DEUTSCH: Ägyptologie – Der Löwentempel von Medinet Madi

in steemstem •  3 months ago 

Liebe Steemians, wie versprochen werde ich nun meine englischen Artikel zur Ägyptologie auch zeitnah immer auf Deutsch veröffentlichen. Ich bitte dabei um ein wenig Geduld, da ich die Originale immer direkt in Englisch verfasse und dann ins Deutsche zurückübersetze, weil das für die fremdsprachige Version vorteilhafter ist. Außerdem musste ich feststellen, dass ich wohl zu viel Steemmonsters gedaddelt habe und nun keine Resource Credits mehr habe. An diese für mich neue "Spielmechanik" auf Steemit muss ich mich erstmal gewöhnen. Ich bitte um Nachsicht. Ich antworte in jedem Fall auf eure Kommentare. ;)

In diesem Artikel geht es um den Löwentempel von Medinet Madi und meine aktuelle Forschung zu Löwen-Skulpturen. Den Tempel habe ich selbst Ende 2017 für eine wissenschaftliche Studie zur Ikonographie von Löwen in den Oasen Ägyptens besucht. "Ikonographie" ist ein wichtiger Teil der täglichen ägyptologischen Arbeit, bei der wir Objekte derselben Gattung oder Teile von Objekten auswählen, beschreiben, analysieren und hieraus unsere Schlüsse ziehen für wissenschaftliche Fragen, wie z.B.: Woher kommt dieser stilistische Ausdruck eigentlich? Welche anderen Kulturen könnten den "Künstler" beeinflusst haben? Können wir mögliche Tradierungswege nachzeichnen – vielleicht durch die Identifikation von Handelsrouten oder sogar kriegsähnlichen Konflikten als Ursache für eine Übernahme stilistischer Merkmale? Dafür bekommt ihr hier mal eine kleine Einführung in meine persönliche Motivation für diese Forschung, bevor ich euch einen der faszinierendsten Tempel der Oase Fayoum in Ägypten vorstelle.

I)   Ein paar Worte zur Ägyptischen Kunst

Wir ihr vielleicht bemerkt habt, habe ich im vorigen Absatz das Wort "Künstler" in Anführungszeichen gesetzt. Das heißt, man sollte diesen Begriff nicht allzu wörtlich nehmen. Denn in der altägyptischen Kultur werden wir stets mit einer Vielzahl von künstlerisch (wirkenden) Werken konfrontiert, bei denen wir aber nie ganz sicher sein können, ob sie tatsächlich einen künstlerischen Hintergrund haben. Die Motivation hinter den ägyptischen Zeichnungen und Skulpturen ist recht komplex. Ihre Motive variieren von einem tiefen Wunsch nach Manifestation ihres Glaubens an ein ewiges Leben im Jenseits durch die magische Wirkung eines an der steinernen Wand fixierten Bildes, bis hin zum Willen, den Pharao in seiner Strategie zu unterstützen, um Stabilität im Lande zu bewahren, indem man ihn in detaillierten Palastreliefs als kraftvollen Führer darstellte, der seine (potentiellen) Feinde bekämpfte. "Kunst" im ursprünglichen Sinne kann diese Botschaften auch enthalten, aber sie unterscheidet sich im Hinblick auf ihre Freiheit im Ausdruck. Die Alten Ägypter hielten sich beispielsweise an ein spezifisches Arrangement der architektonischen Elemente in ihren Tempeln, was im wiss. Sprachgebrauch auch als "Grammaire du temple" bezeichnet wird. Das bedeutet, dass die Ausrichtung des Tempels und seiner inneren Elemente genauso festgelegt war wie das Layout von Reliefs, die einem fixen Schema folgten, welches im Laufe der Jahrhunderte nur ganz wenigen Veränderungen unterlag.

