Roland Baaders Traum

in deutsch •  2 years ago  (edited)

Liebe Steemit Community,
liebe Freiheitsfreunde,
liebe Freiheitsfeinde,

heute möchte ich Euch den wohl größten deutschen Freiheitsautor näher bringen:

Roland Baader

(14.02.1940 - 08.01.2012)


(Bildquelle: Eigentümlich Frei Magazin Nr. 120, März 2012)

Es gibt wahrscheinlich keinen Autor in Deutschland, der durch seine Bücher so viele Menschen für die Ideen der Freiheit begeistern konnte, wie Roland Baader.
Auch ich wurde durch seine Bücher auf den Pfad der Freiheitsliebe geführt.

Roland Baader wurde am 14. Februar 1940 als Sohn der Textilunternehmer Josef und Anna Baader geboren.
Er studierte Nationalökonomie bei Friedrich August von Hayek.
Nach seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt, stieg er ins elterliche Textilunternehmen ein.
Er führte dieses Unternehmen ,nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1979, bis zur Unternehmensaufgabe 1988.
Nach dieser Zeit begann er seine Autorentätigkeit.
Während seiner Zeit als Autor, verfasste er 15 Bücher, zahlreiche Broschüren und Buchbeiträge und schrieb regelmäßig Artikel für die Zeitschrift Eigentümlich Frei.
Nach langer und schwerer Krankheit verstarb Roland Baader leider viel zu früh am 8. Januar 2012.

Das Eigentümlich Frei Magazin hat Roland Baader kurz nach seinem Tod eine ganze Ausgabe gewidmet, die man unter folgendem link kostenlos (und legal) runterladen kann:
http://www.roland-baader.de/downloads/
Zusätzlich finden sich auf der Seite zahlreiche Zitate Roland Baaders und man kann auch zwei seiner Bücher (Die Euro-Katastrophe" und "Kreide für den Wolf") kostenlos und legal runterladen.
Unter folgendem Link findet sich eine komplette Auflistung seiner Bücher:
http://www.roland-baader.de/bucher-2/

Nun wollen wir aber zu Roland Baaders Traum kommen, den ich hier vollständig zitieren möchte:

Mein Traum

„Ich träume von einem vollbesetzten Bundestag.
Plötzlich erhebt sich einer der Abgeordneten, allen anderen als aufrechtes Mannsbild
bekannt, und tritt ans Mikrofon:
Meine Damen und Herren, ich bekenne mich zur freiheitlichen, individualistischen und christlichen Kultur, Tradition und Zivilisation des Abendlandes. Genau aus diesem Grund sage ich allen hier versammelten Volksvertretern, allen Parteien, Politikern und Regierungsmitgliedern:
Ich brauche eure Subventionen und Transferzahlungen nicht; ich will nicht euer Kinder-, Mutterschafts- und Sterbegeld, nicht eure tausend Almosen und milden Gaben, die ihr mir vorher aus der Tasche gezogen habt – und mir und meinen Kindern noch in fünfzig Jahren aus der Tasche ziehen werdet.
Ich brauche keine subventionierte Butter, kein Quoten-Rindfleisch und keine preisgarantierte Milch, keine Planwirtschafts-Erbsen und keine ministergelisteten Medikamente; ich brauche keinen Schwerbeschädigten-Ausweis für meine Plattfüße und keinen Almosen- Freibetrag für meine pflegebedürftige Großmutter, auch keine Kilometerpauschale und keinen Kantinen-Essensbon. All eure Wahlfang-Scheine könnt ihr euch an den Hut stecken.
Aber: Lasst mich dafür auch in Frieden. Ich bin nicht euer Buchhalter, Statistiker und Belegsammler, der die Hälfte seiner Lebenszeit damit zubringt, eure Schnüffel-Bürokratie zu befriedigen, der von einem Paragraphenknäuel zum anderen taumelt und sich wie eine gehetzte Ratte durch alle Kanalwindungen eurer kranken Steuergehirne windet. Schickt euer Millionenheer von Faulärschen und parasitären Umverteilern nach Hause, eure Vor- und Nachdenker moderner Wegelagerei, eure Bataillone von Steuerfilz-Produzenten, Labyrinth-Pfadfindern und Paragraphen- Desperados, eure Funktionärs-Brigaden von Verordnungs-Guerilleros und Stempelfuchsern, all die nutzlosen Formularzähler und Arbeitsverhinderungs- Fürsten. Lasst mich einen festen und ein für alle mal fixierten Steuersatz zahlen, und bezahlt damit eine angemessene Verteidigungsarmee und ein verlässliches Rechtswesen, aber haltet euch ansonsten heraus aus meinem Leben. Dies ist mein Leben; ich habe nur eines, und dieses eine soll mir gehören. Ich bin niemandes Sklave, niemandes Kriecher und niemandes Liebediener. Ich bin ein freier Mann, der für sein Schicksal selbst und allein verantwortlich ist, der sich in die Gemeinschaft einfügt und die Rechte anderer genauso respektiert wie er seinen eigenen Pflichten nachkommt, der aber keine selbsternannten Ammen und scheinheiligen Guten Onkels, keine ausbeuterischen Wohltäter und von mir bezahlte Paradiesverkünder braucht. Was ich brauche, das sind: Freunde, Familie und rechtschaffene Christenmenschen, in guten und in schlechten Zeiten; und ich bin Freund, Familienglied und Christ, auch dann, wenn es anderen schlecht geht; aber dazu brauche ich keine Funktionäre und Schmarotzer, keine bezahlten Schergen und staatsversorgte Wohltäter. Dazu brauche ich nur die mir Nahestehenden und den Herrgott. Hier stehe ich. Gott helfe mir! Ich kann nicht anders!“

Roland Baader (Quelle:Eigentümlich Frei Magazin Nr. 120, März 2012)

Dem muss man nichts mehr hinzufügen.

