Die Hochmoor Mosaikjungfer - eine vom Aussterben bedrohte Edellibelle...


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Macrofoto eines weiblichen Exemplars der Großlibelle Aeshna subarctica - Foto und Copyright - www.indextrader24.com

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Die Hochmoor Mosaikjunger, lat. Aeshna subarctica gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 10 cm zu den inzwischen stark gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Arten und gehört in Europa zu den größten vorkommenden Libellenarten.

Das hier von mir fotografierte Exemplar begegnete uns an einem stürmischen Tag auf Sylt hinter den Sekundärdünen bei Kampen, wo es sich in einer der Wildrosen vor den Sturmboen und eventuellen Fraßfeinden gut getarnt versteckte.


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Gut getarnt Aeshna subarctica in einer Wildrose auf Sylt - Foto und Copyright - www.indextrader24.com

Das rund 8 Zentimeter lange Exemplar eines Weibchens einer mutmaßlichen Hochmoor Mosaikjungfer mit ihren typisch gelben Flecken stellt eine fotografische Rarität in der Naturfotografie dar.

Die Flugzeit dieser Libellenart liegt in der Zeit von Juli bis September. Das Vorkommen dieser Libellengattung auf Sylt ist mir bislang unbekannt gewesen und auch habe ich dazu bislang keine Beschreibung finden können. Laut des Atlas für Libellen in Schleswig Holstein ist diese seltene Libellenart bislang auf den Inseln der schleswigholsteinischen Nordseeküste bislang noch nie gesichtet worden. In vielen Teilen Schleswig Holsteins gilt diese seltene Libellenart, die überwiegend in Nord und Osteuropa noch vorkommt und auf Moore angewiesen, teilweise seit Jahrzehnten schon als verschwunden.

Ihr Vorkommen auf Sylt erkläre ich mir durch die auf Sylt unter Naturschutz stehenden Dünenlandschaften und die vermutlich feuchten und von süßen Grundwasserkissen abseits des Salzwasser gespeisten Dünentäler im Bereich hinter den seeseitigen Sekundärdünen. Für den Bereich Rantum ist auf Sylt das Vorkommen von Torfmoosen bereits beschrieben. Da das Foto in der Nähe von Kampen entstand gehe ich davon aus, dass ähnlich feuchte Dünentäler und moorige Dünentümpel diesen Großlibellen ein entsprechendes Habitat bieten.

In Schleswig Holstein kam diese Libellenart noch bis in die 70´er Jahre des letzten Jahrhunderts noch recht häufig vor. Für Sylt hingegen ist sie bis heute noch nie beschrieben worden.

202008150209 Atlas der Libellen Hochmoor Mosaik Jungfer.png

Denkbar ist, das auf Grund der Zerstörung der Moore in Schleswig Holstein einige Exemplare in den kargen Dünentümpeln auf Sylt in den Naturschutzgebieten ein neues Zuhause gefunden haben. Bemerkenswert ist dabei, dass sie dort offenbar bislang noch nie beschrieben wurde.

Zwischen 1985 und 1995 gab es in Schleswig Holstein noch 25 Meldungen dieser seltenen Libellenart. Fotos von Weibchen gelten inzwischen als Rarität.

Da ich allerdings kein Fachmann für Libellen bin, wäre es auch denkbar, dass ich hier ein Weibchen der häufiger vorkommenden Herbst Mosaiklibelle gemacht habe, die lateinisch als Aeshna mixta häufig auf den friesischen Inseln angetroffen wird und ein T-förmige bis dreieckige Zeichnung knapp hinter den Flügeln haben soll...

Vielleicht gibt es hier Libellenexperten, die eine genaue Zuordnung des fotografierten Exemplars vornehmen können, denn bei weltweit 2800 Arten von Großlibellen fehlt mir schlichtweg die fundierte Expertise hier eine genauere Zuordnung vornehmen zu können...

Sollte es sich tatsächlich um eine Hochmoor Mosaik Jungfer handeln, dann wäre es die Erstbeschreibung für Sylt...

Category:Macrophotography Nature
Camera:Xiaomi Redmi Note 8
Lens:Quad Lens Smartphone
Aufnahme:
Location:Dünental bei Kampen auf Sylt / Germany

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klasse post....und wunderschöne fotos gemacht-lg

Moin,

herzlichen Dank für das Lob. Es stürmte schon arg, so dass die Libelle es offenbar vorzog sich bei den Aufnahmen nicht aus dem Staub zu machen und lieber in ihrem Versteck reglos hängen zu bleiben.

Nur so war es möglich sich hier behutsam zu nähern und den Auslöser zu betätigen.

Insgesamt habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass einige Libellen recht neugierige Wesen zu sein scheinen.

Faszinierend sind sie allemal - wobei Großlibellen wie die Mosaikjungfer - mir doch mit ihren ruckartigen Flugbewegungen nur selten für ein Foto Model stehen... :o)

Liebe Grüße in den Süden...

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