Warum Konservative immer verlieren
Ursprünglich mehrere Reden von Alex Kurtagic, einem Experten für unter anderem Vermarktung und Populärkultur, wurden zusammengefasst zum Buch "Warum Konservative immer verlieren", das 2013 vom Verlag Antaios herausgegeben wurde.
Die Autoren und namhaften Vertreter der Rechten bevorzugen die Analyse und Kritik der Moderne. Damit liegen sie zwar meistens goldrichtig, aber nach Kurtagic reicht das lange nicht aus. Denn obwohl die Wissenschaft, die Daten und die logischen Argumente auf ihrer Seite ist, befindet sich die Recht seit vielen Jahrzehnten auf dem Rückzug. Warum? Menschen benötigen mehr als Fakten, um vom Feuer überzeugt zu werden. Auch der Konsum, der unsere Gesellschaft prägt ist nicht unbedingt logisch. Er baut auf „Romantik, Tagträumerei, Statusgehabe und utopischen Vorstellungen“. Konsum wird vorangetrieben durch Werbemaßnahmen und die zeigen sich nach Kurtagic oft ästhetisch und stilvoll.
Genauso ästhetisch und stillvoll, schwimmend mit dem Zeitgeist der Populärkultur muss auch die Rechte ihre Ideen verkaufen,
denn einzig und alleine so, kann sie erfolgreich werden. Mit den modernen Kommunikationsmitteln ist es möglich geworden auch „radikal systemfeindliche Positionen“ mit den ästhetischen Mitteln der Vogue zu verbreiten und so eine im besten Fall junge Gruppe voller Tatendrang anzusprechen und im besten Fall auch zu mobilisieren. „Die Bewaffnung der Ästhetik bedeutet nichts anderes als die Schaffung von Berührungsflächen, die die Übersetzung des Metapolitischen ins Politische, der Avantgarde in den Mainstream ermöglichen.“, sagt Kurtagic, denn „…man kann vor allem kein Elitepublikum ohne das richtige Marketing ansprechen.“
Im Zustand des eskalierenden Durcheinanders (Illegale Einwanderungsströme, Terrorismus in Europa,…) kann sich auch der unpolitische Durchschnittsbürger neuen, idealerweise rechten Ideen öffnen. Wenn die rechte aber nicht jetzt beginnt, die metapolitische Basis einer neuen Ordnung zu gestalten, wenn sie nicht eine Gegenkultur errichtet (erfolgreiche Beispiele: Kontrakultur Halle, Identitäre Bewegung), kann es passieren, dass die Linke mit dem Vorsprung den sie jetzt schon hat, die Recht endgültig vom Spielfeld jagt.
Man kann den Konservativen nicht von der Schuld an seiner eigenen Niederlage freisprechen.
Es liegt in seinem Wesen keine Veränderung zu wollen, und die jetzige politische Ausgangslage ist liberal, globalistisch und von der linken Ideologie der Gleichheit und des zerstörerischen „Fortschritts“ geprägt. „Von der Angst der Konservativen vor Veränderungen können wir auf ihre mangelnde Kreativität schließen.“, so Kurtagic, „Daher ist Konservatismus eine ständige Defensivbewegung gegen eine unerbittlich herannahende Flut.“
„Sowohl Linke als auch Konservative sind von der Vergangenheit besessen:
Während die Konservativen beklagen, dass die Dinge der Vergangenheit verschwinden, beklagen sich die Linken darüber, dass sie nicht schnell genug verschwinden. Angst, Widerwillen gegen Veränderung, Mangel an Kreativität und Beschäftigung mit toten Dingen machen Konservative zu Langweilern. Statt Macht auszuüben und die Menschen zu führen, werden Konservative zu Museumsführern.“
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, lässt sich leicht erkennen: Konservatismus ist nichts anderes als die kontrollierte Opposition des Liberalismus. Darum lieben die Linken die Konservativen.
