Interview mit BK Sebastian Kurz

„Überflieger“: Herzlichen Dank, Herr Bundeskanzler, dass Sie sich, trotz zahlreicher Reden für die unterwürfige Bevölkerung, die Zeit genommen haben, ein sehr persönliches Interview zu gestatten.

BK Kurz: Danke für die Einladung und ich freue mich, dass ich hier heute als Gast erscheinen darf.

„Überflieger“: Herr Kurz! Beginnen wir gleich einmal mit einer sehr persönlichen Frage. Wie geht es ihnen als Maturant dabei, dass Sie in Österreich den BK mimen dürfen und ein echter Mediziner, Herr Dr. Marco Pogo, lediglich Spitzenkandidat einer Spaßpartei mit dem Namen „Die Bierpartei“ ist.

Kurz: Na gut. Er praktiziert ja nicht, weil er als Arzt vermutlich nicht gut genug ist. Er hat aber, so habe ich es gehört, abseits seiner Kandidatur bei der Wien-Wahl eine eigene Band mit der er, halbwegs erfolgreich sein dürfte.

„Überflieger“: Was sagen Sie dazu, dass ihre Freundin Susanne gerne auf seine Konzerte geht und als Groupie gilt? Die Band heißt übrigens Turbobier.

Kurz: Das ist eine infame Unterstellung. Sie war vielleicht zufällig einmal bei einem dieser Auftritte dabei und hat auch vielleicht einmal das eine oder andere Bier mit ihm getrunken, aber woher haben Sie das mit dem Groupie? Das haben Sie bestimmt irgendwo gelesen. Sie haben doch bestimmt ein eigenes Hirn, also warum verwenden Sie es nicht? Eine Frechheit diese Unterstellung!

Überflieger: Ich hätte da mehrere Videos, wo man die Susanne in der ersten Reihe lauthals mitsingen sieht. Wollen Sie diese sehen? Wie geht es ihnen eigentlich gerade in der Beziehung mit der Susanne Thier?

Kurz: Nein, ich will keines dieser Videos sehen und in der Beziehung mit der Susanne ist alles super. Nächste Frage!

Überflieger: Gut. Dann wechseln wir das Thema. Die Digitalisierungs-Offensive im Nationalrat finde ich persönlich sehr spannend. Ist es wahr, dass jeder Nationalratsabgeordnete seinen eignen Laptop bekommen soll?

Kurz: Ja selbstverständlich. Ich habe mich da schon vor ein paar Wochen mit meinem lieben Freund den Gernot unterhalten und mit ihm über diese Möglichkeit in erfrischender Offenheit diskutiert.

„Überflieger“: Ich gehe davon aus, dass Sie mit dem lieben Freund, den Finanzminister Gernot Blümel meinen.

Kurz: Ja, so ist es. Der Gernot hat mir sein Leid geklagt, dass er in der letzten Zeit, oftmals sehr unfair attackiert wurde, weil er keinen eigenen Laptop besitzt und er war da schon sehr gekränkt. Er hat mir seine private, finanzielle Situation erklärt und er hat sich schon fast dafür geschämt, dass er sich keinen Laptop leisten kann.

„Überflieger“: Wie ist das möglich, bei diesem üppigen Ministergehalt?

Kurz: Ich muss da schon sehr bitten! Das geht Sie im Grunde genommen genau so wenig an, wie die beiden Tatoos, welche der Gernot hat.

„Überflieger“: Er hat zwei Tatoos?

Kurz: Ja eines an der Innenseite seines rechten Oberarms mit seinen Initialen, also GB, und über das zweite Tatoo werde ich aber nichts sagen, weil dieses einfach zu intim ist.

„Überflieger“: Aber Sie kennen es?

Kurz: Das ist jetzt nicht so wichtig. Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass der Gernot nunmehr Familienvater geworden ist und deshalb jeden Cent sorgsam umdrehen muss, bevor er ihn ausgibt.

„Überflieger“: Könnte sein finanzieller Engpass auch damit zu tun haben, dass seine Frau Clivia zu hohe Ansprüche stellt? Die Dame begann ihre Karriere ja seinerzeit als Playmate im Playboy.

Kurz: Also eigentlich sollte diese Frage der Gernot selbst beantworten, aber ich glaube schon, dass die Clivia über ein schönes Gehalt verfügt. Wie Sie sich hoffentlich informiert haben, ist die Dame ja mittlerweile ins seriöse Fach gewechselt und arbeitet nunmehr als Moderatorin im Privatfernsehen.

„Überflieger“: Wetterfee bei Oe24, Gesellschaftsredakteurin in der Österreich-Zeitung, im Magazin-Modanna-Society, im Wochenmagazin Stars und Moderatorin der Astro-Show mit Gerda Rogers. Herr Kurz, ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Wie schaut es nun also mit der Digitalisierungs-Offensive für die Nationalratsabgeordneten aus?

