Mohrenköpfe: Wer hat sie erfunden?

in #deutsch4 years ago (edited)

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Erfunden haben sie nicht die Schweizer, sondern ein Deutscher; aber die Schweizer zerbrechen sich die Holzköpfe über diesen Käse. Ein „Komitee gegen rassistische Süßigkeiten“ hat eine online-Petition gegen den Mohrenkopf gestartet und erhebt allen Ernstes die Forderung nach Entkolonialisierung der pâtisserie.
Ja, Eidgenossen, geht ’s noch?

Immerhin bleibt der Schweizer Produzent standhaft und verweigert die Umbenennung seiner Ware. Respekt! In Deutschland sind Unternehmen bei vergleichbar absurden Kampagnen eingeknickt.

Was ist nur los, daß man sich von eifernden und geifernden Aktivisten umtreiben läßt, die in ihrer Ignoranz noch nicht einmal die Herkunft des angegangenen Begriffes kennen?
„Mohren“ kommen von „Mauren“, denen die Welt phantastische Bauwerke verdankt. Was ist daran pejorativ belegt? Erst durch die Deklaration als Herablassung erfährt ein Wort im Laufe der Zeit eine Abwertung, so wie es mit dem Wort „Weib“ geschah, das zunächst völlig neutralen Charakters war.
Das Gebäck selbst ist leider nur noch als wenig schmackhafte Pampe erhältlich. In seiner früheren Konditoren-Variante - aus biscuit mit frischer Sahne gefüllt und Schokolade überzogen - war es eine Delikatesse unter gleichem Namen. In der weißen Variante allerdings erscheint die Bezeichnung widersinnig, aber nicht rassistisch.

So mancher nicht westlich verbildete Schwarze dürfte mehr Humor und Gelassenheit besitzen, als viele seiner weißen selbstmandatierten Fürsprecher ihm zuzubilligen bereit sind. Ist nicht das der wahre Rassismus?
Schon über das Wort „Schwarzer“ werden einige stolpern. Mein leider viel zu früh verstorbener Studienfreund aus dem Senegal erklärte dazu, daß es völlig in Ordnung sei, Schwarze so zu titulieren, denn schwarz seien sie ja schließlich. Was hätte der brillante Germanist wohl zu „Farbigen“ gesagt? Da liegen „Bunte“ nicht mehr weit entfernt. Wie man sieht, ist der Schritt von Übereifer zur Lächerlichkeit nur ein kleiner.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen Besuch des Los Angeles County Museums mit einem jüdischen Begleiter. Vor einem Gemälde hielt er inne und sagte, das darauf dargestellte Mädchen sei eine Jüdin. Auf meine Frage hin, woher er das wisse, erwiderte er, das sehe man an der Nase. Ich war überrascht, denn ich hätte dies nicht erkannt; und wenn, nicht gewagt, dies offen so zu sagen. Die Aussage rief mir ganz ähnliche Bemerkungen meiner Mutter - einem Kind ihrer Zeit - ins Gedächtnis, die ich für politisch inkorrekt erachtet hatte, obwohl sie nicht böse gemeint waren. Und nun hörte ich dergleichen von einem Juden selbst.

Wenn die Betroffenen gut damit leben können, sollten die anderen dies auch können. Mit Hysterie und Humorlosigkeit maßen sich Fundamentalisten eine Deutungshoheit an, die ihnen nicht zusteht. Dabei sind sie es, die die Atmosphäre vergiften.

Darauf einen Mohrenkopf, denn Rassismus steckt nicht in pâtisserie, chers amis!

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/diskussion-%C3%BCber-mohrenk%C3%B6pfe-schaum-im-mund/ar-BB15z36H?ocid=msedgdhp

Mohrenkopf.png

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