"Menüangst" / "Menu anxiety"

in Deutsch Unplugged2 years ago

english below...

Also ich habe da wieder 'was gelesen… Und nun stellen sich Fragen. Wahrscheinlich bin ich selber schuld daran, ich sollte das mit dem Lesen einfach bleiben lassen. Ist allerdings gar nicht einfach (wenn man zur Zwanghaftigkeit neigt ;-))

Okay. Zum Beispiel im Business Insider stolperte ich über die Schlagzeile: „Generation Z leidet unter Menüangst"... Häh?! Was soll das sein…? Untertitel: „Einige haben Angst, ihr eigenes Essen in Restaurants zu bestellen, zeigt eine neue Umfrage“

???

Ich gebe zu, das hat mich neugierig gemacht. Ich konnte mir nämlich nicht vorstellen, wie das alles gemeint sein könnte. Denn so, wie es klingt, kann ja unmöglich sein…

Tja. Und jetzt stehe ich da.

Mit dem offensichtlich nicht nur ganz lokal oder auf einige wenige Leute oder nur in Deutschland oder wie auch immer unter ganz bestimmten Laborbedingungen zutreffenden Wissen (es sind einige diesbezügliche und verwandte Studien im nachstehenden Artikel verlinkt), daß 86% der Gen Z-Angehörigen Angst haben, im Restaurant etwas zu bestellen.

https://www.businessinsider.de/leben/international-panorama/die-gen-z-leidet-unter-menueangst-sowie-stress-beim-auswaertsessen/

Kopf schüttel… Wer ist nochmal diese Generation Z? Die Nachfolger der Generation Y. Aha – was für eine Unsitte. Aber darum soll es heute nicht gehen. Die Rede ist also von Menschen, die etwa zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Zwei meiner Kinder kann ich da also hineindefinieren. Und dann stelle ich mir vor, die stehen vor einem Lokal und trauen sich nicht 'rein, weil sie dort etwas bestellen müßten…

Ich kriege das nicht klar. Noch einmal – als Einzelerscheinung, als seltene Ausnahme kann ich es gut nachvollziehen. Es gibt sehr, sehr schüchterne Menschen, die überhaupt nicht gut in Gegenwart Unbekannter sprechen können, stottern, sich verhaspeln. Alles keine Frage. Aber da stehen diese 86% im Raum.

Die Studie, die ursprünglich von einer italienischen Restaurantkette in Auftrag gegeben und vorwiegend in Großbritannien durchgeführt wurde, behandelt im weiteren Verlauf auch andere Generationen. Die liegen nicht ganz so extrem im Bereich „fast alle“, aber deutlich bedenklich in verschiedenen Punkten.

Dabei stellte sie fest, dass 86 Prozent der Generation Z beim Essen gehen in Restaurants von „Menüangst“ betroffen waren, verglichen mit 67 Prozent aller Befragten.

38 Prozent der Generation Z und der Millennials gaben an, dass sie nicht in ein Restaurant gehen würden, wenn sie sich die Speisekarte nicht vorher angeschaut hätten.

Ein Drittel der Generation Z gab außerdem an, dass sie aus diesem Grund andere Personen bitten, im Restaurant zu bestellen.

Und ja, es wurde auch nach den Gründen für diese Angst gefragt. Die angegebenen Erklärungen machen es aus meiner Sicht nicht besser…:

Mehr als ein Drittel der Millennials gab an, dass zu viele Optionen auf einer Speisekarte ein Auslöser sind.

Eine weitere Quelle der Angst ist für fast die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen, dass sie bei der Bestellung nicht in der Lage sind, die Optionen auf der Speisekarte auszusprechen.

Ein Drittel der 25- bis 34-Jährigen würde auf einer Speisekarte das auswählen, was in den sozialen Medien am besten aussieht.

Außerdem essen sie sehr gerne in Restaurants, die von Influencern in den sozialen Medien beworben werden, und wollen, dass ihr Essen „Instagrammable“ aussieht.

Ui…! Um „dazu zu gehören“ bestelle ich also in einer Gaststätte, die hip und angesagt ist, über einen nicht ganz so verunsicherten Dritten ein Essen, das mir zwar nicht schmeckt, aber das cool aussieht, wenn ich es irgendwo online präsentiere…?

