Die Original Neapolitaner Schnitten – eine Erfolgsgeschichte

in deutsch •  18 days ago

Manner mag man eben.

"Immer der Nase nach, dort wo’s so lecker nach heißer Schoko riecht."
So hatte mir @nicoletta den Weg zum Werksverkauf der Mannerfabrik im 17. Wiener Gemeindebezirk beschrieben. Und tatsächlich, gleich nach dem Aussteigen aus der Straßenbahn stieg uns ein betörender Duft in die Nase. Wir waren in (geheimer) Mission unterwegs um uns mit Naschereien für diese Aktion einzudecken.

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Original Neapolitaner Schnitte (Quelle)

Im straßenseitig gelegenen, unscheinbaren Geschäft auf dem weitläufigen Fabriksgelände findet man das Sortiment der Marken Manner, Casali, Napoli, Ildefonso und Victor Schmidt. Von Original Neapolitaner Schnitten über Mozartkugeln, Dragee-Keksis, Rumkugeln, Schokobananen, Likören bis hin zu Merchandiseartikel reicht das Angebot. Sehr beliebt ist auch die Ausschussware, die - stetig wechselnd - in Großpackungen zu besonders günstigen Preisen ihre Abnehmer findet.

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Geschichte
Josef Manner eröffnete 1890 in unmittelbarer Nähe zum Stephansdom im Zentrum Wiens ein kleines Geschäft, in dem vor allem Schokolade und Feigenkaffee verkauft wurden. Unzufrieden mit der Qualität der Schokolade seiner Lieferanten, stellte er bald in seiner eigenen Fabrik, in der die Kakaobohnen noch von Hand gerieben wurden, die Grundkomponente seiner Produkte selbst her.

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Historische Kakaoreibe (Quelle)

Das Unternehmen expandierte rasch und wurde zu einem der führenden Süßwarenunternehmen der österreichisch-ungarischen Monarchie. Gemeinsam mit seinem Partner Johann Riedl erfolgte im Jahr 1913 der Sprung an die Börse. Die Josef Manner & Comp AG beschäftigte zu jener Zeit bereits 3000 Mitarbeiter.

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Geschäftskarte mit Schutzmarke "Stephansdom" (Quelle)

Der wirtschaftliche Einbruch erfolgte kurze Zeit später mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914. Der Absatzmarkt von ursprünglich 56 Millionen Einwohnern in der Donaumonarchie schrumpfte auf sechs Millionen Einwohner in der Ersten Republik Österreich. Inflation und Wirtschaftskrise in den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellten den Fortbestand des Unternehmens auf eine harte Probe.

Den Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges überstand das Produktionsgebäude und der Maschinenpark ohne größere Schäden, sodass in den späten 40er Jahren ein Neubeginn gewagt werden konnte. In den folgenden Jahres des Wirtschaftswunders erlebte das Unternehmen auch international einen großen Aufschwung.

Der Sprung in das Technologie-Zeitalter gelang in den 1960er Jahren mit der Erfindung einer Aroma schützenden Verpackung für die Neapolitaner-Schnitte in einer dichten Doppel-Aluminiumfolie mit dem typischen roten Aufreißfaden. Das Sortiment wurde 1970 um die Marken Casali und Napoli erweitert, was zu einem schlagartigen Umsatzplus führte.

Ein Video des ORF aus dem Jahr 1990 zeigt einen kurzen historischen Rückblick auf die damals hundertjährige Geschichte des Traditionsunternehmens.

Heute ist Manner eine Weltmarke. Die beliebten Süßwarenprodukte mit der rosaroten Umhüllung werden in mehr als 50 Länder exportiert, wobei die Produktion an zwei Standorten innerhalb Österreichs erfolgt.

Die Josef Manner & Comp AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 199,5 Millionen Euro. Das Unternehmen befindet sich seit seiner Gründung noch immer in Familienbesitz.

(Hinweis: Die Informationen zur Unternehmensgeschichte wurden der Website des Unternehmens entnommen.)