Ein Beispiel: in den meisten Fällen wurden die Bilder in Registern angeordnet. Zur Verbesserung der Lesbarkeit der Texte wurden diese durch vertikale bzw. horizontale Linien in Spalten und Reihen strukturiert. Es gab niemals "Chaos" im Design einer kompletten Wand, denn das hätte sich für einen Ägypter angefühlt wie ein tiefer Konflikt zu dessen eigenem Gefühl von Harmonie, der so genannten "Ma'at".

Es existieren eine Menge Theorien über die künstlerische Qualität der altägyptischen Zeichnungen und rundplastischen Objekte, aber ich will euch damit nicht langweilen. Ich möchte nur, dass ihr euch der "inneren Begrenzungen" des Handwerkers oder – von mir aus auch des Künstlers – bewusst seid, an die er gebunden war, wenn er ein Bild oder eine Skulptur erschuf.

II)  Der Löwe in der Ägyptischen Geschichte

Der Löwe spielte eine große Rolle in der Ikonographie der antiken ägyptischen Welt. Er war nicht nur ein Symbol für die pharaonische Macht, sondern er war auch eng verknüpft mit dem Sonnenzyklus, der die Wiedergeburt des Sonnengottes Re repräsentierte. Dieser Glaube war ein zentraler Punkt in der Lebenswirklichkeit aller Ägypter, die stets nach Verjüngung und einem guten Leben im Jenseits strebten. So verwundert es nicht, dass wir viele Überreste von Löwen im Sand finden – sei es als Objekte, als Zeichnungen, in Texten, in den Namen von Personen und Gottheiten, ja sogar in Form von physischen Überresten echter Löwen in Tempeln wie in Leontopolis, einer antiken Stadt der griechisch-römischen Zeit im Delta, wo der Löwengott Mahes (Sohn der Göttin Bastet) angebetet wurde. Wir wissen heute, dass lebendige Löwen in Gefangenschaft innerhalb des Tempelgebietes gehalten und in der Nähe begraben wurden.


 

Der Löwengott Mahes von einem ptolemäischen Relief, Bild: CC BY-SA 2.0, https://it.wikipedia.org/wiki/Maahes#/media/File:Maahes_01.jpg


In Übereinstimmung mit der Sonnensymbolik, wie oben erwähnt, wurde der Löwe oft doppelt dargestellt. Er trat dann häufig als Paar in Form der Geschwistergottheiten Schu und Tefnut auf, die für den Anfang und das Ende des Sonnenzyklus stehen. Deshalb finden wir Abbildungen von Löwen meist auch an Eingängen, jeweils links und rechts an der Tür oder als Schutz-Tiere in einer Reihe angeordnet, meistens sich paarweise gegenübersitzend, z.B. in Form einer Sphingenallee, wie man sie von einigen großen Tempeln kennt. Der Sphinx ist ein besonderer Ausdruck des Löwen und zeigt meist den Pharao selbst: der Löwenkörper ist stark, voller gut definierter Muskeln und Sehnen, großen runden Pranken – und manchmal auch sehr gut sichtbaren Hoden, während der Kopf oft der eines Menschen mit königlichen Ornat war, das heißt mit dem Nemes-Kopftuch und dem Zeremonialbart. (Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Sphingen-Formen, wie den Kryosphinx – ein Löwenkörper mit Widderkopf, oder ähnliche Mischwesen.)



Wusstet ihr, dass sogar weibliche Könige sich selbst als Löwe mit männlichen Attributen darstellen ließen? Hier ein Bild von der Königin Hatschepsut aus Deir el-Bahari, Bild: Public Domain by Metmuseum New York, https://www.metmuseum.org/art/collection/search/544442


Wir haben heute auch Kenntnis von Löwenjagden, die jedoch ein Privileg des Königs waren, indem er vor seinem Volk auffuhr und sich dabei als starker Herrscher präsentierte, der in der Lage war, die Wildnis zu erobern und zu bekämpfen und damit sein Land nach vorne brachte.