Ich habe dann 'mal nachgeforscht. Das Problem scheint sich nicht in diesen noch eher oberflächlichen Andeutungen zu erschöpfen. Psychologen sagen, daß die jungen Leute zunehmend entscheidungsschwach sind. Außerdem gäbe es keine andere Option mehr als absolute Perfektion – man steht ja permanent und selbstgewählt unter öffentlicher Beobachtung. Also bestelle ich nix, was ich nicht aussprechen (oder vielleicht nicht einmal lesen…?) kann. Ist klar.

Mich erschreckt das! Hat 'mal jemand überlegt, wie die selben Leute sich beispielsweise in einer Teamsitzung oder vor Gericht oder – in einer Beziehung verhalten? Wieviel Kompetenz und Lebensfähigkeit kann ich von jemandem erwarten, der panische Angst hat, „Tagliatelle“ auszusprechen?

Das KANN nicht nur ein Bildungsding sein.

Meine Kinder passen definitiv nicht in dieses Schema. Ihre Freunde in aller Regel auch nicht, aber da fängt es schon an… In der Regel nicht, doch da gibt es schon schräge Begebenheiten, die für mich unter diesem Gesichtspunkt schon bedenklich wirken. Und ich kenne nicht wirklich viele Leute in den fraglichen Altergruppen, um ehrlich zu sein. Ich bin also offiziell beunruhigt.

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english version:

So I've read something again... And now I have questions. It's probably my own fault, I should just stop reading. It's not easy though (if you tend to be compulsive ;-))

Okay. For example, in Business Insider I stumbled across the headline: "Generation Z suffers from menu anxiety"... Huh?! What's that supposed to be...? Subtitle: "Some are scared to order their own food at restaurants, new survey finds"

???

I admit, this made me curious. I couldn't imagine what it all meant. After all, it couldn't possibly be the way it sounds...

Well. And now I'm standing there.

With the knowledge, which obviously doesn't just apply locally or to a few people or only in Germany or whatever under very specific laboratory conditions (there are links to some relevant and related studies in the article below), that 86% of Gen Z members are afraid to order something in a restaurant.

https://www.businessinsider.com/gen-z-menu-anxiety-ask-people-order-for-them-restaurants-2023-12

Shaking head... Who is this Generation Z again? The successors to Generation Y. Aha - what a nonsense. But that's not what we're talking about today. We're talking about people born between approximately 1997 and 2012. So I can define two of my children in there. And then I imagine them standing outside a pub and not daring to go in because they have to order something there...

I can't get my head round that. Once again - as an individual phenomenon, as a rare exception, I can well understand it. There are very, very shy people who don't speak well at all in the presence of strangers, who stammer and fluff themselves. No question about it. But there is this 86% figure.

The study, which was originally commissioned by an Italian restaurant chain and was mainly carried out in the UK, goes on to look at other generations. They are not quite as extreme in the "almost all" range, but are clearly questionable in various respects.

It found that 86% of Generation Z were affected by "menu anxiety" when eating out in restaurants, compared to 67% of all respondents.

38% of Generation Z and Millennials said they would not go to a restaurant if they had not looked at the menu beforehand.

A third of Generation Z also said that they ask other people to order in a restaurant for this reason.

And yes, the reasons for this fear were also asked. The explanations given don't make it any better in my view...:

More than a third of Millennials said that having too many options on a menu is a trigger.

Another source of anxiety for nearly half of 25- to 34-year-olds is not being able to pronounce the options on the menu when ordering.

A third of 25-34 year olds would choose what looks best on social media from a menu.

They also love eating at restaurants promoted by influencers on social media and want their food to look 'Instagrammable'.

Wow...! So, in an attempt to 'belong', I order a meal that I don't like in a hip and trendy restaurant via a not-so-insecure third party, but that looks cool if I present it somewhere in public...?

Then I did some research. The problem doesn't seem to be limited to these rather superficial hints. Psychologists say that young people are increasingly weak in making decisions. Moreover, there is no other option than absolute perfection - after all, you are under permanent and self-imposed public scrutiny. So I don't order anything I can't pronounce (or maybe not even read...?). Of course.

That scares me! Has anyone ever thought about how the same people behave in a team meeting, for example, or in court or in a relationship? How much competence and viability can I expect from someone who is afraid to say "tagliatelle"?

This CAN'T just be an educational thing only.

My children definitely don't fit this mould. Neither do their friends as a rule, but that's where it starts... Not as a rule, but there are some weird incidents that I find worrying from this point of view. And I don't really know many people in the age groups in question, to be honest. So I'm officially worried.

Sort:  

Als Mitglied der Generation X kenne ich Menüangst wirklich überhaupt nicht. Nichts macht mehr Spaß, als sich durch eine Speisekarte zu wühlen und dann hinterher die Bedienung zu verwirren:

"Ich nehmen einmal die 54 aber mit den Beilagen vom Tagesgericht, allerdings ohne Paprika."

Unter Umständen kann es dabei zur Rechnungsangst kommen. Das ist das beklemmende Gefühl, was einen überkommt, wenn man bei der Lektüre der Speisekarte feststellt, dass man in einem Laden sitzt, in dem einem schon die Vorsuppe das Budget frittiert. Anfänger bestellen dann tatsächlich nur die Vorsuppe und gehen mit knurrendem Magen nach Hause, Profis verlassen das Restaurant mit einem souveränen

"Es ist schade, das Sie kein Angus-Beef auf der Karte haben - ich hatte mich so auf ein Steak gefreut."

...und das selbst dann, wenn sie eigentlich gar keine Rindersteaks mögen und sich gerade in einem Fischrestaurant befinden.
Davon abgesehen, kann einem eigentlich keine Speisekarte Angst machen. Notfalls nimmt man halt die Basics.

"Wie bitte? Sie haben kein Schnitzel, weil das hier ein veganes Restaurant ist? Okay - dann nehme ich 'ne Currywurst."

In diesem Sinne: Mahlzeit!

 2 years ago 

Hihi... Du bist so ein Jungspund? Interessant ;-))

Congratulations!
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Curated by : @ridwant

 2 years ago 

Unfassbar!
Aber man kann doch nicht eine ganze Generation am Förderzentrum einschulen - dort haben wir sowas nämlich echt geübt... ;-)

 2 years ago 

Ich weiß! Mein mittlerer Sohn funktioniert ja auch etwas anders als das geläufige Normkind... Und wir haben so was geübt. Wir haben zu Hause Speisekarten geschrieben (daß bei ihm das Essen nach Farben sortiert werden mußte, machte alles irgendwie noch schwieriger ;-)) Aber Kinder mit "normalen" Veranlagungen hatten nie Schwierigkeiten in der Hinsicht. Und die sind erwachsen geworden und kriegen jetzt nix mehr auf die Reihe? Ich will das nicht verstehen...

 2 years ago 

kriegen jetzt nix mehr auf die Reihe?

Doch, nur anderes, von dem wir keine Ahnung haben…

 2 years ago 

Ah. Oh. Blickwinkelschubs. Danke ;-))

Funktioniert dieses andere ohne Basics...? Hmmm.

 2 years ago 

ufff schwerer Tobak, meine Liebe wa sich da lese, aber ja ich kann das nur unterschreiben das ist was ich um mich herum wahrnehme -wenn ich in D unterwegs bin- in Spanien, Italien oder Frankreich ist mir das noch nicht wirklich aufgefallen, scheint also eher ein nördlicheres Problem zu sein.

Schlimm wenn jemand nicht mal in de rLage ist sich etwas vernünftiges zu Essen zu bestellen, mag ja den hohen Anteild er Fastfood yogis in D erklären Bildchen klicken und wird gleifert, ode rüber die Theke gereicht -verbale Kommunikation fast Null- der Lerneffekt hierbei dürfte äußerst negativ sein.
Ich kenne vorsichtiges Verhalten von Menschen die nicht gerade als extrovertiert eingestuft werden können, die Schüchternheit wird anerzogen das liegt nicht an den Leuten selbst zumindest nicht nur, denn die ändern sich ja auch im Laufe ihres Lebens genau wie ihre Essgewohnheiten -aber ohne lernen geht eben nix im Leben-.

Aber jetzt mal zur Ehrenrettung dieser Generation sie sind nicht alle so, sie sind lernfähig aber nicht immer lernwillig, das gilt aber auch für andere Generationen.
Ich habe hier gerade als alter Sack mal wieder das Vergnügen zwei extrem unterschiedliche Truppen (eine aus dem Projektbereich und die andere aus einem Industriebereich) aufeinander abzustimmen um für unsere Kunden ein vorhersehbares Ergebnis zu bekommen Dieser Weg ist genauso steinig wie der den Du da im Post beschreibst, und nicht einer stammt aus der beschriebenen Generation sondern aus den beiden davor. Dort gibt es ständig Ängste Fehler einzugestehen man könnte das ja negativ auslegen und so muss ich anstatt meinen Kunden bei der Kaufentscheidung zu begleiten erstmal den Hersteller und seinen Vertieb mit der Nase auf ihre Unzulänglichkeiten, die falschen Berechnungen etc. hinweisen, Gebetsmühlenartig Formelüberarbeitungen anmahnen, auf Schreibfehler und Logikprobleme deuten.
Es ist wie im Kindergarten nur das diese Leutchen alle über 30 und teilweise locker über 50 oder 60 sind, brilliant in ihrem kleinen Bereich aber nicht lebensfähig in der großen weiten Welt und schon gar nicht in der Lage ein zu Ende entwickeltes Produkt zu vermarkten geschweige denn die dazu gehörige Firma zu steuern und am leben zu halten. Der Don ist immer der Böse weil er kritisiert, Fragen stellt, und wieder hinterfragt, korrigiert obwohl er ja doch gar keine Ahnung hat -hinterher höre ich aber dann immer hinter vorgehaltener Hand das die Fehleranalyse wohl sehr exakt war und man inzwischen an einer Lösung arbeite, Dankeschön oder das Eingeständis der Fehler ach quatsch wo denkt ihr hin, aber schaun wir mal wo es hinführt ;)

Das heißt im Klartext es ist sicherlich kein reines Generationsproblem was Du da gefunden hast, es gaht auch anderen so nicht nur mit der Speisekarte, wobei es da sehr auffällig ist, es gab schon mal irgendwo ne Studie die gesagt hat eine Speisekarte mit 3 Menue´s würde mehr umsatz machen als eine mit 25, das liegt natürlich auch daran wie die Gesellschaft aufgestellt ist wenn ausgehen oder auswärts essen gehen nicht zum Standard gehört wie soll man dann wissen was da alles drauf steht denn daheim gibts ja nur Nudeln mit Tomatensoße, Spiegeleier oder Kartoffelsalat, woher sollte sojemand wissen was ne Forelle Müllerin ist, oder ein Cordon Bleu, da wirds ja schon mit dem Wiener Schnitzel schwierig, aber Hauptsache unseren Politikbonzen geht es allen gut die sind wenigstens so ungebildet und dumm wie sie im allgemeinen sind wenigstens in der Lage mit Messer und Gabel zu essen, ob sie immer verstehen was sie essen bezweifle ich ;)

 2 years ago 

Natürlich sind da auch die anderen, deswegen bin ich ja so entsetzt: im direkten Umfeld sind die Leute klar und schütteln ebenso mit dem Köpfchen, wenn sie das lesen. Aber das ist klein und überschaubar - Filterblase halt.

Und mir ist bewußt, daß ich eben mit dem überwiegenden Teil der Leute nix zu tun habe. Wenn sich dann jemand hinstellt und wissenschaftlich untersucht, wie die mehrheitlich ticken und DAS kommt dabei heraus, will ich weg. Ganz weit. Mars oder so.

 2 years ago 

Die Frage ist doch , wieso solche Propaganda , und wieso so viel Aufmerksamkeit .
Wieso sind alle so sehr davon getriggert , dass das überall vorkommt und tausende von Buchstaben erzeugen kann , sogar hier in den Kommentaren .

Und die Schlussfolgerung ist , ja , diese Generation ist für´n Dings also A***h ?
Und unsere Renten sind nur dann sicher wenn .... , oder wie oder was ?

 2 years ago 

Daß Nachfolgegenerationen andere Werte und Vorstellungen entwickeln als ihre Eltern und Großeltern, finde ich normal und gut. Letztendlich findet nur so Weiterentwicklung statt.

Wenn etwas aber stattdessen aussieht und sich anfühlt wie eine Rückentwicklung, kann man schon 'mal entsetzt sein. Wir werden nicht mehr allzu viel von den Konsequenzen erleben, aber besorgt sein ist okay. Aufmerksam machen ist okay. Argumentieren ist okay. Vorschläge einbringen ist okay. Und dann... Mehr geht nicht.

