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RE: Marktwirtschaft vs Algorithmen & KI

in #algorithmen7 years ago (edited)

Deine Gedanken zur Marktwirtschaft mittels angewandter Algorithmen finde ich so passend, wie auch bereichernd. Dass Uber in Deutschland nicht zugelassen ist, finde ich, als ehemaliger Taxifahrer, voll in Ordnung. Zu meiner Zeit hat man in unserer Stadt als Unternehmer für eine Taxilizenz noch ca. 120.000 Mark auf den Tisch legen müssen und einige Prüfungen absolviert. Dass eine Firma aus Kalifornien das Geld pulverisieren will, ist ein arges Ärgernis. Sie umgehen damit auch nachvollziehbare Gesetze im Fahrgastgewerbe.

Selbst als einfacher Fahrer musste ich eine ziemlich strenge Ortskenntnisprüfung ablegen, sowie gute Gesundheit nachweisen. Dass jetzt jeder Hinz und Kunz per App ins Fahrgastgewerbe einsteigen soll, finde ich mindestens fragwürdig, wenn nicht sogar gefährlich.

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Hi und schön das dich das Thema interessiert.
Ich kann deine Gedankengänge voll verstehen.
Die Realität schreitet aber mit so großen Schritten weiter, sodass wir uns dem wohl nicht so einfach entziehen können, ohne in manchen Themenbereichen völlig abgehangen zu werden.
Momentan entscheiden sich die meisten jedoch nur auf den Preis zu achten, auch wenn der Uberfahrer betrunken und in einem Mülleimer fährt.
In Zukunft wird es wohl noch wieder andere Formen geben, indem wir uns von A nach B bewegen.
Ich bin immer für den Fortschritt und neue Geschäftsmethoden, denn das macht uns Menschen doch aus, unser Erfindungsgeist.
Das die Firmen natürlich Steuern zahlen, wo sie es verdienen, sollte natürlich auch sein.
Gondellifte, Highspeed Zugverbindungen, bis hin zu autonomen Taxis, alles was uns schneller, einfacher und kostengünstiger befördert ist für mich gut.
Jobs verändern sich und ich denke Themenfelder die heute gering bezahlt werden, sind morgen die Gewinner.
Industrie 4.0 macht nicht an Landesgrenzen halt, da die Welt ein Wirtschaftsraum geworden ist.

Was mir immer noch rätselhaft ist wie die Uber -Leute ihre Fahrzeugkosten decken, wenn die ungenügende Preise nehmen.
die Preise für das FZ sind die selben wie bei den normalen Taxen, der Sprit kostet auch das selbe, aber mir kann keiner erzählen das man eine Kiste wie einen SKODA-Superb oder besseres inkl. Wartungskosten, Steuer und Versicherung mit KM-Kosten unter 0,40€/Km betreiben kann so das am ende noch Geld für eine Franchisegebühr oder den Lohn des Fahrers geschweige denn für Steuern oder so übrig bleibt.
Im Stadtverkehr ist das unmöglich, und auf Langstrecke nur mit Samtpfötchen, aber mal ehrlich ich habe solche Fahrer noch nicht getroffen die das könnten, die sind alle immer zu schnell unterwegs, oder bremsen und beschleunigen ständig abwechselnd was ebenfalls nicht gerade cool für die Bilanz ist.

? ? ?

Es fehlt mir an Erfahrung und Hintergrundwissen, das zu beurteilen. Ich kann nur von den Prizipien der kommerziellen Fahrgastbeförderung ausgehen um zu erkennen, dass die Sache vom Prinzip her ungesund ist. Zumal Uber, wie Amazon, Google und Facebook, die Infrastruktur unseres Gemeinwesens nutzt, aber keine Steuern dafür zahlt.

Das mit der Infrastruktur ist richtig, allerdings ist das umgekehrt auch so, es gibt jede Menge große Firmen aus D die in D kaum Steuern zahlen und die Firmensitze oder wenigstens die profitablen Töchter in z.B. den Sonderzonen der USA haben um dort nur geringe Steuern zu zahlen.

Bei diesem Thema mit den Kosten des Gemeinwesens und seiner Finanzierung befinden wir uns immer noch in der Vorsteinzeit, dort gäbe es sicherlich sinnvollere Lösungen um sicher zu stellen das dies gerecht verteilt ist und nicht ausgenutzt wird.