Hier könnt ihr ein sogenanntes Ostrakon sehen, ein antiker "Notizzettel", mit der Skizze eines (unbekannten) Königs, der einen Löwen bezwingt, Bild: Public Domain, Metmuseum New York, https://www.metmuseum.org/art/collection/search/544076


III)        Löwen in den Oasen

Meine aktuelle Forschung konzentriert sich auf Löwen in den Oasen Ägyptens. Oasen unterscheiden sich recht stark vom Rest des Landes, weil sie eine Landschaft aufweisen, die anders ist als das vom Nil geprägte Fruchtland. Der Fluss nährte und ängstigte die Menschen gleichermaßen. Hingegen war ein Leben tief in der Wüste durch die Anpassung an andere natürliche Lebensumstände gekennzeichnet. Es gab keine Nilflut, die das Leben der Menschen dort bedrohte, sondern die Isolation war die größte Herausforderung. Deswegen werden Oasen auch "Wüsteninseln" genannt. Der Löwe selbst ist eigentlich kein typisches Wüstentier, da er in der Wüste keine Nahrung findet, sondern eher in Wadis (ausgetrockneten Flussbetten) und Tälern in der Nähe zu menschlichen Siedlungen anzutreffen war. Wilde, hungrige Löwen wurden von den Menschen gefürchtet.

Mein Ziel war es, so viele Bilder und Plastiken wie möglich von Löwen aus den Oasen zu sammeln und zu beschreiben, um herauszufinden, ob es hinsichtlich ihrer Ikonographie Unterschiede gibt, die man a) klar unterscheiden kann von der Ikonographie des Löwen am Nil und b) die möglicherweise auch afrikanische Einflüsse aus dem Süden zeigen, denn der afrikanische Löwe (panthera leo nubica) hielt sich in der Antike vorwiegend auch in diesen Gefilden auf.

Leider haben sich diese Theorien nicht bestätigt – zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Es gibt aus meiner Sicht keinen klaren Beweis, dass das Bild des afrikanischen Löwen als Modell für die Oasen-Löwen gedient haben könnte. Es gibt einige starke Elemente gibt, die die afrikanische Löwenskulptur charakterisieren und normalerweise in der altägyptischen Stilistik so nicht auftreten (z.B. der brüllende Löwe mit offenem Maul und aggressivem Blick, oft in nubischen Tempeln gefunden, dem heutigen Nord-Sudan). Doch wir finden diese Adaptionen zwar entlang des Nils, nicht jedoch in den Oasen. Darüber hinaus unterscheiden sich Oasen-Löwen in ihrer Ikonographie nicht stark von der des Niltales, und es existieren ebenfalls mediterrane Einflüsse sowie stilistische Merkmale anderer geografischer Regionen, wie Jordanien oder Syrien.

Obwohl es aus wissenschaftlicher Sicht vielleicht etwas unbefriedigend erscheint, so ist dies jedoch eine gängige Praxis in den Geisteswissenschaften. Die Tiefe der Auswertung des vorhandenen Materials und die Interpretation der ikonographischen Elemente hängen von vielen Faktoren ab und schlußendlich ist es eine Entscheidung hinsichtlich der Beweiskraft von Quellen, die auf der archäologischen Erfahrung des Forschers beruht.

In meiner Studie habe ich Löwenabbildungen (rund- und flachbildlich) folgender Oasen untersucht: Fayoum, Siwa, Bahariya, Kharga und Dakhla. Und in diesem Artikel soll es jetzt um einen der schönsten Tempel der Oase Fayoum gehen – dem Löwentempel von Medinet Madi. Falls ihr mehr Informationen zu weiteren Quellen von Löwendarstellungen und/oder Löwenmobiliar braucht, lasst es mich gerne wissen.

IV)        Der Löwentempel von Medinet Madi

Dieses heilige Gebiet ist ein kleines Geheimnis, das tief versteckt in der Oase Fayoum liegt, welche eigentlich eine untypische Oase ist, weil sie kein richtig isoliertes Gebiet, sondern über einen Kanal mit dem Nil verbunden ist. Weitere Informationen zum Fayoum könnt ihr in meinem Artikel zur Oase nachlesen (auf Englisch): https://steemit.com/steemstem/@laylahsophia/egyptology-egyptian-oases-part-3-fayoum-oasis.


