Wo nichts ist, …

in #deutsch3 years ago (edited)

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

… kann man schlecht ausbilden.

Der Ökonom Heiner Flassbeck spielt bei dem von den Arbeitgebern beklagten Fachkräftemangel den Ball an sie zurück und fordert von ihnen mehr Ausbildung ein. Er zeiht sie dabei einer seiner Meinung nach ungerechtfertigten Anspruchsmentalität. Damit aber trifft er den Nerv nur unzureichend.

Es gilt zu beachten, daß eine Lehre nicht die erste Stufe der Ausbildung darstellt. Die Ausbilder können nur ausbilden, was ihnen an Menschenmaterial geboten wird. Dieses erweist sich eben oft als unbrauchbar, weil die Schulen es so entlassen, daß darauf nicht aufgebaut werden kann.
Importierte Analphabeten treffen dort auf heimische Problemfälle und verstärken diese. Das Ergebnis erlaubt dann keine weitere Qualifizierung mehr, sondern nur den Weg „zurück auf los“ oder zum Sozialamt.

Durch Import kann dem Arbeitskräftemangel nicht gegengesteuert werden, da die gesuchten Kräfte auf Auslandsmärkten oft nicht vorkommen. Importiert werden Parasiten, die das Land belasten und nur das Heer der ohnehin überzählig vorhandenen Unqualifizierten verstärkt. Flassbecks Polemik im Hinblick auf Wirtschaftsflüchtlinge verkennt, daß nicht diese den Maßstab vorgeben dürfen, sondern daß sich dieser nach dem Bedarf des Landes richten muß.

Über höhere Lohnangebote kann die Friktion nicht behoben werden, wenn der Markt die Qualität nicht liefert, die höheres Entgelt rechtfertigt. Dieser Marktmechanismus als Regulativ ist derzeit außer Kraft gesetzt. Höhere Löhne im Gießkannenverfahren verteilt, verstärkten nur die Inflation und senkten die Wettbewerbsfähigkeit international noch weiter ab.

Das Ping-Pong-Spiel mit der Verantwortung, die von einem zum anderen durchgereicht wird, führt nicht weiter.
Mit den gegenwärtigen Regimen in Folge ist kein Staat zu machen. Mit ihnen kommt man hier nicht weiter.
Nach einem überfälligen Wechsel muß ausgesiebt und ausgeschafft werden, wer hierzulande nicht brauchbar und mithin mit vernünftigem Aufwand nicht integrierbar ist. Diese Selektion ist das A und O alles Weiteren. Sodann ist das Bildungssystem auf solide Grundlage zu stellen, wonach erst Forderungen nach Ausbildung an die Arbeitgeber folgen können. Von letzteren allerdings ist schon jetzt Mithilfe auf dem Weg zu dem skizzierten Ziel zu erwarten.

Anlage 1

RT-DE
vom 19. Juni 2023

Ökonom Flassbeck zum Fachkräftemangel: Versorgungsmentalität der Arbeitgeber ist krass.

Der Staat hat nicht die Aufgabe, den Arbeitgebern Arbeitskräfte zu einem niedrigen Preis zur Verfügung zu stellen, meint Heiner Flassbeck. Wer Fachkräfte braucht, muss sie ausbilden. Das gilt für das einzelne Unternehmen, aber auch für Volkswirtschaften als Ganzes.
Häufig wird behauptet, der Fachkräftemangel bremse die deutsche Wirtschaft aus. Der Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck erwidert, die Betriebe müssen einfach mehr ausbilden.

In einem Beitrag für das Online-Magazin Telepolis bescheinigt der Ökonom Heiner Flassbeck den deutschen Arbeitgebern eine Versorgungsmentalität.

"Die Klagen der Arbeitgeber über Fachkräftemangel, die alle paar Monate in die Öffentlichkeit lanciert werden, sind Ausdruck einer durch nichts zu rechtfertigenden Versorgungsmentalität der Arbeitgeber, die in den vergangenen Jahrzehnten entstehen konnte, weil die Arbeitslosigkeit durchweg hoch war."

