"markets are random"?
Nein, Märkte bzw. Preise von Marktgütern, Unternehmen oder Assets sind nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis eines deterministischen Prozesses. Die Aktionen von Milliarden Marktteilnehmern, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden und zwischen denen es vielfältige Wechselwirkungen gibt, führen zur Bepreisung von Gütern, Unternehmen und anderen Assets.
Dieses "System" ist hochkomplex und für Menschen nicht komplett zu verstehen. Aber man kann versuchen, die wesentlichen Treiber der Ökonomie zu identifizieren und ausgehend von dem eigenen Systemverständnis und öffentlichen Informationen Prognosen zu erstellen.
Manche Menschen können das gut und viele Menschen können das nicht oder zumindest schlecht.
Stanley Druckenmiller ist ein Beispiel eines erfolgreichen Investors: In 30 Jahren (d.h. 120 Quartalen) hatte er nur 5 Quartale mit negativem Ergebnis und kein einziges negatives Jahr. Random? Unwahrscheinlich.
Investieren ist am Ende ein Wahrscheinlichkeitsspiel. Wenn man überdurchschnittlich gut prognostiziert und ausreichend diversifiziert, ist die Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich hoch, dass man davon profitiert.
Leute wie dieser Druckenmiller sind, falls sir nur in Aktien investieren bzw. alles ohne Theta-Komponente tatsächlich statistische outlier.
Eugene Fama dürfte das abschließend geklärt haben. Lässt man 1 Millionen Menschen gegeneinander Münzen werfen, wird es am Ende einen Sieger geben.
Ist das ein Experte im Münzwerfen.
Buffett ist deshalb so erfolgreich, weil die Märkte noch nicht so effizient waren und die Informationen über Unternehmen noch nicht allgemein verfügbar.
Mittlerweile macht er einen großen Teil seiner Profite mit short Puts. Wo wir wieder bei der Theta-Komponente wären.
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OK. Let's talk about statistics.
Angenommen die Welt ist random, dann heisst das, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Druckenmiller im Erwartungswert bei 50% der Quartale Gewinn macht und in 50% Verlust macht. D.h. die Wahrscheinlichkeit ist 50%.

bzw. 
source: https://en.wikipedia.org/wiki/Binomial_distribution
Die Wahrscheinlichkeit, dass er in mindestens 115 von 120 Quartalen Gewinn macht, ist demnach =
Nehmen wir an, es gäbe 10 Millionen Menschen, die mit solchen Geldmengen hantieren wie Druckenmiller. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass einer dieser Investoren das erreicht, was Druckenmiller erreicht hat =
bzw. 
Diese Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass ich die Annahme, dass die Finanzwelt random ist und dass niemand langfristig richtig prognostizieren kann, verwerfen muss.
Glaube ihr habt zwei verschiene Domänen von Zufall im Sinn. Stehaller bezog sich auf Zufall im Sinne der Variabilität bzw. "State of randomness" wie es Mandelbrot bezeichente, was dann zu thin-tailed oder fat-tailed Verteilungen führt. Du hast absolut recht, Märkte folgen keinem Randomwalk aber sie zeigen zufällige Sprünge oder strengenommen Sprünge mit zufällig verteilter Variabilität. Die Sprünge wie alles sind natürlich deterministisch, zufällig heist hier nur, dass ein 100k Bitcoin genauso wahrscheinlich ist wie ein 10k Bitcoin, da es im Tail eben keine Sigma-Erreignisse und Wahrscheinlichkeiten gibt.
Bleibt das Problem mit der Signifikanz von Druckenmiller und den anderen Quantum Fund Typen wie Soros. Dass sie außergewöhnlich reich sind, könnte man noch mit Ensemble Wahrscheinlichkeiten erklären, ein dicker Gewinn reicht aus. Aber dass sie kontinuierlich Gewinne machen? Bei einer 50/50 Chance sich beim Russisch Roulette eine Kugel zu fangen, so hast du ja gezeigt, deutet alles drauf hin, dass entweder der Prozess nicht zufällig ist oder sie garkeine Kugel in der Trommel haben. Märkte sind offensichtlich öfter am steigen als am fallen. Dennoch, setzten sie immer wieder ihr Leben aufs Spiel, müssten sie dennoch eine Absorbtions-Bariere treffen bzw. sich eine Kugel fangen. Also muss es an ihrer Exposition liegen (kleine Positionen (Kelly-Kriterium aka stay small), hedging, manipulation der Unternehmen und massiver Lobbyismus/ "Aktivismus" anders kann man es nicht erklären.