Original Neopolitaner Schnitten

Der Name bezog sich ursprünglich auf die Haselnüsse für die Streichmasse, die aus der Gegend um Neapel stammten. Die Rezeptur ist seit ihrer Erfindung unverändert: fünf Lagen Waffel, gefüllt mit vier Schichten feinster Haselnuss-Kakaocreme.

Zwei Wiener Institutionen im Bild:

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Riesenrad und Manner-Schnitte

Die knusprige Waffel schaffte es sogar bis nach Hollywood. Im Film Terminator 3 greift Arnold Schwarzenegger nach der süßen Verführung in der rosa Verpackung. Bezahltes Product-Placement oder wie zu lesen ist, Leidenschaft des Akteurs zum Exportschlager aus seiner Heimat?

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Quelle

"Manner mag man eben"

Dieser Slogan gefällt. Bei einem Ranking der beliebtesten Werbesprüche in Österreich landete er auf dem Siegerpodest. Was den Bekanntheitsgrad betrifft, so belegte er mit 91 Prozent den 5. Rang hinter Red Bull, Haribo, Billa und Gösser.

Das Manner-Soundlogo, in dem neben einer Geige auch die Pummerin (Glocke aus dem Stephansdom) kurz zu hören ist, kann hier abgerufen werden.

Flagship-Store am Stephansplatz

Dort wo Josef Manner 1870 sein erstes Geschäft eröffnete, befindet sich heute einer von sechs österreichischen Flagship-Stores.

Lust auf einen virtuellen Rundgang?

Abschließend noch einige Eindrücke rund um Manner, deren charakteristisches Rosa übrigens seit 2002 exklusiv für Süßwaren, Backwaren und Waffelschnitten geschützt ist.

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Spiegelung des Stephansdomes in der Schaufensterscheibe

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Mozart lässt grüßen ...

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Wow ein super Post!!! Die virtuellen Rundgang war wieder ganz toll.

Er hat die immer dabei ;-)

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Danke @roused!

Ihm scheint es aber so richtig zu schmecken ;-)

Da kann ich dann ja in den nächsten Tagen mal hingehen! Danker für den Tipp!

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Da hast du dir aber ein super Wetter für deinen Wien-Besuch bestellt!

Leider klappt es diesmal ja nicht mit einem Kennenlernen beim Stammtisch. Du bist ja in unserem Chat. Vielleicht können wir dort gemeinsam mit anderen Wiener Steemians ein Treffen vereinbaren. Würde mich freuen :)

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Die hab ich schon in vielen Ländern getroffen. :) Sehr beliebt in den Tropen weil sie Schokolade haben die nicht schmilzt. :)

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Aus diesem Grund habe ich sie auch gerne auf Bergtouren mitgenommen ;)

@vieanna yes! Klassiker! Ein süßes Upvotet dafür und n resteem 🙏🏼

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Danke @akashas, das freut mich sehr :)

Danke für den sehr interessanten Bericht, ich muss gestehen, ich wusste bisher nicht, dass die Mannerschnitte ihren Ursprung in Wien hat. Wieder eine Bildungslücke geschlossen :D

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Ich danke dir für deinen Kommentar!

Ja, das gefällt mir hier auch so gut - dass man immer wieder Neues erfährt :)

Die sind aber auch lecker.

Sie haben schon was die guten alten Manner Schnitten...

Manner erweckt immer so ein Nostalgisches Gefühl in mir.

Good post. Thanks for sharing

nice photography.. didnt understand the language.. thatswhy could not give a suitable comment!

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Manner is a brand

Manner one likes.

"Always a nose, where it smells so delicious of hot chocolate."
So @nicoletta had described the way to the factory outlet of the Mannerfabrik in Vienna's 17th district. And indeed, right after getting off the tram, a beguiling scent hit our noses.
We were on a (secret) mission to stock up on sweets for this action.
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Original Neapolitan cuts (source)
On the street side, inconspicuous business on the extensive factory area one finds the assortment of the brands Manner, Casali, Napoli, Ildefonso and Victor Schmidt.
From original Neapolitan cuts over Mozartkugeln, dragee biscuit, Rumkugeln, chocolate bananas, liqueurs to merchandise articles extends the offer. Also very popular is the rejects, which - constantly changing - find their customers in large packs at particularly favorable prices.