 2 years ago 

Ja , momentele , die "Alten" haben schon "immer" gesagt die Jugend würde !sich zurückentwickeln , aus der würde nix werden.

Aber diese Absurdität , ist die nicht seltsam ?
Und wieso wird das denn blos´ überhaupt für bare Münze genommen das Thema an sich schon .
Absurd = glaubwürdig ?

 2 years ago 

Wieso werden die PISA-Ergebnisse ernst genommen? Wieso glaubt man, daß 60% der Azubis zum Heizungs- und Sanitärinstallateur in den letzten 2 Ausbildungsjahren die Lehre nach 6-10 Monaten wieder abgebrochen haben... Und zwar, weil es nicht mehr um Rohre verlegen geht, sondern Energieberatung, Effizienzberechnungen und lauter Sachen, wo die Vorbildung einfach nicht drauf vorbereitet? Wieso gibt es heute unter den Abiturienten (!) 8% funktionale Analphabeten?

Alles für sich nüchterne statistische Auflistungen. In Summa Zeichen dafür, daß es entweder eine Rückentwicklung gibt, oder daß diese Dinge künftig nicht mehr wichtig sind, weil sie eh durch KI und Roboter erledigt werden. Muß ich das mögen...?

Wie gesagt: erzwingen können wir eh nicht, daß es sich ändert. Aber aufzeigen und hoffen.

 2 years ago 

Das ist also die Kerbe in die diese absurditäre Menüangstmeldung reinhaut ?
Du hast da ja noch einen tieferen Blick drauf geworfen , und ich bin auch immer wieder erstaunt darüber von was !sich meine Tochter in ihren Entscheidungen da beeinflussen lässt .
Da wird von Höckchen nach Stöckchen gedacht und wieder zurück und dann nichts begonnen , weil am Ende sowieso nur ein Verbot oder andere Hürden aufgebaut werden würden .
Das ist schon komisch , dass da daran gedacht wird , dass man ein Gewerbe anmelden muss , obwohl man am Anfang mit Sicherheit gar nicht gewerblich wird mit dem Angefangenen .
Oder da an Steuern und sowas gedacht wird obwohl die ersten Monate eh nur Ausprobieren angesagt wäre .

 2 years ago 

Und da haben wir wieder so eine kleine einzelne Merkwürdigkeit. Nicht schlimm, nicht tragisch. Aber sollte es in ein Gesamtbild passen, dann könnte man meinen, ein Realitätssinn ist abhanden gekommen bzw. zugunsten einer virtuell-ideellen Realität aufgegeben worden.

Also nicht falsch verstehen: Deine Tochter ist vermutlich clever genug zu merken, wenn sie auf die Nase fällt. Und viele andere der jungen Leute ebenfalls. Aber momentan bräuchten wir mehr Bodenhaftung, Fokussierung und rationale Abwägung denn je - wo früher die Zeit Wunden geheilt hat und Fehler vergessen ließ, ist das Tempo heute so rasant, daß man fast nur unter die Räder kommen kann...

 2 years ago (edited)

Warum, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm. Warte Mal ein paar Jahrzehnte. Dann wissen wir es. Oft steht das Warum in den Sternen, bis es uns wie Schuppen von den Augen fällt. Ich wundere mich schon länger nicht mehr.

Im Zuge eines mittlerweile Epochen übergreifenden Selbstoptimierungswahns treten die merkwürdigsten Zwangsneurosen auf. Menschen, sind extrem beeinflussbare, soziale Wesen, deren genetische Disposition bezüglich der Reizweiterleitung von extrem reizbar bis absolut stoisch reicht. Niemand kann voraus sehen, was passiert, wenn sich technik- und wirtschaftsgetrieben die Lebensbedingungen für dieses Wesen rapide ändern.

Wir wenden heute, nur ein Beispiel von vielen, unser Verhaltensinventar für Gruppendynamik auf rein virtuelle Gruppen an, die sich zunehmend ökonomisch getrieben optimieren. Sozialer Druck geht also mittlerweile von komplett fremden Interessen aus (social media, Werbung, reales Milieu), deren Urhebern wir zwingend einen Vertrauensvorschuss gewähren müssen, um Voraussetzungen ausgehend von diesen Triggergruppen überhaupt ernst nehmen zu können. Was das mit uns macht, beim Lavieren zwischen realen und virtuellen Gruppen, ist in keiner Weise hinreichend evaluiert. Das macht aber was mit uns, wie selbstverständlich jede Erneuerung , die in unserem Einflussbereich stattfindet.

