GESTIS: Die Vorstellung einer freien, toxikologischen Stoffdatenbank
mit diesem Post möchte ich euch eine umfangreiche, gut aufgebaute und frei zugängliche Stoffdatenbank vorstellen. Sie ist außerdem zitierfähig und wird vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unvefallversicherung (IFA) erstellt und gepflegt. Es handelt sich um die:
GESTIS-Stoffdatenbank
Quelle: tbma.com
Die Datenbank könnt ihr unter dem folgenden Link erreichen:
Damit kommt ihr auf die Seite der IFA, auf welcher die GESTIS-Stoffdaten-bank vorgestellt wird und von wo aus ihr Zugriff auf die Datenbank habt.
Quelle: IFA
Als nächstes werdet ihr auf die Startseite der Datenbank verlinkt, von wo aus ihr verschiedene Möglichkeiten habt, nach den für euch relevanten Daten zu suchen.
In den meisten Fällen genügt eine einfache Suche über die direkt am Anfang der Seiten implementierten Suchleiste. Ansonsten gibt es auch einen Reiter mit einer etwas ausgeklügelteren Suchmaske:
Quelle: GESTIS
Ich persönlich nutze meistens die einfache Suchleiste. Dort empfiehlt es sich nach der Substanz, welche nachgeschlagen werden soll, entweder mit
- der CAS Identifikationsnummer,
- dem korrekt geschriebenen Namen, oder mit
- der Summenformel
zu suchen. Wenn es eine eindeutige Eingabe war, werdet ihr sofort auf das entsprechende Dokument weitergeleitet. Wenn es nicht eindeutig war bekommt ihr eine Liste mit möglichen Treffern, aus welcher ihr aussuchen könnt. Zum Beispiel liefert 'Natriumchlorid' direkt das entsprechende Dokument, wohingegen 'NaCl' euch folgende Trefferliste liefert:
Quelle: GESTIS
Habt ihr dann erfolgreich euer gewünschtes Dokument gefunden, könnt ihr in diesem typischerweise folgenden Substanzinformationen finden:
Identifikation
Angaben wie Name, Synonyme, Trivialname, CAS Nummer, usw.Charakterisierung
Stoffgruppenzuordnung, Aggregatzustand, Geruch, Aussehen, Farbe, grundsätzliche Angaben zum chemisch-physikalischen Verhalten, wie der Brennbarkeit, Explosivität, Löslichkeit, usw.Formel
Summenformel, Strukturformel, Molmasse, usw.Toxikologie/Ökotoxikologie
Quantitative toxikologische Daten wie LD50 oder LC50 Werte für unterschiedliche Organismen und Aufnahmewege, mit den Quellen.Physikalisch Chemische Eigenschaften
Angaben über Schmelzpunkt, Siedepunkt, Dichte, Dampfdruck, Flamm- und Explosionspunkt, Zündtemperatur, Explosionsgrenzen, Löslichkeit, K(o/w) Verteilungskoeffizient, gefährliches ReaktionsverhaltenArbeitsmedizin und Erste Hilfe
Professionelle Beurteilung der gesundheitlichen Gefahren, welche von der Substanz ausgehen. Es werden Aufnahmewege differenziert und die Wirkungsweisen akuter und chronischer Toxizität diskutiert. Auch Angaben zur Einstufung von CRM Stoffen sind hier zu finden.
Sidenote: CRM = 'kanzerogen-reproduktionstoxisch-mutagen'
Desweiteren findet man hier oftmals gute Informationen über die Verstoffwechselung und Ausscheidung von verschiedenen Stoffen. Es sind auch Erste Hilfe Maßnahmen für verschiedene Expositionen sowie Hinweise und Empfehlungen für den Arzt angegeben.Sicherer Umgang
Technische Schutzmaßnahmen zur Handhabung und Lagerung, Organisatorische und persönliche (PSA) Schutzmaßnahmen sowie Vorschriften zur Entsorgung werden gelistet.Vorschriften
GHS-Einstufungen, Kennzeichnungsvorschriften, Transport-vorschriften, Grenzwerte (EU, MAK, BAT), usw.Links & Literaturangaben
Für chemisch-physikalische Daten ist diese Datenbank nicht meine erste Wahl. Doch wenn es zu den toxikologischen oder arbeitsmedizinischen Angaben und den empfohlenen Maßnahmen kommt, kenne ich persönlich keine bessere freie Datenbank als GESTIS.
Was mir immer wieder besonders gefällt ist der Tiefgang mit welchem, wenn bekannt, die toxische Wirkung verschiedener Stoffe auf unseren Organismus erklärt wird. Ein exzellentes Beispiel dafür ist n-Hexan:
'Die Metabolisierung erfolgt bevorzugt oxidativ und führt zu einer Reihe von Metaboliten. Toxikologisch bedeutsam ist die Umsetzung zu 2-Hexanol, das über 2-Hexanon oder 2,5-Hexandiol zu 5-Hydroxy-2-hexanon weiterreagiert. Dieses kann zum gamma-Diketon 2,5-Hexandion umgesetzt werden, das als ultimaler neurotoxischer Metabolit gilt. ... Die neurotoxische Wirkung des H. beruht auf der Fähigkeit des 2,5-Hexandion, mit primären Aminogruppen zu Pyrrolen zu reagieren. Der Ablauf dieser Reaktion an neurofilamentären Proteinen wird als erster Schritt in der Genese H.-bedingter peripherer Neuropathien angesehen. Die Pyrrolgruppen können nach oxidativer Aktivierung mit benachbarten nukleophilen Gruppen reagieren und sich vernetzen. Die fortschreitende Vernetzung neurofilamentärer Proteine führt letztlich zu deren Anreicherung im Axon und somit zur Axonschwellung.'
Was hier beschrieben wird lässt sich als Reaktionskaskade wie folgt anschreiben:
Quelle des Originals: AccessPharmacy
Weiters bietet euch die GESTIS Datenbank die Möglichkeit bereitgestellte Datensammlungen als Dokumente zu Drucken beziehungsweise als PDF Files herunterzuladen. (rechs oben: Drucken/PDF)
mountain.phil28
Referenzen:
- GESTIS Stoffdatenbank, Homepage (zugegriffen am 12.02.2018)
This is a test comment, notify @kryzsec on discord if there are any errors please.
Being A SteemStem Member
Am besten schlägst du gleich beim 1. De-steem Post vor, das in die Link Liste mit zu übernehmen
Thx, diese Entscheidung überlasse ich definitiv unseren #de-stem guides @suesa, @sco & Co. ;-)