Außerdem: „Im Zeitalter des Liberalismus ist der Konservatismus grundsätzlich liberal: Er verteidigt nicht die Tradition, deren Vergessen er zu einem Großteil mitbefördert hat, sondern lediglich eine ältere Form des Liberalismus. Tradition und Konservation werden allzu oft miteinander verwechselt. Tradition trachtet nicht danach zu einer phantasievoll ausgemalten Vergangenheit zurückzukehren oder vergessene Praktiken wieder genau dort aufzunehmen, wo sie liegengelassen wurden. Eine wiederentdeckte Tradition muss mit dem Blick nach vorne weitergeführt werden. Fortführung bedeutet nicht endlose Wiederholung des Gleichen.“ Ohne diese Fortführung ist jeglicher Versuch einer Kulturrevolution zum Scheitern verurteilt, denn Politik wird von der Kultur definiert, und nicht andersrum.“
Die Kultur, die eines Tages die unsrige ersetzen wird, kann autochthonen Ursprungs sein, oder genauso gut von anderen Völkern ausgehen. Das würde freilich das Ende unserer Völker bedeuten. Solange unsere Völker aber schöpferisch und imstande bleiben, neue Metaphysiken hervorzubringen, wenn alte vergehen, werden wir fortleben und Herren unseres Schicksals sein.
Eine typische Taktik der Linken
ist es, ihre Gegenspieler als intellektuell minderwertig hinzustellen: „Traditionalistisch gesinnte, ethnisch selbstbewusste Weiße werden als tätowierte Neonazi-Glatzen, Hitlerfetischisten, Ku-Klux-Klan-Anhänger oder inzestgeschädigte Rednecks mit Zahnfäule dargestellt.“ Die neue Rechte, deren Forderungen auf empirischen Daten und logischen Argumenten aufbauen, versinkt in diesem Sumpf. Weil die linke kulturell gesehen an der Macht ist, kann sie ihre Ideen als intelligent darstellen. Hauptargument ist, dass Intelligenz mit der Offenheit für neue Erfahrungen zusammenhängt. Oder etwas anders ausgedrückt: Liberalismus ist attraktiv, weil er „neu“, nicht aber, weil er „intelligenter“ ist. In der Realität scheitern aber ständig die Ideen der Linken (z.B. Multikulti oder sämtliche kommunistische Staaten). Es ist gut möglich, dass sie eines Tages völlig diskreditiert wird, aber die Rechte darf nicht darauf warten.
Wer heute schon Gegenpolitik betreiben will:
Benutz Humor! Der Einsatz von Humor und Satire ist immens wichtig, denn sobald die Menschen beginnen, über das Establishment zu lachen, beginnt seine Macht zu schwinden.
Link zum Verlag Antaios
Ich freue mich sehr, dass du dich mal wieder hier zu Wort meldest! Wir stehen am Beginn einer Rückbesinnung auf alte Werte, die für die Sicherung einer erstrebenswerten Zukunft unabdingbar sind. Wohlstand entsteht nicht durch Verteilen, sondern durch Erwirtschaften und Bewahren.
Diese Gegenbewegung braucht Geschick, die richtigen Werkzeuge (wie Humor oder sogar Ironie), und vor allem junge Menschen so wie dich.
Ich kann dich nur dazu ermuntern, hierbei mitzuwirken.
Für mich sehe ich es als große Aufgabe des Lebens, der nächsten Generation mehr zu hinterlassen, als ich selbst empfangen durfte.
Vielen Dank für die lieben Worte! Ich habe leider im Moment sehr viel zu tun, werde aber versuchen, in nächster Zeit öfter etwas zu schreiben. (:
Und über deinen Besuch auf meinem Blog würde ich mich natürlich auch freuen. Natürlich nur, wenn es dein überstrapazierter Terminkalender zulässt.
Genau das ist der Optimismus den ich mir mehr von Konservativen wünsche. Der eigene Kulturpessimismus wird allzu oft als Realismus wahrgenommen. Das führt im schlimmsten Fall zur selbsterfüllende Prophezeiung und vermittelt dem politischen Gegner Unterlegenheit. Dabei ist der Konservative von seinen dystopischen Zukunfts Deutungen selbst weniger betroffen als die Linke wenn es irgendwann mal wirklich scheppert. Zu zuversichtlich sollte man allerdings auch nicht sein. Wie hat Houellebecq richtig gesagt: