Das erste mal: David Bowie

in deutsch •  5 months ago

Danke @berndpfeiffer, wegen Deinem Beitrag Das erste Mal: Bohemian Rhapsody hab ich Spotify angeschmissen und Musik gehört - nicht das das schlimm und ungewöhnlich wäre, aber jetzt schreibe ich darüber!

Es war vor ein paar Jahren, vielleicht 2012, als ein wohltuendes, powervolles Gitarrenriff das erste mal meinen Gehörsinn passierte und sich in meinen doch recht großen und ausgeprägten Musikzentrum manifestierte. Seither aktivieren sich unwillkürlich sämtliche motorische Peripherie die für mitsummen, pfeifen und singen / gröhlen zuständig sind.

Dutschke, Rudi, Rebell

Ich muss ein bisschen ausholen. Ich bin ein Kind der Siebziger, eigentlich ende der Siebziger, aber Siebziger ist siebziger. Mich fasziniert der deutsche Herbst seit Jahren. Angefangen hat dies als ich mit 10 oder 12 eine Dokumentation über die RAF und die Stammheimer Todesnacht sah. Seither verschlinge ich Bücher, Dokus und alles was im weitesten Sinne damit zu tun hat. So führte mich der Weg auch häufig Beiträge über Rudi Dutschke, so auch 2012. Um diese Doku soll es aber gar nicht gehen, vielmehr spielte man im Abspann folgendes Lied von David Bowie ein.


Ich weiß gar nicht wie ich beschreiben könnte was dieses Lied für eine Atmosphäre ausstrahlt. Ich würde es ganz salopp damit beschreiben das es einfach den Geist der Siebziger transportiert. Zwar geht es in dem Lied eher um einen Jungen der Glam-Rock-mäßig gegen seine Eltern rebelliert als um einen Charismatischen Studentenführer der eine Revolte in einem westlichen Land anzettelt aus der später Bombenterror und Mordanschläge hervorgehen, dennoch passt dieses Lied einfach wie Arsch auf Eimer und ich habe selten so ein perfekt platzierten Abspann-song gesehen. Ich liebe es!

Es begleitet mich häufig beim Autofahren, zuhause bei Hausarbeit oder direkt im Ohr auf dem Fahrrad. Auch auf Partys kommt es dann und wann vor das der Volumeregler gen maximum geht und dieses Gitarrenriff erklingt. Man wird selbst zum kleinen Rebell 😂


Faces-of-Bowie.gif

David Bowie - das Chamäleon

Weit davor führte mich mein Ambivalenter Musikgeschmack häufiger zu Bowie und seiner Genialität. Seine Wandlungsfähigkeit und Entwicklung finde ich mehr als beachtlich - über Jahrzehnte hinweg Erfolg in einem Business zu haben das sehr von Zeitgeist und Empfinden verschiedener Generationen abhängt.


Unvergessen auch (und mit einem ähnlichen Effekt auf mich wie Rebel Rebel) finde auch "Heros" das zur Hymne des Films "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" mutierte. Auch hier wird die Atmosphäre des Berlins der Siebziger transportiert und lässt sich heute noch nachfühlen. Ich habe immer die ersten Sätze des Films im Kopf bei dem Lied:

Überall nur Pisse und Kacke. Man muss nur genau hinsehen. Egal wie neu und großzügig alles von weiten aussieht, mit seinen grünen Rasen und den Einkaufszentren. Aber am meisten stinkst in den Häusern, in den Treppenhäusern. Was soll'n die Kinder denn machen wenn sie draussen spielen und mal müssen. Bis der Fahrstuhl kommt und sie im 11. oder 12. Stock sind haben sie schon in die Hosen gemacht und bekommen Prügel - da machen sie lieber gleich in den Hausflur...

Ein zwar düsterer, aber schaurig schöner Film. Irgendwie. Auf seine Art und Weise. Hat mich auch ziemlich in den Bann gezogen und wurde oft von mir gesehen. Naja - ich schweife ab.


Schließen wir das mit einem schönem kleinen Lied von David Bowie ab sonst komme ich gleich noch auf den "Man who sold the World" oder "lets Dance" 😀

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Der Faszination des deutschen Herbstes bin ich auch erlegen.
Dessen Aufarbeitung hat ja gerade erst begonnen, da dies nun langsam aus der Politik in das Geschichtliche wandert, je weniger Beteiligte noch leben.

Jedoch war für mich als Jugendlicher die Lektüre solcher Problembücher, wie das erwähnte Kinder vom Bahnhof Zoo, immer ein Graus.

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Als Jugendlicher hat man da wahrscheinlich einen anderen Blickwinkel. Wobei mich beim Bahnhof Zoo auch mehr die Atmosphäre geflashed hat als das Problem an sich. So Drogen Sachen lassen sich durchaus besser angehen wie in Trainspotting oder Fear and Loathing in Las Vegas 😂

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Drogen waren nie meine Welt.
Olles Landei, was ich bin.

Obwohl, wenn ich es bedenke, es interessiert mich auch heute noch nicht. Vielleicht bin ich inzwischen einfach zu alt.
:)))

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na meine auch nicht - dennoch schau ich mir manchmal halt solche Filme an. Trainspotting ist ja stellenweise ziemlich Lustig

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Starkes Lied!

Kleiner Tippfehler:

mitsammen

Soll vermutlich mitsummen heißen ;)

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Oh ja...Danke

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