𝟭𝟱𝟭 𝗕ü𝗰𝗵𝗲𝗿 𝘃𝗲𝗿𝗸𝗮𝘂𝗳𝘁

in #deutsch2 days ago (edited)

– 𝗼𝗯𝘄𝗼𝗵𝗹 𝗺𝗮𝗻 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗺𝗮𝗹 𝗲𝗶𝗻 𝘄𝗮𝗰𝗸𝗲𝗹𝗻𝗱𝗲𝘀 𝗧𝗶𝘀𝗰𝗵𝗯𝗲𝗶𝗻 𝘂𝗻𝘁𝗲𝗿𝗹𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗸𝗮𝗻𝗻 📖

Gestern Abend kam die Vorbestellung Nummer 151 herein. Nicht nur vorgemerkt, nicht mit einem unverbindlichen „Ich überlege es mir mal“, sondern bestellt, bezahlt und damit fest reserviert. 151 Menschen haben also Geld für ein Buch ausgegeben, von dem bisher noch keine einzige Seite aus einer Druckmaschine gekommen ist. Man kann es weder anfassen noch daran riechen, nicht darin blättern und auch noch nicht behaupten, man habe es gelesen, obwohl es seit drei Monaten ungelesen auf dem Nachttisch liegt.

Trotzdem wurde es bereits 151-mal gekauft.

Nun könnte man natürlich sagen, diese Menschen seien entweder ausgesprochen vertrauensvoll oder ein wenig leichtsinnig. Vermutlich ist es eine gesunde Mischung aus beidem. Für mich als Autor ist jede einzelne Bestellung jedenfalls etwas Besonderes. Der ehemalige Geschäftsmann in mir zählt nüchtern bis 151. Der Autor in mir läuft währenddessen innerlich durchs Zimmer, freut sich wie ein Kind und versucht dabei, möglichst erwachsen auszusehen. Das gelingt nur mäßig.

Wer ebenfalls zu den leichtsinnigen Menschen gehören und das Buch schon jetzt vorbestellen möchte, findet es hier:

https://ddr20buch.de/

𝗪𝗮𝘀 𝘄ä𝗿𝗲 𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗲𝗵𝗲𝗻, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝟭𝟵𝟴𝟵 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗮𝗹𝗹𝗲𝘀 𝘇𝘂 𝗘𝗻𝗱𝗲 𝗴𝗲𝘄𝗲𝘀𝗲𝗻 𝘄ä𝗿𝗲?

Genau darum geht es in meinem Roman „Was wäre, wenn wir geblieben wären“.

Was wäre geschehen, wenn die DDR 1989 nicht innerhalb kürzester Zeit von der Landkarte verschwunden wäre? Wenn die Grenzen geöffnet worden wären, jeder hätte reisen, vergleichen und zurückkommen können, das Land selbst aber bestehen geblieben wäre? Nicht unverändert, nicht mit all seinen Fehlern und seiner Enge, sondern reformiert, erneuert und von innen heraus umgebaut.

Was wäre geblieben? Was hätte verschwinden müssen? Und hätte es tatsächlich nur die eine Möglichkeit gegeben, die uns heute im Geschichtsbuch als zwangsläufig verkauft wird?

Der Roman erzählt diese andere DDR von 1990 bis ins Jahr 2026. Über 36 Jahre hinweg entsteht ein Land, das es so nie gegeben hat, aber durchaus hätte geben können. Zwischen den fiktiven Kapiteln stehen Abschnitte mit der Überschrift „Was wirklich geschah“. Dort wird erzählt, welchen Weg die Bundesrepublik in denselben Jahren tatsächlich genommen hat.

So laufen zwei Geschichten nebeneinander: die Wirklichkeit, die wir kennen, und die Möglichkeit, über die kaum jemand spricht. Der Leser darf selbst entscheiden, welche Entwicklung ihm vernünftiger erscheint. Ich kaue niemandem eine politische Meinung vor. Erwachsene Menschen sollten schließlich in der Lage sein, selbst nachzudenken. Das klappt zwar nicht bei allen, aber ein Autor darf optimistisch bleiben.

