REWE - Wie aus Freude Leid wird - fünf Minuten an der Kasse - Leipzigs AlltagsteemCreated with Sketch.

in #blog2 years ago (edited)

Wer den Alltag beobachtet, kann Spannendes erleben. Freunde und Leid, Liebe und Hass. Alles kompakt in nur fünf Minuten, beim Schlange stehen im Supermarkt.



Die Vorgeschichte.

In meinem Wohnviertel gibt es einen Supermarkt mit durchschnittlich netten Personal. Also so nett, wie man sich das eben vorstellt. Nicht zu aufdringlich, der Arbeit mit viel Engagement nachgehend usw. Doch es gibt eine Verkäuferin, welche mir besonders durch Ihre offenherzige Art aufgefallen ist. Sie bedient die Kunden in der Kasse nicht nur nach Plan, sondern hat immer eine Nettigkeit auf den Lippen. Ich schätze die Verkäuferin um die 50. Eine tolle Persönlichkeit. Sie könnte eine gute Tante sein oder gar meine Oma, so wie sie ist.

Was war heute anders?

Naja, wer kennt das nicht? Es ist Freitag, der letzte Laden der bis 22 Uhr offen hat lässt eine lange Schlange an der Kasse wachsen. Wie schön ist es da, wenn doch tatsächlich Menschen bereit sind Ihren Kollegen auf Arbeit freiwillig noch eine Stunde länger zu unterstützen. Immerhin entlastet das die Wartezeit der Leute, welche gerade anstehen.

Wir sind nun mal nicht so gestrickt, dass wir gern warten. Vor allem nicht Freitag, vor allem nicht, wenn es schon so späht ist und der Arbeitstag sich lange zog. Ich hab mich aber in Gedult geübt, obwohl das nicht in unsere Zeit passt.

Vor mir stehen noch 2 Leute, oder genauer eine Familie mit 2 Kindern und noch ein Jugendlicher ca. um die 18-20 Jahre alt. Die Mutter mit den Kindern hat alle Hände voll zu tun auf Ihre aufgeweckten Sprösslinge aufzupassen.

Und dann passiert es.

Der Kleine Junge öffnet in voller Ungeduld eine Flasche Sprudelsaft. Die Fontäne schoß min. 2 Meter wie ein Brunnen hoch und alle waren etwas erschrocken. Dann mussten wir in der Warteschlange etwas Lachen und auch die Mutter konnte nicht an sich halten und lachte, während sie die nette Kassiererin bat Ihr ein paar von den bereitliegenden Küchentücher zu geben.

Die ganze Aktion dauerte nicht mal eine Minute, vielleicht sogar weniger. Der Einzige der nicht lachte war der Jugentliche vor mir. Er hatte schon zuvor die ganze Zeit lang genervt geschaut, sah aber auch nicht so aus, als ob er OP-Artz ist und Zeitnot hatte.

Als er dann an der Reihe war, klatschte er seinen Geldbetrag herablassend hin und machte aus seiner Gereiztheit gegenüber der Verkäuferin keinen Hehl. Die Verkäuferin war schon recht ausgelaugt und trotzdem bestimmend nett.

Die Paybackfrage, der sichere Weg ins Verderben

Als nach der Paybackkartenfrage für den jungen Mann alles aus war und die Verkäuferin wieder nur plumpe Bemerkungen abbekommen hatte, war es aus mit der Nettigkeit. Sie meinte dann:

"Wissen Sie, junger Mann, ich stehe schon seit heute Morgen hier und mache Überstunden". Darauf erwiderte der junge Mann. "Na und? Sie bekommen sie ja bezahlt". "Nein" erwiderte die Kassiererin. "Ich bekomme diese nicht bezahlt, weil ich heute freiwillig länger bleibe". Es ist doch Ihre Schuld, wenn sie Überstunden machen. Sie machen Sie ja frei-wil-lig.". Die Frau dann wieder. "Wissen Sie, wie schwer das in meinem Alter ist?" Die Frau war fast den Tränen nah, behielt aber noch ihre Contenance.

Ich hatte alles mitbekommenn und war als nächster an der Reihe. Die Stimmung ist von leichter Heiterkeit auf Schweigen übergegangen und hat den Abend mit viel Traurigkeit gefüllt.

Ich hätte dem Typen am liebsten die Fresse poliert. Aber ich dachte mir, ich schreib euch diese Geschichte auf. Das ist ein besserer Weg als Gewalt. Ich kann sowas manchmal nicht fassen, was unter uns passiert. Wir müssen nicht erst nach Afrika oder in Krisengebiete fahren. Das menschliche wie unmenschliche durchdringt unseren Alltag überall, wenn wir nur gut hinsehen.

Ob der Mann daran gedacht hat, dass er heute 2 Minuten weniger anstehen musste, weil eine eifige Verkäufering ihren Job so gern macht, dass sie Ihre Kollegen unterstützt, um den Kunden in der langen Warteschlange etwas die Last abzunehmen?



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