Die Leuchtqualle (Pelagia noctiluca)

in #photography3 years ago

Bei eines unserer Tauchgänge in dieser Woche, hatten wir die Möglichkeit, wunderschöne Leuchtquallen oder auch Feuerquallen genannt, zu beobachten. Vom griechischen übersetzt heißt pelagós „Meer“ und noctiluca „die Nachtleuchtende“. Wir haben diese wunderbaren Lebewesen nicht spezifisch gesucht, aber beim Sicherheitsstopp auf 5 Meter Tiefe, schwammen diese nicht unweit von uns entfernt. So faszinierend diese Lebewesen auch sind, allzu nahe sind wir doch nicht gegangen. Da zurzeit die Wassertemperatur eher hoch ist und zwischen 24 bis 28° C schwankt, begegnet man die Leuchtquallen öfters.

Weltweit werden über 2600 Arten von Quallen oder auch Nesseltiere gezählt, welche nur aus Wasser und einer gallertartige Masse bestehen. Diese Schirmqualle kann einen Durchmesser von 10 bis 12 cm und eine Länge von bis zu 3 Meter erreichen. Wie auf dem Foto gut ersichtlich ist, haben die Leuchtquallen 8 dünne, stechende Tentakel, die aus dem Schirmrand hervortreten und 4 arme die vom Mund herabhängen. Teilweise erscheinen diese einzigartigen Lebewesen fast durchsichtig und sind deswegen sehr schwierig zu entdecken.

Warum leuchtet aber die Leuchtqualle? Sehr bunt, phosphoresziert diese Qualle, wenn sie gestört wird und hinterlässt einen leuchtenden Schleim zurück, welches auch "Malvengelee" genannt wird. Durch wissenschaftliche Untersuchungen, konnte in der Quallenhaut das lichtempfindliche Aequorin nachgewiesen werden. Kommt dieses mit Kalziumionen in Verbindung, entsteht anschließend Licht. Das hört sich sehr nach Chemie an, aber vielleicht hat sich dies auch jemand von euch gefragt :-).

Als Taucher oder auch als Schwimmer sollte man einen sicheren Abstand vor den Leuchtquallen bewahren und vorsichtig sein, dass man die Fangarme nicht berührt. Bei der geringsten Berührung, wird von den Nesselkapseln ein Gift herausgeschossen. Bei Kontakt ist dies sehr schmerzhaft (ähnlich wie Brennnesseln) und die Folge können sogar starke Verbrennungen oder Schwellungen sein. Typischen Symptome sind ebenfalls Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe. Gerade im Wasser sollte man deswegen sehr vorsichtig sein, da ein Tauchanzug manchmal auch nicht genug schützt. Quallenstiche sind aber nur selten lebensbedrohlich.

Beim Quallenstich kann man als Sofortmasnahme, die betroffenen Stellen mit Salzwasser behandeln. Falls vorhanden, wäre das Auftragen von Rasierschaum auch eine gute Möglichkeit, da der Schaum die Ausbreitung des Quallengifts verlangsamt. Danach sollte man vorhandene Quallententakel von der Haut lösen und sich so wenig wie möglich bewegen. Was man nicht machen sollte, ist die Stellen mit Süßwasser, Essig oder Urin zu behandeln. Ein Gang zum Arzt ist zwingend nötig, wenn die Symptome sehr stark sind und die Schmerzen nicht nachlassen.

Die Fotos haben wir in Padang Bai, das ist ein Tauchplatz im Süd-Südosten von Bali, aufgenommen.

Sonnige Grüße aus Bali
Prisca  

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