𝗞𝗲𝗶𝗻 𝗽𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝘀 𝗟𝗲𝗵𝗿𝗯𝘂𝗰𝗵 – 𝘀𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝗲𝗶𝗻 𝗥𝗼𝗺𝗮𝗻 𝗺𝗶𝘁 𝗢𝘀𝘁-𝗦𝗲𝗲𝗹𝗲

Das Buch ist kein Parteiprogramm, kein Manifest und auch keine wissenschaftliche Abhandlung, bei der man nach acht Seiten einschläft und morgens mit dem Gesicht auf einer Fußnote aufwacht.

Es ist ein Roman. Ein sehr umfangreicher sogar, mit weit über 500 Seiten, echten Lebensgeschichten, erfundenen Entwicklungen, politischen Gedanken und einer ordentlichen Portion Humor. Viele Ostdeutsche werden darin Menschen, Situationen und Gespräche wiedererkennen.

Die Figuren reden nicht so, wie sich irgendein Literaturprofessor vorstellt, dass normale Menschen reden müssten. Sie sprechen so, wie am Küchentisch, in der Werkstatt, in der Kneipe oder früher in der Brigade gesprochen wurde. Sie lachen, streiten, schimpfen, vertragen sich wieder und nehmen einander auf die Schippe.

Es gibt keine seitenlangen Monologe darüber, was eine Gardine im Abendlicht symbolisieren könnte. Die Gardine hängt dort, weil Manuela sie aufgehängt hat. Und wenn sie schief hängt, bekommt jemand den Auftrag, das zu ändern. So einfach kann Literatur sein.

𝗗𝗲𝗿 𝗔𝗻𝗳𝗮𝗻𝗴 𝗶𝘀𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗲𝗿𝗳𝘂𝗻𝗱𝗲𝗻

Die ersten Kapitel erzählen meine eigene Geschichte. Meine Jugend in Gotha, meine Lehrzeit bei der Deutschen Reichsbahn, meine ersten geschäftlichen Versuche und den Schmuck, den ich herstellte und unter anderem an der Mole in Warnemünde verkaufte.

Heute würde man vermutlich von Eigeninitiative, Unternehmergeist und einem vielversprechenden jungen Gründer sprechen. In der DDR kam man zu einer etwas anderen Einschätzung und führte mich zeitweise als „asozial“, weil ich offenbar zu viel arbeitete, nur eben nicht ausschließlich dort und so, wie es vorgesehen war. Man sieht: Schon damals war ich meiner Zeit voraus. Nur die zuständigen Stellen hatten es noch nicht bemerkt.

Es geht auch um meinen Ausreiseantrag, den Ärger mit den Behörden und den Abend des 9. November 1989. Während ich noch versuchte, mein persönliches Verhältnis zum Staat zu klären, entschied die Weltgeschichte kurzerhand, das Problem auf ihre Weise zu erledigen.

Meine Mutter reagierte damals auf meinen Ausreiseantrag entsetzt: „Kind, bist du verrückt? Du hast doch niemanden im Westen. Was willst du dort?“

Mein Bruder Andreas fasste die Lage etwas sachlicher zusammen: „Holger, du bist nicht ganz dicht. Aber irgendwie ist es auch mutig.“

Damit war die familiäre Bewertung abgeschlossen: nicht ganz dicht, aber wenigstens mit Haltung.

Einen Gedanken aus jener Zeit habe ich bis heute nicht vergessen:

„Manchmal erkennt man Heimat erst, wenn jemand die Tür nach draußen öffnet.“

𝗔𝘂𝗰𝗵 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗲𝗿𝗳𝘂𝗻𝗱𝗲𝗻𝗲𝗻 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲 𝘀𝘁𝗲𝗰𝗸𝘁 𝘃𝗶𝗲𝗹 𝗲𝗰𝗵𝘁𝗲𝘀 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻

Im weiteren Verlauf wird die Geschichte zwar fiktiv, aber vieles darin stammt aus meinem wirklichen Leben. Orte, Begegnungen, kleine Erlebnisse und Gespräche tauchen in veränderter Form wieder auf. Selbstverständlich wurden Namen und Situationen teilweise angepasst. Einige Menschen hätten sich sonst vermutlich sofort erkannt und anschließend behauptet, sie hätten so etwas niemals gesagt. Dabei wissen wir alle: Genau diese Leute haben meistens noch viel Schlimmeres gesagt.