Ich weiß nicht, ob Euch die random walk theory und die efficient market hypothesis was sagt. Aber diese beiden Theorien/Untersuchungen sind allgemein anerkannt und belegt. Natürlich haben Aktienmärkte einen positive drift. Das wurde im Black-Scholes-Model berücksichtigt. Hier kommt es dann natürlich wenn man einzelne Investoren zu Ausschlägen nach oben und unten. So lange man nur directional ohne Theta-Komponente investiert wird man langfristig den Index nicht schlagen. Die ganzen berühmten steigen entweder früh genug aus (Peter Lynch, Druckenmiller) bevor sie die Statistik einholt oder sie werden irgendwann deutlich underperformen (Buffett). Ich kenne auch einige Profis, die jahrzehntelang kein Verlustjahr hatten. Das sind aber alle option premium seller. Diese Erfolge lassen sich aber mathematisch begründen (implied volatility > realized volatility).
Hier gibts ein paar sehr schöne Charts:
https://www.tastytrade.com/tt/shows/market-measures/episodes/sp-500-daily-moves-magnitude-momentum-08-18-2017
Natürlich kenne ich diese Theorien.
"allgemein anerkannt und belegt" heisst jedoch nicht, dass sie korrekt sind. Und es gibt ja auch einige Kritiker. Und Nobelpreise wurden auch an den einen oder anderen Spinner vergeben.
Hinsichtlich EMH:
Ganz allgemein finde ich, dass ein Markt die effizienteste (eigentlich die einzige) Methode ist, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. D.h. Märkte sind effizient. Das impliziert jedoch nicht, dass im Marktpreis alle Informationen eingepreist sind.
Wenn Marktpreise deterministisch sind, dann geht es mir als Investor darum, die wichtigsten Determinanten (Einflussfaktoren) zu identifizieren und die kausalen Wechselwirkungen zwischen diesen Einflussfaktoren und der Zielgrösse (z.B. DAX am 31.12.2020) zu bestimmen.
Wenn ich über genügend gute mentale Modelle (z.B. Mikroökonomie, Spieltheorie, Korrelation) verfüge, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Einschätzung höher.
Mit Strategien wie dem Kelly-Kriterium kann ich grosse Risiken bzw. einen Totalverlust vermeiden. Aber das sollten gute Investoren so oder so tun.
Wenn Du einmal ein paar hundert earnings events oder Fed meetings getradet hast, wirst Du auch der Ansicht sein, dass markets random sind.
Ich habe es früher auch nie geglaubt.
Keiner der ehemaligen Floor Trader die ich kenne, hat sich je für irgendwelche Wirtschaftsdaten, Finanznachrichten oder Unternehmenszahlen interessiert oder Fed Berichte gelesen.
Du redest von Trading, ich von Investing.
Trading ist eher kurzfristig ausgerichtet, mit häufigen Trades. Kurzfristige Preisbewegungen mögen recht zufällig sein. U.a deswegen habe ich an Trading kein Interesse. Ich finde es auch intellektuell nicht herausfordernd und gehe davon aus, dass das mittelfristig durch Algorithmen übernommen wird.
Beim Investieren geht es um das Kaufen und langfristige Halten von Assets. Die langfristige Entwicklung von Unternehmen, Gold, Aktienindizes, usw. ist (wie beschrieben) deterministisch. Ich persönlich finde die Analyse von solchen langfristigen Marktbewegungen reizvoll.
Binomial distribution
In probability theory and statistics, the binomial distribution with parameters n and p is the discrete probability distribution of the number of successes in a sequence of n independent experiments, each asking a yes–no question, and each with its own boolean-valued outcome: success/yes/true/one (with probability p) or failure/no/false/zero (with probability q = 1 − p).
A single success/failure experiment is also called a Bernoulli trial or Bernoulli experiment and a sequence of outcomes is called a Bernoulli process; for a single trial, i.e., n = 1, the binomial distribution is a Bernoulli distribution. The binomial distribution is the basis for the popular binomial test of statistical significance.
The binomial distribution is frequently used to model the number of successes in a sample of size n drawn with replacement from a population of size N. If the sampling is carried out without replacement, the draws are not independent and so the resulting distribution is a hypergeometric distribution, not a binomial one.
Wie gesagt, Gene Fama hat nicht umsonst einen Nobelpreis dafür bekommen. Aber vielleicht ist Druckenmiller auch ein option premium seller.
Damit hat man definitiv einen statistischen Vorteil (IV>RV).
Aber das steht ja alles in meinen Büchern.
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