Bis bald,
Stephan Haller

Quellen:
Eigentümlich Frei Magazin Nr. 120, März 2012
http://www.roland-baader.de
https://ef-magazin.de
Das Ende des Papiergeld-Zeitalters – Ein Brevier der Freiheit, Herausgegeben von Rahim Taghizadegan, Verlag Johannes Müller, Bern, 2016

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Ich hatte vor 10-15 Jahren mal ein längeres Radio-Interview mit Baader gehört. Das hatte mich umgehauen.

Das war wohl dieses Interview:

Gerade hab' ich mir den Film "20 Jahre eigentümlich frei" angeschaut (ich hoffe, der Link ist frei zugänglich und nicht nur für Abonnenten) und dabei natürlich auch viel zum Auffrischen zu Roland Baader mitbekommen.
ef müßte man eigentlich auch mal auf steemit heben, zumindest ein paar Inhalte...

Von solchen wachen Geistern wie er einer war braucht es (außer uns :-) ) noch viele mehr, wenn die Karre noch aus dem Dreck gezogen werden soll.
Danke für Deine Würdigung!

Danke für den Tipp. Muss ich mir gleich mal anschauen.

Lohnt sich. Viele Anekdoten von André F. und ein (auch amüsanter) Blick hinter die Kulissen.

  ·  2 years ago Reveal Comment

Roland Baader sitzt jetzt wahrscheinlich da oben im Himmel zusammen mit Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Gerard Radnitzky und Murray Rothbard und kann es gar nicht glauben, was hier unten geschieht.

Hey Stephan,

danke dir für diesen Tollen Beitrag. Es ist wirklich super, dass hier auf Steemit eine solch Freihheitsliebende Kultur herrscht. Ich lerne hier jeden Tag neue tolle Freigeister kennen. Vorher hat mich das nicht so interessiert, aber mit solchen tollen Post wie deinem bin ich jeden Tag aufs neue gespannt, welche tollen Gedanken und Denkansätze mich erwarten :).

In diesem Sinne! Mach weiter so und
Cheers!

Vielen Dank! Und vergiss nicht, Dir die kostenlosen Bücher und das EF-Magazin runterzuladen.

Lieber stehaller,

Wirklich allerbesten Dank, mit die besten Sätze, ich die jemals gelesen habe, die bringst Du hier und setzt wiedermal ein Hihglight!!!
Die Studenten, die ich bisher hatte, haben alle genau diese Sätze Roland Baaders zum Schluß erhalten! Mit Widmung!!:)!
Sein Traum hier ist auch mein Traum.
Dann aber kommt ja immer die Realität, und die ernüchert dann wieder!
Ich bin seit heute offenbar "Delphin" geworden laut steemitboard, was auch immer das heissen mag hier auf steemit, man sagt ja, weniger posten, mehr upvoten, ich habe das immer vesucht hier.
Du gehörst defintiv zu denjenigen hier, die mich sicher weiter posten lassen werden!
Der letzte Teil der chinesischen Geldgeschichte läßt auf sich warten, ich bin ab Freitag ich für eine Woche in Tirol, und werde dort Zeit finden. Einen billigen Post will ich nicht abliefern!
Weitere Themen werden sich finden.
Auch Deine stets einleitenden Worte: "Liebe Freiheitsfreunde,
liebe Freiheitsfeinde" finde ich immer großartig!
Danke für Deinen freiheitlichen Geist! Eine Wohltat!
upvote and re-steem!!
Beste Grüße vom Balten

Vielen Dank lieber @balte!!
Auch ich lese deine Artikel immer gerne und lerne immer was Neues.
Gratulation zum Delphin.
Ich bin wohl noch eine Kaulquappe : )
Roland Baader ist ein großes Vorbild, wobei ich folgende Sätze nicht unterschreiben würde:

Lasst mich einen festen und ein für alle mal fixierten Steuersatz zahlen, und bezahlt damit eine angemessene Verteidigungsarmee und ein verlässliches Rechtswesen...
Mir ist das schon zu viel, und ich bin mir nicht sicher, ob Roland Baader diesen Satz heute noch schreiben würde. Macht aber auch nichts, wir werden weder Roland Baaders Traum erleben, noch Murray Rothbards Traum. Aber wenigstens können wir gegen die Unfreiheit anschreiben (noch).
  ·  2 years ago (edited)

Lieber stehaller,
hier ist echt der wohl minimale Unterschied im Denken zw. uns, ich könnte damit leben, hängt natürlich von der Höhe ab, 25-30% halte ich für sinnvoll!
Eine "Kaulquappe" bist Du sicher hier nicht mehr, mehr eine "libertäre Kapazität", ich folge Dir bei bei sehr vielem, Hoppe/Hayek bleibt wohl die Differenz, aber das sind Randnotizen!
Und gegen die Dummheit schreiben wir einfach auf unsere Art weiter an,klar doch!

