Homeschooling

in #deutsch2 months ago (edited)

Lassen wir den ganzen anderen Kram in und um das Virus beiseite und schauen auf die Auswirkungen auf die staatlicherseits normalerweise mit Gewalt durchgesetzte Anwesenheitspflicht in staatlichen oder staatlich zugelassenen Schulen.

Die Anwesenheitspflicht ist ja grad mal, wie so vieles andere auch, anhand paar Erlasse der Exekutive mit oder ohne Verweis auf das Infektionsschutzgesetz ausgehebelt worden. Faszinierend, was so alles möglich ist. Rechtsstaat eben.

In dem Zusammenhang - ok, ich schweife ab, aber es ist zu gut - eine nette Replik eines minderbemittelten Schulleiters in Bezug auf die Verweigerung der Nutzung der Onlineplattform Zoom durch Leroy, obwohl die Kinder dazu aufgefordert worden waren. Was Zoom im Hinblick auf Datenschutz und Zugriffsrechte auf Eure Daten bedeutet, erschließt sich jedem Klippschüler. Die Antwort des Präses hierauf: "In solchen Zeiten haben wir keine Zeit, um uns um Datenschutz zu kümmern".

Ohne Worte. Wenn es ein Plan war, ist er genial.

Klar, Datenschutz ist nur was für Schönwetterzeiten und gilt nur solange wie die rechtswidrige Weigerung der Schulen, das unerlaubte Fernbleiben der Schüler vom Unterricht mit Verweis auf die Klimarettung gemäß den gültigen Schulgesetzen zu sanktionieren. Aber wat soll's, Gesetze sind in dieser Bananenrepublik nur für die anderen da und nur, wenn es gerade in den Kram passt.

Zurück zum Thema. Im Moment haben wir ja Homeschooling, bei Leroy eh, da die zwei zu Hause festsitzenden Ganoven noch nichtmal eine Internetverbindung haben, die Onlinekonferenzen oder Youtube-Schooling zuließe. Ist halt in Deutschland so, dass alle, die sich außerhalb der großen Slums aufhalten, im technischen Mittelalter leben müssen.

Und siehe da:

So fleißig waren die drei Rotzlöffel noch nie! Sie schlafen aus und beschäftigen sich danach den ganzen Tag intensiv und spielerisch, mit und ohne Pausen, mit ihrem Schulkram. Selbst wenn Leroy um achte inne Provinz antanzt, hocken sie noch da und machen Chemie. Der Große sagt mir: Endlich mal was kapiert! Der Kleine macht endlich seinen Deutschkram und kümmert sich ausnahmsweise mal um die Rechtschreibung (in der Schule scheißegal, Hauptsache, man drückt sich aus).

Papi hat Ihnen als Pflichtlektüre noch RichDadPoorDad gegeben, in Geschichte gibt es die Klassiker wie Soboul zu lesen und nicht den tagesaktuellen Schwachmatenmüll aus den Schulbüchern, wo Leroy sich vor Lachen und Ekel abwechselnd krümmt. Wenn die Kids sich dran halten, wird die Playstation-Sperre gelockert. Anfangs wehrte sich die Brut, doch nun verschlingt sie teilweise die Literatur, die sie vor drei Wochen noch nichtmal mit'm A. angeguckt hätte.

Solche Gespräche hatten wir noch nie beim Abendessen. Es wurde sogar der Wunsch geäußert, Cashflow zu spielen!

Was lernt uns das, Genossen?

Edit: Nicht unerwähnt bleiben soll, dass fast alle Lehrer wirklich Ihr Bestes geben und sich sensationell auf die neue Situation eingestellt haben!

Sort:  

Bei uns hieß es auch erst man darf nur die für das KM entwickelte Mebis-Plattform benutzen. Leider hatte man an vielen Schulen vergessen, den Schülern einen Zugang zu geben. War aber egal, weil die Plattform gleich am ersten Tag in die Knie gegangen ist.
Dann hieß es, “Macht was ihr wollt, egal welche Plattform, nur macht etwas.”
Mittlerweile benutzen wir Microsoft Teams. Was ganz gut funktioniert.
So ist das eben. Das wofür Du gestern noch ins Gefängnis gekommen bist, ist heute Pflicht und was früher mal deine Grundrechte waren, ist heute verboten.
So lange das Volk Beifall klatscht und die Regierungsparteien in den Umfragen steigen, geht alles.
Und die Frage wie bestimmte Dinge in der Geschichte passieren konnten, beantwortet sich in solchen Situationen von selbst.

Homeschooling hat also auch Vorteile. Wenn die Kids schon von alleine und freiwillig lernen ist es ohnehin viel effektiver. Sehr cool, auch wenn die Corona Krise grade eher nicht so cool ist...