Eingang zum Tempel mit dem Dromos (Prozessionsweg), Bild: eigenes Werk, 2017.

Der Tempel wurde im Mittleren Reich errichtet (2137–1781 BCE) und diente der Anbetung des Gottes Sobek (männliche Krokodilgottheit) und der Göttin Renenutet (weibliche Schlangengöttin). Deswegen war er im Original kein Löwentempel. Wir haben keine Hinterlassenschaften von lebendigen Löwen dort, dafür jedoch von einem "Krokodilkindergarten" mit Eiern und Eierschalen von Krokodilbabies, die dort aufgezogen wurden. Der Name "Löwentempel" wurde von den Archäologen verliehen, die einen weiteren Teil des Tempels ausgegraben hatten, der in einer späteren Periode, nämlich Mitte des 2. Jh., durch Ptolemaios VIII und Ptolemaios IX errichtet wurde, und der eine riesige Anzahl von Löwenplastiken und Sphingen verschiedenster Formen offenbarte. Der Archäologe Achille Vogliano rettete zunächst einpaar wenige der Statuen zwischen 1936 und 1939 und brachte sie in das Griechisch-Römische Museum nach Alexandria. Seine Arbeit musste jedoch wegen des Zweiten Weltkrieges unterbrochen werden und konnte erst in den späten 60ern durch Archäologen der Universität Pisa fortgesetzt werden, was zur Publikation der Ergebnisse durch Bresciani und Giammarusti führte.

Hier folgen nun ein paar der beeindruckendsten Skulpturen mit ein paar Erläuterungen zu den Besonderheiten:


Ein Paar liegender Löwen am Eingang zum Vestibül, Bild: eigenes Werk, 2017.


Auf den ersten Blick erscheinen diese beiden Löwen freundlich schauend und heißen den Besucher willkommen. Aber bei genauerer Betrachtung und verglichen mit ähnlichen "ruhenden" Löwenskulpturen gibt es hier ein paar Details, die zu einer anderen Einschätzung führen können. Besonders die Position des Schwanzes hat hier eine spezielle Bedeutung. Wenn man Löwen in der Natur beobachtet – oder einfach nur die eigene Katze zuhause – wird man vermutlich wissen, dass der Schwanz die wahre Stimmung des Tieres verraten kann. Die augenscheinlich ruhende Haltung hier kann täuschen! Eine katzentypische Eigenschaft ist es, die eigene Anspannung beim Hereinkommen unbekannter Besucher nicht zu zeigen. Oberflächlich gesehen ist sie in der Lage alle möglichen Stimmungslagen anzudeuten, von Langeweile bis zum "Pokerface", obwohl es hinter der Fassade brodelt. Ein wirklich ruhender Löwe, der keine Gefahr erwartet, legt seinen Schwanz auf der Flanke ab. Dabei ist der gesamte Körper in einer ruhenden Position, und auch die Schwanzspitze selbst liegt auf dem Rücken, wie man auf den nächsten Bildern zum Vergleich gut sehen kann. In solchen Fällen sind auch die Pranken eingeknickt. Ein Löwe am Eingang zu einem heiligen Ort hingegen hat eine besondere Funktion: Er beschützt das sakrale Gebiet, indem er jederzeit zum Sprung und Angriff bereit ist im Falle einer Gefahr. Demnach würden diese beiden Löwen hier – obwohl sie einladend dreinschauen – nicht zögern, euch um jeden Preis am Hereinkommen zu hindern, falls eure Absichten denen der religiösen Praxis des Tempels zuwiderlaufen würden.



Ein weiteres Paar Löwen, ebenfalls am Eingang, aber in einer höheren Position, Bild: eigenes Werk, 2017.


