Reaktive oder Proaktive Menschen - Welcher Typ bist du?

in #deutsch4 years ago

Gerade habe ich mir ein neues Buch gekauft und die ersten paar Kapitel gelesen. (Die 7 Wege zur Effektivität von Stephen R. Covey) In diesen Kapiteln, die den ersten Weg beschreiben, ging es über proaktive und reaktive Menschen. 

Da man hier auf Steemit auch eine Menge Leute antrifft, die reaktiv oder proaktiv sind, wollte ich einen kleinen Post dazu erstellen. 

Zunächst einmal muss natürlich geklärt werden, was proaktiv bzw. reaktiv überhaupt bedeutet.

Was bedeutet REAKTIV?

 "als Reaktion auf einen Reiz auftretend" [1]

Als reaktive Menschen werden Personen bezeichnet, die, wie es die Definition schon sagt, erst auf ein gewisses Ereignis reagieren. Reaktive Menschen lassen sich, sei es durch ihre aktuelle Gemütslage oder ihre Umwelt, beeinflussen. Ihr Fokus liegt dabei auf den Dingen, die sie kaum oder nicht beeinflussen können. 

Was bedeutet PROAKTIV?

 "durch differenzierte Vorausplanung und zielgerichtetes Handeln die Entwicklung eines Geschehens selbst bestimmend und eine Situation herbeiführend" [2]

Proaktive Menschen werden nicht wie reaktive Menschen von ihren Gefühlen animiert, sondern ergreifen die Initiative und handeln selbst. Dabei liegt ihr Fokus auf Dingen, die sie selbst beeinflussen können. 

Vergleich Reaktiv-Proaktiv

Reaktive Sprache: 

  • "Es gibt nichts, was ich ändern könnte"
  • "Ich kann nicht"
  • "Wenn...,dann..."

Proaktive Sprache:

  • "Lasst uns schauen, welche Alternativen wir haben"
  • "Ich wähle"
  • "Ich werden"

(Quelle: Stephen R. Covey - Die 7 Wege zur Effektivität / S. 92)

Ein Beispiel mit Anwalt und Azubi:

Der Anwalt arbeitet hart, sitzt stundenlang an seinem Schreibtisch und wälzt die Akten. Er beklagt sich über die schlechte Bezahlung. 

Ein Azubi arbeitet auch hart, ist aber froh, dass er täglich so viel lernen kann, weil er das Ziel hat seinen eigenen Laden zu eröffnen. 

Was passiert hier?
Der Anwalt agiert hier reaktiv, weil er die Arbeitszeit und die Bezahlung, die im Arbeitsvertrag festgelegt ist, schlecht beeinflussen kann. Anstatt nach Alternativen zu suchen oder einen neuen Arbeitgeber zu finden, beschwert er sich über den Status-quo.
Der Azubi arbeitet zwar auch hart, weiß aber, warum er das tut. Er hat schließlich ein Ziel (seinen eigenen Salon) vor Augen und kann aus mehreren Optionen wählen. (Übernahme durch Auszubildenden oder eigener Laden)  

Wie passt das zu Steemit, werdet ihr euch jetzt fragen. 

Anwendungsfall: Steemit

Als ich die Zeilen las, musste ich gleich daran denken, wie viele proaktive und reaktive Menschen hier auf Steemit unterwegs sind. 

Ein Beispiel: 

Viele Posts befassen sich damit, dass sich Nutzer über die Inaktivität der Wale beschweren und ihrer Meinung nach nicht ausreichend gewürdigt werden, sprich zu wenig Geld für ihren Post bekommen. Ein klarer Fall von reaktivem Handeln. Man beschwert sich und fragt, warum die Wale so viel haben, man selbst nur so wenig.

Andere hingegen schreiben ihre ersten Posts und testen, wie gut ihre Veröffentlichungen ankommen. Werden sie schlecht entlohnt, versuchen sie herauszufinden, warum das so ist. Sie suchen nicht die Schuld bei den Walen oder bei den anderen Nutzern, sondern versuchen ihre Artikel soweit zu verbessern und interessanter zu machen, dass die Wale gerne auf den Upvote-Button drücken. Dieses Verhalten ist typisch für einen proaktiven Menschen. 

Anstatt zu jammern und sich über Dinge zu beschweren, die nicht beeinflusst werden können - wie will man denn einen Wal umstimmen für einen zu voten, wenn der Wal den Artikel einfach nicht gut findet -, schnappen sie sich ein Buch oder zwei und suchen nach interessanten Themen, die auch den Nutzern auf Steemit einen Mehrwert geben. Hier liegt der Fokus klar auf dem "Wie kann ICH MICH verbessern?". 

Natürlich ist es leichter ein reaktiver Mensch zu sein. Man muss weniger arbeiten, trägt weniger Verantwortung und man hat immer etwas, worüber man sich aufregen kann. Sich selbst zu ändern ist aber leichter als andere Menschen ändern zu wollen. Deswegen seid lieber proaktiv und nicht reaktiv!

Quellen:

[1] & [2] - Duden.de

Titelbild: Pixabay.com - kaleen (cc0 public domain)


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Heute habe von dir was neues gelernt. Dankeschön für die Infos! Mein Lieblingsmotto: Fehler eingestehen statt anderen Schuld geben

Freut mich, wenn es jemandem nutzt! :)
Dein Motto ist super, aber leider handeln bzw. werden nur wenige danach handeln.