Die Steuer und Abgabenlast in D ist eine der Höchsten Weltweit und die Einkommen sind im weltweiten Vergleich dazu nur mittelmäßig das passt auch nicht zusammen aber wir brauchen ja unsere Leitfiguren der Politik diese ewig unterschätzten und unterbezahlten Diener des Bürgers um überhaupt den Durchblick zu behalten, ohne die Mehrheit dieser unfähigen Banausen wäre die Steuerlast sicherlich nur halb so hoch (notwendig).

Das mit der Infrastruktur ist richtig, allerdings ist das umgekehrt auch so, es gibt jede Menge große Firmen aus D die in D kaum Steuern zahlen und…

Achtung! Korrekt umgekehrt würde es so aussehen, dass deutsche Firmen von hier aus in den USA Geschäfte machen und dort keine Steuern bezahlen.

Scherz beiseite!

Die Unternehmen, die hier Geschäfte machen und nicht versteuern, haben sogar bemannte Niederlassungen auf den Bahamas! Nicht nur der Münchener Versicherungsriese AXA ist dort vertreten. Lokale Mitarbeiter bekommen einen Firmenzuschuss von 2000-6000 Dollar pro Monat für eine Wohnung. Alle Firmen zahlen das. Sonst haben die nämlich nichts, wo ihre Mitarbeiter schlafen können. Selbst die kleinste, noch stehengebliebene Hütte des Inselimmobilienmarktes ist mittlerweile belegt.

Bedauerlicherweise kann dort das Dienstleistungspersonal keine Wohnung mehr halten. Aber das sind spezifische Insel-Probleme, die vielleicht gar nichts mit D zu tun haben.

Achtung! Korrekt umgekehrt würde es so aussehen, dass deutsche Firmen von hier aus in den USA Geschäfte machen und dort keine Steuern bezahlen.

na ja das funktioniert ja so herum auch fast, in jedem Staat der Welt gibt es exakt diese Konstruktion die Holdingstrukturen (Stiftungen), aber Steuersystem werden immer komplexer da hilft ein normaler Steuerberater überhaupt nichts mehr denn der ist schon mit der Buchhaltung in D und den damit verbundenen ständigen Änderungen heillos überfordert.

Die AXA ist ja nun keine wirklich deutsche Gesellschaft sondern nur die Tochter der französischen Muttergesellschaft und wird auch so bebucht, es gibt einen Gewinnabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft, und die verschiebt die Einnahmen weiter in irgendwelche Steuerparadiese -wie alle großen Konzerne- !
Das mit den bemannten Niederlassungen ist ein must have weil sonst das Konstrukt nicht funktionieren würde, denn ohne das Personal vor Ort keine Anerkennung als Firma, allerdings geht das auch in der Regel mit von dort eingesetzten und entsprechend qualifiziertem Personal was in diesen Standorten oft in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Das mit den Immobilien-preisen im Zuge einer solchen Entwicklung ist in allen Ländern dieser Erde gleich, es gibt Wohnviertel für das Arbeitervolk und Villengegenden für die Besserverdiener, sowas kann lokal gesteuert werden ohne das es zu einer Verknappung von irgendwas kommt.

Ich kenne das sehr gut aus Zypern, Italien und Spanien und GB, wo normale gute Wohnungen zur Miete mit den üblichen Gehältern der Einheimischen unmöglich von einer Person aufgebracht werden können da müssen zwei arbeiten.

Und in Deutschland sieht das ganz genauso aus, sieh mal in Hanau herum, nimm ein paar Vermietungsofferten aus der Zeitung oder dem Internet, wer bitteschön mit einem Gehalt von etwas mehr als 1000€ netto (meist junge Leute, allein erziehende Mütter, Rentner also ca. 30-40% der Einwohner) soll denn Wohnungsmieten von 600€ und aufwärts kalt bezahlen und dann noch irgendwas zum Leben übrig haben, ganz davon zu schweigen wie man an seinen Arbeitsort gelangt (egal ob Bus, Bahn oder Auto), die Probleme sind überall die selben.

Ich würde auch nicht so weit gehen wollen grundsätzlich Firmen verurteilen zu wollen die versuchen das mögliche auszuschöpfen um die Gewinnbesteuerung so gering wie möglich zu halten. Denn es sind ja nicht nur die Steuern auf den Gewinn sondern auch noch heftige Aufschläge für Gewerbesteuern, Zwangsvereinsbeiträge (IHK, GEZ, GEMA etc.).
Und was man bei all dem nicht vergessen sollte die Firmen zahlen auch horrende Summen in die Sozialversicherungssysteme ein und das völlig unabhängig von der Einnahme-Situation (hier interessiert Gewinn oder Verlust überhaupt nicht), das hat schon so manches Unternehmen mindestens in Bedrängnis gebracht wenn nicht sogar umgebracht, ich weiß das sehr genau da ich das bereits mehrfach erlebt habe zuletzt mit einer Mannschaft von mehr als 20 Leuten die auf 85 bis 120 hätte aufgerüstet werden sollen, aber über genau solche Aktionen ins Jenseits geschickt wurde -von Amts wegen quasi-, das ist bitter.

