🪑 𝗗𝗜𝗘 𝗦𝗜𝗧𝗭𝗕𝗟𝗢𝗖𝗞𝗔𝗗𝗘

in #deutsch14 days ago

𝗠𝗜𝗧 𝗘𝗜𝗡𝗚𝗘𝗕𝗔𝗨𝗧𝗘𝗥 𝗪𝗜𝗥𝗞𝗨𝗡𝗚𝗦𝗟𝗢𝗦𝗜𝗚𝗞𝗘𝗜𝗧

Hier auf dem Foto seht ihr, wie Gegendemonstranten heute Morgen den Zugang für die Delegierten des AfD-Parteitages in Erfurt blockieren wollten. Nur bei der Koordination scheint irgendjemand die Bedienungsanleitung verkehrt herum gehalten zu haben: Man machte eine Sitzblockade auf einer Straße, die zu diesem Zeitpunkt ohnehin bereits von der Polizei gesperrt war. Dort fuhr also sowieso kein Auto mehr. Und als besondere Zugabe fand das Ganze zu einem Zeitpunkt statt, als der AfD-Parteitag längst pünktlich begonnen hatte. Das ist ungefähr so, als würde ich mich nach Ladenschluss vor den Rewe setzen und triumphierend verkünden, dass heute niemand mehr hineinkommt. Naja, ich möchte nicht zu viel hineininterpretieren, aber diese Aktion spricht eigentlich ganz hervorragend für sich. Der Parteitag startete trotz der angekündigten Blockaden planmäßig.

Seine Meinung zu äußern, zu demonstrieren und auch lautstark für seine Überzeugungen einzutreten, ist für mich überhaupt kein Problem. Genau das gehört zu einer Demokratie. Man sollte dabei allerdings unterscheiden: Der DGB beteiligte sich an den Protesten und organisierte eine Kundgebung. Das Bündnis „Widersetzen“ erklärte dagegen ganz offen, die Anreise der Delegierten blockieren und den Parteitag verhindern zu wollen. Das ist nicht dasselbe, auch wenn in der öffentlichen Darstellung gern alles in einen großen Topf geworfen und anschließend kräftig umgerührt wird.

Mein Verständnis hört jedenfalls dort auf, wo Menschen gezielt daran gehindert werden sollen, einen legal stattfindenden Parteitag zu besuchen, Autobahnen und Zufahrtsstraßen blockiert werden und am Ende nicht nur Abgeordnete, sondern auch ganz normale Erfurter Bürger im Verkehrschaos stehen. WELT berichtete gestern außerdem über Ankündigungen auf Indymedia, nach denen Dächer besetzt werden sollten, um AfD-Politiker anzugreifen. Ob jede dieser Ankündigungen tatsächlich umgesetzt werden sollte, kann ich nicht beurteilen. Aber bereits solche Aufrufe haben mit einer friedlichen politischen Auseinandersetzung ungefähr so viel zu tun wie ein Pflasterstein mit einer sachlichen Diskussionsrunde.

Und nun zu den Zahlen, denn da sollte man korrekt bleiben: Bundesweit liegt die AfD derzeit je nach Umfrage bei knapp 30 Prozent, nicht bei über 30 Prozent. In Thüringen erreicht sie aktuell sogar rund 40 Prozent. 30 Prozent von 80 Millionen wären rein mathematisch 24 Millionen Menschen. Allerdings sind die 80 Millionen die Gesamtbevölkerung und nicht die Zahl der Wahlberechtigten. Bei der Bundestagswahl 2025 gab es rund 59,2 Millionen Wahlberechtigte. 30 Prozent davon wären etwa 17,8 Millionen Menschen. Umfragewerte lassen sich natürlich nicht eins zu eins in eine genaue Personenzahl umrechnen, aber wir sprechen trotzdem nicht von zwölf verwirrten Menschen an einem Stammtisch, sondern von einem erheblichen Teil der Bevölkerung. Bundesweit liegt der aktuelle Wahltrend bei rund 27,6 Prozent, in einzelnen Umfragen sogar bei bis zu 29 Prozent.

Schaut man also nach links, nach rechts und geradeaus, ist statistisch zwar nicht exakt jeder Dritte ein AfD-Anhänger, aber sehr wahrscheinlich mindestens einer dabei, der diese Partei wählen würde. Und trotzdem wird häufig so getan, als dürfe man den politischen Willen dieses erheblichen Teils der Bevölkerung einfach ignorieren, weil einem das Ergebnis persönlich nicht gefällt. Ich möchte einmal erleben, was los wäre, wenn das gleiche Szenario gegen einen Parteitag der SPD oder der Grünen stattfinden würde. Wenn ein Bündnis offen erklären würde, man wolle den Parteitag verhindern, Delegierte an der Anreise hindern und sämtliche Zufahrtswege blockieren. Vermutlich würden manche Medien dann innerhalb weniger Minuten das Ende der Demokratie ausrufen, Sondersendungen einschieben und vorsichtshalber noch drei betroffen dreinschauende Politikwissenschaftler ins Studio setzen.

