Warum sind so komische Typen in der AfD?

in deutsch •  3 months ago

Lars Steinke von der AfD meinte, dass Stauffenberg ein Verräter war. Stauffenberg war ein überzeugter Nationalsozialist, der ein Problem in Hitler sah. Dementsprechend ist es tatsächlich lächerlich Stauffenberg zum Helden zu verklären. Aber wenn man sich darüber echauffiert, dass er Hitler ermorden wollte....dann sagt das was aus?

Dass Steinke Hitler toll fand? Dass Steinke dagegen ist gegen das faschistische Prinzip des Führerkultes zu rebellieren? Oder was soll man da reininterpretieren? Dass Verräter prinzipiell schlecht sind selbst wenn der Verratene alles ins Chaos stürzt? Letzteres folgt aus Mittlerem. Wenn man Hitler oder das Führerprinzip toll findet muss man sich nicht wundern, wenn man entsprechend wahrgenommen wird.

Wenn ich das Parteiprogramm der AfD überfliege sehe ich da keine NS-Tendenzen. Trotzdem gibt es einen Haufen Leute, die offensichtlich eher in die NPD gehören oder sogar in noch radikalere Parteien. Warum gibt es da so eine starke Diskrepanz zwischen Parteiprogramm und ideologischen Überzeugungen mancher Mitglieder?

Sehen die die AfD als eine Art Sprungbrett?

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-08/lars-steinke-stauffenberg-parteiausschluss-afd

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Ich will nicht wirklich verteidigen, was er gesagt hat (und ehrlich gesagt, so sehr interessant es mich selbst nicht), aber er sollte sich selbst mal erklären dürfen.

Dennoch sehe er das Attentat vom 20. Juli 1944 kritisch. „Das betrifft vor allem den späten Zeitpunkt 1944 und die Art der Durchführung“, erläuterte der JA-Funktionär. „Wenn es Stauffenberg allein um das deutsche Volk gegangen wäre, dann hätte er das Attentat schon früher begehen müssen – und nicht erst 1944. Und er hätte sich opfern müssen, um sicherzugehen, daß Hitler auch wirklich getötet wird. Das hat er aber, warum auch immer, nicht.“ Grundsätzlich sehe er den deutschen Widerstand aber nicht negativ, betonte Steinke. „Ich kann nur die Euphorie und den Heldenmythos um Stauffenberg nicht nachvollziehen.“

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2018/steinke-kann-heldenmythos-um-stauffenberg-nicht-nachvollziehen/

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Klar, sollte er sich erklären dürfen. Er hat in seiner Schlussfolgerung ja durchaus Recht, wenn er sagt, dass der Heldenmythos um Stauffenberg nicht nachvollziehbar ist. Er führt aber falsche Argumente an, um zu dieser Schlussfolgerung zu kommen. Wie erwähnt ist der Grund für die Absurdität von Stauffenbergs Heldenmythos nicht der Zeitpunkt des Attentats, sondern dass Stauffenberg Anhänger der NS-Ideologie war. Das scheint ihm garnicht bewusst zu sein oder es ist ihm egal.

Überspitzungen und Emotionalität ist ja das Eine. Das erklärt aber nicht, warum er Stauffenberg als Verräter bezeichnete. Die Erklärung wirkt so als wolle er sich jetzt herausreden. Wenn, dann zeigt Emotionalität eher die wahre Meinung von jemandem, weil derjenige in der Hitze des Gefechtes soziale Normen ignoriert.

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Wie erwähnt ist der Grund für die Absurdität von Stauffenbergs Heldenmythos nicht der Zeitpunkt des Attentats

Das scheint jedenfalls nicht seine Meinung zu sein, denn er sagt ja selber, dass sein Attentat viel zu spät kam.

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„Wenn es Stauffenberg allein um das deutsche Volk gegangen wäre, dann hätte er das Attentat schon früher begehen müssen

Das sagt Wolfgang Eggert ja, dass das so angedacht war (und der Krieg dann sofort beendet werden sollte), nur die Unterstützung von den Alliierten verwehrt wurde bzw. die evtl. das teilweise sogar sabotiert haben.
Aber ich kann nicht abschließend beurteilen, ob der Eggert näher an der Wahrheit dran ist.