[DE] Initiative für den Wald, den ich liebe

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Das Unterbrunner Holz

Heute möchte ich euch "meinen" Wald vorstellen. Hier habe ich in den letzten Jahren viel Zeit verbracht. Ironischer Weise habe ich ihn einige Zeit lang immer als einen dieser menschenverschluckenden Wälder, ähnlich wie bei Monkey Island oder Zelda, wahrgenommen und bin immer eifrig um ihn herumgejoggt .

Als ich mich dann endlich traute, ihn zu betreten (Ich gehe einfach nicht gerne an Orte, an denen ich mich nicht so gut auskenne.) bahnte ich mir wagemutig meinen Weg durch's Geäst. Ok, in Wirklichkeit war er voller Wege, die ein paar Waldarbeiterautos dort hineingefräst hatten. Im Laufe der Zeit wurde mein Radius in diesem wunderschönen Schmuckstück von Wald immer größer und heute laufe ich darin Runden, die bis zur nächsten Landstraße reichen.

Vor ein paar Tagen war ich wieder darin laufen und musste feststellen, dass er (oder ein Teil davon) wohl verkauft werden und darauf ein Industriegelände errichtet werden soll. Ich wäre sehr sehr traurig darüber und werde unbedingt zur nächsten Informationsveranstaltung gehen, um mir Näheres anzuhören.

Es ist wie es ist. Sobald irgendwo Land frei wird, kreisen die Grundstücksspekulanten wie Geier darüber. Ich bin der Meinung, Geld allein sollte bei dieser Frage keine Rolle spielen. Wenn man etwas so Wertvolles schon plattmacht, dann sollte es einen guten Grund dafür geben. Und den sehe ich nicht, da nebenan bereits ein Industriekomplex mit vielen neuen Büros und Einkaufsläden errichtet wurde.

Vielleicht bin ich eine Romantikerin, aber ich liebe diesen Wald und merke gerade, wie ich ihn immer für selbstverständlich genommen habe.

Das beste Argument FÜR diesen Wald ist sowieso dieses: Der Wald hat mir jetzt schon mehr kostenlose Nahrung beschert als es dieser Industriekomplex jemals könnte.

Mehr Infos darüber bekommt Ihr übrigens hier: https://www.pro-bannwald.de/homepage.html

Eure Nadine

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schön, dass du den Wald "neu" für dich entdeckt hast! Was hast du dort sonst noch alles gefunden außer der Brombeeren? Wobei die doch schon recht lecker aussahen!

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Himbeeren :) Die hatten glaub ich Ende Juli oder so noch Saison. Eine zeitlang habe ich auch mal Brennnesseln, Labkraut und Löwenzahn geerntet. Meistens jogge ich darin aber nur.

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krass, was man so alles essen kann eigentlich...

Ich wäre ja für einen "IWO" initial wald offering. Man tonkenized die Bäume und eine Heerschaar an kleinen Leuten kauft den Wald auf. Es gibt nur einen Consensus in der WaldChain: Der Wald bleibt. :D

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Das wäre großartig. Ich wäre sofort dabei!

Da hab ich Anfangs an einen schönen Bericht über ein Stück Wald gedacht, und dann wird es traurig. Ein Stück schöne Natur gegen Beton tauschen. Schlimmer geht's nicht. Als ob wir nicht genug brach liegende Industriegebiete hätten. Aber es ist meistens teurer die wieder umzurüsten, als ein Stück Wald einfach abzuholzen. Das Problem ist, in gebrauchten Industriegebieten ist der Boden oft zu belastet um dort etwas zu bebauen. Da müsste man erst das verseuchte Erdreich teuer abgraben. Im Wald gibts sowas natürlich nicht.

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Im Industriegebiet nebenan entstehen gerade viele neue Büros, andere sind schon länger da. Ich verstehe nicht so recht, warum man direkt nebenan ein zweites Industriegebiet errichtet....

Resteem.

Obwohl wir Wald sagen, ist es ja streng genommen eine Monokultur. Echten Wald gibt es kaum noch. Obwohl dort natürlich noch wilde Pflanzen wachsen die wie man sieht Nahrung bieten. Bei uns vor der Tür war ein kleiner mindestens hundert Jahre alter Pinienwald, durch den ich jeden Tag ging, schon als Kind, bis die Bagger ihn abrissen für die Eventualität, dass jemand in dem Neubaugebiet wo alles frei ist genau da ein Haus haben möchte. Nur weil man dort ein paar meter über den anderen bauen kann, wird der Grund gleich höher bewertet. Vermutlich war der Abriss sogar illegal, aber jetzt kann man eh nichts mehr machen, tot ist tot.

