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RE: Hey, Assi Holger, was geht ab?
Ich glaube allerdings, heute hat das Wort "Assi" eine etwas andere Konnotation. Während es zu DDR-Zeiten wirklich asozial bedeutete, also eine Einstellung war oder ein Verhalten, womit Menschen bezeichnet wurden, die der Gesellschaft auf der Tasche lagen, wird es heute mehr verwendet um auszudrücken : "das ist dämlich, das ist mir zu blöd, fauler Mensch, das ist unter meiner Würde, das ist nicht akzeptabel".
Zu DDR-Zeiten gab des unter Vorbestraften sogar den Straftatbestand von "Assi". Fragte einer den anderen, warum hast du gesessen? dann sagte der, der keinen Bock auf Arbeit hatte und deswegen in den Knast kam, wegen Assi.
In der DDR konntest du der Gesellschaft ja nicht auf der Tasche liegen, da es keinerlei Unterstützungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Ähnliches gab. Dort wurdest du von Staatsseite als asozial bezeichnet, wenn du eben z.B. keiner Arbeit nachgegangen bist, und damit meine ich nicht eine Anstellung, wo auch immer du malocht hast.
Mein Umfeld wusste, dass ich schon in frühen Jahren viel Geld verdient habe. Wenn man mit 15 oder 16 Jahren eine Lokalrunde nach der anderen schmeißt – zu meinem 17. Geburtstag habe ich einen ganzen Zeltplatz zu meinem Geburtstag eingeladen –und zu meinen 18zehnten wurde im Freien mit Band gefeiert, dann hat das sicherlich nichts damit zu tun, wer, wenn man auf der Tasche liegt.
In meiner Stasi-Akte und Betriebsakte sowie in der Lehrakte steht, dass der Jacob ein asoziales Verhalten an den Tag legt. Darunter fiel auch, wie jemand ausgesehen hat, eben lange Haare, die nicht der Norm entsprachen. Ich habe das eben gelebt; manch anderer hätte sich das nicht getraut.
Ich muss mal einige Dokumente einscannen. Leider ist das meiste verloren gegangen, aber Teile meiner Betriebsakte habe ich noch irgendwo rumliegen.