Der größte Witz an der ganzen Geschichte ist allerdings, dass man der AfD mit solchen Aktionen immer neue Wähler zutreibt. Je stärker man versucht, die Partei auszugrenzen, ihre Veranstaltungen zu verhindern und ihre Anhänger pauschal als minderbemittelt oder gefährlich hinzustellen, desto mehr Menschen wenden sich ihr zu. Offenbar hält man das seit Jahren für eine erfolgversprechende Strategie. Wenn etwas nicht funktioniert, muss man es schließlich nur oft genug und noch etwas lauter wiederholen. Irgendwann klappt es bestimmt. Vielleicht im Jahr 2147.

Ich selbst stand politisch immer ziemlich weit links, habe aber mit der heutigen Partei Die Linke absolut nichts am Hut. Von einigen ursprünglichen sozialen Ideen her fühle ich mich durchaus weiterhin eher links. Aber wenn morgen in Thüringen gewählt würde, würde ich mein Kreuz bei der AfD machen. Das spreche ich offen aus. Und ja, mir ist klar, dass jetzt wahrscheinlich wieder hundert oder mehr Follower verschwinden. Denn in Deutschland wird zwar ständig von Vielfalt gesprochen, aber bei politischen Meinungen endet diese Vielfalt bei manchen bereits dort, wo jemand sein Kreuz an einer anderen Stelle macht.

Niemand muss meine Meinung teilen, niemand muss sie gut finden und niemand muss sie akzeptieren. Aber tolerieren sollte man in einer Demokratie zumindest, dass andere Menschen zu einer anderen Einschätzung kommen. Wer Demokratie nur dann verteidigt, wenn das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht, verteidigt nicht die Demokratie, sondern lediglich den eigenen Wunschzettel.

#lifestyle #Erfurt #Demokratie #AfD


Veröffentlicht mit Welako

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Moin, Greece, den Don würde echt mal interessieren woher diese Blockadeteilnehmer alle kamen, also aus der direkten Umgbung oder ob die aus der ganzen BRD dort hingekarrt wurden um dieses schöne Foto dann so richtig in der Presse als Beweis auszuschlachten das man etwas "verhindert" hat.

Man muss aktuell nur mal den Interviews des ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten lauschen um dessen Meinung zum Demokratieniveau in D zu hören, es ist erschreckend dass selbst er das, zwar nicht wörtlich, als etwas anderes bzeichnet was zwar auch mit D anfängt aber ganz anders endet.
Der Mann hat einen scharfen Blick, nennt in der Regel Dinge dirket beim Namen, und wenn nun sojemand davor warnt das die AfD vermutlich noch schlimmere Tage vor sich hat und er dafür gar kein Verständnis habe, im Gegenteil wenn man ihn fragen würde er wäre sogar bereit eine Rolle bei denen anzunehmen bzw. ein Amt dort zu bekleiden, dass spricht echt Bände über die Situation im ehemaligen Vorzeigestaat der angeblich demokratischen Union europäischer Staaten.

Eines ist sicher die Erfolge der AfD lassen sich nicht wegdiskutieren, die Fehler der sich krampfhaft an die Regierungsmacht klammernden Altparteien und "Problemverursacher" ist ebenfalls selbst für den dümmsten Bürgr in D unübersehbar, trotzdem verteidigt man den hingebogenen Standpunkt von denen.
Würde sowas in einem andren Land passieren würden die Deutschen wieder alle kommentieren, dass ist eine Diktatur, die müssen bekämpft werden, da muss der Ami hin das lösen, es ist so absurd und grotesk, dass in mir viel zu oft das Gefühl hochkommt man bewege sich in Richtung der Zeit vom kleinen Ösi aber nicht von Seiten der AfD aus sondern von der Seite all der anderen Realitätsverweigerer und Kriegstreiber die sich viel rechter und vor allem verfassungswidriger bewegen als der angblich so rechte und braune erklärte Feind die AfD.

Aber wen wundert es schon wenn man sich innenpolitisch so verhält, wie man es außenpolitisch auch tut, dort ist der Feind ja derjenige der schon mal auf der Liste Stand (vom kleinen Ösi) und trotz erheblicher Verluste nicht aufgegben hatte (der von Grund auf böse Russe), den Don wundert das nicht!

Schlimm ist nur von außen mitanzusehen wie sich mehr und mehr andere Staaten über D und die Deutschen lustig machen den Respekt und die Hochachtung die man (nach den schlechten Taten) sich mal erarbeitet hatte, den hat man komplett verspielt mit seiner Haltung als Speichellecker der USA, im Mittelalter hätte solches Verhalten bestens für den Status eines Hofnarren gereicht, aber gut vielleicht reisst ja doch noch irgendjemand das Ruder herum bevor die Kiste vollends gegen die Wand fährt.

Mir könnte es ja egal sein aber es tut trotzdem weh soviel Dummheit auf einem Fleck zu sehen obwohl man es aus der Sicht der Vergangenheit hätte eigentlich besser wissen müssen (übersieht dabei aber offensichtlich das man selbst und nicht der erklärte Feind sich auf genau diesem Pfad befindet mit exat den slben Mitteln) 😉

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