Dieses zweite Löwenpaar zeigt die Unterschiede, die ich zuvor erwähnt hatte. Hier kann man deutlich sehen, dass der Schwanz auf dem Rücken des Löwen ruht. Obwohl auch diese beiden Löwen nicht wirklich ruhen, was man an ihren aufgerichteten Oberkörpern sieht, die auf den Pranken liegen, so wurden diese Skulpturen jedoch oben auf einer Mauer platziert, die das Allerheiligste eingrenzt. Sie schauen dabei gerade nach vorne in Richtung Eingang und scheinen somit die Funktion von Spähern auf einem Ausguck zu besitzen, die selbst nicht so leicht in Gefahr geraten, diese jedoch schon von weitem kommen sehen können.


 

Detailansicht der Flanken und Pranken einer Löwenskulptur, Bild: eigenes Werk, 2017.


Hier seht ihr ein Bild von einer Löwenskulptur, die Teil eines Paares ist, das gegenüber liegend/sitzend angeordnet wurde und den Prozessionsweg säumen zusammen mit vielen anderen ähnlichen Statuen von Löwen und Sphingen. Es ist dabei interessant, dass die Flanken und Pranken des Tieres präzise ausgestaltet wurden. Dies ist ein besonders natürlicher Gestaltungsstil, der daraufhin deutet, dass der Erschaffer gute Kenntnisse der Anatomie des Tieres besaß. Möglicherweise war er vertraut mit der echten Erscheinung eines Löwen. Es gibt übrigens einige wissenschaftliche Theorien zu der Frage, ob diejenigen, die solche Plastiken erschufen, überhaupt jemals einen echten Löwen in der Realität zu Gesicht bekommen haben. Zweifel darüber entstehen oft in den Fällen, in denen es den Statuen an Details fehlt oder sie Merkmale besitzen, die es am biologischen Tier gar nicht gab.


 

Detailansicht der Hoden (links) und scharfen Pranken (rechts) einer Löwenskulptur, Bild: eigenes Werk, 2017.


Löwin mit säugenden Jungen, Bild: Alberto, Siliotti (Hrsg.), Medinet Madi, Archaeological Guide, Verona 2010, S. 27.


Ein außerordentliches Beispiel, das die Variabilität des Stils der Löwenstatuen in diesem Tempel zeigt, ist das einer Löwenmutter, die ihre Jungen säugt. Dabei ist es nicht nur der offene Mund mit den scharfen Zähnen, der sehr untypisch ist für den ägyptischen Stil allgemein ist, sondern auch, dass es sich offenbar um ein weibliches Tier handelt – jedoch mit einer sehr großen Mähne! Allerdings ist dieses letztere Merkmal tatsächlich üblich im Alten Ägypten. Hier haben auch weibliche Löwen männliche Attribute. Vor allem Löwengöttinnen (nicht zu verwechseln mit Katzengöttinnen) haben sehr oft eine Mähne. Der Grund hierfür wird stark diskutiert, jedoch meiner Ansicht nach funktioniert die Mähne als Merkmal in der Darstellung von Löwen, um sie von anderen ähnlichen Tieren, wie Hyänen oder Hunden, deutlich unterscheidbar zu machen.

V)  Zusammenfassung

Ich hoffe, ich konnte euch einen kurzen, aber intensiven Einblick in die faszinierende Welt der Löwenskulpturen geben. In meinen Augen sind sie nicht nur "tote Steine". Bei näherem Hinsehen entdeckt man ihre Geschichten, auch wenn die Skulpturen selbst nicht zu uns "sprechen", beispielsweise durch Inschriften. Einige wenige Löwenstatuen in Medinet Madi besitzen altgriechische Inschriften an ihren Sockeln, wobei es sich meist um Widmungen oder private Stiftungsinschriften an Gottheiten handelt. Aber ihre äußerlich sichtbaren Eigenschaften, ihre Standorte und Positionen, ihre Körperhaltungen, ihre Gesichtsausdrücke – kurz gesagt ihre "Körpersprache" ist durchaus voller differenzierter Bedeutungen, die weitere Fragen zur Symbolik von Löwen im Alten Ägypten aufwerfen, und zwar nicht nur in den Oasen, sondern allgemein im ganzen (antiken) Land.