Schlachtet mir das Einhorn, ich brauch vielleicht einen Zahnstocher. Und es hat niemand bisher gebaut. Unnötiges Töten. Viele hier hetzten gegen Geld weil sie solche Dinge beobachten aber die einzige Chance für mich jemals größere Flächen Wald zu kaufen ist Geld zu akkumulieren, daher wehre ich mich extrem gegen jede antikapitalistische Denkweise und studiere die (teilweise potentiell unethische) Schule der Kapitalisten. Manche Märkte wie der Derivate-Markt sind mit hunderten Billiarden kapitalisiert, nicht Milliarden, nicht Billionen sondern Billiarden an denen nichts schlecht oder böse ist. Wie bei den Brombeeren braucht man nur zugreifen, es ist für jeden genug da. Nur die meisten lehnen es ab und lassen es sich von jenen die akkumulieren, das ganze portioniert und in form von Schulden füttern. Man kann niemanden zwingen aber ich denke es bringt nur noch etwas vom "Feind" zu lernen, selbst den angeblichen Teufeln wenn es sein muss. Man kommt nicht in die Hölle und zerstört auch nichts wenn man sich mit den Waffen des Kapitalismus bewaffnet und versucht Millionen oder sogar Milliarden aus dem Markt zu ziehen.

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Das ist mal eine interessante Argumentation, hab' ich so noch nie gehört. Dass das Geld auf der Straße liegt, höre ich allerdings immer wieder.

Nur eine Frage: Läuft man in deinem Modell nicht Gefahr, sich ungewollt/unbewusst vereinnahmen zu lassen und das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren?

Die "kontrollierte Torheit" kenne ich als Begriff bzw. Phrase und Strategie auch schon, aber ich halte sie für mich persönlich nicht umsetzbar. Aber natürlich kann ich immer dazulernen.

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Nur eine Frage: Läuft man in deinem Modell nicht Gefahr, sich ungewollt/unbewusst vereinnahmen zu lassen und das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren?

Ja absolut. Sehen wir ja hier im kleinen. Etwas mehr Steem Power und man denkt, man hätte gleich mehr zu sagen, als jemand anderes (was technisch ja auch so ist). Aber deswegen es gar nicht erst zu versuchen...

Das ist ein wichtiger Punkt, die "kontrollierte Thorheit" scheint ein zutreffendes Ideal, insbesondere als Mann bin ich jedoch in meiner Planung ein "single point of failure". Daher ist es wichtig, Machtstrukturen im Keim zu ersticken und auf Dezentralisierung zu setzen.

Dank Ethereum oder anderen Kryptosystem kann zum Glück alles vertraglich vorprogrammieren. Eine Transaktion ist nur mit einer multi-key-signatur möglich. Hast du Harry Potter gelesen? J.K. Roaling hat lustigerweise in ihren Romanen solche multi-sig Strukturen beschrieben (bin mir auch sicher, dass sie sich mit Kryptographie befasst hat). Man verteilt dabei Teile eines Schlüssels an verschiedene Personen. Ohne eine Mehrheitsbildung wird es keine Transaktion/Abhebung geben. Ich bin mir sogar sicher, dass ich mit Mitte Dreißig oder ü40 den Wald vergessen haben könnte, da ich mir jetzt schon als Sonderling vorkomme und weis, dass neue Bürger keine Beziehung zum Europäischen Wald haben werden. Man wird ihnen die Liebe zu dieser Natur nicht vermitteln (wer auch? ihre Großeltern?). Ich sehe es ja, ich bin stets mit meinen Hunden allein, keine Kinder mehr die Radtouren machen, keine Wandersleute, nur die Hochstände und Kettensägensoldaten der Wirtschaftler in der Ferne.

Die "kontrollierte Torheit" kenne ich als Begriff bzw. Phrase und Strategie auch schon, aber ich halte sie für mich persönlich nicht umsetzbar.

Irgendetwas in dir hat seine protestierende Stimme erhoben und will ja scheinbar eine Lösung. Und eine Lösung ohne Einfluss wäre mir neu. Nicht aller Einfluss ist Geld. Mancher Einfluss ist mediale Reichweite, politische Reichweite oder einfach einen "Draht in die Herzen der Leute" zu finden. Aber nur über Konsumverweigerung wirkt man als Einzelner nicht der Rate des Zerfalls und Raubbaus entgegen. <- das ist der "single point of failure" bei Romantikern :D. Du wirst deinen Weg finden, das war keine Kritik, nur ein Plädoyer für meine Hoffnung die im Einfluss des Geldes ankert, doch stets mit den dunklen Wolken der Gier überschattet. Dein Artikel hatte mich nur inspiriert ^^

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