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story
Josef Manner opened a small shop in the immediate vicinity of St. Stephen's Cathedral in the center of Vienna in 1890, where mainly chocolate and fig coffee were sold. Dissatisfied with the quality of his supplier's chocolate, he soon put in his own factory, where the cocoa beans were still hand-grated,
the basic component of its products itself.

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Historical cocoa slice (source)
The company expanded rapidly and became one of the leading confectionery companies of the Austro-Hungarian Empire. Together with his partner Johann Riedl, he took the plunge in 1913.
The Josef Manner & Comp AG employed at that time already 3000 coworkers.

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Business card with trademark "St. Stephen's Cathedral" (source)
The economic collapse took place a short time later with the outbreak of the First World War in 1914.
The sales market of originally 56 million inhabitants in the Danube Monarchy shrank to six million inhabitants in the First Republic of Austria. Inflation and the economic crisis of the 1930s put the survival of the company to the test.
The bombing of the Second World War withstood the production building and the machinery without major damage, so that in the late 1940s a new beginning could be ventured. In the following year of the economic miracle, the company also experienced a major international boom.

The leap into the technology
The era came in the 1960s with the invention of aroma-protective packaging for the Neapolitan slices in a dense double aluminum foil with the typical red tear thread. The assortment was extended in 1970 to the brands Casali and Napoli, which led to a sudden increase in sales.
A video of the ORF from the year 1990 shows a short historical review of the then hundred-year history of the traditional company.

Today, Manner is a global brand. The popular pink rose-wrapped confectionery products are exported to more than 50 countries, with production at two locations within Austria
,

Josef Manner & Comp AG generated sales of € 199.5 million in the 2016 financial year. The company has been in family ownership since its founding.

(Note: The company history information has been taken from the company's website.)

Original Neopolitans cuts
The name originally referred to the hazelnuts for the coating, which came from the area around Naples. The recipe is unchanged since its invention: five layers of waffle filled with four layers of finest hazelnut cocoa cream.

Two Viennese institutions in the picture:

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Ferris wheel and Manner cuts
The crispy waffle even made it to Hollywood. In the film Terminator 3 Arnold Schwarzenegger reaches for the sweet seduction in the pink packaging. Paid product placement or how to read, passion of the actor to export hit from his home?

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source
"Manner you like"

This slogan pleases.
In a ranking of the most popular advertising slogans in Austria, he landed on the podium. In terms of awareness, he finished with 91 percent 5th place behind Red Bull, Haribo, Billa and Gösser.

The Manner-Soundlogo, in which not only a violin but also the Pummerin (bell from St. Stephen's Cathedral) can be heard,
can be accessed here.

Flagship store on Stephansplatz

Where Josef Manner opened his first shop in 1870, today is one of six Austrian flagship stores.

Fancy a virtual tour?

Finally, some impressions about Manner, whose characteristic pink, since 2002, exclusively for sweets
, Baked goods and waffles is protected.

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Reflection of St. Stephen's Cathedral in the shop window
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Mozart sends greetings ...

Automatic translation

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thanks for the big translation!

I love it

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Manner ist gefährlich! Man kann nicht aufhören, bevor man die ganze Packung verdrückt hat. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Manner versucht die Menschheit von diesem Produkt abhängig zu machen, um danach die Preise drastisch zu erhöhen. Nach Berichten des Mossad unterhält Manner bereits in Afghanistan Manner-Felder (!), die von der US-Army bewacht werden. Warum wohl?

Scherz beiseite. Arnold Menschentöter ist der einzige grenzdebile Österreicher von dem ich weiß. Gut, da wäre noch Ariel Muzicant, aber er und seine seltsame Tochter gehen wohl kaum als Österreicher durch.

Wer sagte noch: "Wie kann man nur Ariel heißen und so viel Dreck am Stecken haben?" :D