Facebook und Telegram hoffen, dort erfolgreich zu sein, wo Bitcoin noch nicht erfolgreich war

in deutsch •  19 days ago 

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Einige der weltweit größten Internet-Messaging-Dienste versuchen Kryptos dem Mainstream anzudienen, indem sie sie massenkompatibler, einfach gestalten wollen.

Die Internet-Unternehmen Facebook, vk, Telegram und Signal, planen im Laufe diesen und des nächsten Jahres die Einführung neuer Kryptowährungen, die es den Nutzern ermöglichen sollen, Geld an Kontakte auf ihren Messaging-Systemen zu senden, wie z.B. Venmo oder PayPal das bereits auf herkömmliche Art und Weise praktizieren.

Das am meisten erwartete, aber geheimnisvollste Projekt läuft bei Facebook. Das Unternehmen arbeitet an einer Münze, die Benutzer von WhatsApp sofort an Freunde und Familie senden können,

Das Facebook-Projekt ist so weit gediehen, dass der Social-Media-Riese bereits Gespräche mit Kryptobörsen über den Verkauf der Facebook-Münze begonnen hat.

Telegram, das weltweit schätzungsweise 300 Millionen Nutzer zählt, arbeitet ebenfalls an einer digitalen Münze. Und ebenfalls die größten Messaging-Dienste in Südkorea und Japan, Kakao und Line.

Die Messaging-Firmen haben eine Reichweite, die die Unterstützer früherer Kryptowährungen in den Schatten stellt. Facebook und Telegram können die für Kryptowährungen verwendeten digitalen Wallets Hunderten von Millionen von Nutzern in kürzester Zeit zur Verfügung stellen. Bitcoin hat heute gerade einmal 60 Millionen Nutzer und benötigte für diese Nutzerbasis mehr als zehn Jahre.

Alle neuen Projekte sind auf einen Markt gerichtet, der sich bei den Verbrauchern bereits bewährt hat. Venmo ist in den Vereinigten Staaten angetreten, um den Tele-Zahlungsverkehr zu erleichtern. Und in China nutzen viele Verbraucher das Zahlungssystem, das innerhalb des sehr beliebten WeChat-Messaging-Systems integriert ist.

Wie Bitcoin treten auch die neuen Kryptowährungen an, den Geldtransfer zwischen den Ländern zu erleichtern, insbesondere in den Entwicklungsländern, wo es für die einfachen Menschen schwierig ist ein Bankkonten zu eröffnen und Dinge online zu kaufen. Die aktuellen diskutierten Designs machen den energiefressenden Mining-Prozess, auf den Bitcoin sich stützt, im Allgemeinen überflüssig.

Aber die Messagingunternehmen werden wahrscheinlich mit vielen der gleichen regulatorischen und technologischen Hürden konfrontiert sein, die Bitcoin bisher davon abhalten haben, den Mainstream zu erreichen. Das Fehlen einer zentralen Autorität über Kryptowährungen – einer Regierung oder einer Bank – und die Konstruktion des Algorithmus erschweren die Abwicklung einer großen Anzahl von Transaktionen.

Das hält die Unternehmen nicht davon ab, erhebliche Ressourcen in ihre Projekte zu investieren, auch wenn die Preise für Kryptowährungen im letzten Jahr stark gesunken sind.

Facebook läßt momentan mehr als 50 Entwickler an seinem Kryptoprojekt arbeiten.

Die Facebook-Initiative, die von einem ehemaligen PayPal-Vorstandsmitglied, David Marcus, geleitet wird, begann im vergangenen Jahr, nachdem Telegram 1,7 Milliarden Dollar für die Finanzierung seines Kryptowährungsprojekts gesammelt hatte.

Facebook war bisher sehr zurückhaltend bei der Äußerung zur Frage, was es denn genau entwickelt. Das Team befindet sich in einem Büro mit separatem Key-Card-Zugang, so dass andere Facebook-Mitarbeiter nicht mit diesen Mitarbeitern in Kontakt kommen können. Von besonderen Verschwiegenheitsklauseln in den Arbeitsverträgen dürfen wir getrost ausgehen.