Flassbeck vergleicht die aktuelle Situation mit der Situation in den 70er-Jahren. Damals war das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitssuchenden umgekehrt. Auf eine Million offene Stellen kamen 100.000 Arbeitssuchende. Heute kommen auf 2,5 Millionen offiziell gezählte Arbeitslose 800.000 offene Stellen.

Trotz des Arbeitskräftemangels wuchs die deutsche Wirtschaft zu Beginn der 70er-Jahre kräftig. Wer Fachkräfte brauchte, wurde nicht vom Arbeitsmarkt versorgt, sondern musste in das vorhandene Personal investieren und es ausbilden. Die Idee, man sucht sich als Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt die passende Fachkraft aus, setzt eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit voraus.

"Man fragt sich allerdings, wie die Wirtschaft zu Beginn der Siebzigerjahre überhaupt kräftig wachsen konnte, wo es doch im Vergleich zu heute keine Möglichkeit gab, von außen Arbeitskräfte zu rekrutieren.
Die Antwort ist einfach.
Sie lautet: Die Unternehmen mussten im eigenen Unternehmen alle verfügbaren Arbeitskräfte mithilfe intensiver Ausbildung zu Fachkräften machen."

Die Unternehmen hätten hinsichtlich der Ware Arbeitskraft das Prinzip von Angebot und Nachfrage vergessen. Wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, steigt der Preis. Die Arbeitgeber hätten sich aber in einer Versorgungsmentalität eingebunkert, nach der der Staat für eine ausreichende Versorgung mit Fachkräften zu einem möglichst niedrigen Preis sorgen muss.
"Besonders krass ist die Versorgungsmentalität der Arbeitgeber, wenn sie auch noch glauben, dieser Nachschub müsse zu immer gleichen Lohnkonditionen erfolgen.
Wer dringend Arbeitskräfte braucht, muss das tun, was man immer tut, wenn man ein knappes Gut nicht leicht erwerben kann: Man muss mehr Geld ausgeben."

Geradezu zynisch und schizophren sei die Anwerbung von Fachkräften im Ausland. Einerseits würde man die Grenzen abschotten und unterscheide zwischen politischen und Wirtschaftsflüchtlingen. Letzteren wolle man den Zuzug verweigern. Andererseits möchte man gut ausgebildete Fachkräfte abwerben, die auf Kosten eines anderen Staates ausgebildet wurden.

"Ganz selbstverständlich dürfen wir aus 'unseren wirtschaftlichen Gründen' den Entwicklungsländern die dort ebenfalls dringend benötigten Fachkräfte abwerben. Gleichzeitig aber tun wir alles dafür, um Einwanderung aus wirtschaftlichen Gründen (den wirtschaftlichen Gründen der Migranten nämlich) zu verhindern."

Letztlich gehe es bei der Diskussion um die Aufrechterhaltung von Gehaltshierarchien, schreibt Flassbeck.

"Fachkräfte müssen einfach reichlich und billig verfügbar sein, damit das oberste Fünftel in der Einkommenshierarchie weiterhin nicht nur absolut, sondern auch relativ im Luxus leben kann."

https://rtde.site/wirtschaft/172964-oekonom-flassbeck-zum-fachkraeftemangel-versorgungsmentalitaet/

Anlage 2

RT-DE
vom 18. April 2023

Das falsche Spiel mit dem Fachkräftemangel

Das Wirtschaftsinstitut der Arbeitgeber beklagt wieder einmal Fachkräftemangel. Aber wie immer fällt nur eine Lösung ein: Einwanderung. Nur, dass diese Lösung nichts lösen kann. Das, was in Deutschland als Fachkraft erwartet wird, wird andernorts gar nicht ausgebildet.

von Dagmar Henn

Jedes Jahr ist sie wieder zu hören, die Klage vom Fachkräftemangel. Und meistens ist die Antwort darauf so banal wie falsch: mehr Einwanderung. Dabei müsste schon der Vergleich der Ausbildungszeiten erkennen lassen, dass das nicht funktionieren kann.
Leibniz- und ifo Institut: Schulabbrecherquote und Fachkräftemangel bedrohen ostdeutsche Wirtschaft
Leibniz- und ifo Institut: Schulabbrecherquote und Fachkräftemangel bedrohen ostdeutsche Wirtschaft

