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RE: Helikoptergeld

in #deutsch7 years ago

Das ursprüngliche Helikoptergeld-Konzept ist eigentlich gar nicht so abwegig. Zumindestens ist es viel gerechter und sicher auch effektiver als das, was die EZB seit Jahren tut.
Seit mehreren Jahren hat die EZB 800 Milliarden Euro pro Jahr durch Anleihenkäufe, Kredite usw. zum 0-Zins an Staaten, Banken und Firmen verteilt. Genutzt hat das, für das Wirtschaftswachstum, so gut wie nichts.
Hätte man das Geld an die Bürger verteilt - bei geschätzen 500 Mio EU Bürgern also ca. €1350 pro Jahr und Person - wäre der ökonomische Anschubeffekt sicher viel stärker.

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Das klingt sehr nach bedingungslosem Grundeinkommen. Ich halte beides für falsch (die unsägliche EZB-Strategie und das Helikoptergeld). Auch die Ausschüttung an die Bürger flutet die Märkte mit Geld. Ohne eine Rückkehr zu nationalen Währungen geht es nicht. Alles andere hält sich bei den Symptomen auf.

Mit Grundeinkommen hat das eigentlich nichts zu tun. Es wären ja keine regelmäßigen Zahlungen, sondern nur gelegentliche nach Gusto der EZB.
Natürlich wäre auch sowas inflationär, wie jede Geldmengenerweiterung. Allerdings wäre es gerechter als die selben Milliarden irgendwelchen Banken in den Rachen zu werfen, oder womöglich noch Konzernen.
Zudem wäre der Effekt auf das Wirtschaftswachstum wesentlich stärker. Bei €1350 für jeden - vom Säugling bis zum Greis - würde das einen enormen Konsum Anschub auslösen. Für die 4 köpfige "Normfamilie" wären das immerhin €5400 zusätzlich, damit kann man schon was anfangen.

Eine "nationale" Währung ist noch kein Garant für Stabilität. Der US-$ ist eine nationale Währung und ist trotzdem dabei unterzugehen.
Eine wirklich "gesunde" Währung muß mit physischen Sicherheiten hinterlegt sein, wie zB. mit Gold oder Silber. Und die Menge darf nicht erweitert werden, auch dann nicht, wenn es der Regierung grade in den Kram paßt. Dann pendeln sich Preise, Zinsen usw. von selbst ein. Und solchen Schwachsinn wie Derivatehandel gibt es dann auch nicht.

Schon richtig: Mit dem unkonditionierten Grundeinkommen verbindet das Helikoptergeld nur, daß es ohne Gegenleistung gewährt wird.
Eine nationale Währung ist wichtig für die Konkurrenzfähigkeit auf den Märkten. Wer relativ geringwertige Produkte handelt, erleidet durch den Euro einen unangemessenen Preisaufschlag an Drittmärkten. Wer hochwertige Produkte vertreibt, wird durch den Euro dort subventioniert. Eine nationale Währung balanciert Schieflagen aus. Sie wertet so lange ab, bis unpopuläre Produkte so preisgünstig sind, daß Nachfrage danach einsetzt. Oder sie wertet bei hoher Nachfrage nach Produkten so lange auf, bis diese preislich unattraktiv werden. Das ist die Funktion der nationalen Währungen. Stabilität hat damit primär noch nichts zu tun.

Die "Gegenleistung" für das Helikoptergeld ist eigentlich, das die Leute es wieder ausgeben, für Konsum und Dienstleistungen. Dadurch werden Steuereinnahmen und Wirtschaftswachstum generiert, Arbeitsplätze ect.pp.
Genau das geschieht ja bei der jetzigen Methode nicht, bei der die 800 Milliarden jährlich einfach in irgendwelchen Bankbilanzen verschwinden. Im Vergleich dazu ist Helikoptergeld geradezu genial.
Aber natürlich ist es - so oder so - eine künstliche Stimullierung der Wirtschaft. Das geht ja auch nur, weil das Geld eigentlich keinen Wert hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Währung national oder künstlich gemeinschaftlich ist wie der Euro. Man sieht ja überall, das alle den selben Mist bauen, von Argentinien bis Zimbabwe.
Der einzige Ausweg ist Geld mit einem nachvollziehbaren Wert, das nicht beliebig vermehrt werden kann. Das wird zwar auf Dauer eine deflationäre Tendenz haben, aber das macht ja nix. Deflation ist nur schlimm wenn man einen Haufen Schulden hat - und wer könnte da wohl mit gemeint sein...

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