Vielen Dank lieber balte!
Libertäre Kapazitäten gibt es glaub ich nur eine Hand voll.
Dazu gehöre ich sicher nicht. Macht aber nichts.
Ich habe nur ein paar Bücher gelesen, die ich wiedergebe.

Ich wäre natürlich über einen Minimalstaat auch schon umheimlich froh.
Darum verstehe ich auch einige Anarcho-Kapitalisten nicht, die jegliche Zusammenarbeit mit klassischen Liberalen, Konservativen usw. verweigern. Schließlich streitet man sich ja nur über das Endziel. Der Weg ist aber der gleiche. Deshalb soll man den Weg zusammen gehen und wenn man den Minimalstaat erreicht hat, kann man sich ja dann immer noch streiten.

so ist es!

Verzeih mein schlechtes Deutsch, ich bin Autodidakt. Er spricht hervorragend für den klassischen Liberalismus. Er ist definitiv lesenswert. Guter Eintrag!

Danke! Und dein Deutsch ist super.

dito. resteem.

Danke!

Das war ein erhellender Artikel und ein schöner Traum. Von den "lieben Freiheitsfeinden" mal abgesehen, sind sich allerdings auch etliche Freiheitsfreunde nicht so wirklich im Klaren, wie es tatsächlich läuft. Diese pseudoliberalen Karteileichen sind immer alle ganz groß dabei, bis die Freiheit (das ganz kleine Bisschen, das wir haben) ihnen so richtig in den Arsch tritt. Autsch!

Echte Freiheit heißt, die Welt im Allgemeinen scheißt auf Dich, mit Ausnahme GAAANZ, GAAANZ weniger Menschen. Fairness und Gerechtigkeit sind eine Illusion, niemand schuldet Dir einen Scheißdreck. Jeder kann sagen was er will, machen was er will und wenn es ihm nützt, tut er Dir weh, wenn Du ihn lässt. Kriminelle haben in einem Klima der Freiheit fast immer die Oberhand über diejenigen, die meinen, man könne der Welt friedlich und gut begegnen, vulgo "Christenmenschen". Was zählt, ist der dickere Knüppel und der Wille, ihn rücksichtslos einzusetzen. Und so weiter, ad nauseam.

Ist das schön? Kommt darauf an... Aber nur wer das alles akzeptieren kann, ist überhaupt fähig, in Freiheit zu leben. Und zu krepieren, wenn der Arschtritt mit voller Wucht kommt. Ob "einer der Abgeordneten, allen anderen als aufrechtes Mannsbild bekannt" das kann, wage ich noch zu bezweifeln. Wieviel Freiheit darf's also sein? Portion Fritten dazu?

Damit einem die Kriminellen nicht in den Arsch treten, kann man sich in einer echten Marktwirtschaft versichern. Man zahlt dann eben nicht an den Staat, sondern an ein Versicherungsunternehmen.
Es gibt dann halt keinen Monopolisten mehr und dass Versicherungsunternehmen muss dich entschädigen, wenn sie dich nicht beschützt haben. Im Gegensatz zum Staat, der dir noch das Steuergeld abnimmt, um den Kriminellen zu versorgen, der dich verletzt hat. Außerdem darfst du dich natürlich auch selbst bewaffnen und verteidigen.
Oliver Janich hat das in seinem Buch:"Sicherheit ohne Staat" hervorragend beschrieben.

Mich brauchst Du nicht zu überzeugen, ich wollte es nur mal auf leicht brutale Weise runterbrechen.

Aber die Nummer mit dem Versicherungsunternehmen finde ich jetzt echt treuherzig: Ich darf mir also aussuchen, wer mich wie stark abzockt und bescheißt? Wie gesagt, die gehören i.d.R. zu denen mit den dickeren Knüppeln. Frei ist, wer sich auch damit abfinden kann.

Außerdem darfst du dich natürlich auch selbst bewaffnen und verteidigen.

Ja, nur ich würde das Wort "dürfen" mit "müssen" ersetzen. Freiheit hat einen sehr, sehr hohen Preis. Ihn zu bezahlen, sind nur die Allerwenigsten bereit. Die überwiegende Mehrheit ist glücklicher mit einem dicken Klotz aus allerlei unnötigen Regeln, der mit dem dünnen Furnier sogenannter Freiheit schön verziert ist.

Deshalb wird es echte Freiheit nie mehr geben. Sie endete irgendwo in der Steinzeit.

Stimmt. Wir werden Roland Baaders Traum sicher nicht mehr erleben.

...ausser wir tun uns zusammen und legen uns die dickeren Knüppel zu. Chance 0,00372 : 100 im Schatten.

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