Eine wichtige Rolle spielt der Ringhof, eine ganz normale Gaststätte, in der diskutiert, gelacht, gestritten und gelegentlich die Welt gerettet wird. Meistens allerdings nur bis zum nächsten Bier.

Dort sitzt auch Rainer, mein alter Nörgler. Er begrüßt mich gern mit den Worten:

„Na, Herr Vorsitzender. Wieder die Welt gerettet oder nur Ringe poliert?“

„Heute nur Ringe poliert. Einen besonders breiten habe ich für dich zurückgelegt.“

Als jemand Rainer fragt, was er eigentlich tun würde, wenn wirklich einmal etwas Schlimmes passiert, antwortet er:

„Dann schimpfe ich lauter.“

Ein Mann mit einem klaren Krisenplan. Andere benötigen dafür Beraterstäbe, Arbeitsgruppen und mehrere Millionen Euro. Rainer erhöht einfach die Lautstärke.

Am Ende des Romans kommt Manuela in die Küche:

„Du hast heute dreimal im Ringhof erzählt, dass du die letzte Seite schreibst.“

„Das war vertraulich.“

„Du hast es Rainer erzählt.“

„Ein taktischer Fehler.“

„Ein historischer.“

Genau so klingt das Buch: warm, direkt, manchmal nachdenklich und häufig mit jenem Humor, ohne den man viele Jahre deutscher Geschichte vermutlich nur schwer ertragen könnte.

𝗝𝗲𝗱𝗲𝘀 𝗞𝗮𝗽𝗶𝘁𝗲𝗹 𝗯𝗲𝗸𝗼𝗺𝗺𝘁 𝘀𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝗲 𝗭𝗲𝗶𝗰𝗵𝗻𝘂𝗻𝗴

Zu jedem Kapitel gehört eine eigene Illustration. Diese Zeichnungen lasse ich nicht irgendwo automatisch ausspucken, sondern fertige sie selbst am Rechner an. Von Hand, Strich für Strich, mit Schraffuren, Schatten und all den Kleinigkeiten, die man später vielleicht nur wenige Sekunden betrachtet, an denen ich aber vorher einen halben Tag oder länger gesessen habe.

Manchmal denke ich nach mehreren Stunden, die Zeichnung sei fertig. Dann entdecke ich irgendwo eine Linie, die mir nicht gefällt, und beginne noch einmal. Andere Menschen sammeln Briefmarken oder gehen angeln. Ich verschiebe Striche um zwei Millimeter und halte das für einen vernünftigen Zeitvertreib.

Die Illustrationen orientieren sich an den Federzeichnungen, wie man sie früher aus Büchern kannte. Sie sollen nicht modern, glatt und beliebig wirken, sondern so, als hätten sie schon immer zu dieser Geschichte gehört.

Jede Figur altert im Verlauf des Romans sichtbar mit. Häuser, Kleidung, Fahrzeuge und Orte verändern sich. Die Bilder erzählen damit eine zweite Geschichte neben dem Text.

Das ist zeitaufwendig, aber genau deshalb gehört es für mich dazu. Ein Buch, in das man mehrere Jahre Arbeit steckt, soll nicht aussehen, als sei es während einer Mittagspause zusammengeklickt worden.

𝗘𝗶𝗻𝗶𝗴𝗲 𝗟𝗲𝘀𝗲𝗿 𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻 𝘀𝗼𝗴𝗮𝗿 𝘀𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁 𝗧𝗲𝗶𝗹 𝗱𝗲𝗿 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲

Rund um das Buch gibt es verschiedene Prämien. Bei einigen davon kann der Käufer selbst oder ein Mensch, der ihm besonders nahesteht, im Roman verewigt werden.

Das passt besonders gut für Menschen zwischen 50 und 80 Jahren, weil sie altersmäßig glaubwürdig in die Geschichte eingebaut werden können. Niemand möchte schließlich einen 24-Jährigen im Jahr 1978 als erfahrenen Brigadier auftreten lassen. Das würde selbst in einem fiktiven Roman Fragen aufwerfen.

