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RE: Die moderne Versammlungsunfähigkeit

in #deutsch2 years ago

Bei der Area 51 Aktion waren es wohl eher einige Dutzend Leute als einige Tausend. Und das ist ja auch nicht wirklich verwunderlich, war es doch von Anfang an eine Schnappsidee. Nicht mal der Initiator hatte das wirklich ernst gemeint.
Außerden ist es viel einfacher zu sagen "Da komm ich auch hin!", als tatsächlich dort hin zu fahren, zumal als Ausländer. Die Area 51 ist nicht zufällig da wo sie ist, sondern gerade weil es am Arsch der Welt ist und dort sonst niemand hinkommt.

Das es mit dem Versammeln noch funktioniert - auch mit Hilfe des Internet - sieht man doch an den Klima-Freitagsdemos. Und auch an anderen Beispielen, siehe Hongkong, Catalonien usw.
Um Leute zu aktivieren, muß man auch ein vernünftiges Motiv liefern. Wenn man das tut, ist es heute eigentlich einfacher geworden als in der Pre-Internet Zeit. Wenn damals die Massenmedien nicht mitgespielt haben, brauchte man schon ein sehr gutes Netzwerk an Mitstreitern, um etwas großes zu organsieren.

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Das ist gewiss die andere Seite des Internets. Die schnelle Vernetzung und die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit mit nur wenigen Tasten viele Menschen zu erreichen, machen gerade spontane Aktion, zum Beispiel Flash-Mobs, wesentlich einfacher.
Ich stimme Alucian zu, dass zumeist die Beziehungen über das Internet oberflächlicher Natur sind. Gleichzeitig ist es umso leichter geworden, Menschen, zu denen man sonst keinen Kanal hat, zu erreichen.

Freilich so betrachtet. Ich habe das nur als Beispiel genommen. Stell dir mal vor so was wäre vor 50 Jahren passiert. Egal ob Schnapsidee oder nicht, zumindest zum Spaß hätten sich garantiert mehr der Leute daran gehalten. Und ja, wenn man bedenkt wie die Möglichkeiten aussehen und dann sieht was zustande kommt, nämlich meist üble Zertreuung, dann schreibe ich darüber. Bin ja selbst nicht "besser" aber ich merke das einfach irgendwie. Es überwiegt, das das Wort immer weniger wert wird.