Die psychische Prädisposition des Menschen stammt aus der Steinzeit, beruht auf Erfahrung und ist daher stark konservativer Natur. Die konnte sich, entsprechend der Bedingungen einer rapiden, technologischen Revolution, nicht adäquat anpassen. Da können schon Mal die rätselhaftesten, gesellschaftlichen Phänomene auftreten.

 2 years ago 

Ich glaube nicht, daß es jemals eine Gesellschaft gab, die mehrheitlich nicht lebenstüchtig schien. Verschiedene Anzeichen deuten aber darauf hin, daß genau das die gegenwärtige Entwicklungsrichtung sein könnte. Eigentlich sollte uns eine Art Selbsterhaltungstrieb zur Hilfe kommen, mit Alarmsignalen. Ich bin versucht, nach Parallelen im Tierreich zu suchen...

 2 years ago (edited)

Du sagst es. Die Superwoken üben sich z.B. in Aufstellung neuer Regeln und damit in Anpassung. Was der Resilienz ihres angeborenen Altruismus auch nichts nutzt. Fatal an all diesen Geschichten der Adaption neuer Tatsachen ist, dass viele Tatsachen gar keine sind, sondern nur Effekte der unkritischen Annahme, kommerzgetrieben präsentierte Surrogate seien unverzichtbar. Der einfachste Test, ob sie sich schon an Big Brother abgegeben haben: Kennen deine Kinder die Himmelsrichtungen, egal wo sie gerade stehen?

 2 years ago 

Guter Ansatz. Für drei von vier würde ich das locker bestätigen. Meine Tochter hat drei Masterabschlüsse, würde dabei aber passen, denke ich. Verstanden, was Du meinst.

 2 years ago 

Da hast du was richtig gemacht in der Erziehung. Was die Tochter betrifft: Jeder hat seine Binnenbegabung. Meine Frau hat beim Autofahren selten eine Ahnung, wo sie sich gerade in Relation zu ihrem Ausgangspunkt befindet. Das funktioniert auch. Sie hangelt sich dann von einer markanten Wegmarke zur nächsten, bis sie wieder zuhause ist. Dumm wirds da nur, wenn Unvorhergesehenes sie vom gewohnten Weg abbringt.

I'm a millennial and I don't go to a restaurant if I haven't seen the menu beforehand or heard good reviews.

Too many options are a trigger for me.

Rest of the claims don't apply to me but I've seen Gen Z doing most of these things.

 2 years ago 

I would never have thought of that with you. You seem so serene and cosmopolitan... I'm surprised, I'm astonished.

Well... surprise! I can be quirky. 🤪

 2 years ago 

geiler post,bei er heutigen jugend,wundert mich das nicht,die kleben lieber anstatt sich was zu essen zu bestellen....
das eine können sie mit lautem getöse das andere da scheißen die sich ein.....ich brech ins essen,lach mich schief

oh man,wie geil ist das denn

Sincerely, I’m so shocked that Gen Z that are so outspoken and daring can have menu anxiety!! In fact, I don’t think the set of people that the survey were conducted on, were hungry enough..

 2 years ago 

Whoa! That's a very original thought - and you probably have an important point there. We don't really know hunger here - or the people who might be affected by it don't go to restaurants or are surveyed in studies...

 2 years ago (edited)

Naja, mich schreckt eine zu großen Speisekarte auch ab und das hat auch einen Grund Lokale die meinen 20 verschiedene Schnitzel oder andere Gerichte die im Grunde genommen alle das gleiche sind nur auf 20 verschiedene Weisen zuzubereiten , vernachlässigen meist die Qualität , Quantität und Qualität
Wir haben bei uns im Dorf ein Lokal in dem man vorzüglich Essen kann vor Jahren fing er an die Speisekarte zu vergrößern, einen Sommer lang, da hat er es wieder geändert auf das wesentliche , meine Angst besteht darin im Nachhinein nicht zufrieden zu sein mit dem Essen
VgA

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