Ein digitaler Token mit stabilem Wert, so wie er vermutlich momentan geplant ist, wäre für Spekulanten nicht attraktiv, aber er würde es den Verbrauchern ermöglichen, ihn zu verwahren und für Zahlungen zu verwenden, ohne sich Gedanken über den schwankenden Wert der Münze zu machen.

Facebook will den Wert seiner Münze an einen Korb verschiedener Fremdwährungen binden, und nicht nur an den Dollar. Facebook könnte den Wert der Münze garantieren, indem es jede Münze mit einer bestimmten Menge an Dollar, Euro und anderen nationalen Währungen unterlegt, die auf Facebook-Bankkonten gehalten werden.

Das Unternehmen überarbeitet dazu gerade seine Messaging-Infrastruktur, die drei seiner Messenger verbinden würde – der FB-Messenger, WhatsApp und Instagram. Diese Integration, die mehr als ein Jahr dauern könnte, würde die Reichweite der digitalen Währung von Facebook auf die 2,7 Milliarden Menschen ausweiten, die jeden Monat eine der drei Apps nutzen.

Die große Frage, vor der Facebook steht, ist, wie viel Kontrolle es über die digitale Münze behalten würde. Wenn Facebook für die Genehmigung jeder Transaktion und die Überwachung jedes Benutzers verantwortlich ist, ist nicht klar, warum es ein Blockchain-System und nicht ein Tracking-System wie Paypal einführen möchte.

Die Arbeit mit Kryptowährungsbörsen würde Facebook zumindest einen Teil der regulatorischen Last abnehmen, da die Börsen für die Aufbewahrung der digitalen Coins und die Überprüfung der Kunden zuständig wären.

Wenn Facebook jedoch an einem Coin baut, den es nicht vollständig kontrolliert, wird es für das Unternehmen schwieriger Geld mit Transaktionsgebühren zu verdienen.

Die Münzen der anderen Messaging-Dienste werden wahrscheinlich eher wie traditionelle Kryptowährungen designed, mit schwankenden Kursen und einem dezentralen Outfit, das den Benutzern mehr Kontrolle geben würde.

Telegram, das von einem Team russischer Exilanten ins Leben gerufen wurde, ist stolz darauf, Regierungen mit seiner nicht uninteressanten Technik zu foppen. Dies könnte Telegram an Orten wie dem Iran, USA und Russland helfen, wo Menschen Schwierigkeiten haben, das traditionelle Finanzsystem zu nutzen.

Telegram hat den Investoren mitgeteilt, dass es hofft, in den nächsten Monaten eine praktikable Version des Systems (Projektname Gram) herauszubringen.

Das Team vom Messenger-Dienst Signal entwickelt ebenfalls einen digitalen Token, genannt Mobilecoin. Das Projekt hat im vergangenen Jahr 30 Millionen Dollar gesammelt und versucht nun weitere 30 Millionen Dollar einzusammeln.

Das Projekt ist ein Favorit vieler langjähriger Kryptowährungsfreunde wegen der starken Datenschutzmaßnahmen.

Aber Mobilecoin wird, wie die anderen laufenden Projekte auch, noch die Probleme lösen müssen, die alle anderen Kryptowährungen davon abgehalten haben, den Erwartungen gerecht zu werden.

Auch vk, das russische Facebook, arbeitet ebenfalls an einer Version eines kryptographischen Geldtransfers.

Die nächsten zwölf bis 24 Monate dürften sehr spannend werden. Die herkömmlichen Kryptowährungen bekommen dann mächtige Konkurrenten, die auf eine große Zahl an Usern zurückgreifen und ihre Kryproprojekte aus dem Stand in die Lage versetzen kann, eine gewisse kritische Masse zu überschreiten, um endlich die Massenadoption voranzubringen.

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Wow, super Text und wichtiger Inhalt.

Resteem & Gute Nacht

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Danke

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Fascinating... and important

Abgefahrener Text! Ich bin gespannt, wie sich das alles weiterentwickeln wird und danke dir für diesen spannenden Beitrag. VG

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