Die Lehre der Trinität

in deutsch •  2 months ago 

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Christian geht in eine christliche Jugendgruppe, glaubt an Gott und die Bibel.Seine Freunde heißen Pierre, Charles und Sarah.Pierre war Boxer, ist nun aber Muslim.Charles ist bei den Zeugen Jehovas und verteilt hin und wieder deren Zeitschrift.Sarah spielt gerne Fußball und ist Jüdin.Alle drei glauben irgendwie an Gott, trotzdem streiten sie sich immer mal wieder über das Thema.

Eines Tages im Starbucks kommt die Dreieinigkeit des christlichen Gottes zur Sprache.Christian versucht zu erklären, dass es nur einen Gott gibt und die Christen glauben, dass der Vater, Sohn und Heiliger Geist gemeinsam dieser Gott sind.Pierre sagt darauf:"Also glaubt ihr eigentlich an drei Götter".Christian erwidert:"Nein, wir glauben an einen Gott".Ratlosigkeit breitet sich aus.Pierre, Charles und Sarah verstehen nur Bahnhof.Auf den ersten Blick ist das auch nicht einfach zu verstehen, deshalb nimmt Christian einen Stift und erklärt weiter.

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Greifen wir zum einfacheren Verständnis mal auf das Element Wasser zurück.Wasser besteht aus dem Molekül H2O und tritt uns in drei völlig verschiedenen Erscheinungsformen gegenüber, als flüssiges Wasser, als Eis und als Wasserdampf.Die drei sind nicht austauschbar oder identisch, trotzdem sind alle H2O!Wasser ist H2O, Eis ist H2O und Wasserdampf ist H2O, eben so sind auch der Vater, der Sohn und der Heilige Geist drei Erscheinungsformen des selben Gottes.Alle drei sind Gott, aber trotzdem sind sie nicht austauschbar oder identisch.

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Nun ergreift Charles das Wort und sagt:"Das ist ein nettes Bild, nur steht das nirgends in der Bibel".Sarah meint, dass sie nirgends in der Bibel den Ausdruck "Dreieinigkeit" gefunden habe.Zum Glück hat sich Christian informiert und antwortet:"Du hast Recht Sarah, der Begriff der Trinität, Dreieinigkeit oder des Drei-Personen-Gottes kommt tatsächlich nirgends in der Bibel vor, denoch hat sich der Begriff durchgesetzt, weil er auf ein Wort reduziert das ausdrückt, was die Bibel über Gottes Wesen sagt."

Erstaunlicherweise findet man im Urtext der jüdischen Tora für den Begriff "Gott" an den meisten Stellen ein Substantiv im Plural, also ein Hauptwort in Mehrzahl.Das Wort für Gott heißt "Elohym", kommt 2600 Mal vor und würde richtig übersetzt "Götter" und nicht "Gott" heißen.Trotzdem spricht dieser Elohym immer in Einzahl von sich.

In 2. Mose 3:14 sprach dieser Elohym also aus dem brennenden Dornbusch zu Mose nicht etwa "Wir sind, die wir sind", sondern "Ich bin, der Ich bin".Zusammengefasst bedeutet das, sowohl die Einzahl und Mehrzahl treffen auf Gott zu.

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Du glaubst es immer noch nicht?Auch in 1. Mose 18:1 begegnet Gott in Gestalt von drei Personen Abraham.Doch Abraham spricht diese drei Personen nicht als "Herren", sondern als "Herr", also in Einzahl an.Auch in 5.Mose 6:4, dem berühmten Kernsatz des jüdischen Glaubens, dem Schma lesen wir:"Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig."Dieser Satz würde richtig übersetzt bedeuten:"Höre Israel, der Ewige ist unser Götter, der Ewige ist einzig."Deshalb Dreieinigkeit!

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Charles jedoch kennt sich auch etwas aus, da die Zeugen Jehovas gegen das Konzept der Dreieinigkeit sind sagt er:"Könnte es nicht auch sein, dass er wie ein König in Mehrzahl von sich redet?"Christian erwidert:"Das ist in der Tat die beste Erklärung der Dreieinigkeitsgegner und nennt sich Pluralis Majestatis, der königliche Plural.Gemeint ist damit, dass Gott wie ein König in Mehrzahl von sich selbst redet."

Erklären wir das noch etwas näher.Da Könige damals gewöhnlich nicht nur für sich, sondern für ihren ganzen Hof und ihr Land sprachen, sagte man z.B. "eure Hoheit" und sie selbst sprachen von sich in Mehrzahl wie z.B. "Wir, König von England haben entschieden."Das hört sich plausibel an, jedoch waren die früheren Hebräer mit dem königlichen Plural überhaupt nicht vertraut.Diese Redeweise wurde erst später von den Griechen entwickelt und von den Römern übernommen.In der Bibel werden alle Könige immer nur in der Einzahl angesprochen.

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Charles, Pierre und Sarah verstehen Christian nun etwas besser und bestellen einen weiteren Kaffee, wohl wissend, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Freunde wieder ein weiteres Thema aufgreifen und dadurch wieder etwas Neues über den Glauben des jeweils anderen erfahren werden.

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