Corona-Spätschäden

in #deutsch2 months ago (edited)

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Entgegen allen anders lautenden Unkenrufen, gab es bisher in Deutschland keine signifikant andere Prädestination der Zukunftschancen von Kindern aufgrund ihrer familiären Herkunft, als dies anderswo auch der Fall ist. Überall auf der Welt dürften Eltern im Regelfall - von unrühmlichen Ausnahmen abgesehen - darum bemüht sein, ihren Kindern den bestmöglichen Start ins Leben zu verschaffen. Dabei hängt ihr Einsatz logischerweise ab von ihrem eigenen intellektuellen und finanziellen Potential. Die staatlichen kompensatorischen Maßnahmen zum Ausgleich von Defiziten mögen nicht lückenlos gewesen sein, waren aber doch in hinreichendem Ausmaße vorhanden.

Wenn jetzt in der Corona-Krise die Eltern wegen der Schließung der Schulen zu Hause die Funktion der Lehrkräfte übernehmen müssen, wird dies bei längerer Dauer schwerwiegende negative Folgen haben.
Das beginnt schon mit der Durchsetzung von Autorität und Disziplin im häuslichen Bereich, wo die Ablenkungsmöglichkeiten naturgemäß wesentlich größer sind als in der Schule. Nicht allen Eltern ist pädagogisches Talent gegeben. Nicht bei allen Kindern wird die elterliche Wissensvermittlung auf Akzeptanz treffen. Nicht alle Eltern verfügen selbst über die entsprechende fachliche Bildung; quer durch das Spektrum aller Disziplinen ist dies mit Sicherheit nirgendwo der Fall.
Vor diesem Hintergrund verbietet es sich zu behaupten, „im Vorteil ist …“, weil ausnahmslos alle Nachteile erleiden werden, schon weil auch die gebildetsten Eltern an fachliche Grenzen stoßen. Das Universaltalent gibt es in unserer arbeitsteiligen Welt nicht (mehr). Doch die Nacheile werden in bildungsfernen Schichten bedeutend größer ausfallen als in Akademikerkreisen. Aber auch in letzteren wird es zu willkürlich von den Eltern - bewußt oder unbewußt - vorgegebenen fachlichen Schwerpunktbildungen entlang der eigenen Präferenzen und Möglichkeiten kommen, die den Interessen der Kinder nicht in jedem Falle entsprechen. Wenn die Mutter in ihrem Sohn den großen Dirigenten, der Vater ihn jedoch schon als nobelpreisträchtigen Erfinder sieht, er selbst aber lieber Astronaut werden möchte und alle jetzt die Möglichkeit zu erkennen glauben, dies jeweils endlich durchzusetzen, sind Auseinandersetzungen der unangenehmeren Art selbst in privilegierten Kreisen vorprogrammiert.

Je länger dieser Zustand andauert, umso mehr droht die Gefahr irreparabler Schieflagen mit dem Verlust von Talenten und dem Risiko zerstörter persönlicher Lebenswege, einhergehend mit den daraus folgenden nachteiligen Konsequenzen für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.
Im Ausnahmemodus darf das Land sich nicht einrichten. Er muß auf ein absolutes Provisorium beschränkt bleiben, weil ansonsten die Selbstzerstörung unausweichlich wird.

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/an-alle-lehrer-mutter-meldet-sich-mit-wut-video-aus-corona-quarantäne/ar-BB11QZDX?MSCC=1585480729&ocid=spartandhp

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