Nicht viele wissen es, aber es ist so – das deutsche System der Berufsausbildung ist weltweit einzigartig. Das ist es nicht nur, weil jeder Berufsabschluss eine Ausbildung von drei Jahren voraussetzt, mit minimalen Kürzungsmöglichkeiten – in Berufen, die in anderen Ländern eher Anlernberufe sind, genügt ein halbes Jahr Praxis, und gut ist's. Das ist es auch, weil es eben nicht eine Ausbildung für eine bestimmte Stelle in einer bestimmten Firma ist, sondern sie eine universelle Einsetzbarkeit in einem bestimmten Bereich ermöglicht. Und es ist der staatlich, über die Berufsschulen, garantierte theoretische Teil, der dieses besondere Niveau der Ausbildung sichert, aber eben auch dafür sorgt, dass entsprechende Kräfte nicht importiert werden können.

Es gab immer wieder Anläufe, die Qualität dieser Ausbildung abzusenken, zuletzt im Zusammenhang mit dem Bologna-Prozess. Jeder Azubi solle nur noch die Module lernen, die er unbedingt brauche, das ist das Ziel dieser Angriffe bereits seit 40 Jahren. Letztlich ist es meist die Großindustrie, die das dann doch nicht klug findet, weil die Anpassungsfähigkeit an technologische Veränderungen verloren geht.

Aber betrachten wir einmal, auf welchen Feldern jetzt wieder ein Fachkräftemangel konstatiert wird. Die Medien berufen sich auf eine Studie eines Ablegers des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA). Das erste Mal seit mindestens 2005 liegt die Zahl der offenen Stellen mit Berufsabschluss seit 2021 deutlich über der Zahl der möglichen Bewerber. Bei Stellen für An- und Ungelernte ist dies nach wie vor anders; da treffen 244.211 offene Stellen auf 1.278.000 Bewerber, also fünf Bewerber auf eine Stelle.

Nun könnte man ganz nüchtern sagen, das gibt diesen Bewerbern eine bessere Marktmacht und sorgt für vernünftigere Bezahlung. Und wenn das Angebot so weit nicht ausreicht, dass es zu tatsächlichen Problemen führt, gibt es immer noch die Möglichkeit, aus der großen Menge der An- und Ungelernten jemanden auszubilden. Inzwischen wäre das sogar technisch möglich – all die Jahre hinweg seit 2005 war eines nach den Regeln von Hartz IV völlig unmöglich: Ausbildung. Jede Form von Abstieg, von Qualifizierungsverlust war möglich, aber kein Qualifizierungsgewinn. Auch diese Regel hat dazu beigetragen, dass wenig nachholende Ausbildung möglich war.

Woran man bereits sehen kann, dass die Probleme wirklich hausgemacht sind. In jedem Bereich ein wenig anders, aber samt und sonders selbstverschuldet.

Nehmen wir einmal die Bauwirtschaft. Das KOFA, jenes IW-Tochterunternehmen, bemisst die Lücke an Fachkräften bei Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik auf 57.657. Es fehlen vor allem Techniker und Meister, nachdem die Stellen für Gesellen nach wie vor gerne mit importierten billigeren Kräften besetzt werden. Der Ursprung des Problems ist sehr einfach zu erkennen: Über Jahrzehnte hinweg wurde in diesem Bereich zu wenig ausgebildet, und es braucht nun einmal eine ganze Reihe von Gesellen, um in deren Reihen einen Meister zu finden ... Die Meister und die Techniker sind unverzichtbar, weil irgendjemand die Umsetzung der Baupläne kontrollieren und die Arbeiten beaufsichtigen muss, der sich mit den deutschen Normen auskennt, die eingehalten werden müssen, damit der Bau abgenommen wird. Aber es ist schlicht nicht möglich, die Spitze einer Pyramide zu halten, wenn man die Basis fortnimmt.

