Internationaler Tag des Multilateralismus und der Diplomatie für Frieden

in #deutschlast month

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Am 24. April wird der internationale Tag des Multilateralismus und der Diplomatie für Frieden begangen, der 2019 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde.

Frieden ist auf dem Rückzug und Krieg auf dem Vormarsch. Das geht zurück auf den Rückzug der Diplomatie und den Vormarsch von Dummheit, Primitivität und Gier.

Diplomatie hat die Aufgabe, die Interessen des eigenen Landes zu vertreten und voranzubringen. Dieses Ziel verfolgt sie friedlich und legal mit Hilfe von Verhandlungen und Kontaktpflege.

Zu Diplomatie gehört sehr wesentlich, auch die Interessen anderer Staaten im Blick zu behalten. Wird das Gegenüber an die Wand gedrückt, wird Gegenwehr und Abneigung erzeugt, was sich auf mittlere Sicht als kontraproduktiv für die eigene Arbeit erweist. Ein kurzfristiger Sieg kann sich schon morgen als teuer erkauft herausstellen. Man begegnet einander fast immer mehr als einmal, weswegen Fairneß und Glaubwürdigkeit wertvolle Investitionen sind.
Die realistische Beurteilung der eigenen Lage schafft die Grundlage für die Interaktion mit anderen. In einer Zeit, wo kaum noch etwas lange geheim bleibt, gibt es nur noch wenige Möglichleiten zum Täuschen. Unglaubwürdigkeit, Unseriosität und Lächerlichkeit lauern dann als Gefahren gleich um die Ecke. Die Gegenseite zu unterschätzen, galt schon immer als schwerster Fehler.
Wenn man selbst wenig bis nichts anzubieten hat, gilt es, sich mit Forderungen zurückzuhalten und diese allenfalls in Bitten zu kleiden.
Respekt, Anstand, Manieren und Stilsicherheit sollten selbstverständlich sein. Freundlichkeit und Entgegenkommen schaden der eigenen Sache sicher auch nicht. Sollte letzteres nicht möglich sein, hilft eine von einer Erklärung begleitete Bitte um Verständnis.
In einer Welt der Massenmedien muß man davon ausgehen, daß despektierliche Äußerungen sich herumsprechen. Der Peinlichkeit, dem Beleidigten dann wieder gegenübertreten und eventuell ihn sogar um einen Gefallen bitten zu müssen, darf man sich auf keinen Fall aussetzen.

Die alten Zeiten der Diplomatie sind unwiederbringlich vorüber, als politische Kontakte noch von Diplomaten vermittelt werden mußten. Das gestaltete einiges zwar etwas schwerfälliger, beinhaltete aber den Vorteil, daß Diplomaten als Berater fungierten und Klippen zu umschiffen sowie Wogen zu glätten halfen.
Heutige Diplomaten arbeiten in einem schwierigeren Umfeld, in dem sie fast nur noch zerschlagenes Porzellan kitten müssen. Dazu kommt, daß sie oftmals auch Schichten entstammen, in denen ihnen wesentliches Rüstzeug nicht vermittelt wurde. Der unzivilisierte, egalitäre Ansatz bringt es mit sich, daß, neben Etikette, auch auf Allgemeinbildung und Fachkenntnisse verzichtet wird. War der Diplomat früher ein gesuchter Ratgeber, wird ihm heute von der Politik ein oft falsches Ziel vorgegeben, das er auf Biegen und Brechen vertreten muß. Rat ist nicht mehr gefragt.

Die politischen Parteien spülen vielfach willfährige Ignoranten und kooperative Proletarier nach oben, aus denen sich die Politikerlinge rekrutieren. Für ausländische Einflußgeber und in- wie ausländische Lobbyisten stellen diese eine klaffende Einbruchstelle dar, die sie mit Erpressung, Korruption und tendenziöser Informationsvermittlung ausfüllen und anfüttern.

Die allgemeine egomane Gier beherrscht das Verhalten und schlägt das Hirn. Das ist der Stoff, aus dem Kriege sich entwickeln. Interaktion und Kooperation, moderates Vorgehen und Weitsicht sind Fremdworte geworden.

Die Rückkehr zu austarierter Vernunft kann nicht schnell genug kommen, ist allerdings mit dem Material der derzeitigen Protagonisten ausgeschlossen.

Sollten Sie auf Wikipedia nach Informationen zu diesem Tag suchen, werden Sie vielleicht nicht ganz überrascht sein. Obwohl der Jahrestag sich bereits zum sechsten Mal jährt, herrscht dazu gähnende Leere.

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