Auf der Suche nach der „Endurance"

Bei seiner weltberühmten Antarktis-Expedition musste Ernest Shackleton im Jahr 1915, die „Endurance“ im antarktischen Weddellmeer zurücklassen. Aufgrund der historischen Aufzeichnungen ist es den Forschern bekannt, wo sich das Wrack befindet. In wenigen Monaten soll eine Expedition versuchen, das Wrack, welches sich vermutlich in 3.000 Meter Tiefe befindet, zu finden.

Der britische Polarforscher Sir Ernest Shackleton und seine Männer gingen mit ihrer Antarktis-Expedition in die Geschichte ein. Dieses gelang jedoch nicht ganz auf jene Art und Weise, wie es sich der Forscher und sein Team vorgestellt haben. Noch bevor sie nämlich einst die Antarktis durchqueren und das arktische Festland erreichen konnten, wurden sie vom Packeis eingeschlossen. Nach einem monatelangen Drift, wurde das Schiff durch den Eisdruck schwer beschädigt und musste deshalb von der Besatzung aufgegeben werden.

Jene Aufnahmen, welche vom Expeditionsfotografen Frank Hurley getätigt wurden und den Dreimaster im Eis zeigen, gingen um die Welt. Am 21. November 1915 ist die „Endurance“ endgültig gesunken und Sir Ernest Shackletown und sein Team mussten zu Fuß und mithilfe der Rettungsboote, welche sie noch bergen konnten, das Packeis überwinden. Bis zum heutigen Tag handelt es sich um eine der größten Heldengeschichten der Polarforschung, weil es dem gesamten Team gelang, das Land zu erreichen und die Widrigkeiten der Antarktis zu überstehen, ohne dass auch nur ein einziger Mann starb.

Die letzte Position der „Endurance“ wurde von den Crew-Mitgliedern mit 69° 05′ südlicher Breite und 51° 30′ westlicher Länge, angegeben. Das dicke Packeis machte ein Aufspüren des Schiffes, bis zum heutigen Tag unmöglich. Der letzte Versuch fand im Jahr 2019 statt und musste damals abgebrochen werden, weil das Expeditionsschiff ebenso drohte, vom Packeis eingeschlossen zu werden.

Der nächste Anlauf findet im Februar 2022 statt. Eine Gruppe von Unterwasser-Archäologen und Polarforschern wird im Auftrag des Falklands Maritime Heritage Trust die neuerliche Suche nach dem Wrack der „Endurance“ starten. Das Team wird mit dem Forschungsschiff „Agulhas II“ von Kapstadt aus ins Weddellmeer aufbrechen. Das Ziel ist es die „Endurance“, welche in 3.000 Meter Tiefe liegen soll aufzuspüren, zu kartieren und selbstverständlich auch zu filmen.

Unterstützung wird das Team von Tauchrobotern bekommen, welche vom Schiff aus ins Wasser hinabgelassen werden. Die hybriden und zugleich autonomen Unterwasservehikel vom Typ Saab „Sabertooth“ sind mit hochauflösenden Kameras und einem Sidescan-Sonar ausgerüstet. Es ist ihnen möglich, den Meeresgrund bis zu einer Tiefe von 4.000 Metern abzusuchen und die gewonnenen Daten, in Echtzeit an die Besatzung zu übermitteln.

Für den Fall, dass das Eis für den Forschungseisbrecher zu dick sein sollte, hat man ebenso bereits vorgesorgt. In diesem Fall werden die Wissenschaftler, auf dem Eis Camps errichten. Sie würden Löcher ins Eis bohren und von dort die Tauchroboter ins Wasser lassen. Weil es in diesem Gebiet kaum Erosionen oder Rutschungen gibt und auch die Sedimentationsrate mit weniger als einem Millimeter pro Jahr sehr gering ist, geht man davon aus, dass das Schiffswrack die Zeit unter Wasser, gut überstanden hat.

Expeditionsleiter John Shears, leitete bereits den letzten Versuch im Jahr 2019 und hofft nicht nur, dass es nunmehr gelingt das Wrack zu finden,sondern auch Fragen, welche sich seit langem stellen beantworten zu können. Dazu zählt, ob das Schiff einst in zwei Teile zerbrochen ist, oder im Ganzen zum Meeresgrund sank.

Die Forscher hoffen, dass sie Aufnahmen aus dem Schiffsinneren erhalten und sind neugierig, ob sie einige der 1915 zurückgelassenen Fotoplatten finden können und ob das Mikroskop und die gläsernen Probenbehälter des Schiffsbiologen Robert Clark noch erhalten sind.

2022 werde ich über die Expedition zur „Endurance“ gewiss berichten.

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