Kurz: Auf alle Fälle habe ich mich zu diesem Thema auch mit Parteimitgliedern anderer Fraktionen beraten und dabei mit großer Sorge festgestellt, dass auch mein guter Freund Werner Kogler, unser allseits beliebter Vizekanzler, über keinen eigenen Laptop verfügt. Ganz zufällig, wie das Schicksal halt so spielt, ist plötzlich der Norbert Hofer bei mir gestanden und hat mir gebeichtet, dass er das Gespräch mitgehört hat. Ich dachte noch, dass sein trauriger Dackelblick darauf zurückzuführen sei, dass er mich belauscht hat, aber nur wenige Augenblicke später wusste ich, dass er einfach furchtbar traurig war, weil auch er sich dieses immens wichtige Arbeitsgerät nicht leisten könne.

„Überflieger“: Was ist beim Herrn Hofer schief gelaufen?

Kurz: Er hat mir erklärt, dass ein ehemaliger guter Freund und Ex-Parteikollege, die Partei finanziell ausgeblutet habe und Herr Hofer nunmehr einen erheblichen Betrag seines Gehalts an die Partei abgibt, um die entstandenen Finanzlöcher zu stopfen.

„Überflieger“: Das war dann also der endgültige Grund, um 183 Laptops zu kaufen.

Kurz: Nein. Diese Entscheidung ist erst vor wenigen Tagen gefallen. Sie ist auf das Fehlverhalten der AUA-Manager zurückzuführen. Wissen Sie, wie groß die menschliche Enttäuschung beim Gernot war als er erfuhr, dass sich die Manager Bonifikationen in Millionenhöhe genehmigten, nachdem wir der AUA ein Rettungspaket in der Höhe von hunderten Millionen Euros ermöglichten? Wissen Sie wie es ist, wenn ein erwachsener Mann sich zu ihnen setzt, sein Herz ausschüttet und bitterlich zu weinen beginnt? Der Gernot stammelte immer wieder, dass das alles Gfraster und Verbrecher sind. Die gönnen sich unverschämte Geldbeträge und er kann sich nicht einmal, Entschuldigung für das Wort, einen Scheiß Laptop leisten! Das war dann der Zeitpunkt wo ich wusste, da führt jetzt kein Weg mehr vorbei, Du musst handeln! Ich habe dann auch sofort unseren lieben Michi angerufen und ihn um seine Meinung gebeten.

„Überflieger“: Mit dem lieben Michi ist wohl der Michael Spindelegger gemeint – euer – wie soll ich sagen – nennen wir es väterlichen Freund.

Kurz: Ich bevorzuge die Ausdrucksweise Mentor, aber ja den meine ich. Der Michi hat dann auf alle Fälle gesagt, dass ich sofort handeln müsse und die Laptops bestellen solle. Im Vergleich zum Geld für die AUA wäre dies eine sinnvolle Investition.

„Überflieger“: Sehr fein. Herr Bundeskanzler! Kommen wir nun zu einer Frage, welche sehr gerne von Personalchefs während eines Vorstellungsgesprächs gestellt wird. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Wird der Herr Kurz dann EU-Ratspräsident sein, strebt er nach dem Amt des UNO-Generalsekretärs oder reicht ihm das Kanzleramt?

Kurz: Ich denke, dass meine Mission als österreichischer Bundeskanzler noch lange nicht erfüllt ist und deshalb werde ich dann wohl noch hier in Amt und Würden sein.

„Überflieger“: Wenn das österreichische Volk Sie dann noch will.

Kurz: Es wird wollen!

„Überflieger“: Wie darf ich das verstehen? Das klingt schon ein bisserl nach einer Drohung.

Kurz: Also ich bevorzuge das Wort Versprechen.

„Überflieger“: Mit wem werden Sie dann in einer Koalition sein? Sie haben ja jetzt schon fast alle Parteien durch? Fangen Sie dann wieder von vorne an oder streben Sie in Wahrheit nicht schon längst eine Alleinregierung an?

Kurz: Ihr Interviewstil beginnt mir zu missfallen und das schon seit einiger Zeit. Ich werde allerdings, aufgrund meiner unendlichen Güte, ihnen auch dazu eine Antwort geben. Wenn der Gesundheitsminister Rudi Anschober weiterhin bessere Umfragewerte hat als ich, werde ich einen Grund finden auch diese Koalition zu sprengen und nach einem erfolgreichen Wahlkampf endlich eine Alleinregierung haben und wenn sich das, für den Fall der Fälle, doch nicht ausgehen sollte, dann werde ich mich überwinden und eine Koalition mit den NEOS bilden. Für mich ist dieses Interview jetzt beendet und ich gehe nach Hause. Auf Wiedersehen!

„Überflieger“: Tschüss Basti!

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