Lieber Thomas,
es ist kein Geheimnis, dass nahezu jedes System Schattenseiten hat, die auch weithin bekannt sind. Schließlich muss man ja mit ihnen umzugehen wissen, bedient man sich des jeweiligen Systems. Was als Schlecht erkannt wird, entspringt stets der Perspektive von Partikularinteressen. So sehen Unternehmer Schatten, wo für andere Gruppen das Licht ist und umgekehrt. Aus den Widersprüchen entsteht Propaganda, also Verführung, getrieben von gerissenen Profiteuren.

Ich bin daher nicht mehr so sehr daran interessiert, was alles falsch läuft. Die Perspektive Betroffener ist ja auch gar nicht das Rätsel und muss nicht tausendfach wieder auf den Tisch gelegt werden. Mich persönlich interessieren tragbare Alternativen. Die werden, bei all dem gepflegten Blues, nämlich nie auf den Tisch gelegt. Außer haltlosen Utopien ist da leider kaum was in Sicht, was jeder akzeptieren will (WILL!!!). Wir hören immer nur Maximalforderungen, also Lösungsvorschläge mit der Brechstange.

Dabei würde uns ein realistischer Pragmatismus tatsächlich weiter helfen. Aus der Richtung kann ich, zumindest hier auf dem Steem, leider keinerlei Beiträge entdecken. Ich meine aber, dass dringend nötig wäre, an Alternativen zu arbeiten. All das bekannte Geheule führt niemanden weiter, außer die Trumps und Johnsons dieser Welt, die raffiniert Widersprüche für ihr Geschäftsmodell zu nutzen wissen. Das kann doch nicht alles gewesen sein, dessen ein vernuftbegabtes Wesen fähig ist. Ich denke, da geht noch was mehr!

Absolut korrekt was du da schreibst Martin, über Lösungen will kaum einer sprechen und wenn dann nur um wieder Ruhe zu haben für ein Weilchen.

Denn Lösungen zu haben bedeutet für alle Verluste/Einbußen hinnehmen zu müssen, was aber angesichts der allgemeinen Gemengelage wohl das kleinere Übel wäre und eventuell sogar zu einer Besserung der Umstände für alle führen könnte/würde.

Ich wäre ja auch durchaus bereit mein erarbeitetes Wissen zu teilen wenn es für mich irgendwo einen Vorteil gibt der wenn er nicht geldwert ist dann zumindest irgendwie auch zu einer wie auch immer gearteten Kompensation führen muss weil auch ich als Selbständiger von irgend etwas meine Rechnungen bezahlen muss.
Du weißt ja sehr genau wovon ich spreche du kennst das ebenfalls, wir haben beide kein Angestelltengehalt was uns irgendwie über Wasser hält.

Man müsste halt allgemein wieder vernünftige Regeln für den Austausch von Wissen, Arbeit und Grundbedürfnissen wie Nahrung oder Kleidung erarbeiten damit wir wieder zu einer etwas lebenswerteren Gesellschaftsform kommen, im Grunde genommen haben wir ja alle die selben Bedürfnisse aber nicht alle die selben Fertigkeiten/Fähigkeiten oder die selben finanziellen Möglichkeiten.

Grundsätzlich könnten die Probleme ja alle ganz einfach gelöst werden, es würde links und rechts ein wenig schaben und knirschen hier und dort, aber es ist lösbar. Dumm nur das einige dann ihre Vorteile die sie nun genießen dürfen dafür aufgeben müssten und das wollen halt die wenigsten man will ja nicht wie all die normalen sein man ist ja irgendwie etwas besseres (warum eigentlich, wer legt das denn fest bzw. bestimmt das? )

Ach es gibt jede Menge zu tun, es muss nur mal angepackt werden und es müssen ALLE mitziehen (oder wenigstens die meisten, alle werden es denke ich nie werden)

Genau der Meinung bin ich auch, nörgeln hilft keinem und Lösungsansätze wären natürlich besser.
Hoffen wir mal auf mehr Leute die auch bereit sind sich etwas mit einer Sache auseinanderzusetzen, anstatt nur dagegen zu sein.

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