Das Recht auf Reparatur für Tech-Geräte

In den USA bahnt sich eine Sensation an. US-Präsident Joe Biden hat eine Präsidentenverfügung erlassen, welche besagt, dass die Hersteller von technischen Geräten, ihren Kund*innen zukünftig nicht mehr verbieten dürfen, ihre Geräte selbst zu reparieren. Die Federal Trade Commission hat nun die Aufgabe für einen diesbezüglichen Gesetzestext zu sorgen.

In den USA gibt es schon seit einiger Zeit Initiativen, welche das Recht auf Reparatur für die Konsument*innen einfordern wollen. Der Erlass des US-Präsidenten ist nicht nur ein Meilenstein für die USA, sondern wird auch Auswirkungen auf die ganze Welt haben. Es ist schwer vorstellbar, dass die Hersteller ihre Produkte in Zukunft für jedes Land anders anpassen. Sie werden die Geräte eben generell anpassen und nicht nur für die USA.

Besonders stark hat sich, für das Recht auf Reparatur, die Initiative iFixit eingesetzt. Der Geschäftsführer von iFixit, Matthias Huisken, setzt sich sogar dafür ein, dass Smartphones, aus der Sicht der Klima- und Umweltpolitik, erst dann ersetzt werden sollten, wenn ein neues Produkt im Gebrauch soviel energie- und ressourceneffizienter ist, dass es die Emissionen aus der Produktionsphase ausgleicht. Dieser optimale Zeitraum liegt bei den derzeitigen Geräten zwischen 25 und 232 Jahren.

Aus der heutigen Sicht ist es unrealistisch, dass wir unsere Smartphones 25 Jahre oder noch länger nutzen. Wenn wir allerdings von der derzeitigen durchschnittlichen Nutzungsdauer von zwei Jahren ausgehen, dann wäre es schon ein ausgezeichneter Entwicklungsschritt, wenn die Smartphones in Zukunft vier Jahre genutzt würden. Dafür bräuchte man Ersatzteile, welche min. fünf Jahre zur Verfügung stehen müssten.

Wenn es innerhalb der EU gelingen würde, die Lebensdauer jedes Smartphones um lediglich ein Jahr zu verlängern, dann ergäbe dieses eine jährliche Einsparung von 2,1 Millionen Tonnen CO². Nach den Angaben der Entsorger, erzeugt übrigens jeder Europäer einen jährlichen Haushaltsmüll in der Höhe von 488 Kilogramm. Alleine die Verpackung macht bereits 176 Kilogramm aus.

Die Hälfte aller Treibhausgase entsteht beim Abbau und bei der Verarbeitung de neuen Rohstoffe, welche bei der Wiederverwendung geschont werden. Heutzutage gelangen nur zwölf Prozent der genutzten Rohstoffe zurück in den Wirtschaftskreislauf. Der Schritt zu langlebigeren Produkte und mehr Recycling würde im Kampf für den Klimaschutz, einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Hersteller werden mit dem Erlass des US-Präsidenten keine große Freude haben. Sie sind es doch, welche ständig dafür sorgen, dass neue Modelle auf den Markt kommen, damit die Kund*innen in möglichst kurzen Abständen die neuen Geräte kaufen. Die EU schlägt schon seit längerer Zeit vor, dass sich die Hersteller weg vom Warenverkauf und hin zu den Dienstleistungen bewegen sollten. Die Hersteller müssten davon abgebracht werden Waren zu verkaufen, welche eine begrenzte Haltbarkeit haben.

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