen und an Touristen vermietet werden. Von hier aus hat man einen malerischen Blick auf die Caldera.

Die Sehenswürdigkeiten von Oia sind die dem Schutzpatron der Seefahrer gewidmete Kirche Agios Niolaos und das Schifffahrtsmuseum. Es gibt auch zahlreiche Galerien mit volkstümlicher Kunst, Schmuck und handgewebten Teppichen. Nach dem Sonnenuntergang kann man in den Fischtavernen ein genussvolles Mahl zu sich nehmen.

Unterhalb von Oia, liegt der dunkle Kiesstrand Amoudi, ein recht großer und beliebter Strand, zu dem regelmäßig Busse fahren.

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Der zweite große Touristenort: PERISSA

Dieser Ort liegt ähnlich wie Kamari, direkt am Meer mit einem sehr dunklen Lava-Kiesstrand, dem längsten der Insel. Hier findet man kleine bis mittelgroße Hotelanlagen, Restaurants, Bars, Discos und alle möglichen Geschäfte, inzwischen sogar ein Shopping-Center. Ich persönlich ziehe jedoch Kamari vor, da es trotz Massentourismus irgendwie seinen „Fischerdorf-Charme“ beibehalten hat.

Ausgrabungen von AKROTIRI:

Ein Ausflug zu den Ausgrabungen von Akrotiri ist höchstinteressant. Die Ausgrabungsstätte erstreckt sich über 10.000 m2 und ist überdacht, was den Besuch in den heißen Sommermonaten zu einem schweißtreibenden, jedoch lohnenswerten Erlebnis macht.

Hier wurden in Asche und Bimstein konservierte Gebäude, sogar ganze Straßenzüge, Häuser und Räume freigelegt. Menschliche Überreste fehlen, daher wird vermutet, dass sich die Bewohner dieser Siedlung vor dem Vulkanausbruch in Sicherheit bringen konnten. Auch zahlreiche Gegenstände aus dieser Zeit sind zu besichtigen.

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Von Christos Koudounis - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Schon im Jahr 1990, als ich die Insel das erst mal besuchte, waren die Wasserressourcen begrenzt. Aufgrund der geringen Niederschläge wird das Wasser vom Festland in riesigen Tankern auf die Insel transportiert. Das Trinkwasser wird in großen Einweg-Wasserflaschen in Geschäften verkauft. Das Wasser aus der Leitung ist nicht genießbar.

Ein Tagesausflug mit einem Ausflugsboot auf die Schwesterninsel Thirassia, der allerorts angeboten wird, ist eine tolle Abwechslung zum Badeurlaub. Thirassia hat um die 150 Einwohner und es gibt nur wenige Touristenunterkünfte.

Wer Santorin mit etwas Beschaulichkeit erleben möchte, sollte sie in der Vor- und Nachsaison besuchen. Vor allem im August, dem Haupturlaubsmonat vieler Athener, ist sie stark besucht.

Santorin ist fast kitschig schön. Jedes der weiß-blauen Postkartenmotive verblasst vor der beindruckenden Realität, die man nur begreifen kann, wenn man sie selbst erlebt hat. Ich werde sicher wiederkommen!

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P.S. Ich musste großteils auf Fotos von pixabay.com zurückgreifen, da meine alten Fotos noch Papierfotos sind und der Scan davon nicht gerade qualitativ optimal ist. Danke für Euer Verständnis.

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Ausgerechnet letzte Nacht hab ich von einem kleinen Cafe oder Taverne aus Griechenland geträumt, nun deinen post gesehen, möglicherweise ein Zeichen mit dem Bootl dorthin zu fahren, lg

Das ist erstaunlich ..... ja vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl ;)) LG

Olala. Das hat jetzt aber Urlaubserinnerungen wachgerufen... Wunderbar beschrieben! Auch eine Insel, die ich gerne wieder besuchen möchte!

Danke Dir. Ich kenne niemand der Santorin nicht mag. Alle denen ich es empfohlen habe, waren begeistert.

Ist doch merkwürdig! :) Liegt vermutlich daran, dass wirklich alles passt! Man fühlt sich einfach vom ersten Tag an wohl! Ist nicht überall in Griechenland so!

Die Lage und die Aussicht ist wirklich herrlich wie ein Stück aus dem Paradies. Aber leider hält nie was ewig, irgendwann werden diese schönen Plätze verschwinden

Naja einen Vulkanausbruch hat die Insel schon überstanden, ich hoffe sehr, sie bleibt so wie sie ist.

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