Depression, die Krankheit der DunkelheitsteemCreated with Sketch.

in #deutsch3 years ago (edited)

Wahrscheinlich kennt jeder wenigstens einen depressiven Menschen. Ich kenne viele. Manchmal bin ich auch antriebslos, aber eine echte Depression hatte ich noch nie. Wahrscheinlich muss man eine gewisse Neigung dazu haben. Ich bin kein Mediziner, aber ich denke, Depression kommt nicht von innen sondern von Außen und dringt dann nach innen, wo sie die Menschen fertig macht.

Bei den Naturvölkern gibt es diese Krankheit gar nicht und in der großen Weltliteratur kommt dieses Wort auch nicht vor. Dort wird von Niedergeschlagenheit geschrieben oder von tiefer Traurigkeit. Ist die Depression vielleicht sogar eine Erfindung der Neuzeit? Meine Antwort wäre Jein. Da ich selbst Menschen kenne, die darunter Leiden und einige von denen schon über viele Jahre, muss es ja irgend etwas geben, was die Psyche des Menschen krank macht. Freiwillig wird wohl keiner sein Leben in einer geistigen Dunkelkammer verbringen wollen, aber genau das ist es, wie eine Depression sich für den Betroffenen anfühlt.

Das Thema möchte ich heute einmal in einen Gedicht meißeln. Geschrieben habe ich es für eine Freundin und ich habe versucht, es aus ihrer Perspektive zu schreiben.

grafik.png
Bildquelle: Pixabay

Depression



Es geht der Kopf den eigenen Weg
und alles scheint im Schattenreich gefangen.
So traurig ist der Mensch geworden.
Das Leben hat der Mut verlassen
und Trübsal liegt im hellsten Sonnenschein.
Oh, Freude, Lachen, Tatendrang,
Begeisterung, wohin seid ihr geflohen.
Es sitzt ein Stein in meiner Brust,
ein dunkler Zwerg der mich erwürgt,
mit einer Kraft von tausend Riesen.
Ich kann nicht sagen, was ES tut,
es fühlt sich an, als sei ich schon gestorben.
Ein Druck geht mir durch meine Schläfen.

Gedanken sind wie dunkle Nebel,
die mich verstecken vor der Welt.
Ein jeder Schritt scheint mir unmöglich
und jede Handlung hemmt sich selbst.
Chemie im Kopf, die Stimmung schwankt.
Die Tagen fließen zäh wie Sirup.
Müdigkeit mich fast erschlägt,
begleitet von der Furcht vor Morgen.
Jeder Tag ein langes Treiben,
durchflutet mit des Lebens Zweifel.
Der kleinste Schritt ist mir zu groß.
Verständnis finden will ich nicht.
Lass mich in Ruhe dunkler Odem!
Ich will das Frieden mich durchdringt.
Verlasse meinen Sarkophag,
du Macht der kranken Hirne.

Gefangen hält mein Leben, Angst.
Ich kann nicht sagen welche Angst.
Es ist ein Bann um mich gewickelt,
so dick und keine Schere schneidet ihn.
So liege ich im meterdicken Kummer.
Der Architekt hat mich vergessen, wie es scheint.
So bin ich nun lebendig schon begraben?
Ich gebe dir mein Herz und meine Seele.
Erlöse meine Qual die keinen Namen hat!
Verdammt für alle Zeit, so viele sind gemartert,
in eine tiefe Schlucht gestürzt.

Zu schwer würgt mich der Schlange Kraft.
Ich kann nicht bleiben, werde frei --
Am Ende wünsche ich Erlösung nur, sonst nichts.
Erlöse mich Du schwarzer Edelstein!
Muss ich verderben? So scheint es wohl gewollt.
Ich war ein Mensch mit Haut und Haaren,
mit Herz und liebevoll schien mir die Welt.
Bin nun ein Zombie, leer geweint,
und roter Saft begleitet meine letzte Tat --

© by @seo-boss

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Ein sehr sehr schöner Artikel und ein stimmiges Gedicht. Mehr gibt es nicht dazu zu sagen. wow LGG

Schönes Gedicht! :-)

