Die AfD wird eine Entscheidung treffen müssen, will sie sich diese nicht abnehmen lassen.

in #deutschlast month (edited)

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Tino Chrupalla war wahrlich nicht zu beneiden in Anbetracht der „Leistungen“ seiner Parteikollegen, zu deren öffentlicher Verteidigung er aufgerufen war.

Das in Sachsen kursierende misogyne Plakat der AfD läßt vermuten, daß weibliche Wählerschaft - mit Ausnahme der Heimchen am Herd - abgeschreckt werden soll. Diese geschmacklose Entgleisung kann man nicht mehr als provokative Vereinfachung oder satirische Karikatur verteidigen. Das ist pure Diffamierung und Beleidigung der Hälfte der Wählerschaft, denn das unsägliche Plakat ergeht sich in Randbereichen, während es all die erfolgreich arbeitenden Leistungsträgerinnen, die keiner Quote bedurften, zur Gänze unterschlägt. Wie doof muß man sein, um sich als Partei so etwas zu leisten?!
Man hätte sich an Tino Chrupallas Stelle hier seine Parteikollegin Weidel gewünscht und wäre gespannt gewesen auf ihren Kommentar. Tino Chrupalla tat in dieser Situation das einzig Richtige und distanzierte sich davon, hoffentlich gefolgt von dem parteiintern dann notwendigen Machtwort.

In die gleiche misogyne Kerbe schlägt sein Parteikollege Maximilian Krah, der Frauen eher als Gebärmaschinen gebraucht, mit deren Hilfe er es im Alter von Mitte 40 bereits auf acht Rangen gebracht hat.
Die Tulpen-Kurve, auf die er sich „wissenschaftlich“ beruft, ist wenig aussagekräftig ohne ihre Gründe. Sie sagt erst recht nichts aus über die individuelle Eignung von Frauen für Führungspositionen. Die eigentliche Frage ist daher, warum er die Tulpen-Kurve überhaupt bemüht. Hat er derartige Angst vor der Konkurrenz? Immerhin flüchtete er sich als Rechtsanwalt in die finanziell gut dotierte Politik, denn in einer Kanzlei muß man schon eine Menge werkeln, um in solch „zartem Alter“ eine solch zahlreiche Nachkommensschar angemessen durchzubringen. Der rechtlich unhaltbare leistungsfeindliche Egalitarismus per Quotierung bietet doch wahrlich genügend sachliche Angriffspunkte, die zu nutzen der Kandidat sich offenbar nicht in der Lage sieht, weshalb er auf pure Polemik zurückgreift.

Auch hinsichtlich der Frage der Annahme finanzieller Mittel aus russischer Provenienz macht Maximilian Krah, der sich voreilig als Saubermann hervortat, seinem Parteivorsitzenden Tino Chrupalla wenig Freude.
Maximilian Krah hatte sich durch seine Aufforderung an seinen Parteikollegen Petr Bystron, seinen Wahlkampf auszusetzen, obwohl keinerlei Beweise gegen diesen vorliegen, nicht nur unsolidarisch verhalten, sondern Angriffen von außen zur Spaltung der AfD Vorschub geleistet. Der Angreifer muß beweisen; erst danach muß der Angegriffene sich entlasten.
Dabei gilt folgende Grundregel: Die Annahme von Honoraren für Vorträge ist nicht verboten. Die Abgeordneten der Altparteien praktizieren dies durchgängig. Man sollte in deren Kreisen zuerst einmal diejenigen auf US-Zuwendungslisten (dazu gehört nicht nur der Empfang von Geld, sondern auch geldwerter Leistungen) unter die Lupe nehmen, denn diese hinterlassen in der deutschen Politik ganz andere Spuren als eventuelle Empfänger russischer Mittel. Allerdings hätten sich die Empfänger von Reisemitteln und technischen Aufwandsentschädigungen dann dazu bekennen und dies offensiv verteidigen sollen mit Gegenangriffen nach oben vorgegebenem Beispiel.
Maximilian Krah scheint gerade Mühe zu haben, seine eigene Version der Sache überzeugend zu verteidigen. Warum läßt er sich auf dem Rückweg (Auf dem Hinweg wäre es ja noch plausibel gewesen, um seine Einreise nicht zu gefährden.) aus den USA von der CIA zu russischen Kontakten befragen? Hat er als Mitglied des EU-Parlamentes keinen Dienstausweis, mit dem er eine solche Ansprache sofort beenden könnte? Er ist mit einem Russen befreundet, dessen mails er wenig freundschaftlich nicht beantwortet, anstatt zurückzufragen, was dieser mit dem kryptischen Hinweis auf Aufwandserstattungen meine. Er besorgte angeblich Ballkarten für einen Ball in St. Petersburg, wo sein dortiger Freund doch viel näher daran gewesen wäre, und gibt dies als möglichen Hintergrund besagter mail an. Man kann im Galopp nicht die Pferde wechseln. Wenn man sich für die Linie des apodiktischen Dementis entschieden hat, muß man sie glaubhaft durchhalten können. Ein anderes Verhalten wäre ja möglich gewesen (siehe oben), aber nicht mehr im nachhinein.

Es ist der AfD noch immer nicht gelungen, die Spreu vom Weizen zu trennen und ihre Linie so zu verteidigen, daß sie dem Gegner offensiv Paroli bietet, ohne sich ihm anzudienen. Mit dem Buhlen um unerreichbare Stimmen setzt die Partei die Stammwählerschaft aufs Spiel.
Tino Chrupalla gelang dies unter erschwerten Bedingungen wesentlich überzeugender als Björn Höcke, der diesbezüglich enttäuscht hatte. Während Tino Chrupalla mit nicht zu erwartenden Querschlägen seiner Parteikollegen konfrontiert war, hätte Björn Höcke zu Remigration schon mehr einfallen müssen als die der Deutschen, da dieses Thema ihn nicht hätte überraschen dürfen.
Die Partei wäre in Fragen der Migration nicht angreifbar, stellte sie auf die Migranten als die Negativauslese ihrer Gesellschaften ab, die sie nachweislich sind, anstatt auf diese Gesellschaften insgesamt. Die Wirtschaft vermag nicht zu erklären, warum sie seit der Flutung Deutschlands mit Invasoren noch immer Fachkräfte sucht, was den besten Beweis für die Richtigkeit dieser Feststellung darstellt.
Hier fehlt es an der gebotenen Differenzierung, wie sich auch an dem Frauenthema zeigt.
Die Frauen behalten sehr wohl auch bei den auf kriminologische und medizinische Indikation beschränkten Abtreibungsmöglichkeiten ihre Entscheidungsfreiheit, die aber vorgelagert ist und durch das Wort „NEIN!“ ausgeübt wird. Ob Herrn Krah das gefallen wird?

Tino Chrupalla, Petr Bystron und Björn Höcke punkten mit verbindlicher Art, ohne dabei jemals ins Schnoddrige zu Verfallen. Darauf könnten sie aufbauen mit klarerer Kante zum Gegner hin.

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