RE: 🌈 Der Gigant │ The Giant 🦋
Deine Beobachtung ist treffend für gesamt Deutschland. Maßgeblich ist der Verlust von Lebensraum für den Rückgang der Biomasse verantwortlich. Der ungezügelte Flächenfraß ist das größte Übel. Immer mehr kleine Bauern müssen großen Agrarkonzernen weichen. Das schafft Monokulturen die keinen Lebensraum für Insekten und deren Futterpflanzen übrig lassen. Korridore für Insekten werden mit modernen Geräten mehrfach im Jahr gemäht. Überdüngung und Pestizide erledigen den Rest. Hier fehlt es der Politik einfach an Weitsicht und der Gedanke von Nachhaltigkeit existiert faktisch nicht. In Deutschland gibt es in den verschiedenen Regionen deutliche Unterschiede. Unterfranken gehört ohne jeden Zweifel zu den Regionen mit einer noch hohen Biodiversität. Der Norden ist hier deutlich schlechter gestellt. Der große Eisvogel kann sich in im Zeitzer Forst nur behaupten weil es sich um ein Militärgebiet handelt. Die ausgedehnten Bestände an Pappeln und das besondere Klima dort oben scheinen dem Falter zu gefallen. Die Raupen können sich nur in diesem kühlen klimatisch begünstigten Raum optimal entwickeln. Bei uns im Spessart ist es zu warm geworden für diesen Falter. Aber nicht alles ist negativ zu sehen. Es wandern auch Arten aus dem Süden zu uns ein. Ein Beispiel ist der kurzschwänzige Bläuling oder der große Feuerfalter. Lange wird es nicht mehr dauern bis die europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) den Weg zu uns in den Spessart finden wird. Es ist alles im Wandel und es liegt an uns was wir daraus machen.
Moin,
es wird generell ein Umdenken erforderlich sein, wenn die Biodiversität erhalten und wieder gewonnen werden will.
Ich denke auch, dass der enorme Autoverkehr und die Versiegelung der Flächen ihr übriges tut.
Die Folgen von Windkraftanlagen die Abermilliarden Sekten jedes Jahr schreddern eingeschlossen.
Schlussendlich ist ein Ökosystem ein sehr komplexes Gebilde - in dem auch Vögel und deren Bestände für einen Ausgleich und die Dezimierung von Fressfeinden sorgen und einen Beitrag zur Biodiversität leisten.
Freilich ist das mehrfache Mähen von Grasslandschaften und Wildwiesen der Entwicklung einer nachhaltigen Biodiversität im natürlichen Zyklus des Lebensraumes der Art abträglich.
Disteln findet man in unserer Region so gut wie gar nicht mehr. Alles was nachwächst - als Unrkaut in den Augen der Eigenheimbesitzer ist - wird gejätet usw. weil es das vermeintlich ästhetische Bild eines "gepflegten" Gartens stören würde -anstatt die Dinge einfach so wachsen zu lassen, wie die Natur es für richtig hält.
Beste Grüße!
!COFFEEA