Ein paar Tipps gegen Depressionen:

  • tägliches eiskaltes (!) (Ab-)Duschen
  • kompletter Verzicht auf raffinierten Zucker! (natürlich dann nicht zu chemischem Ersatz wie Aspartam greifen)
  • allgemein eine gesunde Ernährung, denn: Man ist was man isst
  • Entgiftungskur mit z.B. Chlorella und Spirulina
  • täglich 15 Minuten tiefe Meditation! Hier zählt die Regelmäßigkeit! Lieber jeden Tag 15 Minuten statt alle 2 Tage 30 Minuten. Desto öfter desto besser! Versuch es in deinen täglichen Tagesablauf einzubauen!
  • Die Einnahme von naturellem Vitamin D3 + K2 (K2 ist dafür verantwortlich dass D3 aufgenommen werden kann). Auch zu beachten ist hier dass der Magnesiumspeicher aufgefüllt sein muss.

Da uns hier allgemein das Sonnenlicht fehlt und genommen wird (siehe Geoengineering), ist es eigentlich fast schon sicher, dass beinahe jeder Deutsche einen Mangel haben muss. Wenn man dann noch im Büro oder in Laggerhallen arbeitet erst recht. Man sollte auch über die richtige Dosierung recherchieren, da die "offiziellen" Angaben viel zu niedrig sind. Ebenso wird der Normwert mMn. viel zu niedrig angesetzt.

Ich werde Ihr einen Brief mit Deinen Tipps ans Grab legen.
Wenn ich nur Tomaten essen würde, müsste ich ja irgendwann zu einer Tomate werden, wenn der Spruch "man ist was man isst" korrekt ist.

mein herzliches Beileid ..

Ich wollte es die Welt nur wissen lassen, vielleicht sieht es ja jemand der in ähnlicher Lage ist ❤

Du weißt doch wie ich das meine ;-)

Posted using Partiko Android

Ist schon ein paar Jahre her, aber heute ist ihr Todestag, darum musste ich an sie denken.
Natürlich weiß ich wie Du das meintest :-).

Möge ihre Seele im Paradis verweilen!❤

Posted using Partiko Android

Ein schöner Artikel zu diesem Thema - ein Gedicht passt genau dazu... Ich kenne nicht viele, aber ich weiß, dass sie oft nicht verstanden werden. Mir ging es mit meinen Panikattacken ähnlich... Sehr einfühlsam. Danke Lieben Gruß Kadna

sehr bewegend, und ein ausdruck von hoher anerkennung und verbundenheit. möchtenicht zu persönlich werden. aber Deine worte haben mich sehr berührt und mitfühlen lassen. es ist immer noch ein thema was gerne tot geschwiegen wird, weil sich keiner damit auskennt oder damit befassen möchte. darum um so besser das Du es auf diese eindrucksvolle art thematisiert hast. lg michael

Ich mache mir keine Sorgen um sie, sie war eine sehr liebe Seele und wird jetzt im ewigen Frieden sein.

Ich würde nicht sagen, dass es Depressionen in der Weltliteratur nicht gäbe, ganz im Gegenteil. Man denke nur an Franz Kafka. Dass sie als solche nicht bezeichnet werden, ist doch egal. Namen sind Schall und Rauch.
Ansonsten, gut das zu thematisieren!

Ich habe das Wort Depression nirgends gelesen. Ich bezog mich auf das Krankheitsbild welches heute Depression genannt wird. Davon ist doch nirgendwo die Rede. Heute sprechen die von einem chemischen Ungleichgewicht im Gehirn, wenn jemand Depression hat. Diese "Erkenntnisse" gibt es noch nicht so lange, jedenfalls nicht lange genug, um sich in der Weltliteratur wiederzufinden. So meine ich das. Schwermut, tiefe anhaltende Traurigkeit oder sogar Todessehnsucht finden wir natürlich in alle Epochen.

Achso. Ja, das stimmt natürlich. Ist irgendwie klar, dass neue Begriffe früher noch nicht benutzt wurden. Aber wie Du sagst, das Krankheitsbild ist das gleiche.

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