Die EGKS
Servus liebe Steemer!
Heute möchte ich eine neue Serie beginnen. Eine die der Geschichte der Eu und ihrer Entstehung gewidmet ist.
Wie immer, bei fragen und Kritik, einfach in die Kommentare schreiben.
Ansonsten viel Interesse beim Lesen!
Die "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl".
Quelle Flagge der EGKS.
Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, auch Montanunion genannt, war der freiwillige Zusammenschluss der Staaten BRD, Frankreich, Italien und der Benelux- Länder. Am 9. Mai 1950 veröffentlichte der französische Außenminister Robert Schuman die historische Erklärung für die Neukonstruktion Europas, beginnend mit der Montanunion, die politisch zur Föderation Europas führen sollte (ob die heutigen Eurokraten das eigentlich noch wissen, bzw. wahrhaben wollen?).
Basierend auf dem Schumann- Plan, wurde dadurch ein freier Markt für Kohle und Stahl geschaffen. Kohle und Stahl deswegen, weil diese beiden Güter, bis heute, zu den wichtigsten Kriegsgütern gehören. Durch den Versuch diese Güter in einen freien Markt zu überführen und so den Austausch zu erleichtern, sollte ein zukünftiger Krieg wie der vorangegangenen, in Zukunft, vermieden werden.
Organe der EGKS waren zunächst die Hohe Behörde, die Gemeinsame Versammlung, der Besondere Ministerrat sowie der Gerichtshof.
Die Hohe Behörde (heute die Kommission) sollte sich dabei um die Umsetzung des Vertrages kümmern. Die Versammlung (Vorläufer des heutigen Europaparlamentes) diente dem gegenseitigen Austausch auf Ebene der Parlamente und der Kontrolle. Der Rat diente der Beratung der Hohen Behörde und bestand aus je einem Regierungsmitglied eines jeden Landes. Und der Gerichtshof sollte über die Einhaltung des Vertrages wachen.
Die Organisation wurde am 18. April 1951 durch die Unterzeichnung der Pariser Verträge gegründet, und trat 1952 in Kraft.
Erleichtert wurde dieser völlig neue Schritt durch vier Umstände. Erstens, durch die gemeinsame Erfahrung von zwei katastrophalen Weltkriegen.
Zweitens, durch die gemeinsame Erfahrung von Weltwirtschaftskrise und Inflation.
Drittens, durch den Umstand, dass alle sechs Staaten in jenen Tagen in etwa auf dem gleichen kulturellen, wirtschaftlichen und technischen Niveau waren, was die je nationalstaatlichen Unterschiede auf ein Minimum beschränkte.
Und viertens, ein Grund der gerne übergangen wird, die Einflussnahme der USA und amerikanischer Kreise, wie z.B. den Bilderbergern.
Ich denke, dass es, unter dem Eindruck des beginnenden Kalten Krieges, wie auch des Koreakrieges, der vierte und letzte Punkt war der der maßgebliche gewesen war.
Exkurs:
Die Bilderberger wurden zwar erst 1954 gegründet, doch bestanden solche Verbindungstreffen bereits seit dem II. Weltkrieg. Aus diesen entwickelten sich dann die Bilderberger. Daneben ist es undenkbar, dass die BRD, nur 6 Jahre nach dem II. Weltkrieg, so einen Vertrag ohne Zustimmung der Westmächte hätte unterschreiben können.
Zudem war die Abhängigkeit der Franzosen, und umso mehr der Briten, von den USA in diesen Tagen so eklatant, dass man eigentlich auch sagen kann, das die einzige relevante Stimme die der USA war.
Schließlich waren alle Staaten, bis auf die BRD, auch in der NATO. Es fällt schwer zu glauben dass sich einerseits die europäischen Staaten militärisch auf die USA verließen, politisch aber einen eigenständigen Weg gingen.
Wie dem auch sei. Für die weitere Entwicklung dieser Gemeinschaft ist von grundlegender Bedeutung, dass ihr Zusammenschluss darauf beruhte ausschließlich auf wirtschaftlichem Gebiet zusammen zu arbeiten. Die politische Eigenständigkeit dieser Staaten wurde dabei nur minimal eingeschränkt bzw. berührt. Das Konkurrenzdenken sollte dadurch überwunden werden, dass die Montanunion eine supranationale, sprich überstaatliche, Organisation war.
Einziger Wermutstropfen blieb dabei, dass durch diesen Vertrag die Westanbindung der Mitgliedsstaaten, also eine Ausrichtung Richtung Washington, de facto, festgeschrieben wurde.
Quelle Unterzeichnung der Pariser Verträge am 18. April 1952.
„Durch die Zusammenlegung der Grundindustrien und die Errichtung einer neuen Hohen Behörde, deren Entscheidungen für Frankreich, Deutschland und die anderen teilnehmenden Länder bindend sein werden, wird dieser Vorschlag den ersten Grundstein einer europäischen Föderation bilden, die zur Bewahrung des Friedens unerlässlich ist.“
(Schumann- Erklärung, 1950)
Ihr Ende fand die EGKS schließlich im Jahr 2002. Da der Vertrag auf 50 Jahre befristet war, ließ man ihn einfach auslaufen. Alle relevanten Punkte wurden in den EG-Vertrag übernommen, dem heutigen "Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union".
Weiterführende Links:
https://europa.eu/european-union/law/treaties_de
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:11951K/TXT&from=DE
https://www.bilderbergmeetings.org/
https://www.cfr.org/about
Vielen Dank für euer Interesse!
Parzifal