A Plague Tale

in #gaming6 years ago

Darf es zum Ende des traditionellen Ferienzeit noch einmal ein kleiner Spieletipp sein? Wie wäre es diesmal wieder mit etwas Endzeit und einem Geschwisterpaar, aber völlig anderes als die beiden anderen Tipps? Dann willkommen heute zur Vorstellung eines wirklich außergewöhnlichen Stealth-Actionspiels mit einer fesselnd erzählten Geschichte.

A Plague Tale spielt dieses Mal im Mittelalter, genauer gesagt 1348 in Frankreich. Der Spieler übernimmt hier die Rolle des jungen Mädchens Amicia, dass zusammen mit ihrem Vater und dem Hund im Wald ein wenig Jagen geht. Als Adelige führt man eben ein priviligiertes Leben.

Doch die Welt ist nicht ganz heile. Ihr Bruder Hugo leidet an einer merkwürdigen Krankheit und wird von der Mutter in einem abgelegnen Zimmer versorgt. Er darf den Raum nicht verlassen und Amica kennt ihn fast gar nicht, da die Mutter versucht den Kontakt zu vermeiden.

Plötzlich passiert etwas unheimliches. Das verwundete Wildschwein von der Jagd wird zerfetzt im Wald vorgefunden und kurze Zeit danach, zerrte etwas den Jagdhund gleich mit in die Tiefe. Vestört eilen die beiden zurück zum Hof und der Vater schickt einem zur Mutter, die sofort kommen soll. Doch kaum kommt man dort an, kommen fremde Ritter angeritten unter dem Banner der Inquisition. Sie zögern nicht lange und fangen sofort an die Einwohner am Hof zu verhören und umzubringen.

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Da Hugo furchtbare Angst hat, hält Amica seine Hand und so gehen die beiden zusammen den Angreifern zu entkommen. Wer hier nun zum frontalen Angriff über geht wird, schnell lernen, dass ein kleines Mädchen nichts gegen gepanzerte Truppen ausrichten kann. Insbesondere da Amica nur mit einer kleinen Spielschleuder bewaffnet ist. Dafür hat sie aber einiges an Grips und bedient sich kleineren Tricks.

So kann man mit der Schleuder Dinge herunter schießen oder Steine gegen Metal schmeißen. Natürlich erzeugt dies sofort von den Rittern eine Aufmerksamkeit und sieh untersuchen den Vorfall, was einem die Zeit gibt durch die Schatten und Gräser an ihnen vorbei zu huschen. Dabei ist das Timing sehr wichtig, da man manches Mal eben erst passieren kann, wenn die Ritter wieder umdrehen und einem den Rücken zu kehren.

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Das wäre alles nur halb so schwer, würde nicht ständig ihr kleiner ängstlicher Bruder an ihrer Hand hängen. Auch ist dieser so klein, dass er ständig hilfe braucht und z.B. nicht eigenständig irgendwo aus einem Fenster herausklettern kann, sondern eine Räuberleiter braucht. Erst danach kann Amica folgen.

Nur selten kann man sich wirklich kurz von ihm trennen um etwas schneller vorwärts zu kommen oder ihn durch ein kleines Loch am Boden krabbeln lassen, damit er eine Verriegelung auf der anderen Seite öffnet, nur um einen kurz danach wieder an der Hand zu hängen.

So macht sich das schwache Duo auf die Flucht vor ihren Verfolgern. Wie der Titel bereits erahnen lässt, ist in diesem Spiel nicht nur die Inquisition hinter einem her, sondern es geht um die Pest. Wer nun erwartet durch kranke Dörfer zu stapfen wird halb enttäuscht sein. Nicht der Erreger selbst ist ein Problem, sondern vielmehr eine unnatürliche Schaar von Ratten, die in der Nacht ganze Landstriche überfallen und alles bei lebendigen Leib verspeisen.

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Das einzige was sie wirklich davon abhält ist ihre furchtbare Angst vor dem Licht. So kann man mit einer Fackel durch ein ganzes Meer von Ratten wandern, die auf einen zustürzen, nur um dann kurz davor quickend wieder umzudrehen. Doch leider hat man nicht ständig eine Fackel zur Hand, sondern manches Mal auch nur einen brennenden Stock, der nur kurz brennt oder muss sich zu einer Feuerschaale retten. Egal, wie man auch immer versucht mit den Ratten umzugehen, man muss im Licht bleiben, da man auch sonst in wenigen Sekunden stirbt.

Der Hersteller macht hier wirklich absolut alles richtig. Die Grafik und bezaubern und verstöhrend zugleich. Nicht nur das man vor der mysteriösen und brutalen Inquisition flieht, auch die merkwürdige Rattenplage lässt einem immer wieder der Atmen stocken. Wagt man sich wirklich mit einem kleinen Stock bis dahinten in den Gang durch?

Dabei ist der kleine Bruder auch hier wieder bezaubernd gut gelungen. Er kommentiert immer wieder irgendwelche Dinge und quengelt, dass ihn die Ratten Angst machen oder sie ihn bitte nicht verlassen soll. Mal hilfreich, mal trotzig steht er ihr zur Seite. Dabei hat Amica wirklich alle Hände zu tun um ihn vor den verschiedenen Gefahren zu schützen.

Während der Hof noch eine Art Tutorial darstellt in der man verschiedene Techniken des Spiels lernt, wird es zunehmend kniffeliger, wobei man eigentlich immer weiß, was zu tun ist. Somit wird das Spiel zu einer merkwürdigen Mischung aus 3D-Adventure mit Stealth-Komponente in einer gruseligen und bedrohlichen Mittelalterwelt.

Gerade das man nicht wie bei Asassine Creed als Superheld von den Decken und bis an die Zähne bewaffnet von der Decke auf seine Geg... äh, Opfer stürzt, macht den besonderen Charm des Spiels aus. Mit ihrer Zwille kann sie nichts gegen die bewaffneten Soldaten ausrichten und somit ist das Mittel der Wahl die Flucht oder eben am besten die Vermeidung eines Kampfes. Kommt es doch mal zu einem, sollte man eher trickreich mit der Spielwelt agieren, anstatt es auf einem direkten Kampf ankommen zu lassen.

Erwartet hatte ich eine Welt die von der Pest heimgesucht wird. Gerade aber durch die unnatürliche Rattenplage wird ein ähnliches Gefühl erzeugt, gibt dem ganzen allerdings etwas mystisch gruseliges auf dem Weg und man will wissen, was genau eigentlich dahinter steckt. Blickt man in einem Gang und es starren einen hunderte von roten Augen an, wird sogar mir als hartgesottener Gamer ein wenig anders. ;)

Eigentlich bin ich kein Freund der meisten Stealth-Spiele, doch dieses überzeugte mich bisher auf ganzer Linie. Packende Story, sehr gute Grafik und weniger frustrierend als so manch anderes. Ideal um ein paar Stunden in der ohnehin dunkeln Jahreszeit vor dem Rechner zu verbringen.

Sort:  

Ein sehr geiles Spiel. Vorallem mal eins wo man sich nicht den Weg komplett frei schießen muss.

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