Am I an artist?
English
The question of all questions: Am I an artist?
I don't know.
In the past I was often told that I was one. But I was never really aware of it. I often asked myself what it was that makes an artist.
Was it which can do? Drawing/painting? Anyone can learn that. It's like a muscle you can train yourself. I draw/paint since my childhood, so it is a muscle that has developed with me.
The way of life or the lifestyle? Which way of life or which lifestyle? Is there the right lifestyle for an artist? Does a certain lifestyle constitute an artist? Parties, drugs, women, drinking wine, philosophizing? Isn't that just a cliché?
The thinking, the attitude and perhaps the feeling associated with it? What kind of thinking, attitude and feeling should or could artists have in order to be considered artists?
Then creativity? No, definitely not. It's a prerequisite, but definitely not a must. Every person is creative in his own way.
These questions often occupied me before until I came to the conclusion that it is pointless to ask myself these questions. There is no formula to be anything. Either you are or you are not. Today I still don't know if I am an artist but there are people who see me as one and I think that's what defines me. Maybe this inner struggle I waged was simply because I wanted to do justice to the people who saw me as such. But I did not need that at all. I still just had to be myself, everything around me had already developed and built up by itself because i am myself. I am real and all around me is made of this.
To be an artist does not mean to draw/paint every day. To be an artist does not mean to deal with art day and night. It also doesn't mean to be creative all the time. Or to know art literature from beginning to end by heart. No, you don't have to be a cliché artist to be an artist. It wouldn't be real to be able to do all that. It would be superimposed. And fortunately I never did it. I like to philosophize, drink wine or read something about art but I do it because I want it, because I feel like it and not because I have to.
Deutsch
Die Frage aller Fragen: Bin ich ein Künstler?
Ich weiss es nicht.
Mir wurde in der Vergangenheit oft gesagt, dass ich einer sei. Ich war mir darüber aber nie so richtig bewusst. Ich fragte mich selbst sehr oft was einen Künstler denn ausmache.
War es vielleicht das können? Welches können? Zeichnen/Malen? Das kann eigentlich jeder lernen. Es ist wie ein Muskel den man sich antrainieren kann. Ich zeichne/male seit meiner Kindheit, von daher ist doch ein Muskel der sich mit mir selbst entwickelt hat.
Die Lebensweise bzw der Lifestyle? Welche Lebensweise oder welcher Lifestyle? Gibt es denn den richtigen Lifestyle für einen Künstler? Macht ein bestimmter Lifestyle einen Künstler aus? Partys, Drogen, Frauen, Wein trinken, philosophieren? Ist das nicht einfach nur ein Klischee?
Das Denken, die Einstellung und vielleicht das damit verbundene Gefühl? Welches denken, welche Einstellung und welches Gefühl sollten oder müssten denn Künstler haben um eben als Künstler zu gelten?
Dann eben die Kreativität? Nein, ganz bestimmt nicht. Es ist zwar eine Vorraussetzung dafür aber defintiv kein muss. Jeder Mensch ist auf seine Weise kreativ.
Diese Fragen hatten mich früher oft beschäftigt bis ich dann darauf kam, das es doch sinnlos ist sich diese zu stellen. Es gibt keine Formel um etwas zu sein. Entweder man ist es oder man ist es nicht. Ich weiss heute immer noch nicht ob ich ein Künstler bin aber es gibt Menschen, die mich als einen sehen und ich glaube, das macht mich aus. Vielleicht war dieser innere Kampf, den ich führte, einfach nur deshalb, weil ich den Menschen, die mich als solches ansahen, einfach nur gerecht werden wollte. Doch das brauchte ich gar nicht. Ich musste weiterhin einfach nur ich selbst sein, alles drum herum hatte sich doch schon von selbst dahin entwickelt und aufgebaut. Also war es echt. Also bin ich echt.
Ein Künstler zu sein bedeut nicht jeden Tag zu zeichnen/ zu malen. Ein Künstler zu sein bedeutet auch nicht sich Tag und Nacht mit Kunst zu beschäftigen. Es bedeutet auch nicht unentwegt kreativ zu sein. Oder Kunstliteratur vom Anfang bis zum Ende auswendig zu können. Nein, man braucht kein Klischee-Künstler zu sein um ein Künstler zu sein. Das alles zu können und zu machen wäre nicht echt. Es wäre aufgesetzt. Und zum Glück habe ich es nie gemacht. Ich philosophiere gerne mal, trinke auch gerne mal einen Wein oder lese etwas über Künstler aber ich mache das weil ich es will, weil ich Lust darauf habe und nicht um es zu müssen.
De: das Bild hier locker 5 oder 6 Jahre alt und ist noch aus meiner alten Wohnung
En: this picture is surely 5 or 6 years old and from my old appartment
Back then, when I walked in and out at the art academy here in Düsselorf as if I were an art student there, many art students didn't get along with me. They learned everything from the great artists of our history, they learned how to mix colors correctly, which color would fit which one, how to adjust contrasts, which brushstroke is good for which technique, what artists from Paris and New York said etc... I didn't do anything like that and still got more attention than them. In spite of the bad taste that some people had against me, I still had a great time with some cool people there. I still have contact with some of them today, even if it's not so active anymore.
Sometime in the course of time I understood: some things you can't learn, it is still there, you can do it, you love it and you live it.
I know that reads/sounds very arrogant, but that's not the way it goes. It's just self-confidence and that comes with it and nothing more than that. You need it. Or better said, you just have it when you do what you love.
Arrogance would be if I thought that nobody could hold a candle to me. This is not the case. I always learn new things and I like to listen to criticism. Sometimes less sometimes more but in the end I think about the criticism and if it fits, I accept it, if it helps me, and try to implement it somehow. But I also make a difference from whom comes it from. If a layman who doesn't understand the subject wants to explain my work to me, then I listen to him, but usually it end there. But you shouldn't underestimate people in general. Sometimes great spirits hide themselves in people to whom one would not expect that. But in general I weigh very much what comes from whom and how. But I think that's what many people do who are sure their work or what they love to do.
Sometimes you should also pay attention, because sometimes behind a criticism there hides only envy and mistreatment, which wants to unsettle you. I've had that before. But meanwhile I know very well how to distinguish between assholes and people who want to help you.
Yes, it is very difficult... Especially when you're a person who often questions himself... It's a back and forth and never so easy, but what's easy in life? You know what i mean?
Damals, als ich in der Kunstakademie rein und raus lief als wäre ich dort ein Kunststudent, kamen viele Kunststudenten auf mich nicht klar. Sie lernten alles von den großen Künstlern unserer Geschichte, sie lernten wie man Farben richtig mischt, welche Farbe denn zu welcher passen würde, Kontraste rchtig anpassen, welcher Pinselschwung gut für welche Technik ist, was Künstler aus Paris und New York so sagten etc pp... Ich hingegen tat nichts dergleichen und bekam trotzdem mehr Aufmerksamkeiit als sie. Trotz der mistgunst, die einige gegen mich hegten hatte ich dennoch eine tolle Zeit mit einigen coolen Leuten dort. Mit manchen habe ich heute immer noch, auch wenn es nicht mehr so rege ist, kontakt.
Irgentwann im laufe der Zeit begriff ich es dann: einige Dinge kann man nicht Lernen, man kann sie einfach, man ist es, man liebt es und man lebt es.
Ich weiss, dass liesst/hört sich sehr arrogant an aber das ist es keines wegs. Das ist einfach nur Selbstsicherheit und das damit verbundene Selbstbewusstsein. Man braucht es. Oder besser gesagt man hat es einfach wenn man das tut was man liebt.
Arroganz wäre, wenn ich denken würde, dass mir niemand das Wasser reichen könne. Das ist nicht er Fall. Ich lerne immer wieder neue Dinge dazu und ich höre mir gerne auch Kritik an. Manchmal weniger manchmal mehr aber am Ende denk ich über die getätigte Kritik nach und wenns passt, nehme ich sie, sofern sie mir auch weiter hilft, an und versuche sie irgentwie zu implementieren. Aber ich mache hier auch unterschiede von wem sie kommt. Wenn mir ein Laie, der nichts vom Fach versteht, mir meine arbeit erklären will, dann höre ich ihm zwar zu, aber meistens wars das auch. Nur sollte man hier den Menschen im allgemeinen nicht unterschätzen. Manchmal verstecken sich grosse Geister in Personen, denen man das nicht zumuten würde. Aber generell wiege ich sehr ab was von wem wie kommt. Ich denke aber das machen viele die sich ihres sicher sind.
Manchmal sollte man auch aufpassen, denn manchmal versteckt sich hinter einer Kritik auch einfach nur Neid und Mistgunst, was dich verunsichern will. Das hatte ich auch schon öfters. Aber mittlerweile weis ich sehr gut zwischen Arschlöchern und Leuten, die einem eine Hilfestellung geben wollen, zu unterscheiden.
Ja, es ist sehr schwer... Vorallem, wenn man eine Person ist, die sich auch oft selbst hinterfragt... Es ist ein hin und her und nie so ganz einfach, aber was ist denn schon einfach im Leben? Oder?
Sehr gut geschrieben! Genau so sehe ich das auch. :)
danke @remotehorst23 :)
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Hi, @oendertuerk!
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