Wer auf diese Weise ins Buch kommt, wird nicht einfach irgendwo in einer Namensliste versteckt. Die Person wird Teil einer Szene oder bekommt, je nach gewählter Prämie, eine eigene kleine Rolle. Damit bleibt nicht nur ein Buch im Regal, sondern auch ein Stück persönliche Erinnerung.

Außerdem fertige ich Ringe aus originalen DDR-Münzen an. Beim Umformen bleibt der Rand mit dem Schriftzug „Deutsche Demokratische Republik“ erhalten. Aus einer Münze wird ein Schmuckstück, und aus einem Stück Metall wird etwas, das eine ganz eigene Geschichte trägt.

Natürlich gibt es das Buch auch signiert und mit persönlicher Widmung. Manche Autoren schreiben nur ihren Namen hinein. Ich schreibe gelegentlich etwas mehr. Schließlich soll sich die Tinte auch lohnen.

Alle Ausgaben und Prämien findet ihr hier:

https://ddr20buch.de/

𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗶𝗲 𝟭𝟱𝟭 𝘃𝗲𝗿𝗸𝗮𝘂𝗳𝘁𝗲𝗻 𝗕ü𝗰𝗵𝗲𝗿 𝘀𝗼 𝘄𝗶𝗰𝗵𝘁𝗶𝗴 𝘀𝗶𝗻𝗱

Die erste Auflage wird voraussichtlich auf 500 Exemplare begrenzt. Danach sehen wir weiter. Zunächst sollen diese 500 Bücher so hochwertig wie möglich hergestellt werden.

Es wird kein dünnes Heftchen, das nach zweimaligem Lesen auseinanderfällt und dessen Seiten aussehen, als hätte man sie auf dem heimischen Tintenstrahldrucker während eines Gewitters produziert. Das Buch soll im Offsetdruck entstehen, ordentlich gebunden, auf gutem Papier und mit einer Qualität, die dem Umfang und der jahrelangen Arbeit gerecht wird.

Jede Vorbestellung hilft dabei, genau diese Qualität möglich zu machen. Der Druckauftrag wird Ende Oktober erteilt. Der Versand beginnt in der ersten Dezemberwoche 2026, sodass die Bücher rechtzeitig vor Weihnachten bei ihren neuen Besitzern ankommen sollen.

Und genau deshalb bedeutet mir die Zahl 151 so viel. Es sind nicht einfach nur 151 verkaufte Exemplare. Es sind 151 Menschen, die diesem Projekt vertrauen, bevor sie das fertige Ergebnis überhaupt in den Händen halten können.

Das ist alles andere als selbstverständlich.

𝟭𝟱𝟭 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻 𝗯𝗲𝗿𝗲𝗶𝘁𝘀 𝗯𝗲𝘀𝗰𝗵𝗹𝗼𝘀𝘀𝗲𝗻, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝘀𝗶𝗲 𝘄𝗶𝘀𝘀𝗲𝗻 𝘄𝗼𝗹𝗹𝗲𝗻, 𝘄𝗶𝗲 𝗲𝘀 𝗵ä𝘁𝘁𝗲 𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗴𝗲𝗵𝗲𝗻 𝗸ö𝗻𝗻𝗲𝗻. 𝗨𝗻𝗱 𝗴𝗮𝗻𝘇 𝗲𝗵𝗿𝗹𝗶𝗰𝗵: 𝗗𝗮𝘀 𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗶𝗰𝗵 𝗲𝗶𝗻 𝘄𝗲𝗻𝗶𝗴 𝘀𝘁𝗼𝗹𝘇. 😊

Noch ist keine einzige Seite gedruckt. Trotzdem gehört dieses Buch längst nicht mehr nur mir. Es gehört auch den Menschen, die es vorbestellt haben, die seine Entstehung verfolgen und die seit Monaten mit ihren Erinnerungen, Gedanken und Geschichten daran beteiligt sind.

Wer sich noch eines der voraussichtlich 500 Exemplare sichern möchte, kann das Buch hier vorbestellen:

https://ddr20buch.de/


Veröffentlicht mit Welako

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