 

Was denkt ihr darüber? Und was sind eure Gedanken beim Betrachten altägyptischer Statuen: SPRECHEN sie zu euch? ;)


Quellen und weitere Literatur:

  • Original-Artikel: https://steemit.com/steemstem/@laylahsophia/the-lion-s-temple-of-1552994926
  • https://www.ucl.ac.uk/museums-static/digitalegypt/temple/reading.html
  • Long, George, The British Museum: Egyptian Antiquities, Vol. I, London 1832, p. 229.
  • Herodot 3.26.1; Morris, Ellen F., Insularity and Island Identity in the Oases Bordering Egypt's Great Sand Sea, in: CASAE 42, 127–142, p. 128.
  • Vogliano, Achille, Un'impresa archeologica milanese ai margini orientali del deserto libico, Mailand 1942.
  • Bresciani Edda / Giammarusti, Antonio, I templi di Medinet Madi nel Fayum, Pisa 2012.
  • Giddy, Lisa L., Egyptian Oases: Bahariya, Dakhla, Farafra and Kharga during Pharaonic Times, Warnminster 1987.
  • Müller, Hans Wolfgang, Löwenskulpturen in der Ägyptischen Sammlung des Bayrischen Staates, Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 3. Folge, Band 16, München 1965.
  • Schweitzer, Ursula, Löwe und Sphinx im Alten Ägypten, Glückstadt 1948.

Bildrechte sind  CC BY-SA 3.0 or CC BY-SA 4.0, der Rechteinhaber ist unter dem Bild vermerkt, oder mein eigenes Werk. Foto aus dem Editorial-Bild: https://pixabay.com/de/photos/löwe-raubtier-gefährlich-mähne-3040797 



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Dein Artikel ist absolut beeindruckend.
Bei den alten Kulturen frage ich mich immer:
Was kann man von ihnen lernen?
Welche Problemstellungen lassen sich auf die
heutige Zeit übertragen?
Vielen Dank für deinen sehr guten Artikel und die
faszinierenden Fotos.
Viele Grüße.

·

Vielen Dank für deinen Kommentar @chruuselbeeri. Genau diese Fragen stelle ich mir auch oft. Es geht mir beim Thema "Geschichte der Kulturen" nicht einfach nur darum, die historische Entwicklung nachzuzeichnen, sondern vor allem um die Fragen dahinter. Und eben auch: Was hat das mit uns zu tun? Letztere Frage ist natürlich schwer zu beantworten und ich bin nicht sicher, ob das je wirklich gelingen wird. Zumindest aber ist das immer das Ziel jeglicher wiss. Arbeit in meinem Falle.

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Danke für den ausführlichen Artikel - es gibt leider recht wenig geschichtliche Posts hier auf Steem! Ich beginne übrigens auch meist mit dem englischen Text und mache danach alles auf deutsch.

Ich habe eine kleine Delegation von 5 SP geschickt, damit solltest du schon besser agieren können. 10 SP sind etwas wenig, ab 25 SP kommt man besser klar wenn man keine zig Kommentare schreibt täglich, mit 50 SP ist man alle Probleme los :)

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Wow, Dankeschön @muscara. Das ist ja total lieb.
Ja, ich hatte seinerzeit runtergepowered, weil ich das Geld brauchte, aber ich wollte immer zu Steemit zurückkehren, weil ich noch immer ein großes Potential in dieser Idee sehe, auch wenn die Nutzerfreundlichkeit noch immer nicht wirklich optimiert wurde. Ich hoffe, dass ich in einpaar Wochen keine RC-Probleme mehr haben werde. Habe mir vorgenommen, wenigstens einen wiss. Artikel pro Woche zu posten. ;)

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