Der Grund für den ebenfalls beklagten Fachkräftemangel in der Pflege liegt etwas anders. In diesem Bereich werden an sich Jahr für Jahr genug Kräfte ausgebildet; der Mangel entsteht dadurch, dass viele diesem Beruf sehr bald wieder den Rücken kehren. Dabei ist vor allem der Anteil der Frauen hoch, die aus der Familienzeit nicht mehr zurückkehren. Dieses Problem findet sich ähnlich bei Kinderbetreuung und -erziehung; der entscheidende Hebel dabei wären die Arbeitsbedingungen.

Handel? Lasst uns einmal über die Einkommen reden. Physiotherapie? Nach wie vor ein Beruf, in dem die Ausbildung bezahlt werden muss, um am Ende dank jahrzehntelanger Kürzungen durch die Krankenkassen gerade so über die Runden zu kommen ... Informatik? Wer kommt eigentlich auf die brillante Idee, Fächer, deren Absolventen Mangelware zu sein scheinen, mit einem Numerus clausus zu versehen? Gibt es noch irgendjemanden, der bei solchen Dingen auch nur einen halben Schritt vorausdenkt? Buchhaltung? Früher konnte man davon gut leben; heute endet man auch damit in der Großstadt in einer Existenz von der Hand in den Mund. Und eines ist absolut klar – Buchhalter aus dem Ausland zu importieren, ist so gut wie unmöglich. Das Steuerrecht, auf dem diese Tätigkeit beruht, unterscheidet sich zu sehr.

Andrea Nahles, inzwischen Chefin der Bundesagentur für Arbeit, gab sich bei der Vorstellung der KOFA-Zahlen alle Mühe, arbeitgeberfreundliche Begleitmusik dazu anzustimmen: "Selbst wenn wir alle inländischen Potenziale heben, wird das auch aus demografischen Gründen nicht ohne weitere Zuwanderung gehen." Dabei haben die letzten Einwanderungswellen belegt, dass nur das Angebot an ungelernten Kräften steigt.

Zum Jahresende 2022 befanden sich in Deutschland noch 1,216 Millionen junger Leute in einem Ausbildungsverhältnis. Damit wurde der letzte Stand der Westrepublik 1989 unterschritten. Es wird allgemein konstatiert, die duale Berufsausbildung befinde sich in einer Krise.

Das tut sie seit Langem, seit auf vielen Ebenen die Anreize so gesetzt sind, dass das Angebot an Ausbildungsplätzen in vielen Bereichen kontinuierlich zurückgeht (siehe Bauwirtschaft). Und rein grundsätzlich – Ausbildungsvergütungen sind ihrer Höhe nach ursprünglich danach bemessen, dass 14-, 15-Jährige, die noch bei ihren Eltern wohnen und dort versorgt werden, etwas auf die Hand bekommen. Inzwischen sind Lehrverträge mit nicht Volljährigen bereits selten geworden, aber die Höhe der Ausbildungsvergütungen hat sich an diese völlig veränderte Lage nicht angepasst.

Nichts davon ist ein unlösbares Problem, und nichts davon bräuchte tatsächlich die von Nahles betonte Zuwanderung. Was es aber bräuchte, wäre eine Politik, die sich über solche Dinge Gedanken macht, statt überall Heizungserneuerungen ohne Installateure vorzuschreiben. Oder man kann den Markt das regeln lassen. Das ist aber in diesem Fall nicht gewünscht, denn das hieße, dass in allen Mangelbereichen die Einkommen deutlich steigen müssten. Und es gibt eine Sache, die in Deutschland bekanntermaßen um jeden Preis vermieden werden muss – höhere Löhne.

https://fromrussiawithlove.rtde.live/meinung/167884-das-falsche-spiel-mit-dem-fachkraeftemangel/

Anlage 3

https://steemit.com/deutsch/@isabellaklais/auswirkung-erkannt-die-ursache-leider-nicht-benannt

FvLqzJoa4_s.jpg

Coin Marketplace

STEEM 0.04
TRX 0.33
JST 0.098
BTC 64656.44
ETH 1865.47
USDT 1.00
SBD 0.38